Raiders of the Lost Ark: Ein Kultspiel ohne Lösung?

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Special Harald Fränkel - Autor Tobias Meyer - Redaktionsleiter Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Raiders of the lost Ark: Als Steven Spielberg höchstpersönlich das kryptischste Adventure der Geschichte für gut befand. (1)
Quelle: Elena Ternovaja/Wikipedia, CC BY-SA 3.0

Fast niemand hat Raiders of the Lost Ark je beendet - warum das Spiel trotzdem legendär wurde, liest du hier.

Nun könnte man spekulieren, ob Spielberg auch begeistert gewesen wäre, hätte er das Game selbst lösen müssen dürfen. Aber nun ja: Nur kurze Zeit später nahm er auch E.T. - The Extra-Terrestrial ab, nachdem er es gespielt hatte.

Dieser Titel wird gemeinhin als "schlechtestes Game ever" bezeichnet. Und stets mit den über 700.000 Modulen in Verbindung gebracht, die 1983 im Zuge des sogenannten legendären Video Game Burial in der Wüste von New Mexico begraben wurden, als es mit Atari wirtschaftlich den Bach runterging.

Wie geht noch mal S.O.S.?

Raiders of the lost Ark gehört, aller Kritik zum Trotz, zu den bedeutendsten Titeln für das Atari 2600. Ich finde es sogar etwas besser als das erste Action-Adventure namens Adventure, weil sich die komplexe Spielmechanik und die Abenteueratmosphäre einen Tick moderner anfühlen. Aber mich fragt ja keiner. Zum Glück, werden die Adventure-Fans sagen, die mich nach meinem Artikel über ihr Lieblingsspiel für einen Hater halten.

Dennoch: Die Chance, Raiders of the lost Ark ohne Notsignalraketen oder Kurz-kurz-kurz-lang-lang-lang-kurz-kurz-kurz-Morsecode zu bewältigen, geht gegen Null. Wahrscheinlicher ist, dass es sich versehentlich selbst durchspielt, wenn man beide Joysticks an die Wand pfeffert und sie so glücklich aufeinanderprallen und zu Boden fallen, dass sie Indy per Zufall bis zur Bundeslade bringen.

Die Theorie vom Affen, der unendlich lange zufällig auf einer Schreibmaschine herumtippt, bis ein Werk von William Shakespeares entsteht, lässt grüßen, womit auch das letzte Rätsel um Raiders of the lost Ark gelöst wäre: Wie ich als Vollpfosten und Adventure-Legastheniker es geschafft habe, das Spiel zu beenden. Wer erst mal weiß, wie alles geht, schafft es unter zehn Minuten bis zum Schlussbild.

Finale: Indiana Jones gräbt mit seiner Schaufel nach der Bundeslade. Vorbei muss er Dieben ausweichen, die so toooll aussehen wie die, die Kevin in der Kita gerne malt. Quelle: PC Games Finale: Indiana Jones gräbt mit seiner Schaufel nach der Bundeslade. Vorbei muss er Dieben ausweichen, die so toooll aussehen wie die, die Kevin in der Kita gerne malt. Howard Scott Warshaw beschreibt in seinem Buch die Vision, die ihn bei der Entwicklung des Spiels antrieb: "Adventure von Warren Robinett war ein Meisterwerk, das das Genre definierte. [...] Ich wollte einen bedeutenden Beitrag leisten, um nicht als billiger Abklatsch abgetan zu werden. [...] Deshalb war es bei Raiders of the Lost Ark mein Ziel, das größte Abenteuerspiel zu entwickeln, das es auf dem Atari 2600 gegeben hat."

Viele feiern das heute. Zu Recht. Denn Raiders of the lost Ark war mutig. Ambitioniert. Groß. Ich bewundere das künftig. Aus sicherer Entfernung. Am besten durch ein Fernglas, hinter Panzerglas und mit Vollvisierhelm. Howard Scott Warshaw hat mehr geschaffen als nur dieses Spiel.

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  1. Seite 1 Der Einstieg ins Abenteuer
  2. Seite 2 Orientierungslos im Pixel-Dschungel
  3. Seite 3 Trial & Terror - Irrsinn mit System
  4. Seite 4 Zwischen Genie und Wahnsinn
  5. Seite 5 Ein Spiel, das niemand verstand
  6. Seite 6 Warshaw, Atari & das Vermächtnis
    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PascalParvex Stille/r Leser/in
        Zitat von HaraldFraenkel
        Hi, danke für deinen Kommentar!

        Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass ich sehr dankbar bin, dass PCG meinen Artikel sowohl im Heft als auch nun online veröffentlicht hat. Mir als Autor ist es extrem wichtig, dass meine Texte von möglichst vielen Menschen gelesen werden. Gerade wenn es um die sehr frühe Spielehistorie geht, passiert auf heutigen kommerziellen Online-Seiten doch viel zu wenig, finde ich! Und wegen des Honorars musst du dir keine Sorgen machen, das lief alles sehr zufriedenstellend - was mich angeht, ist also alles tutti.

        Sollte das Hauptproblem für dich nun allerdings darin bestehen, Geld ausgegeben zu haben, täte mir das leid. Ich muss hier zu bedenken geben: Ob derart spezielle Themen wie Raiders of the lost Ark für die Steinzeitkonsole Atari 2600 auch stattfinden könnten, wenn ein Verlag alles nur über Klicks finanzieren muss, scheint mir (zumindest auf längere Sicht) fraglich. Insofern danke noch mal für deinen monetären Support!
        Das Geld reut mich nicht, ich hätte nur wissen müssen, dass der Artikel wohl auch online erscheint. Aber das PDF hat ja noch mehr zu bieten.
      • Von PascalParvex Stille/r Leser/in
        Zitat von HaraldFraenkel
        Hi, danke für deinen Kommentar!

        Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass ich sehr dankbar bin, dass PCG meinen Artikel sowohl im Heft als auch nun online veröffentlicht hat. Mir als Autor ist es extrem wichtig, dass meine Texte von möglichst vielen Menschen gelesen werden. Gerade wenn es um die sehr frühe Spielehistorie geht, passiert auf heutigen kommerziellen Online-Seiten doch viel zu wenig, finde ich! Und wegen des Honorars musst du dir keine Sorgen machen, das lief alles sehr zufriedenstellend - was mich angeht, ist also alles tutti.

        Sollte das Hauptproblem für dich nun allerdings darin bestehen, Geld ausgegeben zu haben, täte mir das leid. Ich muss hier zu bedenken geben: Ob derart spezielle Themen wie Raiders of the lost Ark für die Steinzeitkonsole Atari 2600 auch stattfinden könnten, wenn ein Verlag alles nur über Klicks finanzieren muss, scheint mir (zumindest auf längere Sicht) fraglich. Insofern danke noch mal für deinen monetären Support!
        Das Geld reut mich nicht, ich hätte nur wissen müssen, dass der Artikel wohl auch online erscheint. Aber das PDF hat ja noch mehr zu bieten.
      • Von HaraldFraenkel Autor
        Zitat von PascalParvex
        Schwierig. Da habe ich noch so gerne Harald und somit Computec mit dem Kauf des ePapers unterstützt, und jetzt ist der ganze Artikel, plus noch ein exklusives Video für lau auf der Webseite. Harald hat wohl einen Fixbetrag erhalten, er hat also keine Tantiemen, wie ich annehme.
        Hi, danke für deinen Kommentar!

        Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass ich sehr dankbar bin, dass PCG meinen Artikel sowohl im Heft als auch nun online veröffentlicht hat. Mir als Autor ist es extrem wichtig, dass meine Texte von möglichst vielen Menschen gelesen werden. Gerade wenn es um die sehr frühe Spielehistorie geht, passiert auf heutigen kommerziellen Online-Seiten doch viel zu wenig, finde ich! Und wegen des Honorars musst du dir keine Sorgen machen, das lief alles sehr zufriedenstellend - was mich angeht, ist also alles tutti.

        Sollte das Hauptproblem für dich nun allerdings darin bestehen, Geld ausgegeben zu haben, täte mir das leid. Ich muss hier zu bedenken geben: Ob derart spezielle Themen wie Raiders of the lost Ark für die Steinzeitkonsole Atari 2600 auch stattfinden könnten, wenn ein Verlag alles nur über Klicks finanzieren muss, scheint mir (zumindest auf längere Sicht) fraglich. Insofern danke noch mal für deinen monetären Support!
      • Von PascalParvex Stille/r Leser/in
        Schwierig. Da habe ich noch so gerne Harald und somit Computec mit dem Kauf des ePapers unterstützt, und jetzt ist der ganze Artikel, plus noch ein exklusives Video für lau auf der Webseite. Harald hat wohl einen Fixbetrag erhalten, er hat also keine Tantiemen, wie ich annehme.
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