Hitman im Test: Technik, Kosten, Fazit zum Intro-Pack

27
Test Stefan Weiß - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Hitman im Test: Technik, Kosten, Fazit zum Intro-Pack
Quelle: PC Games

Hitman ging mit seinem bei den Fans umstrittenen Episodenformat am 11. März 2016 an den Start. Inzwischen ist Episode 6 und damit das Finale der kompletten ersten Staffel verfügbar. Im Test mit abschließender Wertung erfahrt ihr, ob sich die sechs einzelnen Episoden nun zu einem einheitlichen Spiel verbinden und wo die Stärken und Schwächen in Hitman: The Complete First Season liegen.

Technisch durchwachsen

In puncto Grafik sind wir beim neuen Hitman hin- und hergerissen. Vom Design her gesehen ist die erste Episode in Paris klasse umgesetzt. Das barock dargestellte Schloss weist eine tolle Architektur auf, die Spielereien am Brunnen sind hübsch und auf den ersten Blick wirkt alles durch die vielen NPCs lebendig. Diese entpuppen sich aber beim längeren und mehrmaligen Spielen der Missionen dann doch als eher unglaubwürdig, denn es gibt jede Menge Klone, stets gleich ablaufende Anima­tionsmuster, Bewegungsrouten und Gesprächsphrasen. Das führt dann auf Dauer dazu, dass man die Levels quasi auswendig lernt und es kaum noch Überraschungen gibt. Grafisch gibt sich das ­Intro Pack eher zurückhaltend. Vor allem der permanent vorhandene leichte Grauschleier, der über den Texturen liegt, sorgt für einen etwas verwaschenen Eindruck. Die angepriesene Unterstützung für Direct X 12 sorgt leider bislang bei etlichen Spielern für Probleme. Zum Thema Direct X 12 vs Direct X 11 haben unseren Kollegen von der PC Games Hardware ein passenden Special parat. Blickt man auf Steam-Reviews zu Hitman, beschweren sich viele Spieler hauptsächlich über technische Probleme wie etwa Framedrops, Spielabbrüche oder auch über Verbindungsabstürze zum Server. Davon blieben wir im Test jedoch bislang verschont und konnten Hitman ohne Probleme oberhalb von 40 und 50 FPS spielen.

Die KI in Hitman verhält sich in der Regel ganz okay, schafft es aber auch öfter mal, sich komplett dämlich anzustellen. Beispielsweise schauen Wachen so gut wie nie nach oben, sodass man sich problemlos an einem Balkon hängend verstecken kann. Oder sie zögern mitunter viel zu lange, bedrohen uns zwar ausgiebig mit der gezückten Waffe in der Hand, lassen sich dann aber doch ganz simpel von uns per Faustschlag umnieten. Die Gegner lassen sich oft zu leicht austricksen und geben bei einer Verfolgung viel zu schnell auf. Trotzdem ist es nicht ratsam, den Gegnern einfach mit ratterndem Gewehrfeuer entgegenzulaufen, denn viele Treffer hält Agent 47 wahrlich nicht aus. Faustnahkampf besteht lediglich aus einem simplen Quicktime-Event - im richtigen Moment die angezeigte Taste drücken, K.-o.-Schlag nachsetzen, fertig ist die Laube. Auch mit Glitches, zappelnden Leichen, einigen kleineren Bugs und längeren Ladezeiten bei Spielstart hatte das Intro Pack im Test zu kämpfen.

Der Soundtrack ist gelungen und die Effekte sorgen für eine tolle Stimmung. Sprachlich steht nur die englische Originalvertonung zur Verfügung. Agent 47 wird in gewohnt kaltschnäuziger und zynischer Art von Schauspieler David Bateson vertont, der auch zuletzt in Hitman: Absolution und zuvor in Blood Money gute Arbeit geleistet hat. Eine deutsche Vertonung ist allerdings nicht vorgesehen.

Nicht so gut gefällt uns die Unterteilung der Spielstände nach Online- und Offline-Modus. Leider sind diese Savegames untereinander nicht kompatibel. Neben den obendrein recht begrenzten, manuellen Speicherplätzen müsst ihr euch auf das Autosave-System verlassen. Je nach PC fällt der dabei kurzzeitig entstehende Performance-Verlust mitunter nervig aus. Leider gibt es bislang keine Option, den Dreiminutentakt der Autospeicherung zu editieren oder gar abzuschalten.

