Die wohl größten Marketing-Fails der Spiele-Industrie - Ein beispielloses Fiasko: Der Fall 'Ocean Marketing'

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Die wohl größten Marketing-Fails der Spiele-Industrie - Ein beispielloses Fiasko: Der Fall 'Ocean Marketing'
Quelle: Foto-Quellen v. l. n. r.: Eidos, Gametrailers.com, Sony - Montage: PC Games

Der Gamesmarkt ist ein hartes Pflaster. Im Wettbewerb um die Gunst der Spieler ziehen Entwickler und Publisher mit immer größer werdenden Marketingbudgets zu Felde. Einige Werbekampagnen verfehlen allerdings ihre Wirkung, schlimmer noch: Sie gehen unerwartet nach hinten los. Wir lassen heute die wohl größten Marketing-Fails der Spiele-Branche Revue passieren. Update: Jetzt mit weiteren PR-Desastern, schaut rein!

Shitstorm deluxe: Der Fall Ocean Marketing

Der Fall "Ocean Marketing" ist in puncto Tragik in der bisher geschriebenen Videospielgeschichte wohl einmalig. Protagonist dieser unglaublichen Geschichte ist der gute Herr Paul Christoforo (Foto oben), Gründer des auf Unternehmenskommunikation spezialisierten Unternehmens Ocean Marketing. Christoforo übernahm bis vor einigen Monaten noch die PR-Arbeit für seinen Kunden N-Control, der den Controller-Aufsatz "Avenger" vertreibt. Sein Leben verlief vermutlich in geraden Bahnen, bis ihn im vergangenen Jahr eine Mail des Kunden Dave erreichte. Dave hatte zwei Monate zuvor eine Vorbestellung für den besagten Controller-Aufsatz getätigt, das Produkt sogar komplett bezahlt und fragte sich nun berechtigerweise, wo sein Exemplar abgeblieben ist.

In seinen kurzen Antworten vertröstete ihn Christoforo immer, bis die Situation irgendwann völlig eskalierte und der Ocean Marketing-Mann begann verbal richtig auszuteilen. Auslöser war ein Preisnachlass von zehn Dollar für Neubesteller des Avenger-Controllers. Dave, der sein geordertes Produkt zum Zeitpunkt des Angebots immer noch nicht in den Händen hielt, bat um eine entsprechende Vergünstigung, andernfalls drohte er damit seine alte Bestellung zu stornieren und eine neue aufzugeben. In diesem Moment sind bei Christoforo wohl alle Sicherungen durchgebrannt, in seiner Email an ihn schrieb er:

[...] "Wenn wir dich dabei erwischen, stornieren wir deine Bestellung einfach wieder und du kannst im Handel einkaufen gehen […] Also: Sei ein großer Junge und warte, wie jeder andere auch. Der Rabatt ist ein Zeichen unserer Anerkennung für neue Besteller. Es gibt keine Vorzugsbehandlung, weder für dich noch andere Erstbesteller. Wenn du willst, stornier deine Bestellung – wir können das gebrauche, wir haben sowieso 11.000 Bestellungen mehr, als wir ausliefern können. Deine zwei Controller sind also schnell weg. Vielleicht stell ich sie selbst für 150 Dollar bei Ebay rein. Schönen Tag noch."

Offensichtlich hatte Christoforo den Kunden unterschätzt, denn Dave sagte ihm nicht nur ein paar Takte, er ließ sogar sämtliche US-Spielemagazine an der Konversation teilhaben und veröffentlichte Auszüge aus den Mails im Netz. Spätestens jetzt wäre eine Entschuldigung angebracht gewesen, doch Christoforo erkennt offensichtlich den Ernst der Lage nicht und stichelt munter weiter. Dave sei ja nur ein weinendes Kind, für das sich eh kein Mensch interessieren würde. Eine Aussage, mit der er sich gewaltig geirrt hatte. Schon bald schaltete sich Mike Krahulik von Penny Arcade in den Disput ein und teilte Christoforo kurzerhand mit, dass er mit seinem Unternehmen nach der Nummer garantiert keinen Stand auf der Penny Arcade Expo, einer populären Spiele-Messe in den USA, mehr bekommen würde.

Christoforo zeigte von Reue keine Spur und entgegnete krächzend, er hätte ja jede Menge Geld und besten Beziehungen und würde sich dadurch auch ohne seine Genehmigung einen Zutritt verschaffen. Später erklärte Christoforo in einem Interview, er wolle gar nicht gewusst haben, mit wem er da gerade so derbe umgesprungen ist. Jedenfalls entfesselte seine Aktion einen gewaltigen Shitstorm und schon nach kurzer Zeit war der Vertreter von Ocean Marketing bekannter, als ihm lieb gewesen sein dürfte. Es gibt sogar eine urkomische Parodie über ihn auf YouTube (siehe Video unterhalb dieser Zeilen). Schließlich dämmerte es Paul, dass er einen Fehler begangen hatte und er entschuldigte sich in aller Öffentlichkeit für sein Getue. Seine Karriere als PR-Mensch in der Spiele-Industrie kann er wohl trotzdem für immer an den Nagel hängen.

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    • Kommentare (32)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Blackxdragon87 Spiele-Novize/Novizin
        an alle 6 leute unter dieser nachricht:

        ihr habt sowas von recht. ehrlich
      • Von Blackxdragon87 Spiele-Novize/Novizin
        an alle 6 leute unter dieser nachricht:

        ihr habt sowas von recht. ehrlich
      • Von Enisra Mitglied
        Zitat von Worrel
        btw: Wieso "Saints"? Müßte das nicht "Saintesses" heißen? oder wie auch immer die die "Verweiblichung" à la "-innen" in Englisch funktioniert?

        hmmm, eigentlich müsste sich bei den Betschwestern eher Sainatrix eher anbieten ;-)
      • Von Worrel Mitglied
        Zitat von NorrecVizjeran
        Man kann auch aus einer mücke einen Elephanten machen. Wen Lara Croft 8 Priester auf die Weise umgebracht hätte würde es kein Schwein interessieren aber Oh es sind ja Frauen! und eine auch noch Schwarz! sowas geht natürlich gar nicht! Stellt euch vor es wären Juden! Dann hätte der Zentralrat auch noch was zu Meckern. und damit die Peta sich nicht vernachlässigt fühlt bauen wir noch nen Katzenschaldämpfer ein.
        ...
        Ich finde es übrigens Rassistisch das in dem Hitman Trailer nur eine Schwarze aber 7 Weiße Frauen sind!
        Ich finde, dieser Trailer ist absolut behindertenfeindlich, da keine einzige der Frauen zB im Rollstuhl sitzt.
        Und ich finde es unverantwortlich, daß nicht darauf hingewiesen wird, ob dieser Trailer nur mit erneuerbaren Energien hergestellt wurde.

        Aber Themawechsel: Gut finde ich, daß mit dem Hitman ein Vorbild für die Jugend von heute geschaffen wurde, durch das jeder lernt, daß Selbstjustiz, das Recht des Stärkeren und der unreflektierte Einsatz von Waffen als Problemlöser ok ist.

        btw: Wieso "Saints"? Müßte das nicht "Saintesses" heißen? oder wie auch immer die die "Verweiblichung" à la "-innen" in Englisch funktioniert?
      • Von HMCpretender Hobby-Spieler/in
        Zitat von NorrecVizjeran
        Stellt euch vor es wären Juden! Dann hätte der Zentralrat auch noch was zu Meckern.

        Stellt euch vor es wären unverschleierte Muslime. Dann würden Botschaften gestürmt werden!
      • Von Shadow_Man Mitglied
        Man kann es heute eh nicht allen recht machen. Baust du in ein Spiel oder eine Kampagne keine dunkelhäutigen Menschen ein, ist es diskriminierend. Baust du welche ein, dann ist es rassistisch.
        Genauso bei Frauen. Kampagne ohne Frauen->diskriminierend. Baust du welche ein, dann ist es sexistisch. Ja, was denn nun? :-B
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