Die größten Kontroversen der Gaming-Geschichte - Seite 3

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Special Andreas Altenheimer - Autor Benedikt Plass-Fleßenkämper - Autor Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Die größten Kontroversen der Gaming-Geschichte - Seite 3
Quelle: PC Games

Anlässlich des 30. Jubiläums von PC Games beleuchten wir in diesem Special einige der prägendsten Kontroversen und Skandale der Spielegeschichte.

Seither darf man Spiele ab 16 oder ab 18 Jahren nur mit entsprechendem Altersnachweis erstehen. Dafür ist im Gegenzug eine nachträgliche Indizierung nicht mehr möglich, sobald der USK-Sticker auf der Packung klebt. Damit hatte die Willkür endlich ein Ende, wann und warum ein Spiel auf den Index landete. Und dies wiederum eliminierte eine weitere Praxis, die damals kontrovers diskutiert wurde: die der Selbstzensur.

Zensur mit gewissen Vorzügen

Viele von uns sind sich einig, dass eine Zensur jedweder Art von Haus aus problematisch ist. Doch gerade bei uns Deutschen kam das Thema stets zur Sprache, sobald ein neues Spiel mit expliziten Gewaltszenen vor der Tür stand. Sofort wurde spekuliert, ob es hierzulande überhaupt in einer ungeschnittenen Version erscheinen dürfe. Entsprechend waren sich die meisten Hersteller des Problems bewusst, dass Deutschland ein "besonderer" Markt sei, der einerseits viele potenzielle Kunden umfasste und andererseits aufgrund der drohenden Indizierungen mit Samthandschuhen angepackt werden musste. Deshalb agierten einige Entwickler bereits im Vorfeld und entschärften ihre Spiele in Alleinregie.

Eine der beliebtesten und strittigsten Methoden war das Ersetzen von menschlichen Figuren gegen Maschinen oder Androiden, wie beispielsweise in der Echtzeitstrategieserie Command & Conquer (ab 1995).

Konami ging sogar noch einen Schritt weiter, als die NES-Version ihres Run&Gun-Hits Contra (1988) in Europa erscheinen sollte: Der Entwickler ersetzte sämtliche muskelbepackten Soldaten durch Roboter und änderte den Titel in Probotector. Wohlgemerkt erschien diese Version auf dem ganzen Kontinent und nicht nur in Deutschland!
Der metallische Look der Roboter in Super Probotector wirkt viel beeindruckender als die pixeligen Söldner von Contra 3, weshalb so mancher die „zensierte“ PAL-Version freiwillig vorzieht. Quelle: Konami / Medienagentur plassma Der metallische Look der Roboter in Super Probotector wirkt viel beeindruckender als die pixeligen Söldner von Contra 3, weshalb so mancher die „zensierte“ PAL-Version freiwillig vorzieht. Nun kommt die eigentliche Kontroverse: Die Roboter sehen richtig gut aus ... und sind laut so manchem Spieler gar schicker als die menschlichen Soldaten! Insofern kann man sagen: Einerseits sollte so eine Zensur nicht nötig sein. Aber andererseits hat Konami wahrlich das Beste daraus gemacht und am Ende sogar eine grafisch stimmigere Version geschaffen.

Der pikanteste Kaffee der Spielegeschichte

Mindestens ein genauso heißes Eisen wie das Thema Gewalt ist der Sexismus in Videospielen, der leider viele Blüten trägt. Es beginnt bereits mit dem einseitigen Frauenbild, das immer noch von viel zu vielen Spielen vermittelt wird und demnach weibliche Charaktere mit Modellmaßen sowie hautenger Kleidung zur Normalität gehören sollten.
Elliot Page übernahm die Hauptrolle in Beyond: Two Souls. Er erfuhr erst im Nachhinein, dass für eine Duschszene eine vollständig nackte Hauttextur über seinen Körper geklebt wurde. Leider wurde dies von Besitzern einer Debug-Konsole entdeckt, die entsprechende Videos ins Netz stellten. Quelle: Quantic Dream / Moby Games Elliot Page übernahm die Hauptrolle in Beyond: Two Souls. Er erfuhr erst im Nachhinein, dass für eine Duschszene eine vollständig nackte Hauttextur über seinen Körper geklebt wurde. Leider wurde dies von Besitzern einer Debug-Konsole entdeckt, die entsprechende Videos ins Netz stellten. Besonders traurig: Erscheint ein neues Spiel mit einer Protagonistin für den PC, dann dauert es nicht lange, bis im Internet ein Nackt-Patch kursiert. Der ersetzt die Kleidung durch eine blanke Hauttextur - mehr braucht man dazu nicht zu sagen. Meist werden diese "Nude Patches" nicht offiziell von den Spieleentwicklern geschrieben, sondern entstammen der Fantasie von Moddern. Allerdings gibt es auch Ausnahmen - und eine davon sorgte Mitte der 2000er-Jahre für einen Riesenskandal.

