Warum machen Spiele es Menschen so schwer? Schluss damit!

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Kolumne Maci Naeem Cheema - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Warum machen Spiele es Menschen so schwer? Schluss damit!
Quelle: Playdead

Tiefsitzende Ängste, Phobien, Traumata oder diverse körperliche Einschränkungen beeinflussen nicht nur im echten Leben, sie kontrollieren auch stark unser Handeln in der virtuellen Welt. Maci legt den Scheinwerfer auf seine Phobie und schildert damit verbundene Erfahrungen mit Videospielen. Zusätzlich blickt er auf die Industrie und wie diese versucht, solch wichtige Themen in den Fokus zu nehmen. Abschließend gibt Maci aktuelle Beispiele für mehr Barrierefreheit im Bereich der Blockbuster-Spiele.

Phobien, Traumata und tiefsitzende Ängste sind für Betroffene nicht nur ein Problem im Alltag und in der realen Welt, auch virtuell reist die Furcht häufig mit. Ob die grafische Darstellung nah am Fotorealismus ist, spielt dabei meist eine untergeordnete Rolle. Ebenso wie der Umstand, dass es sich bei Filmen, Videospielen oder allgemein im Netz meist um keine "echte Gefahrensituation" handelt. Seit ich denken kann beeinflusst meine Phobie mein Spielverhalten. Sie kontrolliert, inwieweit ich gewisse Spielabschnitte erlebe und bestimmt, welche Games ich bewusst im Spieleregal liegen lasse. In diesem Artikel möchte ich zuallererst meine Erfahrungen teilen und auf die psychischen Einschränkungen durch Ängste im Bereich Videospiele eingehen. Des Weiteren werfen wir gemeinsam einen Blick auf die Videospielindustrie und ob die versucht, solch spezielle Bedürfnisse in den Fokus zu nehmen. Abschließend wird noch die Frage gestellt, ob nicht mehr getan werden könnte gegen psychische sowie körperliche Einschränkungen. Teilt eigene Erfahrungen oder eure Meinung gerne in der Kommentarsektion, ich bin gespannt und freue mich auf einen regen Austausch.

Stell dich nicht so an!

Ängste sind sehr individuell. Für manche ist der Anblick eines dunklen Korridors geballter Grusel, für andere der Blick aus einem Hochhaus. Quelle: Invader Studios Ängste sind sehr individuell. Für manche ist der Anblick eines dunklen Korridors geballter Grusel, für andere der Blick aus einem Hochhaus. "Das ist doch nicht echt!" oder "Was stellst du dich so an?" sind Sätze, die mir wahnsinnig oft in der Vergangenheit entgegengebracht wurden. Hätte ich für jeden dieser Sätze einen Pfennig bekommen, dann würde ich vermutlich dösend irgendwo in der Karibik in einer Hängematte baumeln. Versteht mich nicht falsch. Mir ist vollkommen bewusst, dass es oft überzeichnet wirkt, wenn ich in Gesprächen sage, dass ich Spiel XY aufgrund meiner "Ophidiophobie" (Erklärung folgt) nicht gespielt habe. Solch "Konsum-Einschränkungen" gab es beispielsweise beim familiären Fernsehabend, während Harry Potter oder alte Disney-Klassiker liefen, aber auch in vielen Situationen im Freundeskreis. So zum Beispiel Anfang der 2000er Jahre, als ich und meine besten Freunde kauernd vor dem Sofa Playstation spielten. Mit Tonnen von Zucker gefülltem Süßkram, kindlicher Begeisterung und den ersten Vorboten von Achselgeruch spielten wir eines der besten Rollenspiele aller Zeiten. Was da über unsere Grundig-Röhre flimmerte, war das heißeste Eisen der Videospiele - zumindest für uns. Wer den eigenen Verstand durch überwältigende RPGs sprengen wollte, der war angewiesen auf Yoshinori Kitase. Der Japaner war nicht nur federführend hinter dem Meisterwerk Chrono Trigger, auch bei einigen Final Fantasy-Titeln saß Kitase im Chefsessel. So auch beim Fanliebling Final Fantasy VII, welches passenderweise durch das großartige Remake wieder in aller Munde ist.

