VR-Spiele im Test - Carpe Lucem, Quar, Adventure Time, Unseen Diplomacy
VR-Spiele für HTC Vive und Oculus Rift im Praxis-Check: Wir testen Laufe der Woche verschiedene Demos und Apps für beide Cyberbrillen und bewerten diese in den Kategorien Grafikqualität, Immersion und Tiefgang. Den Anfang machen Job Simulator, Space Pirate Trainer, Hover Junkers und Cloudlands: VR Minigolf.
In diesem Artikel
- Seite 1 VR-Spiele im Test - The Gallery, Farlands und The Lab
- Seite 2 VR-Spiele im Test - Eve Valkyrie, Vanishing Realms, Adrift
- Seite 3 VR-Spiele im Test - Carpe Lucem, Quar, Adventure Time, Unseen Diplomacy
- Seite 4 VR-Spiele im Test - Space Pirate Trainer, Hover Junkers, Job Simulator, VR Minigolf
- Seite 5 Bildergalerie
Carpe Lucem - Seize the Light VR (HTC Vive)
Quelle: Hammer Labs
Screenshot aus dem VR-Puzzlespiel Carpe Lucem - Seize the Light.
Ein VR-Spiel mit Köpfchen: In Carpe Lucem wird zur Abwechslung mal nicht auf Pixelfeinde geballert. Die Herausforderung besteht stattdessen darin, Lichtstrahlen in den Farben gelb, grün, rot und blau zur jeweils passenden Blüte zu geleiten. Dafür nutzen wir unter anderem Rohre, die wir im virtuellen Raum vollkommen frei anordnen und drehen dürfen. Sind die ersten Level noch verhältnismäßig simpel, kommen später aufgrund zusätzlicher Bausteine wie Farbwechsel, Prismen und Magneten echte Kopfnüsse auf uns zu. Zum Glück stehen wir beim Knobeln unter keinem Zeitdruck.
Haben wir uns mal verzettelt und zum Beispiel die Spielelemente im Raum chaotisch verteilt, können wir Level einfach von vorn starten. Wunderbar gefallen hat uns der ruhige, ja geradezu melancholische Soundtrack, der klasse zum Naturszenario passt. Mit unserer positiven Meinung stehen wir übrigens nicht alleine dar: Das Puzzlespiel aus Heidelberg stand beim Deutschen Computerspielpreis 2016 in der Kategorie "Beste Innovationen" im Finale und verlor dort gegen die VR-Klettersimulation The Climb von Crytek.
Preis: 14,99 Euro
Quar: Battle for Gate 18 (HTC Vive)
Quelle: Steel Wool Games
Rundenstrategie trifft auf VR: Quar: Battle for Gate 18 vereint beide Welten.
Klassische Rundenstrategie erlebte zuletzt durch Spiele wie XCOM eine Renaissance. Dass sich das Spielkonzept durchaus auch für VR-Umsetzungen anbietet, stellt Quar: Battle for Gate 18 unter Beweis. Genretypisch kommandieren wir aus mehreren Soldaten bestehende Truppenverbände. Pro Runde dürfen wir einem vom Spiel festgelegten Bataillon bis zu zwei Befehle erteilen, danach ist der Gegner am Zug. Die Steuerung ist nicht ganz so intuitiv wie mit Maus und Tastatur, geht jedoch nach einiger Zeit gut von der Hand. Mit dem linken Controller navigieren wir über das Schlachtfeld, ein Druck auf die Triggertaste und wir teleportieren uns zum gewünschten Zielort.
Außerdem können wir nah an unsere Soldaten heranzoomen, wodurch der Eindruck entsteht, an einer wirklichen Schlacht teilzunehmen. Der rechte Controller ist hingegen für Einheiten-Kommandos reserviert, ein auf dem Eingabegerät eingeblendetes Interface zeigt uns dabei praktischerweise mögliche Befehle an. So können wir unseren Soldaten anordnen, sich auf offenem Feld auf den Boden zu werfen, was die Ausweichchance bei Feindbeschuss erhöht. In puncto Spieltiefe kann sich Quar: Battle for Gate 18 nicht mit klassischen Genrevertretern messen und der Kampagne fehlt eine stimmige Handlung. Strategiefans legen wir aber schon aufgrund der immersiven Spielerfahrung einen Kauf nahe.