Das kostet euch der neue Hitman

Das Vermarktungskonzept des neuen Hitman führt bei den Fans nach wie vor zu heißen Diskussionen. In welcher Form das Spiel erhältlich ist, dröseln wir hier im Detail auf. Für das Intro-Pack zahlt ihr für die PC Version 12,99 €. Die Konsolenversion für PS4 und XBO kostet 14,99 €. Wer neben dem Intro Pack die nach­folgenden Inhalte einzeln kaufen möchte, muss dafür pro Episode 7,99 € (PC) bzw. 9,99 € (PS4/Xbox) einplanen. Vorbestellbar ist auch das separate Upgrade-Pack, das euch alle kommenden Inhalte der diesjährigen Hitman-Staffel für 39,99 € (PC) bzw. 49,99 € (PS4/Xbox) bietet. Intro- plus Upgrade-Pack als Gesamtpaket gibt es mit der Version Full Ex­perience, die für 49,99 € (PC) bzw. 59,99 € (PS4/Xbox) angeboten wird. Auch eine Boxed-Version wird es geben, die ursprünglich ca. Ende 2016 in den Handel kommen sollte, sich aktuell aber auf den 31. Januar 2017 verschoben hat.

Soweit, so gut - unser Fazit zum Intro-Pack

Der Auftakt zum Hitman-Jahr 2016 von Io-Interactive zeigt, dass es spielerisch in den Missionen reichlich Gelegenheit und Abwechslung gibt, seine Agentenkünste zu erproben. Die Sandbox-Struktur mit großen Arealen wie eben im gezeigten Paris passt hervorragend dazu. Spieler, die Spaß daran haben, sich auch wiederholt mit einem Auftrag auseinanderzusetzen, um alle Herausforderungen zu meistern, werden damit unserer Meinung nach gut bedient. Trotzdem hatten wir am Ende des Tests doch eher das Gefühl, eine gute Demo gespielt zu haben, zusätzlich versehen mit bereits enthaltenen Online-Features. Was Entwickler und Hersteller auf jeden Fall schleunigst in den Griff bekommen sollten, sind die vorhandenen technischen Probleme. Den Vorwurf über zu wenig Inhalt können wir hingegen nicht als Kaufwarnungsgrund nennen, denn das Intro-Pack ist ja als solches eben nur als Auftakt zum kompletten Spiel zu verstehen und wird entsprechend gehandelt. Mehr zu Hitman gibt's auf unserer Themenseite.

27
  1. Seite 1 Hitman im Test: Steuerung, Sandbox-Setting, Schwierigkeitsgrad, Story, Live-Modi
  2. Seite 2 Hitman im Test: Technik, Kosten, Fazit zum Intro-Pack
  3. Seite 3 Hitman-Update: Das bietet Episode 2 - Sapienza
  4. Seite 4 Hitman-Update: Das bietet Episode 3 - Marrakesch
  5. Seite 5 Hitman-Update: The Complete First Season mit Wertung
    • Kommentare (27)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von wonderhalou NPC
        Mich stören vorallem die Elusive Targets. Ich möchte eine Spiel in seiner Gänze spielen können, wenn ich es kaufe, weshalb solche zeitlich begrenzten Events sehr blöd sind, wenn man ein Spiel wirklich im vollem Umfang genießen möchte. Die bessere Lösung wäre es, wenn man zwar immer weitere Elusive Targets bekommt, aber diese immer nur einmal wöchentlich probieren könnte mit einem Reset am Mittwoch oder so. Dies würde noch mal zusätzlich die Motivation erhöhen und man könnte so dann auch immer zeitlich begrenzten, aber dauerhaften Content liefern und das Spiel wirklich großartig gestalten. Ich hoffe, in Zukunft wird auf diese Mechanik gesetzt...
      • Von wonderhalou NPC
        Mich stören vorallem die Elusive Targets. Ich möchte eine Spiel in seiner Gänze spielen können, wenn ich es kaufe, weshalb solche zeitlich begrenzten Events sehr blöd sind, wenn man ein Spiel wirklich im vollem Umfang genießen möchte. Die bessere Lösung wäre es, wenn man zwar immer weitere Elusive Targets bekommt, aber diese immer nur einmal wöchentlich probieren könnte mit einem Reset am Mittwoch oder so. Dies würde noch mal zusätzlich die Motivation erhöhen und man könnte so dann auch immer zeitlich begrenzten, aber dauerhaften Content liefern und das Spiel wirklich großartig gestalten. Ich hoffe, in Zukunft wird auf diese Mechanik gesetzt...
      • Von CrysoN86 Mitglied
        Zitat von admagnus
        Viel Text.

        Sorry, für diesen ausführlichen Bericht, aber ich musste das loswerden.