Vielleicht klingelt es bei dem ein oder anderen schon: Harry Potter, Final Fantasy VII und alte Disney-Klassiker?! "Ophidiophobie ist also eindeutig die furchtbare Angst vor majestätisch langem weißen Männerhaar!" ist zwar ein witziger Gedankengang, leider handelt es sich bei der Phobie aber um die panische Angst vor Schlangen. Einer der einprägsamsten Spielemomente in Final Fantasy VII ist, wenn wir mit Protagonist Cloud Strife zum ersten Mal nach ungefähr zehn Stunden Spielzeit die Metropole Midgar verlassen und in die offene Spielwelt des Abenteuers entlassen werden. So beeindruckend Midgar sich mit seinem technologischen Cyberpunk-Design präsentiert, viel beeindruckender war für uns die freie Spielwelt des 1997 veröffentlichten Rollenspiels. Die Abenteuer- und Entdeckungslust zauberte mit Leichtigkeit ein dickes Grinsen in unsere Milchzahngesichter.

Der Midgar Zolom ist ein sehr früher Boss in Final Fantasy VII, ihn zu bezwingen ist zu diesem Zeitpunkt aber kaum möglich.  Quelle: Neogaf/ SE Der Midgar Zolom ist ein sehr früher Boss in Final Fantasy VII, ihn zu bezwingen ist zu diesem Zeitpunkt aber kaum möglich.  Der Midgar Zolom bleibt für mich immer unbezwungen.Doch einen gar nicht so kleinen Haken gab es: Für den weiteren Spielverlauf musste ein Sumpf durchquert werden. Für fünf Halbstarke absolut kein Problem, oder? Falsch gedacht, für einen der fünf Buben (mich) war das ein gewaltiges Problem. Denn, der gewaltige "Midgar Zolom" (eine Riesenkobra) wollte uns unbedingt daran hindern, das Ende des Sumpfes zu erreichen. Der Level-27-Boss mit fast 4000 Lebenspunkten war zu diesem Zeitpunkt kaum bis gar nicht bezwingbar, wir wussten das aber natürlich nicht. Natürlich ist die grafische Darstellung des Ungetüms meilenweit entfernt vom Aussehen des echten Reptils, trotz alledem war mein Abenteuer auf dem Planeten Gaia (vorerst) beendet. Viele Jahre später wurde Jenova-Nachwuchs Sephiroth mitsamt gewaltigem Masamune bezwungen und die Reise beendet. Der Midgar Zolom bleibt für mich aber immer unbezwungen. Viele andere Spiele wurden hingegen abgebrochen oder nie in Betracht gezogen. Das erste Resident Evil, Sekiro: Shadows Die Twice, Dragons Dogma: Dark Arisen und natürlich die zwei neuesten Ableger der Assassin's Creed-Reihe. Letzteres ist für mich als großer Assassin's Creed-Fan besonders ärgerlich.

Wenn Liebe schlagartig erlischt

Assassin's Creed: Origins konzentriert sich auf die Anfänge der Assassinengilde und präsentiert eine wundervoll virtuelle Version des antiken Ägyptens, die zum Staunen einlädt. Quelle: PC Games Assassin's Creed: Origins konzentriert sich auf die Anfänge der Assassinengilde und präsentiert eine wundervoll virtuelle Version des antiken Ägyptens, die zum Staunen einlädt. Das futuristische Konzept der Zeitreise via DNA, das epische Aufeinandertreffen von Meuchlern und Templer-Orden und die vielen spannenden Zeitepochen sowie ihre grandiose Umsetzung machten es pupsleicht, sich in Windeseile in die Spieleserie zu verlieben. Seit der Veröffentlichung des ersten Titels im Jahr 2007 bin ich Dauergast im Animus. Ich befreite das Heilige Land von Templern, kämpfte Seite an Seite mit dem faszinierenden Piraten Blackbeard und erlebte hautnah die französische Revolution mit. Natürlich ist die Reihe nicht perfekt und ich kann viele Kritikpunkte nachvollziehen, die meisten Ableger sind aber schlicht wirklich tolle Videospiele. Nachdem bekannt wurde, dass Ubisoft sich eine Auszeit nimmt. um die Reihe aufzuwerten war ich so gespannt wie ein Flitzebogen. Als dann auch noch bekannt wurde, dass der siebte Teil in Ägypten spielen würde, brachte das die Sehne fast zum Reißen. Ich kam nicht mal auf den offensichtlichen Gedanken, Schlangen könnten im neuen Ableger vertreten sein. Doch genau das präsentierte der erste Cinematic Trailer zu Assassin's Creed Origins. Verdammt! Als wäre das nicht genug entpuppte sich das hässliche Reptil im Verlauf auch noch als frisch befördertes Symbol des Templer-Ordens - das passendes Gegenstück zum Adler der Assassinen.

