Shovel Knight im Test mit Video: Liebevoll gepixelter Retro-Hit

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Test Felix Schütz - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Shovel Knight ist die spielgewordene Liebeserklärung an verschiedenste NES-Klassiker.
Quelle: PC Games

Yacht Club Games verneigt sich vor den großen 8-Bit-Hits der NES-Ära: Mit perfektem Grafikstil, gutem Leveldesign und toller Spielbarkeit überzeugt das Jump & Run als Retro-Vergnügen der ganz alten Schule. Mega Man wäre stolz!

Wer mit Retro-Games nichts anfangen kann, der kann an dieser Stelle eigentlich aufhören zu lesen - denn altmodischer als Shovel Knight geht's praktisch nicht. Das klassische Jump & Run ist die spielgewordene Liebeserklärung an die gute alte 8-Bit-Konsolenära der späten 80er-Jahre: Zu seinen Vorbildern zählen verschiedenste Meisterwerke für das Nintendo Entertainment System (NES), allen voran Capcoms Mega Man, aber auch Duck Tales, Castlevania oder Zelda. Doch keine Sorge: Bei aller Nostalgie hat der pixelige Kickstarter-Hit auch spielerisch einiges zu bieten!

Mit Pixeln, Charme und Schaufel

In Shovel Knight (jetzt kaufen ) schlüpfen wir in die Rolle eines tapferen Ritters, der das Land von einer bösen Zauberin und ihrer Schurkenbande befreien muss. Dafür hat sich unser Held nicht mit Schwert oder Lanze, sondern mit einer Schaufel gerüstet. Das praktische Werkzeug dient ihm nicht nur als Waffe, er kann damit auch Schätze ausbuddeln und wie auf einem Pogo-Stab durch die Gegend hüpfen. Das geht dank einer hervorragenden Steuerung prima von der Hand. Viel besser geht's nicht!

Ein Hoch auf die NES-Ära!

Auf einer Übersichtskarte, die glatt aus Super Mario Bros. 3 stammen könnte, wählen wir unseren nächsten Level aus. Genretypisch ist jeder Abschnitt einem Thema zugeordnet, beispielsweise erkunden wir eine Eishöhle, ein Luftschiff oder eine Giftfabrik. Am Ende jedes Levels wartet stets ein cool umgesetzter Bossgegner - die Feuergrotte wird etwa von Mole Knight (Maulwurfsritter) bewacht, der Glockenturm dafür von Tinker Knight (Bastelritter). Wer schon mal einen Mega Man-Teil gespielt hat, wird sich da direkt heimisch fühlen.

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Anders als im großen Capcom-Vorbild werfen die besiegten Bosse aber keine individuellen Spezialkräfte oder Waffen ab. Stattdessen müssen wir in den Levels nach geheimen Abschnitten suchen, in denen sich ein Händler versteckt, der uns dann neue Fähigkeiten verkauft. Das kann dann zum Beispiel ein magischer Stab sein, der Feuerbälle verschießt, oder ein Medaillon, das den Ritter unverwundbar macht. Obwohl manche dieser Fähigkeiten besonders in Bosskämpfen nützlich sind, ist es nicht zwingend notwendig, überhaupt danach zu suchen. Theoretisch lässt sich Shovel Knight nämlich durchspielen, ohne ein einziges Secret gefunden zu haben.

Trotz Upgrades: kein Metroidvania!

Abseits möglicher Spezialkräfte sind die Levels auch vollgestopft mit verborgenen Schätzen, nach denen wir ständig Ausschau halten sollten. Haben wir genügend Kohle gesammelt, marschieren wir damit in zwei Dörfer, wo wir bei Händlern dauerhafte Upgrades für unseren Lebens- und Magiepunktevorrat kaufen. Manche NPCs bieten auch nützliche Items an, etwa eine Angelrute, mit der wir an vorgegebenen Stellen nach Schätzen fischen dürfen.