Wir reden natürlich von der Hot-Coffee-Mod in Grand Theft Auto: San Andreas (2004), die gut ein Jahr nach dem ursprünglichen Release der Playstation-2-Version entdeckt wurde.

Dabei handelte es sich um ein Minispiel, das Entwickler Rockstar Games bewusst programmiert und integriert hatte. Der pikante Inhalt: eine grafisch ausschweifende Sexszene mit dem Protagonisten und einer Frau, die ihn nach einem Date "zum Kaffeetrinken" einlädt.

Erneut war es die ESRB, die der Inklusion der Szene einen Riegel vorschob. Die Amerikaner pochten auf Kürzungsmaßnahmen und drohten ansonsten mit einem AO-Rating, das pures Gift für die Vermarktung des Spiels gewesen wäre. Zwar wäre selbst die höchste Altersfreigabe gesetzlich nicht bindend, jedoch sehen viele Händler davon ab, solch gebrandmarkten Spiele überhaupt in ihr Sortiment aufzunehmen.

Ergo zog Rockstar die Reißleine und wollte die Szene komplett entfernen, anstatt sie zu entschärfen. Allerdings gab es ein Problem: Aufgrund der Komplexität des Spiels konnte man den Code nicht einfach herausnehmen. Zudem stand der Release-Termin kurz bevor, weshalb man kurzerhand das Minispiel "sperrte". Sprich: Der Code blieb vollständig enthalten und wurde einfach für die Spieler unzugänglich gemacht.

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    • Kommentare (11)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Mudge NPC
        Hallo zusammen,

        ein schöner Artikel, der Erinnerungen wach ruft.

        Trotzdem möchte ich folgendes kritisieren:
        Schade, das auch ihr schlecht recherchiert habt und mit dem Hot-Coffee-Mod auch in das Gaming-Gebashe wegen Sex einsteigt.
        Man konnte dort nicht eine Frau "flachlegen".
        Man konnte dort aus verschiedenen Frauen, die man an unterschiedlichen Orten treffen konnte, eine Freundin haben. Dazu musste man sie kennen lernen, dann diese ausgeführen, war mit ihr tanzen, hat mit ihr Zeit verbracht. Nach einiger Zeit, wenn es gut lief, hat sie einen dann, wenn man sie nach Hause gefahren hat, zum Kaffee ins Haus eingeladen.
        Mir erscheint das wie ein Vorgang des normalen Kennenlernens, der so eher häufig passiert. Nur jetzt wurde er einem Spiel dargestellt.
        Da nur die Frau zum Kaffee eingeladen kann, bezeichne ich es als einvernehmlich! Der Spieler hat keine Chance was gegen den Willen der Frau zu tun!
        Da ist nichts mit "flachlegen", wo man die Frauen mal fragen muss, wie witzig sie das finden.
        Es sei denn man behandelt Frauen auch im echten Leben nur als Trophäe und geht den ganzen Weg des Kennenlernens um sie flach zu legen. Dann ist man ein Betrüger und das findet niemand witzig.

        Grüße
        Mudge
      • Von Mudge NPC
        Hallo zusammen,

        ein schöner Artikel, der Erinnerungen wach ruft.

        Trotzdem möchte ich folgendes kritisieren:
        Schade, das auch ihr schlecht recherchiert habt und mit dem Hot-Coffee-Mod auch in das Gaming-Gebashe wegen Sex einsteigt.
        Man konnte dort nicht eine Frau "flachlegen".
        Man konnte dort aus verschiedenen Frauen, die man an unterschiedlichen Orten treffen konnte, eine Freundin haben. Dazu musste man sie kennen lernen, dann diese ausgeführen, war mit ihr tanzen, hat mit ihr Zeit verbracht. Nach einiger Zeit, wenn es gut lief, hat sie einen dann, wenn man sie nach Hause gefahren hat, zum Kaffee ins Haus eingeladen.
        Mir erscheint das wie ein Vorgang des normalen Kennenlernens, der so eher häufig passiert. Nur jetzt wurde er einem Spiel dargestellt.
        Da nur die Frau zum Kaffee eingeladen kann, bezeichne ich es als einvernehmlich! Der Spieler hat keine Chance was gegen den Willen der Frau zu tun!
        Da ist nichts mit "flachlegen", wo man die Frauen mal fragen muss, wie witzig sie das finden.
        Es sei denn man behandelt Frauen auch im echten Leben nur als Trophäe und geht den ganzen Weg des Kennenlernens um sie flach zu legen. Dann ist man ein Betrüger und das findet niemand witzig.