Nach den ersten vorsichtigen Gehversuchen im virtuellen Ägypten stellte sich aber schnell heraus, dass die Biester immer vorhersehbar und mit Sinn platziert wurden. Drei Sekunden die Augen verdecken, den Controller an Partner oder Kumpane abgeben und voila: Erledigt! Blöd war nur, dass Ubisoft sich richtig in die Tierchen vernarrt hatte. Der Nachfolger, Assassin's Creed Odyssey setzte nämlich ganz neue Maßstäbe auf der Skala "Wie ärgern wir Maci so richtig". Nicht nur waren die Schlangen fortan größer, sie kam Warum nur, Ubisoft?! Im offiziell siebten Ableger der Meuchelmörder-Reihe werden Schlangen als Standardgegner eingeführt. Die finden sich vor allem in Höhlen und Katakomben. Quelle: PC Games Warum nur, Ubisoft?! Im offiziell siebten Ableger der Meuchelmörder-Reihe werden Schlangen als Standardgegner eingeführt. Die finden sich vor allem in Höhlen und Katakomben. en auch in verschiedenen Variationen und wurden komplett sinnlos platziert. In einem leerstehenden Haus, gleich links nach der Eingangstür? Ja, warum denn nicht! Tolle Idee, Ubisoft. Assassin's Creed Odyssey ist der erste Ableger, den ich nicht durchgespielt habe und es auch in naher Zukunft nicht versuchen werde. Meine Hoffnungen liegen nun auf dem frisch angekündigten Assassin's Creed Valhalla. Und sind wir doch mal ehrlich: Wikinger, Norwegen und Schlangen? Eher unwahrscheinlich... oder? Naja, laut Legenden ist Ragnar Lothbrokh (Spoiler!) in einer gut gefüllten Schlangengrube gestorben. Und dann gibt es auch noch Ygdrassil, die Weltenschlange, die angeblich Teil des Spielinhalts sein soll. Natürlich fordere ich die Spieleindustrie nicht auf, in Zukunft jedes beliebige Spiel perfekt auf mich anzupassen. Was ich jedoch fordere, sind Videospiele mit mehr "Barrierefreiheit", ganz besonders im Bereich der AAA-Games. Das bezieht sich nicht nur auf psychologische, sondern auch auf körperliche Einschränkungen.

Mehr Barrierefreiheit im AAA-Bereich

Obsidians Survival-Rollenspiel Grounded konfrontiert uns mit der gefährlichen Welt der Insekten. Angst vor Spinnen ist jedoch kein Problem, dafür hat der Entwickler gesorgt. Toll! Quelle: Obisidian Entertainment Obsidians Survival-Rollenspiel Grounded konfrontiert uns mit der gefährlichen Welt der Insekten. Angst vor Spinnen ist jedoch kein Problem, dafür hat der Entwickler gesorgt. Toll! Ein gutes Beispiel für mehr Barrierefreiheit im Blockbuster-Kosmos ist das Survival-Rollenspiel Grounded von Obsidian Entertainment. Das Vorbild für die Spielidee war ganz offensichtlich der 1989 veröffentlichte Film "Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft". Als geschrumpfter Teenager ist das Ziel des Abenteuers, in Miniaturgröße in einem großen Garten zu überleben. Als Reaktion auf einen Fan-Tweet bestätigte Obsidian, dass das Team an einem "Arachnophobie-Modus" arbeitet, der es Spinnenphobikern ermöglichen soll, ebenfalls in die Welt von Grounded einzutauchen. Toll! Noch einen Schritt weiter geht The Last of Us: Part II (unser Test). Entwickler Naughty Dog bietet über 60 Einstellungsmöglichkeiten für Feinmotorik, Hörvermögen sowie diverse Optionen für Spieler und Spielerinnen mit geringer Sehkraft. Auf dem offiziellen Playstation-Blog erklärt Sony zusätzlich, wie die unterschiedlichen Optionen funktionieren und möchte so Betroffene an die Hand nehmen, um ihnen die beste individuell angepasste Spielerfahrung zu ermöglichen. Die vielen Einstellungen helfen gegen Spielübelkeit, zeigen sich durch visuelle Hilfen oder durch eine alternative und simplifizierte Steuerung.

