Xbox vs. PlayStation: Der Konsolenkrieg ist vorbei - aber anders, als ihr denkt!
Microsoft redet Tacheles zur Exklusivstrategie von Xbox. Währenddessen ist Sony daran interessiert, mehr PlayStation-Spiele multiplattform zu machen. Was hier gerade passiert, erklärt Carlo Siebenhüner in seiner Kolumne.
Sony ist sehr erfolgreich, aber sie konnten nie wieder an den Verkaufserfolg ihrer 155 Millionen PS2-Konsolen anknüpfen. Auch die PS4 ist weit davon entfernt. Durch den Insomniac-Leak im vergangenen Jahr wurde deutlich, dass sich diese großen und gefeierten Triple-A-Spiele von Sonys First-Party-Studios gerade so oder teilweise auch nicht rentieren. Ein Beispiel dürfte viele Fans treffen.
Sony ändert die Strategie
Das neue Ratchet & Clank hat auf der PS5 angeblich 8 Millionen Dollar Verlust gemacht. Erst durch die Veröffentlichung auf dem PC scheint man in einen profitablen Bereich gerutscht zu sein.
Genau darauf möchte ich hinaus: Ich denke, dass auch für Sony die Multiplattform-Strategie unvermeidlich wird. Und wer könnte mir besser zustimmen als der Präsident von Sony selbst! Neben seiner Aussage zu den Konsolenverkäufen hat er auch etwas zu den Spielen gesagt.
Quelle: PC Games Hardware
"In der Vergangenheit wollten wir die Konsole populär machen, und der Hauptzweck der 1st-Party-Titel bestand darin, die Konsole populär zu machen. Das ist wahr, aber es gibt eine Synergie dazu. Wenn man also starke First-Party-Inhalte hat, und zwar nicht nur für unsere Konsole, sondern auch für andere Plattformen wie den PC, kann 1st-Party mit Multiplattform-Titeln wachsen, und das kann helfen, den Betriebsgewinn zu verbessern. Das ist also ein weiterer Punkt, an dem wir proaktiv arbeiten wollen. Ich persönlich glaube, dass es Möglichkeiten gibt, die Margen zu verbessern, und deshalb möchte ich unsere Margenleistung aggressiv verbessern." - Hiroki Totoki
Ich übersetze das mal in normale Sprache: Sony hat erkannt, dass sie mit den Veröffentlichungen auf dem PC noch viel mehr Geld aus ihren großen Titeln herausholen können.
Das ist aber noch nicht alles. Totoki spricht außerdem ausdrücklich von Multiplattform! Bedeutet das, dass wir God of War demnächst auch auf einer Xbox spielen können? Eher nicht. Der PC steht hier offensichtlich im Vordergrund. Dass Helldivers 2 am ersten Tag auch auf den PC gekommen ist, dürfte kein Zufall sein.
Multiplattform auch bei PlayStation?
Sony hat damit auch voll ins Schwarze getroffen. Das Spiel ist ein Renner und Sony hat richtig abgesahnt. Ich würde behaupten, dass dies die Tür für mehr und mehr Veröffentlichungen Day One auf dem PC öffnen wird.
Trotzdem denke ich, der Sony-Präsident hat nicht umsonst die Worte "Multiplattform" fallen gelassen. Nintendo oder die Xbox werden nicht leer ausgehen. Im Grunde steht Sony aktuell genau da, wo Xbox schon vor fünf Jahren stand, als sie angefangen haben, ihre Spiele Day One auch auf den PC zu bringen.
Quelle: PlayStation PC LLC
Sollte Team Grün jetzt tatsächlich ein Live-Service-Spiel wie Sea of Thieves auf die PlayStation bringen und damit abräumen, dann wird Sony das womöglich ebenfalls in Erwägung ziehen. Nicht für ihre Super-Triple-A-Titel, aber das ist, wie Microsoft jetzt klargestellt hat, bei ihnen ebenfalls kein Thema. Ein Helldivers würde aber auch auf der Xbox gut ankommen und könnte sogar eine Gefahr für Halo werden.
Am Ende kann man auf jeden Fall zwei Dinge festhalten.
- Punkt 1: Der PC ist am Ende der vermutlich größte Gewinner. Der wird von allen Seiten mit Spielen versorgt.
- Punkt 2: Microsoft und Sony sind sich am Ende gar nicht so unähnlich, was ihre Gaming-Strategien angeht. Sie sind nur zeitlich um ein paar Jahre versetzt.
Was damit klar ist: Wir befinden uns in einer spannenden Zeit für die Spielebranche. Grenzen werden von allen Seiten ausgelotet oder sogar aufgeweicht. Nachdem ich in den letzten Wochen sehr skeptisch war, sehe ich die Zukunft mit den Erkenntnissen dieser Woche wieder sehr viel entspannter.
Die beiden Gaming-Riesen bleiben beide weiter am Ball - sowohl bei Spielen als auch bei Hardware. Der Konkurrenzkampf ist weiterhin vorhanden. Gerade das ist ungemein wichtig, denn wenn es Konkurrenzkampf gibt, dann dürfen sich auch die Dritten darüber freuen. Und das sind nun mal wir Spieler.

Viele vergessen scheinbar immer wieder womit die Konsolenhersteller vor allem das viele Geld verdienen, mitnichten direkt mit den eigenen Exklusivspielen (auch wenn man die Einnahmen logischerweise gerne mitnimmt). Hauptsächlich verdienen sie an den 30% Einnahmen der 3d Party-Entwickler, da sie dafür im Grunde schlicht "nur" ein wenig Infrastruktur anbieten müssen und das war's. Seit einer ganzen Weile auch noch an den Abo-Diensten. Wodurch verdienen sie also am meisten? In dem möglichst viele Konsolen verkauft und damit die Kunden an das eigene Ökosystem gebunden werden. Aus keinem anderen Grund spielt die Abwärtskompatibilität mittlerweile wieder eine so große Rolle.
