Terminator 2D im Test: Als Teenager wäre ich bei diesem Retro-Spiel ausgeflippt
Vor 35 Jahren wäre Terminator 2D ein Hammer gewesen, heute reicht's immerhin noch zur launigen 16-Bit-Hommage. Aber das kann ja auch mal ganz schön sein.
Gnadenlos spannend, grandios getrickst, ungeheuer atmosphärisch - Terminator 2 war bahnbrechendes Action-Kino, mit dem James Cameron die Grenzen des Machbaren verschoben hat. 34 Jahre ist das mittlerweile her!
Aber wisst ihr, was wir damals nicht bekamen? Ein Videospiel, das dem Streifen gerecht wird! Dabei gab es wahrhaftig genügend Versuche. Egal, ob auf dem NES oder SNES, auf dem Gameboy, Megadrive oder als Arcade-Automat: Zig Studios haben sich an dem Kultfilm die Zähne ausgebissen. Manche der Spiele waren ganz okay, andere völliger Murks - doch richtige Knaller waren eben nie dabei. Und genau das will Terminator 2D: No Fate (jetzt kaufen 42,37 € ) endlich ändern.
Komm mit mir, wenn du leben willst
Wer ein modernes Actionspiel sucht, kann jetzt schnurstracks wieder umdrehen. Denn Terminator 2D: No Fate ist ein satt gepixelter Retro-Liebesbrief an die späte 16-Bit-Ära - als hätte man ein anständiges Neo-Geo-Spiel einfach 30 Jahre durch die Zeit geschickt.
Ästhetisch gibt es nichts zu meckern: Die Entwickler bemühen sich redlich, den Look und das einzigartige Sounddesign des Films einzufangen. Der pixelige Grafikstil strotzt vor Details, die Animationen sind liebevoll und sauber, dazu wurde die ikonische Musik von Brad Fiedel hervorragend ins Spiel übertragen. Da geht Retro-Fans das Herz auf!
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Hasta la Vista, Baby
Beim Gameplay setzt man aber keine neuen Akzente, die meisten Level laufen als klassischer Sidescroller ab, so wie man sie aus den frühen 90er Jahren kennt: Von links nach rechts flitzen, Gegner wegpusten, Power-Ups aufsammeln, dazwischen ein paar Minibosse und Geschicklichkeitseinlagen - nichts Besonderes also, aber zumindest ganz ordentlich gemachte Arcade-Action.
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Dabei folgt ihr (halbwegs) der Handlung des Films, mehrere kultige Szenen wie die Truck-Verfolgungsjagd oder die Flucht durchs Stahlwerk spielt ihr eigenhändig nach. Hier und da gönnen sich die Entwickler aber auch ein paar Freiheiten. Anfangs steuert ihr zum Beispiel Sarah Connor und kämpft euch durch eine Cyberdyne-Fabrik, später spielt ihr dann den erwachsenen John Connor im zerbombten L.A. der Zukunft - im Film ist davon nichts zu sehen. Diese ballerlastigen Abschnitte spielen sich wie eine simplere Variante von Super Probotector (Contra 3), einige Bosse und Power-Ups könnten glatt als Kopien durchgehen. Die Entwickler machen aus ihren Vorbildern also gar kein großes Geheimnis - und warum sollten sie auch?
Ich will deine Kleider, deine Stiefel und dein Motorrad.
Dann ist man plötzlich als schwerfälliger T-800 in der Gegenwart unterwegs, kloppt sich mit Motorradrockern in einer Kneipe - es ist leider einer der wenigen Level, in denen man den mächtigen Terminator selbst spielen darf. Die Prügeleinlage schaut zwar stilecht aus, macht aber wenig Spaß - die simple Action wird schnell langweilig und wiederholt sich danach nur für ein paar Minuten.
Doch dann überrascht das Spiel wieder mit einem ordentlich gemachten Schleichlevel, in dem ihr mit Sarah Connor aus einer schwer bewachten Anstalt fliehen müsst. Hier ist gutes Timing gefragt, während ihr Wachen ausweicht, Schlösser knackt oder euch in Deckungen versteckt. Und wer den Film kennt, weiß natürlich, dass sich der T-1000 ebenfalls in der Anlage herumtreibt - der Quecksilber-Cop sorgt hier für ein paar coole Spannungsmomente, die keinen Fehltritt erlauben: Wer entdeckt wird, beißt ins Gras und muss vom letzten Checkpoint beginnen! Auf der nächsten Seite erfahrt ihr, was Terminator 2D sonst noch zu bieten hat - und wie viel Spielzeit das Teil auf die Waage bringt.

30€ sind mir auch etwas zu happig - nen Zehner würd ich geben.
Ist zwar auch nicht mein Geschmack, aber für genau die Hälfte bekäme ich gerade Silksong.