Preis: 19,99 Euro
Adventure Time: The Magic Man's Head Games (HTC Vive)
Quelle: Turbo Button
Screenshot aus Adventure Time: The Magic Man's Head Games.
Machen wir uns nichts von: Die Anzahl der Genres, in denen der Einsatz von VR Sinn macht, ist begrenzt. Ohne Ego-Perspektive oder eine kreative Idee verkommt die Brille schnell zum Gimmick. Das ist noch verzeihbar, wenn das dahinterstehende Spiel wenigstens interessant ist. Adventure Time: The Magic Man's Head Games ist ein solcher Fall, in dem VR reichlich sinnlos daherkommt. Und nein, auch spielerisch ist es alles andere als toll. Wir gucken als Spieler den beiden Helden Jake und Finn über die Schulter und erleben eine Mischung aus Jump & Run und Hack & Slay, wie sie generischer nicht sein könnte.
Gegner verkloppen, Hindernisse überwinden, versteckte Gegenstände einsammeln und mehr machen schon am Ende des ersten levels keine Freunde mehr. Zudem wurde die Cartoon-Grafik mehr als lieblos umgesetzt und wird dem Cartoon-Vorbild zu keinem Zeitpunkt gerecht. Immerhin, der Humor der Serie kommt ganz gut rüber, die Original-Synchronsprecher machen ihre Sache anständig und die Steuerung (die übrigens nur mittels klassischem Gamepad möglich ist) funktioniert recht gut. Das ist aber bei weitem nicht genug, um für diese VR-Ausrede eine Verkaufsempfehlung auszusprechen.
Preis: 4,99 Euro
Unseen Diplomacy (HTC Vive)
Quelle: Triangular Pixels
Screenshot aus Unseen Diplomacy.
Vorweg sei gesagt: Wer Unseen Diplomacy spielen möchte, sollte genügend Platz in der Wohnung haben, denn es setzt massiv auf raumübergreifendes VR; ohne die beiden HTC-Vive-Sensoren in den Zimmerecken lässt sich der Titel gar nicht erst starten. Wer die Möglichkeiten dafür hat, der erlebt jedoch eines der bewegungintensivsten und immersivsten VR-Spiele bisher. Als Geheimagent begeben wir uns im Rahmen unserer zur Verfügung stehenden Fläche durch eine Vielzahl von Räumen, weichen Laserfallen aus, suchen Schlüsselkarten, hacken Computer und mehr.
Regelmäßig müssen wir dabei auch über den Boden kriechen, um durch enge Lüftungsschächte zu gelangen oder uns sonstwie durch die engen Zimmer zu begeben. Klar, wer will schummelt und rennt einfach durch die virtuellen Mauern, beraubt sich dabei aber selber des Spielspaßes. Jedoch meint es Unseen Diplomacy auch manchmal zu gut und setzt die virtuellen Barrieren so knapp an den Rand des Spielfeldes, dass Kollisionen mit dem Mobiliar dahinter fast unausweichlich sind; idealerweise hat man also einen zweiten Menschen im Raum, der angesichts des wirr über den Boden robbenden Spielers bestimmt jede Menge zulachen hat.
Preis: 2,99 Euro
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Von solchen Zwittern werden sicherlich auch immer mehr erscheinen, aber es wird auch zukünftig sehr viele VR-Only Titel geben.
Darüber hinaus gibt es Software, die es ermöglicht eine Vielzahl von 2D Titeln zu spielen:
http://www.vrnerds.de/gta-und-co-mit-der-finalen-rift-spielen-vorpx-16-1-1/
Darüber hinaus fehlt mir in eurer Liste auf jeden Fall Elite Dangerous.
Den Titel kann man zwar auch am Monitor spielen, aber man merkt Elite sofort an, dass er von Anfang an für VR entwickelt wurde. Ein besseres Cockpitspiel habe ich bisher nicht gespielt. Da reicht auch kein EVE Valkyrie heran, da dieses halt fast nur auf PvP Kämpfe abzielt.
SPT macht extrem viel Spaß, ist aber auch extrem simpel.
Hover Junkers holt da sehr viel mehr aus dem Roomscaling Setting raus. Alleine die innovative Steuerung über die Controller ist locker einen Punkt mehr wert. Zudem bieten HJ ein sehr viel größeren Umfang.
Vanishing Realms hat mir übrigens auch extrem viel Spaß gemacht und gehört definitiv zu den Must-Have-Titeln für die HTC.