Ich möchte keinesfalls meine Phobie mit anderen psychischen sowie körperlichen Einschränkungen gleichsetzen, vielmehr geht es mir um ein stärkeres Bewusstsein dafür in der Videospielbranche. Von einer größeren Reichweite und Zielgruppe profitiert am Ende nämlich die ganze Branche. Außerdem ist es herzerwärmend zu sehen, wie sich die Welt der Videospiele langsam immer mehr für Menschen öffnet, die bisher wenig Möglichkeiten hatten, sich mit dem Medium so auseinanderzusetzen, wie wir es tagtäglich tun können. Steve Saylor ist nicht nur ein blinder Videospielfan, YouTuber und Podcaster, er arbeitet auch als Redakteur für Can I Play That. Dabei handelt es sich um eine Internetseite, die für Entwickler und Gamer rund um das Thema Barrierefreiheit in Spielen berichtet. Steve hat seine Reaktion auf die vielen Einstellungsmöglichkeiten für The Last of Us: Part II auf Twitter geteilt. Herzzerreißend schön!

Was ich mir also von der Industrie für die nächsten Jahre wünsche? Mehr Bereitschaft, die Pforten unseres liebsten Hobbies für noch viel mehr Menschen zu öffnen und die Spielerfahrung nicht nur aus Sicht des Gameplays und der Charakterentwicklung individuell zu gestalten, sondern auch aus Sicht der Einstellungsmöglichkeiten. Und wenn wir schon dabei sind, dann bitte auch Assassin's Creed Valhalla ohne Schlangen.

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    • Kommentare (57)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von TomyTom Anwärter/in
        Zitat von Zybba
        Coole Sache!

        Wobei ich glaube, dass es auch Gefahren bergen kann, sich selbst und andere zu therapieren.
        Danke, aber ich sehe bei einer Selbsttherapie keine Gefahr, da mam hierbei selbst merkt wann der Zeitpunkt gekommen ist auszuhören.
        Im Endeffekt ist aber auch eine Therapie bei einer Pgobie mit profissioneller Hilfe auch eine Art Selbsttherapie denn die Angst nimmt einem keiner ab.....da muss man selbst durch.

        Eine Therapie bei anderen durchzuführen ist wiederum etwas anderes und hier gebe ich Dir auch vollkommen Recht das so etwas auch schwer nach Hinten los gehen kann.
        Bei JEDEM Schritt habe ich IMMER nachgefragt ob sie dafür bereit ist und sie es sich zutraut, ohne das OK hätte ich NIE etwas unternommen da ich ja aus eigener Erfahrung weiß das man hierbei kleine und auch langsame Schritte gehen muss.
        Eine Phobie verliert man nicht von Jetzt auf nachher, hier muss man sehr biel Arbeit reinstecken und für denjenigen der diese Phobie hat ist die Arbeit nochmal um einges härter, aber es lohnt sich den Kampf dagegen aufzunehmen, auch wenn man nur bis zu einem gewissen Grad geht.

        Es wäre vollkommen OK gewesen wenn die Tochter meines Cousin damit zufrieden gewesen wäre entsprechende Bilder anzusehen und Bücher darüber zu lesen.
        Die Entscheidung für den nächsten Schritt kam immer von Ihr NIEMALS von mir und ich habe immer nachgehakt ob Sie dafür bereit ist und Ihr die Kontrolle gegeben und gelassen.

        Wenn ich so zurück blicke, kann ich aber definitiv sagen das es sich für sie aber auch für mich gelohnt hat den Kampf dagegen aufzunehmen.....man erkämpft sich nicht nur mehr Freiheit sondern auch eine völlig andere Lebensqualität.
      • Von TomyTom Anwärter/in
        Zitat von Zybba
        Coole Sache!