Die Exklusivtitel locken einfach nur "die Kunden" auf die eigene Plattform, werfen aber eben nicht den größten Gewinn ab.
Alles (also auch eine totale Öffnung) was den Absatz der Konsolen gefährdet, wäre für beide schädlich.
Daher wird Sony auch sehr wahrscheinlich nur weiter den PC (außer bei GaaS) mit Wartezeit als zweites Standbein nutzen und sicher keine anderen Konsolen.
Dass Microsoft sich dem nun deutlicher öffnen möchte, liegt schlicht an deren Stellung (sprich die schlechteste der großen drei Konsolenhersteller). Das war übrigens auch schon beim Thema Crossplay so: Als die X360 noch deutlich vor der PS3 lag, wollte Sony sich plötzlich wenigstens beim Crossplay öffnen, bei der XOne vs. PS4 war es genau andersherum.
Im Endeffekt kamen diese Öffnungen anderen Konsolen (nicht dem PC!) gegenüber immer aus einer Position der Schwäche - egal bei wem von beiden.
Nintendo hingegen braut sein eigenes Süppchen und braucht nicht mal den PC-Markt um sich dumm und dusselig zu verdienen.
Ergo Nintendo und Sony werden einen Teufel tun und "zu weit" gehen, das würde ihnen mehr schaden als nutzen - außer sie wollen plötzlich nur noch Publisher und kein Konsolenhersteller mehr sein.
Bei Sony hat man diese Woche eine "aggressive PC Strategie" angekündigt und das, obwohl man bereits alles zeitversetzt dort veröffentlicht. Was also soll sich dann noch ändern, wenn es nicht darum geht die Spiele zeitgleich oder noch schneller auf den PC zu bringen?
Ausserdem haben sie gerade mit Helldivers insbesondere auf dieser Plattform einen Achtungserfolg, der sie weiter in diesem Ansatz bestärken wird.
Und ändern müssen sie was, da ihnen der operative Gewinn eingebrochen ist. Die PS5 Gen generiert so schlechte Profite, wie seit über 10 Jahren nicht mehr. Man nähert sich gerade wieder der sehr schwierigen PS3 Generation an. Die Hintergründe liegen auf der Hand: Mit Hardware lässt sich kein Geld verdienen und die Softwareentwicklung wird immer teurer, bei gleichzeitig ausbleibenden Erlösen. Also müssen sie neue Wege gehen, um nicht defizitär zu werden. Ein "weiter so" kann es jetzt nicht mehr geben, sonst wird es brenzlig.
Viele vergessen scheinbar immer wieder womit die Konsolenhersteller vor allem das viele Geld verdienen, mitnichten direkt mit den eigenen Exklusivspielen (auch wenn man die Einnahmen logischerweise gerne mitnimmt). Hauptsächlich verdienen sie an den 30% Einnahmen der 3d Party-Entwickler, da sie dafür im Grunde schlicht "nur" ein wenig Infrastruktur anbieten müssen und das war's. Seit einer ganzen Weile auch noch an den Abo-Diensten. Wodurch verdienen sie also am meisten? In dem möglichst viele Konsolen verkauft und damit die Kunden an das eigene Ökosystem gebunden werden. Aus keinem anderen Grund spielt die Abwärtskompatibilität mittlerweile wieder eine so große Rolle.
Die Exklusivtitel locken einfach nur "die Kunden" auf die eigene Plattform, werfen aber eben nicht den größten Gewinn ab.
Alles (also auch eine totale Öffnung) was den Absatz der Konsolen gefährdet, wäre für beide schädlich.
Daher wird Sony auch sehr wahrscheinlich nur weiter den PC (außer bei GaaS) mit Wartezeit als zweites Standbein nutzen und sicher keine anderen Konsolen.
Dass Microsoft sich dem nun deutlicher öffnen möchte, liegt schlicht an deren Stellung (sprich die schlechteste der großen drei Konsolenhersteller). Das war übrigens auch schon beim Thema Crossplay so: Als die X360 noch deutlich vor der PS3 lag, wollte Sony sich plötzlich wenigstens beim Crossplay öffnen, bei der XOne vs. PS4 war es genau andersherum.
Im Endeffekt kamen diese Öffnungen anderen Konsolen (nicht dem PC!) gegenüber immer aus einer Position der Schwäche - egal bei wem von beiden.
Nintendo hingegen braut sein eigenes Süppchen und braucht nicht mal den PC-Markt um sich dumm und dusselig zu verdienen.
Ergo Nintendo und Sony werden einen Teufel tun und "zu weit" gehen, das würde ihnen mehr schaden als nutzen - außer sie wollen plötzlich nur noch Publisher und kein Konsolenhersteller mehr sein.
Es gibt ja schon länger die Gerüchte, dass Microsoft mit Surface den Apple-Weg geht und eigene leistungsstarke ARM-Chips bastelt.
Einerseits sehen wir die teils drastischen Leistungsschübe bei den Macs mit M-Chips. Andererseits läuft auf nem Iphone mittlerweile auch Resi 4 Remake und AC Mirage.
Nvidias Tegra-Chip für die Switch ist ja auch ARM und es ist vorstellbar, dass der Chip der Switch 2 ebenfalls auf dieser Architektur basiert.
Plant Microsoft eine stationäre Konsole und ein Handheld könnte man mit dieser Grundlage ziemlich gut skalieren imo.
Die nächste Konsolen-Gen wird definitiv sehr spannend.
Und lustloser könnte die KI die Idealllinie nicht folgen.