Spezialkräfte wie dieser Feuerstab sind zwar völlig optional, helfen uns aber besonders in Bosskämpfen. Quelle: PC Games Spezialkräfte wie dieser Feuerstab sind zwar völlig optional, helfen uns aber besonders in Bosskämpfen. Zusätzliche Hauptwaffen können wir allerdings nicht erwerben, unser Ritter ist von Anfang bis Ende mit der gleichen Schaufel unterwegs. Immerhin sind aber verschiedene Rüstungen im Angebot, die dem Helden unterschiedliche Boni verpassen. Die sind zwar nützlich, aber auch völlig optional - denn kein Upgrade ist nötig, um einen der Hauptlevels zu schaffen oder ein Hindernis zu meistern.

Darum ist Shovel Knight auch nicht mit Metroidvania -Spielen wie Dust, Strider oder Guaca­melee vergleichbar - man muss weder in alte Levels zurückkehren noch neue Pfade öffnen oder gar Rätsel lösen. Shovel Knight ist eben ein Jump&Run-Actionspiel der alten Schule - nicht mehr und auch nicht weniger.

Bildergalerie

Fordernd, aber fair

Neben den vielfältigen Gegnern überzeugt vor allem das einfallsreiche Leveldesign. Da müssen wir etwa auf einem riesigen Käfer über Lava balancieren, in stockfinsterer Nacht eine Sprungpassage meistern, auf Regenbogenschlitten an Feuerdüsen vorbeihuschen oder in tiefer See ein U-Boot durchqueren. Das sorgt nicht nur für Abwechslung, sondern wird auch stetig anspruchsvoller.

Nach einem sanften Einstieg geht's in den späteren Levels dann ordentlich zur Sache - besonders Stachelgruben und klaffende Abgründe machen unserem Ritter das Leben schwer. Dank eines fairen Checkpunkte-Systems hält sich der Frust allerdings in Grenzen: Beißt der Held mal ins Gras, wird er an einer von mehreren Speicherstationen wiederbelebt und verliert nur etwas Gold, das er sich zudem leicht wieder besorgen kann.

Stilsichere Klötzchen

Mit seinen dicken Pixeln und seiner geringen Farbpalette fängt Shovel Knight wunderbar den Look und das Spielgefühl längst vergangener 8-Bit-Tage ein. Dazu gibt's eine flotte, passende Musikuntermalung, die direkt aus den 80ern stammen könnte. Mit fünf bis sechs Spielstunden und einem New-Game-Plus-Modus hat man den Retro-Hüpfer zwar recht schnell durchgespielt, angesichts des geringen Kaufpreises (15 Euro) geht der Umfang aber völlig in Ordnung.

Meinung

Wertung zu Shovel Knight (PC)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
Stilvoll gepixelte 2D-Grafik für Retro-LiebhaberEingängiger Soundtrack, der für viel Atmosphäre sorgtPräzise Steuerung mit GamepadAbwechslungsreiche LevelsCool designte BossgegnerNützliche versteckte FähigkeitenTolle Hommage an NES-KlassikerMeist fair gesetzte Checkpunkte
Hin und wieder leichte Frustgefahr (trotz Checkpoints)Etwas kurz geratenUnspektakuläre UpgradesKeine unterschiedlichen WaffenGeringer Wiederspielwert

In Zukunft werden wir außerdem noch mehr vom kleinen Schaufelritter sehen: Da Shovel Knight im letzten Jahr mehr als das Vierfache seines Finanzierungsziels erreichen konnte (auf Kickstarter kamen 310.000 US-Dollar zusammen!), haben die Entwickler mehrere kostenlose Zusatzinhalte in Aussicht gestellt, darunter spielbare Boss-Charaktere und ein Challenge-Modus. Und wir werden liebend gerne wieder mit dabei sein, wenn es heißt: "Steel thy shovel!" Transparenzhinweis: Für diesen Artikel wurde uns ein Testmuster vom Entwickler zur Verfügung gestellt.

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