        Wobei ich glaube, dass es auch Gefahren bergen kann, sich selbst und andere zu therapieren.
        Danke, aber ich sehe bei einer Selbsttherapie keine Gefahr, da mam hierbei selbst merkt wann der Zeitpunkt gekommen ist auszuhören.
        Im Endeffekt ist aber auch eine Therapie bei einer Pgobie mit profissioneller Hilfe auch eine Art Selbsttherapie denn die Angst nimmt einem keiner ab.....da muss man selbst durch.

        Eine Therapie bei anderen durchzuführen ist wiederum etwas anderes und hier gebe ich Dir auch vollkommen Recht das so etwas auch schwer nach Hinten los gehen kann.
        Bei JEDEM Schritt habe ich IMMER nachgefragt ob sie dafür bereit ist und sie es sich zutraut, ohne das OK hätte ich NIE etwas unternommen da ich ja aus eigener Erfahrung weiß das man hierbei kleine und auch langsame Schritte gehen muss.
        Eine Phobie verliert man nicht von Jetzt auf nachher, hier muss man sehr biel Arbeit reinstecken und für denjenigen der diese Phobie hat ist die Arbeit nochmal um einges härter, aber es lohnt sich den Kampf dagegen aufzunehmen, auch wenn man nur bis zu einem gewissen Grad geht.

        Es wäre vollkommen OK gewesen wenn die Tochter meines Cousin damit zufrieden gewesen wäre entsprechende Bilder anzusehen und Bücher darüber zu lesen.
        Die Entscheidung für den nächsten Schritt kam immer von Ihr NIEMALS von mir und ich habe immer nachgehakt ob Sie dafür bereit ist und Ihr die Kontrolle gegeben und gelassen.

        Wenn ich so zurück blicke, kann ich aber definitiv sagen das es sich für sie aber auch für mich gelohnt hat den Kampf dagegen aufzunehmen.....man erkämpft sich nicht nur mehr Freiheit sondern auch eine völlig andere Lebensqualität.
      • Von ribald Mitglied
        In meiner Kindheit so mit 4-5 Jahren hatte ich mit meinem Opa mal einen Unfall.
        Er hatte mich immer auf dem Fahrrad, hintendrauf in die Stadt zum einkaufen mitgenommen.
        Es ist wohl ein Fahrfehler passiert und er ist mit mir zusammen gestürzt.
        Ich hatte wohl Glück und bin ohne Kratzer davon gekommen.
        Mein Opa hat sich auch nicht groß was getan, hier und da eine Abschürfung, eigentlich komplett harmlos.
        Ich kann mich selber nicht dran erinnern, es wurde mir nur erzählt.
        Komplett trivial würde man meinen.
        Ich hab normal vor nichts Angst, wenn ich in meiner Jugend allerdings bei einem Freund dann hinten auf dem Fahrrad mit fahren sollte, war das ein großes Problem.
        Selbst später bei Kumpels wo 100% Vertrauen da war. (Wir sind oft zusammen gefahren, jeder mit seinem eigenen Motorrad und ich wusste er kann es.)
        Trotzdem bin ich immer aufgestiegen, auch mal bei einem anderen Kollegen mit einer 600er Kawasaki.(98PS die er dann auch laufen gelassen hat.) Ich wusste, es würde wohl gleich die Hölle auf mich herabfahren und es war auch so. Es gibt aber viele Tricks, die man mit der Zeit auch automatisch von selber lernt, wenn man bereit ist sich seinen Ängsten zu stellen. Die helfen einem dann praktisch, sich in solchen Situationen wieder selber runter zu bringen. Autogenes Training zum Beispiel, kann meiner Meinung nach bei einigen Situationen im Leben helfen. Atemübungen bei großen Schmerzen usw. Das muss allerdings jeder für sich selbst herausfinden.
      • Von Zybba Mitglied
        Zitat von TomyTom
        Ich habe meine Klaustrophobie selbst und ohne eine Therapie besiegt, weil ich immer wiede dagegen angegangen bin und diese bekämpft habe.
        Dies mag für den ein oder anderen eine Möglichkeit sein sich dagegen zu stellen, aber auch ich wäre nach dieser Frage wohl nicht dagegen gewesen mir Hilfe zu suchen und diese anzunehmen, nur um diese Phobie dann auch zu bekämpfen.
        Ich ging hier in kleinen Schritten vor und nach jedem Erfolgt wurde der nächste Schritt getan.
        Der Grund meiner Klaustrophobie ist mir bis heute unbekannt und dieser könnte eventuell auch durch irgendwelche Therapien aufgedeckt werden.
        Im Endeffekt ist es mir auch egal, denn ich habe die Phobie besiegt und sie kontrolliert nicht mehr mein Leben und ganau darauf kam es mir auch an.

