Die größten Kontroversen der Gaming-Geschichte - Seite 4

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Special Andreas Altenheimer - Autor Benedikt Plass-Fleßenkämper - Autor Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Die größten Kontroversen der Gaming-Geschichte - Seite 4
Quelle: PC Games

Anlässlich des 30. Jubiläums von PC Games beleuchten wir in diesem Special einige der prägendsten Kontroversen und Skandale der Spielegeschichte.

Dummerweise hatten die Macher nicht an die unermüdliche Detektivarbeit der Fans und Modder gedacht. Die nehmen schließlich jeden Top-Titel genau unter die Lupe - in der Hoffnung, auf irgendwelche versteckten Goodies zu stoßen. Und als ein Jahr später die PC-Version erschien, geisterte bereits wenige Tage nach der Veröffentlichung ein Patch durchs Netz, der die "Sperre" aushebelte.

Die Konsequenzen waren für Rockstar katastrophal: Aufgrund der großen Beliebtheit des Open-World-Hits wurde der Vorfall durch die gesamte Presselandschaft gezogen und erreichte erneut die Aufmerksamkeit hochrangiger Politiker, darunter die damalige Senatorin und spätere US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Das Spiel wurde von der ESRB neu eingestuft und erhielt nachträglich das befürchtete AO-Rating - wohlgemerkt auch die Playstation-2- sowie Xbox-Fassungen. Diese konnte man zwar nicht so leicht modifizieren wie die PC-Umsetzung, jedoch war der Code für das Minispiel trotzdem auf dem Datenträger enthalten. Rockstar blieb am Ende nichts anderes übrig, als eine komplett neue Version zu pressen und an den Handel zu schicken, um halbwegs sein Gesicht zu bewahren.

Sex sells

So mancher möchte die Kontroverse um die Hot-Coffee-Mod auf die Prüderie Amerikas abwälzen. Was soll denn schon dabei sein, wenn man in einem Videospiel seinen "Spaß" haben und eine Polygonfrau "flachlegen" darf? Nun... fragt einmal die Frauen selbst, wie witzig sie das alles finden.

Die Sexualisierung von Frauen ist und bleibt ein großes Problem in unserer Gesellschaft, weil sie über der Darstellung hinaus Schaden anrichtet. Zum einen werden Frauen zu Objekten degradiert, zum anderen zu falschen Schönheitsidealen gedrängt, mit denen sie sich eigentlich gar nicht wohlfühlen.

Richtig hässlich wurde es im Falle von Jade Raymond: Die Kanadierin fungierte als Produzentin des ersten Assassin's Creed (2007) - und angesichts der guten Verkaufszahlen sollte man ihr für den Erfolg gratulieren. Jedoch sorgte ihr Auftreten für gemischte Gefühle ... schlicht und ergreifend, weil die Frau attraktiv ist.
Ubisoft wurde anno 2007 ernsthaft vorgeworfen, man habe Jade Raymond nur aufgrund ihres Aussehens als PR-Vorzeigefigur für das brandneue Assassin's Creed gewählt. Quelle: Gamepress Ubisoft wurde anno 2007 ernsthaft vorgeworfen, man habe Jade Raymond nur aufgrund ihres Aussehens als PR-Vorzeigefigur für das brandneue Assassin's Creed gewählt. Kein Scherz: So man(n)cher warf Ubisoft allen Ernstes vor, Jade Raymond nur aufgrund ihres Aussehens als Aushängeschild engagiert und auf die Notgeilheit des typisch-männlichen Teenagers gehofft zu haben. Dies gipfelte in einem äußerst ekelhaften Comic, der Ende 2007 im Forum der Webseite Something Awful auftauchte. Er beinhaltete eine gezeichnete Raymond, die bei mehreren Nerd-Gamern Oralsex praktizierte, während diese im Gegenzug versprachen, ihr Spiel zu kaufen.

Schaut man sich diverse Forenbeiträge aus jener Zeit an, möchte man sich als Mann nur noch in die Ecke stellen und schämen. Der Comic wurde von manchen nicht nur verharmlost, sondern als legitime Kritik angesehen. Schließlich seien Ubisoft und Raymond selbst schuld, wenn sie das Spiel mithilfe einer attraktiven Frau vermarkten würden. Woraufhin wir uns ernsthaft fragen, was die Gute hätte, anders machen sollen: Sich hässlich schminken und in einem Kartoffelsack herumlaufen?
Ist das ein Spiel oder kann das weg? Depression Quest sorgte aufgrund seines dünnen Spielinhalts für eine heftige Kontroverse und stellte unter anderem Teile des Gaming-Journalismus infrage, weil er positiv über Zoë Quinns Spiel berichtete. Quelle: Zoë Quinn / Medienagentur plassma Ist das ein Spiel oder kann das weg? Depression Quest sorgte aufgrund seines dünnen Spielinhalts für eine heftige Kontroverse und stellte unter anderem Teile des Gaming-Journalismus infrage, weil er positiv über Zoë Quinns Spiel berichtete. Der traurige Höhepunkt der Sexismus-Debatte gipfelte in der Gamergate-Kontroverse, die mit dem Disput über Zoë Quinns Depression Quest (2013) begann. Sie wurden von ihrem Ex-Freund beschuldigt, eine positive Kritik von Kotaku-Journalist Nathan Grayson erhalten zu haben - wohlgemerkt, nachdem sie mit ihm eine Beziehung begonnen hatten.

Zwar stellte sich die Anschuldigung allein deshalb als blanker Unsinn heraus, weil Grayson gar keinen Artikel über Depression Quest geschrieben hatte. Jedoch reichte der Forumsbeitrag aus, um eine toxische Lawine ins Rollen zu bringen.

Diverse Kerle, die sich schon seit Längerem in ihrem männlichen Stolz verletzt fühlten, schlossen sich zusammen und belästigten fleißig weitere Frauen aus der Spieleindustrie, was bis zu Vergewaltigungs- oder Morddrohungen führte.

Dabei wurden krampfhaft fadenscheinige Argumente und Fehltritte gesucht, um etwa die Feministin Anita Sarkeesian und die Entwicklerin Brianna Wu zu diskreditieren. Darüber hinaus wurde der Journalismus von Gamergate für seine angeblich einseitige Berichterstattung kritisiert, weshalb auch sicherlich dieser Artikel hier bei diesen Menschen auf Unverständnis stoßen wird.

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    • Kommentare (11)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Mudge NPC
        Hallo zusammen,

        ein schöner Artikel, der Erinnerungen wach ruft.

        Trotzdem möchte ich folgendes kritisieren:
        Schade, das auch ihr schlecht recherchiert habt und mit dem Hot-Coffee-Mod auch in das Gaming-Gebashe wegen Sex einsteigt.
        Man konnte dort nicht eine Frau "flachlegen".
        Man konnte dort aus verschiedenen Frauen, die man an unterschiedlichen Orten treffen konnte, eine Freundin haben. Dazu musste man sie kennen lernen, dann diese ausgeführen, war mit ihr tanzen, hat mit ihr Zeit verbracht. Nach einiger Zeit, wenn es gut lief, hat sie einen dann, wenn man sie nach Hause gefahren hat, zum Kaffee ins Haus eingeladen.
        Mir erscheint das wie ein Vorgang des normalen Kennenlernens, der so eher häufig passiert. Nur jetzt wurde er einem Spiel dargestellt.
        Da nur die Frau zum Kaffee eingeladen kann, bezeichne ich es als einvernehmlich! Der Spieler hat keine Chance was gegen den Willen der Frau zu tun!
        Da ist nichts mit "flachlegen", wo man die Frauen mal fragen muss, wie witzig sie das finden.
        Es sei denn man behandelt Frauen auch im echten Leben nur als Trophäe und geht den ganzen Weg des Kennenlernens um sie flach zu legen. Dann ist man ein Betrüger und das findet niemand witzig.

        Grüße
        Mudge
      • Von Mudge NPC
        Hallo zusammen,

        ein schöner Artikel, der Erinnerungen wach ruft.

        Trotzdem möchte ich folgendes kritisieren:
        Schade, das auch ihr schlecht recherchiert habt und mit dem Hot-Coffee-Mod auch in das Gaming-Gebashe wegen Sex einsteigt.
        Man konnte dort nicht eine Frau "flachlegen".
        Man konnte dort aus verschiedenen Frauen, die man an unterschiedlichen Orten treffen konnte, eine Freundin haben. Dazu musste man sie kennen lernen, dann diese ausgeführen, war mit ihr tanzen, hat mit ihr Zeit verbracht. Nach einiger Zeit, wenn es gut lief, hat sie einen dann, wenn man sie nach Hause gefahren hat, zum Kaffee ins Haus eingeladen.
        Mir erscheint das wie ein Vorgang des normalen Kennenlernens, der so eher häufig passiert. Nur jetzt wurde er einem Spiel dargestellt.
        Da nur die Frau zum Kaffee eingeladen kann, bezeichne ich es als einvernehmlich! Der Spieler hat keine Chance was gegen den Willen der Frau zu tun!
        Da ist nichts mit "flachlegen", wo man die Frauen mal fragen muss, wie witzig sie das finden.
        Es sei denn man behandelt Frauen auch im echten Leben nur als Trophäe und geht den ganzen Weg des Kennenlernens um sie flach zu legen. Dann ist man ein Betrüger und das findet niemand witzig.

        Grüße
        Mudge
      • Von Nevrion Spiele-Kenner/in
        Beim Amoklauf in Erfurt waren zwar die Killerspiele gern genommene Aufhänger für die Taten des Schülers, allerdings zensierte sich die Medienlandschaft ab da auch auf eine vollkommen neue und abstruse Weise selbstständig um sich jeglichen Vorwurfs zur Verrohung unserer Gesellschaft zu distanzieren. Das endete dann damit dass Anime Serien wie Dragonball Z oder Detective Conan grundsätzlich geschnitten liefen, sobald Blut oder Gewalt zu sehen war, was gerade die Kämpfe in Dragonball Z unübersichtlich werden ließ oder den Tathergang bei Detective Conan nicht mehr nachvollziehbar machte, da man den Zuschauer den Anblick eines Toten ersparen wollte.
        Spätestens als man dann auf Pro 7 einige Jahre später im Abendprogramm auch noch Anfing Indiana Jones zu schneiden, damit man ja nicht sehen konnte, wie auf ihn eingepeitscht worden war, war jedem klar - das klassische Spielfilm-Fernsehen ist tot - lang lebe die ungeschnittene Streaming Industrie.

        Übrigens finde ich es etwas makaber in dem Artikel von Elliot Page zu reden, wenn der Schauspieler damals zu Beyond 2 Souls noch erkennbar als Frau gelebt hat und eingetragen war. Ich kenne jetzt nicht jedes Detail von Elliots Geschlechsanpassungen, aber damals war diese Person eine Frau und weil sie damals gutaussehend war, war das vermutlich auch Anlass von Nackt-Hacks. In der aktuellen Fassung wirkt der Artikel so als wäre ein Mann unter der Dusche wegen einer Nackt-Mod zum Skandal geworden.

        Man kann zwar immer wieder mit er Sexismus Debatte anfangen auf Gamern rumzuhacken, aber das Männer sich schöne Frauen ansehen (wollen) ist kein Problem, was man wegsozialisieren kann. Und ja, als gutaussehender Mensch hat man als Frau oder Mann halt leider auch mit Sexismus-Problemen im Alltag zu kämpfen. Die menschliche Natur wird sich aber dahingehend nicht ändern lassen.
      • Von Deris91 Stille/r Leser/in
        Wenn es um Zensur oder Selbstzensur geht, gibt es bestimmt etliche Beispiele in der Spielegeschichte die man aufzählen könnte. Ich selbst erinnere mich auch an Soldier of Fortune, bei welcher die Uncut-Fassung doch explizite Gewaltdarstellungen zeigte. Wahrscheinlich erinnere ich mich besonders daran, da ich irgendwo mal eine CD erwarb welche für unzählige Titel Uncut-Patches beinhaltete, SoF war einer davon.

        Weitere Beispiele für mich wären allerdings auch C&C Generals, Commandos aká Sandsackleichen, Half-Life mit den sich setzenden NPC's und Robotersoldaten. Ich habe auch noch irgendwas mit Far Cry und Ragdoll-Effekte im Kopf.

        Wobei ich nicht mehr darüber urteilen könnte was davon bekannt ist oder nicht, es sind nur diverse Beispiele die mir persönlich erhalten geblieben sind. Ich bin auch froh das wir das mittlerweile zum größten Teil hinter uns haben.
      • Von Bast3l Hobby-Spieler/in
        Zitat von MichaelG
        Selbstzensur von Entwicklern aber Ihr vergeßt die Bekannteste ?? Soldier of Fortune II (deutsche CUT-Version) mit den Robotern statt Menschen ? Was damals einfach nur wortlos machte ??
        Bekannteste weiß ich jetzt nicht, jedoch jeder der das damals gespielt hat (und ich habe es besonders im MP rauf und runter gespielt) erinnert sich an diese lächerliche Veränderung, die die SP Kampagne vollkommen ruinierte.

        Wäre ich gefragt worden, hätte ich jedoch C&C Generals als Beispiel genannt.
      • Von fud1974 Mitglied
        Zitat von MichaelG
        Selbstzensur von Entwicklern aber Ihr vergeßt die Bekannteste ?? Soldier of Fortune II (deutsche CUT-Version) mit den Robotern statt Menschen ? Was damals einfach nur wortlos machte ??
        ... also das kannte ich gar nicht mehr. Dürfte einigen Leuten vom Fach auch so gehen... ist dir vermutlich noch sehr präsent.. ansonsten... Tears in the rain, die Zeit es geschluckt.

        Zitat von Matthias Dammes
        Also auf Soldier of Fortune wäre ich bei dem Thema auch nicht gekommen.
        Command & Conquer und Half-Life sind imo die wohl berühmtesten Beispiele.
        Sag ich doch.
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