        Grüße
        Mudge
      • Von Nevrion Spiele-Kenner/in
        Beim Amoklauf in Erfurt waren zwar die Killerspiele gern genommene Aufhänger für die Taten des Schülers, allerdings zensierte sich die Medienlandschaft ab da auch auf eine vollkommen neue und abstruse Weise selbstständig um sich jeglichen Vorwurfs zur Verrohung unserer Gesellschaft zu distanzieren. Das endete dann damit dass Anime Serien wie Dragonball Z oder Detective Conan grundsätzlich geschnitten liefen, sobald Blut oder Gewalt zu sehen war, was gerade die Kämpfe in Dragonball Z unübersichtlich werden ließ oder den Tathergang bei Detective Conan nicht mehr nachvollziehbar machte, da man den Zuschauer den Anblick eines Toten ersparen wollte.
        Spätestens als man dann auf Pro 7 einige Jahre später im Abendprogramm auch noch Anfing Indiana Jones zu schneiden, damit man ja nicht sehen konnte, wie auf ihn eingepeitscht worden war, war jedem klar - das klassische Spielfilm-Fernsehen ist tot - lang lebe die ungeschnittene Streaming Industrie.

        Übrigens finde ich es etwas makaber in dem Artikel von Elliot Page zu reden, wenn der Schauspieler damals zu Beyond 2 Souls noch erkennbar als Frau gelebt hat und eingetragen war. Ich kenne jetzt nicht jedes Detail von Elliots Geschlechsanpassungen, aber damals war diese Person eine Frau und weil sie damals gutaussehend war, war das vermutlich auch Anlass von Nackt-Hacks. In der aktuellen Fassung wirkt der Artikel so als wäre ein Mann unter der Dusche wegen einer Nackt-Mod zum Skandal geworden.

        Man kann zwar immer wieder mit er Sexismus Debatte anfangen auf Gamern rumzuhacken, aber das Männer sich schöne Frauen ansehen (wollen) ist kein Problem, was man wegsozialisieren kann. Und ja, als gutaussehender Mensch hat man als Frau oder Mann halt leider auch mit Sexismus-Problemen im Alltag zu kämpfen. Die menschliche Natur wird sich aber dahingehend nicht ändern lassen.
      • Von Deris91 Stille/r Leser/in
        Wenn es um Zensur oder Selbstzensur geht, gibt es bestimmt etliche Beispiele in der Spielegeschichte die man aufzählen könnte. Ich selbst erinnere mich auch an Soldier of Fortune, bei welcher die Uncut-Fassung doch explizite Gewaltdarstellungen zeigte. Wahrscheinlich erinnere ich mich besonders daran, da ich irgendwo mal eine CD erwarb welche für unzählige Titel Uncut-Patches beinhaltete, SoF war einer davon.

        Weitere Beispiele für mich wären allerdings auch C&C Generals, Commandos aká Sandsackleichen, Half-Life mit den sich setzenden NPC's und Robotersoldaten. Ich habe auch noch irgendwas mit Far Cry und Ragdoll-Effekte im Kopf.

        Wobei ich nicht mehr darüber urteilen könnte was davon bekannt ist oder nicht, es sind nur diverse Beispiele die mir persönlich erhalten geblieben sind. Ich bin auch froh das wir das mittlerweile zum größten Teil hinter uns haben.
      • Von Bast3l Hobby-Spieler/in
        Zitat von MichaelG
        Selbstzensur von Entwicklern aber Ihr vergeßt die Bekannteste ?? Soldier of Fortune II (deutsche CUT-Version) mit den Robotern statt Menschen ? Was damals einfach nur wortlos machte ??
        Bekannteste weiß ich jetzt nicht, jedoch jeder der das damals gespielt hat (und ich habe es besonders im MP rauf und runter gespielt) erinnert sich an diese lächerliche Veränderung, die die SP Kampagne vollkommen ruinierte.

        Wäre ich gefragt worden, hätte ich jedoch C&C Generals als Beispiel genannt.
      • Von fud1974 Mitglied
        Zitat von MichaelG
        Selbstzensur von Entwicklern aber Ihr vergeßt die Bekannteste ?? Soldier of Fortune II (deutsche CUT-Version) mit den Robotern statt Menschen ? Was damals einfach nur wortlos machte ??
        ... also das kannte ich gar nicht mehr. Dürfte einigen Leuten vom Fach auch so gehen... ist dir vermutlich noch sehr präsent.. ansonsten... Tears in the rain, die Zeit es geschluckt.

        Zitat von Matthias Dammes
        Also auf Soldier of Fortune wäre ich bei dem Thema auch nicht gekommen.
        Command & Conquer und Half-Life sind imo die wohl berühmtesten Beispiele.
        Sag ich doch.
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