        Auch der Tochter meines Cousin konnte ich bei Ihrer Arachnophobie in soweit helfen das diese nun keine Angst mehr vor den hier lebenden Spinnen hat.
        Hier ging ich als ersten Schritt dazu über Ihr ein Buch mit Spinnen zu zeigen, die sie sich nur ansehen musste. Das ganze ging dann so lange bis sie dann irgendwann die Bilder in diesem Buch anfassen und irgendwann das Buch selbst "anfassen" konnte.
        Mit jedem kleinen Schritt wurde dann ach diese Angst besiegt und heute ist sie mir immer noch Dankbar dafür.
        Coole Sache!

        Wobei ich glaube, dass es auch Gefahren bergen kann, sich selbst und andere zu therapieren.
      • Von TomyTom Anwärter/in
        Nach dem ich Deinen Artikel in der Printausgabe (Ja ich habe noch eines dieser Uralt Abos bei der man OHNE STROM die Zeitschriften mal gemütlich auf einem stillen Örtchen lesen kann) heute gelesen hatte, dachte ich mir:
        "Wer mit seiner Phobie so mutig ist und darüber schreibt, dem muss man auch mal antworten."

        Also zunächst einmal Hut ab vor so viel Ehrlichkeit und Mut über seine Ophidophobie zu berichten!

        Ich bin zwar ein älteres Semester, aber die Sprüche wie "Stell dich nicht so an", "Sein ein Mann und keine Memme" oder "Ziehr Dich nicht so" dürften wohl recht alt sein, denn solche Sprüche kamen nicht nur bei mir, sondern auch schon bei meinen Großeltern vor.
        Die ganzen vorherigen Einträge bzw. Antworten habe ich jetzt nicht gelesen, daher kann ich auch nicht darauf schliessen, warum du so eine Angst vor Schlangen hast, allerdings kann ich eigener Erfahrung berichten das man Ängste, egal welche das sind immer eine Barriere für den eigenen Menschen und dessen Gedanken sind.
        Bei einer Angst vor bestimmten Tieren, Dingen oder Sachen, liegt meist eine schlechte Erfahrung aus früheren Zeiten vor, welche man auf dem Grund gehen sollte.

        Nicht das du oder andere, welche unter einer Phobie leiden, jetzt denken das ich euch überreden möchte und wenn du bzw. Ihr weiterhin mit dieser leben wollt dann ist es auch in Ordnung, nur eine Frage solltet man sich dann stellen und diese dann auch wahrheitsgemäß beantworten:

        "Will ich das meine Angst mein Leben kontrolliert?"

        Zugegeben es klingt jetzt alles etwas nach Psychotherapie, aber ich bin weder Psychater noch Arzt oder einer der "Fachkollegen" die damit Ihr Geld verdienen, sondern nur ein Mensch der (wie bereits am Anfang erwähnt) aus eigener Erfahrung darüber sprechen bzw. schreiben kann.
        Mich kontrollierte die Klaustrophobie eine recht lange Zeit, bis zu dem Tag an dem ich mir die o.g. Frage selbst einmal stellte.
        Das Ergebiss war das ich es nicht mehr zulassen wollte das diese mein Leben kontrolliert, sondern ich mein Leben selbst bestimme und somit auch meine Grenzen erweitere.
        Mir wurde um besagten Tag bewusst das die Phobie mich daran hintere die Grenzen zu überwinden und andere Dinge auszuprobieren, ja im Endeffekt meine Neugier klein hielt.

        Ja das alles klingt nach "Psychotherapie" und in gewisser weise ist es diese auch, denn die Angst sitzt nunmal im Hirn und nicht in den Muskeln, aber wie jeden Muskel kann man auch das Hirn trainieren, sonst würden wir nicht lernen zu lesen, zu schreiben und andere Dinge die für uns schon fast selbstverständlich sind.
        Genauso ist es auch mit einer Phobie, denn man kann lernen diese zu kontrollieren bzw. diese zu einem so geringen Außmass schrumpfen zu lassen das man diese nicht mehr bewusst wahrnimmt!