        Gruß AK
        Wieso Sorry? Genau soetwas will ich eigentlich seitens den ganzen Kritikerseiten hören, für mich ebenso wichtige Kleinigkeiten und viele Punkte (z.B. Synchro, Gesicht) die anderenorts nie angesprochen werden. Danke für deinen ausführlichen Beitrag admagnus. :-)
      • Von StefanWeiss Autor
        Zitat von Ashesfall
        genau der Grund warum ich es noch nicht gekauft habe.

        wird es für den Retail Markt eine geben? (deutsche Synchro)

        selbst wenn der Entwickler sicher sagt es wird keine deutsche Synchro geben, würde es mir helfen

        weiß die PC Games da vielleicht was oder kann da mal nachhacken?
        Ich hatte das schon mal vor einiger Zeit bei Square Enix angefragt. Laut Herstelleraussage ist keine deutsche Synchro geplant.
        Viele Grüße
        Stefan W.
      • Von Ashesfall Spiele-Novize/Novizin
        Zitat von admagnus
        3. Synchronisation: Die englische Synchronisation ist zwar gut, jedoch erwarte ich für einen Vollpreis-Titel eine deutsche Vollvertonung. Auch hier ist auf die Vorgänger zu verweisen, wo die deutsche Stimme von Nummer 47 von Torsten Michaelis gesprochen wird und meines Erachtens die englische Stimme von Nummer 47 um Längen schlängt.
        genau der Grund warum ich es noch nicht gekauft habe.

        wird es für den Retail Markt eine geben? (deutsche Synchro)

        selbst wenn der Entwickler sicher sagt es wird keine deutsche Synchro geben, würde es mir helfen

        weiß die PC Games da vielleicht was oder kann da mal nachhacken?
      • Von admagnus Spiele-Novize/Novizin
        Nachdem ich nun auch die gesamte Staffel - was für ein blödes Wort für ein Videospielformat - mit fast 60 Stunden durchgespielt habe, möchte ich ebenfalls meinen Senf abgeben und ein etwas kritischeres Urteil als die PCGames fällen.