        Es mag vielleicht wie schlechte Zitat Filmen wirken, aber "Lass nicht zu das Deine Angst Dein Leben kontrolliert." oder "Angst ist nichts weiteres als ein unsichtbarer Gegner, der sich in unseren Kopf einnistet." sind Sprüche die, gerade wenn man unter eine Phobie leidet, sehr viel Wahrheit beinhalten und auch gleichzeitig die Lösung hierfür bieten.

        Ich habe meine Klaustrophobie selbst und ohne eine Therapie besiegt, weil ich immer wiede dagegen angegangen bin und diese bekämpft habe.
        Dies mag für den ein oder anderen eine Möglichkeit sein sich dagegen zu stellen, aber auch ich wäre nach dieser Frage wohl nicht dagegen gewesen mir Hilfe zu suchen und diese anzunehmen, nur um diese Phobie dann auch zu bekämpfen.
        Ich ging hier in kleinen Schritten vor und nach jedem Erfolgt wurde der nächste Schritt getan.
        Der Grund meiner Klaustrophobie ist mir bis heute unbekannt und dieser könnte eventuell auch durch irgendwelche Therapien aufgedeckt werden.
        Im Endeffekt ist es mir auch egal, denn ich habe die Phobie besiegt und sie kontrolliert nicht mehr mein Leben und ganau darauf kam es mir auch an.

        Auch der Tochter meines Cousin konnte ich bei Ihrer Arachnophobie in soweit helfen das diese nun keine Angst mehr vor den hier lebenden Spinnen hat.
        Hier ging ich als ersten Schritt dazu über Ihr ein Buch mit Spinnen zu zeigen, die sie sich nur ansehen musste. Das ganze ging dann so lange bis sie dann irgendwann die Bilder in diesem Buch anfassen und irgendwann das Buch selbst "anfassen" konnte.
        Mit jedem kleinen Schritt wurde dann ach diese Angst besiegt und heute ist sie mir immer noch Dankbar dafür.

        Fakt ist:
        Wir alle kämpfen Tag täglich für oder um unser Leben und das auch meist unbewusst weil wir bestimmte Dinge einfach als gegeben oder Normal bezeichnen, wie z.B. das Autofahren, das einsteigen in den Bus bzw. die Bahn oder das Einkaufen von Lebensmitteln.
        Bei letzteren zwei gibt man auch eher unbewusst sein Leben in andere Hände und da hat man noch weniger Kontrolle darüber wie bei der eigenen Phobie.

        Frei nach dem Motto: "Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat bereits verloren!"
        Denn JEDE Angst kann bezwungen werden, egal wie groß diese ist man muss eben nur den ersten Schritt machen, dagegen anhalten und wenn man merkt das man es alleinen icht mehr schafft rechtzeitig Hilfe holen bzw. diese annehmen.

        Also, vielleicht solltest du Dir auch mal die Frage stellen "Will ich das meine Angst mein Leben kontrolliert?"
      • Von Xanbor Mitglied
        Zitat von DerJadeaffe
        Durchaus interessant. Ich selbst hab eigentlich panische Höhenangst, selbst wenn ich mich nur auf nen Stuhl stelle, hab ich schon ein mulmiges Gefühl, auf nem schmalen Balkon irgendwo im 3./4. Stock oder auf ne Leiter kletten kostet Überwindung, und bloß nicht nacht unten schauen.
        In Spielen hatte ich aber nie Probleme damit, im angesprochen Assassins Creed zB.: Häuser hochklettern, Todessprung vom der Spitze, alles kein Problem. Phobien scheinen sich da unterschiedlich zu "verhalten".
        Höhenangst habe ich auch, selbst in Spielen. Wenn ich einen Bergweg am Rand des Berges hoch muss, bekomme ich ein mulmiges Gefühl und gehe langsam und muss alle paar Schritte stehen bleiben. Oder Aufzüge - Beispiel SWtoR - da stelle ich mich an - oh mein Gott. Furchtbar
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