        1. Umfang: Den Prolog ausgenommen, der sowieso nur eine Art Tutorial ist, sind 6 Episoden doch arg wenig. Es ist richtig, dass die Levels sehr groß sind und das ist auch sehr zu begrüßen, allerdings wird die Spielzeit in gewisser Weise durch die Implementierung verschiedener Zielmöglichkeiten bewusst "gestreckt". Die Levels bleiben unverändert und auch die Ziele verändern sich nicht (den Online-Modus natürlich ausgenommen). Einzig die Tötungsvarianten ändern sich, was zwar ausgesprochen abwechslungsreich ist, aber dennoch nichts an der Tatsache ändert, dass die Locations auf 6 Stück begrenzt sind. Meines Erachtens ist das - auch im direkten Vergleich zu anderen Hitman-Teilen - einfach für einen Vollpreis-Titel zu wenig.
        2. Soundtrack: Der Soundtrack ist auf die Dauer zu eintönig. Im Vergleich zu dem grandiosen Soundtrack in Hitman: Blood Money von Jesper Kyd ist das aktuelle Hitman schon eine kleine Enttäuschung.
        3. Synchronisation: Die englische Synchronisation ist zwar gut, jedoch erwarte ich für einen Vollpreis-Titel eine deutsche Vollvertonung. Auch hier ist auf die Vorgänger zu verweisen, wo die deutsche Stimme von Nummer 47 von Torsten Michaelis gesprochen wird und meines Erachtens die englische Stimme von Nummer 47 um Längen schlängt. Hinzu kommt, dass direkt im Spiel die deutschen Untertitel nur bei einigen Dialogen angezeigt werden. Außerdem werden die Untertitel erst dann eingeblendet, wenn Nummer 47 eine gewisse Entfernung zum Ziel hat, was in manchen Situationen die Vorgehens- bzw. Spielweise beeinträchtigen kann. Alles in allem befindet sich das aktuelle Hitman in einem sehr unbefriedigenden Synchronisationszustand.
        4. Bedienung: Wieso gibt es nach über einen halben Jahr noch keine Möglichkeit die Autosave-Funktion abzuschalten? Warum gibt es keine Quicktaste um die Karte zu öffnen? Warum gibt es keine Quicktaste um die zusätzlichen Informationen zu den Zielen abzurufen. Warum muss man in das Optionsmenü, um das Spiel zu verlassen ? Und so weiter und so weiter. Hier müsste auch noch erheblich nachgebessert werden.
        5. Online-Anbindung: Warum kann ich all die Herausforderungen nur im Online-Modus abschließen? Warum müssen Save-Games zwischen Online- und Offline-Modus getrennt werden? Spieltechnisch ergibt das überhaupt keinen Sinn und sollte dringend geändert werden. Interessanterweise treten im Online-Modus seit kurzem hin und wieder kleine Mini-Ruckler auf, die es vorher nicht gab. Im Offline-Modus fehlen diese Ruckler vollständig. Hinzu kommt, dass die Zeitspanne, in der die Elusive-Targets zur Verfügung stehen, viel zu kurz ist! Wer nicht ständig Hitman spielt, wird unnötigerweise für sein Spielverhalten bestraft, obwohl er eigentlich für alle Inhalte bezahlt hat. Das ist absolut unfair und gehört abgeschafft. Die Elusive-Targets sollten dauerhaft zur Verfügung stehen.
        6. Humor: Der Humor ist auch im jetzigen Hitman vorhanden, allerdings nicht mehr ganz so bissig wie in den früheren Teilen; die teilweise bitterböse Gesellschaftskritik der Vorgänger fehlt. Auch die "überdrehten" Spaßeinlagen fehlen - ich erinnere nur an die gelbe Quietsche-Ente oder das Chipmunk- und Vogelkostüm.
        7. Story: Die Handlung ist schlicht und ergreifend ein Witz. Wenn man alle sechs Episoden ganz zügig hintereinander spielt (2-3 Stunden) und sich alle Zwischensequenzen direkt in einem Stück anschaut, hat man am Ende streng genommen nach wie vor keine Ahnung, um was es eigentlich geht. Von der Story eines Blood Money oder Absolution ist das aktuelle Hitman meilenweit entfernt. Für ein Vollpreis-Spiel ist das definitiv zu wenig! Hinzu kommt, dass die Zerstückelung in mehrere Episoden für das Story-Telling und das Story-Verständnis alles andere als vorteilhaft ist.
        8. Nummer 47: Es bleibt mir absolut unerklärlich, warum das Aussehen von Nummer 47 ändern musste. Was gab es daran auszusetzen? Neben Lara Croft dürfte Nummer 47 die wohl markanteste Videospielfigur der letzten 20 Jahre sein. Erfolgte diese optische Änderung einzig aus dem Grund, um einem aktuellen Trend zu folgen (siehe Lara Croft)? Was allerdings viel bedauernswerter ist, dass bestimmte Spielelemente der alten Hitman-Teile gestrichen wurden und unnötigerweise neue Elemente hinzugefügt wurden. Was sollen die in den Levels verstreuten Kisten, wo die ICA in Hochsicherheitsbereichen ganz "unentdeckt" Waffen und andere Tötungsutensilien für Nummer 47 platziert hat? Mal davon abgesehen, dass es die Immersion stört, ist hier die Grenze zwischen Unrealismus ist Absurdität schon fast überschritten. Und warum wurden bei den Fans extrem beliebte Elemente einfach weggelassen. Ich verweise hier nur auf den Gewehrkoffer! Ich will dieses Element wiederhaben anstatt mir ein Scharfschützengewehr aus irgendeiner Truhe zu holen.
        9. Finanzierungsmodell: Gemessen an den eben angeführten Kritikpunkten empfinde ich den Preis von 50 EUR als nicht gerechtfertigt. Ich bin das Experiment das Geld im Voraus zu bezahlen ohne das Spiel zu kennen, bewusst eingegangen, um zu sehen , ob dieses Finanzierungsmodell tragbar ist. Im Nachhinein muss ich leider konstatieren, dass das Experiment auf mich bezogen, gescheitert ist. Da die Erwartungshaltung relativ hoch war, ist die anschließende Enttäuschung umso größer. Man kauft halt die Katze im Sack. Das kann gut gehen oder halt nicht. Nach der jetzigen Erfahrung würde ich jedem davon abraten. Man ärgert sich nur am Ende: nicht unbedingt, dass man das das Geld überhaupt ausgegeben hat, sondern dass nicht das geliefert wurde, was man für sein Geld erwartet hat. Da Erwartungen immer unterschiedlich sind, ist den Entwicklern hier kein Vorwurf zu machen! Fakt ist jedoch, dass man sich über ein vollständig abgeschlossen entwickeltes Spiel einen besseres Bild machen kann und die Kaufentscheidung dann logischerweise anderen Kriterien folgt.

        Sorry, für diesen ausführlichen Bericht, aber ich musste das loswerden.

        Gruß AK
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 07/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk