Gotham Knights im Test: Und dafür ist Batman draufgegangen!? (Seite 4)
Auf Seite 4 unseres großen Tests zu Gotham Knights gehen wir tiefer auf das eigenartige RPG-System ein. Außerdem werfen wir unsere Detektivlinse auf die vielen eigenartigen Service-Elemente, den wackeligen Multiplayer und die erfreulichen Optionen innerhalb der Barrierefreiheit.
Die Monotonie des Kampfsystems ist ein Problem, ein viel größeres ist, dass sich die vier spielbaren Figuren kaum voneinander unterscheiden. Natürlich sind die Angriffe und speziellen Fertigkeiten unterschiedlich, die Herangehensweise von uns am Gamepad ist aber meist die exakt gleiche. Das erinnert tatsächlich recht wenig an das extrem befriedigende Arkham-System und viel stärker an einen der größten Spiele-Flops der letzten Jahre: Marvel's Avengers. Dabei macht der Square-Enix-Titel aber eine deutlich bessere Figur, da die Abwechslung der Spielfiguren und Skills Gotham Knights bei Weitem übertrumpfen.
Bei den Gegnertypen gibt es auch keine herausragenden Überraschungen. Die verschiedenen Gangs, ob das uns feindlich gesinnte GPDC, die von Harley angeheuerten Freaks, der Assassinen-Kult der Talons oder der Rat der Eulen, werden im Spielverlauf mit weiteren Gegnern ausgebaut - typisch für das Genre. Mal ist das ein Drohnenpilot, mal ein mit Molotow-Cocktails ausgestatteter Feuer-Fanatiker, mal ein dicker Fleischklops, der mehr Leben und eine stärkere Verteidigung mit sich bringt. Das sollte zwar eigentlich für komplexere und abwechslungsreichere Schlägereien sorgen, da sich unser Fertigkeits-Portfolio aber ohnehin nur aus Zuschlagen, Spezialattacken und Ausweichen zusammenfügt, bleibt die Verbrechensbekämpfung trotz neuer Feinde zu stupide und unbefriedigend.
Quelle: PC Games
Neue Feinde, alte Tricks: Auch wenn die diversen Gruppierungen immer wieder neue Gegner-Typen auf uns hetzen, bleibt der Kampfablauf meist zu ähnlich. Die Faustregel bleibt: Mit viel roher Gewalt. Neue Tricks oder gar strategisches Vorgehen braucht es selten - was würde Bruce wohl dazu sagen?
Glänzen kann Gotham Knights hingegen bei den Bosskämpfen, die mit mehreren Kampfphasen, schönen Umgebungen und genug Anspruch gefallen. Manchmal fühlt sich ein solches Aufeinandertreffen etwas in die Länge gezogen an, doch alles in allem sorgen sie für schöne und spannende Momente.
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Ein fragmentiertes Live-Service-RPG
Die einzigen Fundgegenstände, abseits der großflächig verstreuten Batarangs und Graffiti-Kunstwerke, sind Materialien. Die sollen natürlich unsere Entdeckerlust ankurbeln und finden sich in Truhen überall in Gotham, oder sie werden als Belohnung am Ende von Missionen ausgehändigt. Die graue Farbe steht für ein normales Ausrüstungslevel, die grüne für gut, die blaue für richtig gut und so weiter und so fort.
Quelle: PC Games
Ohweh, Loot. Hilfe?! Versteckte Truhen und Missionsbelohnungen sind eigentlich etwas sehr Erfreuliches. Ausrüstung und Fundgegenstände sind schließlich da, um uns zu motivieren! In Gotham Knights endet das aber meist eher in Arbeit - grr.
Daraus dürfen wir dann neue Ausrüstungsteile herstellen, wie Nahkampfwaffen oder Fernkampfwaffen, die immer ähnlich in Bezug auf ihr Aussehen ausfallen und immer den charakterspezifischen Waffentyp verkörpern. Man wird jedoch am Ende jeder Nacht so damit vollgeworfen, dass man sich nach jeder Mission erneut im unübersichtlichen Menü wiederfindet. Die neuen Waffen wollen schließlich ausgerüstet werden, die alten hingegen zerlegt. Für, ihr ahnt es schon, noch mehr generische Materialien.
Daraus dürfen wir auch diverse Superheldenanzüge herstellen. Eigentlich ein Lichtblick, da hier endlich mal die Abwechslung stimmt. Für Batgirl, Robin & Co. gibt es beispielsweise eher realistisch gehaltene Kampfanzüge, aber auch buntere Outfits, die an diverse Comics erinnern. Jeder Anzug ermöglicht darüber hinaus, die Farbkombination, Maske oder Handschuhe anzupassen. Ebenso ist es möglich, durch diverse Skins den Look unsere Kleidung zu personalisieren, sollte uns die aktuelle Rüstung nicht zusagen - wenn wir denn die richtige Herausforderung dafür abgeschlossen haben.
Das System funktioniert deutlich besser als in Marvel's Avengers, da wir stärkeren Einfluss auf unser Äußeres nehmen können. Aber auch hier schafft Warner keine saubere Superheldenlandung. Die Anzüge müssen ebenso häufig gewechselt werden, wie das bei den Waffen der Fall ist. Zusätzlich stößt etwas sauer auf, dass die meisten Rüstungen sich abseits des Looks einzig und allein durch ihren Verteidigungswert unterscheiden. Mal spielt Feuer- oder Giftresistenz eine kleine zusätzliche Rolle, mal die Menge an verfügbaren Steckplätzen für Modifikationen, die unsere Verteidigungswerte verbessern. Eine strategische Herangehensweise braucht es auch in diesem Bereich nie so wirklich.
Quelle: PC Games
Designer-Metropole Gotham City: Die vielen Kostüme, die mit klassisch-realistischer Note oder mit Comic-Liebe ins Auge stechen, gefallen besonders gut. Jedes Kostüm gibt diverse Anpassungsmöglichkeiten, darüber hinaus helfen diverse Skins dabei, dass wir stets mit Style und Klasse auf Verbrecherjagd gehen können.
Die Feinde und ihre angezeigten Stufen entwickeln sich ohnehin mit unserem Heldenfortschritt mit und werfen somit ein großes Fragezeichen über das eingebaute RPG-System. So gewinnt alles enorm an Nichtigkeit. Und dann wäre da noch der Multiplayer: Gemeinsam ist natürlich verlockend in Bezug auf ein Team-up-Spiel, doch die vielen tiefgreifenden Probleme sorgen letztlich dafür, dass es keinen sonderlich großen Unterschied macht, ob wir allein oder gemeinsam gegen den Rat der Eulen agieren: Ein unbefriedigendes Spielprinzip bleibt eben ein unbefriedigendes Spielprinzip.
Multiplayer, Technik & Barrierefreiheit
Natürlich bereitet es Freude, wenn man als Batgirl gemeinsam mit einem Partner eine feindliche Basis infiltriert und sich schrittweise durch die Schatten bewegt, um Gegnerhorden lautlos zu reduzieren. Doch zum einen fehlt es an Abwechslung und Skills, um langfristig ans Gamepad zu fesseln. Zum anderen bereitet die Technik weitere Probleme. Das ist aber nicht nur im Multiplayer so, sondern ein fester Bestandteil vom neuen Gotham City. Dazu aber gleich mehr.
Einen wirklichen Mehrwert bietet Gotham Knights im Online-Modus also nicht: Mal bekommt der Partner keine Missionsziele angezeigt und muss sich dann selbst durch das Menü kämpfen, um herauszufinden, was eigentlich der gemeinsame Plan ist. Mal ist es nur einer Person im Team möglich, Nebenaktivitäten zu lösen. Zusätzlich stört, dass in Cutscenes nur der Held gezeigt wird, der die Story-Sequenz ausgelöst hat. In Gesprächen stehen die weiteren beteiligten Helden nur ahnungslos und unbeteiligt am Rand herum.
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Ich bin gespannt ob ich es überhaupt noch zu Ende bekomme.
Ich fand die Machart aber leider eben nicht so gut. So eine Geschichte hätte man bereits in Arkham City anfangen müssen. Denn so hatte der Reveal für mich keine besondere Tragweite.
Aber nun gut, ich bin auf jeden Fall extrem gespannt, wie Rocksteadys Suicide Squad sein wird. Hoffentlich wird es mir helfen, Gotham Knights schnell zu vergessen:ugly:
Ich fand die Machart aber leider eben nicht so gut. So eine Geschichte hätte man bereits in Arkham City anfangen müssen. Denn so hatte der Reveal für mich keine besondere Tragweite.
Wenn man bspw. in Arkahm City den Verlust von Jason Todd inszeniert hätte, wäre das ein sehr viel stärkerer Moment, wenn in Arkahm Knight der Reveal kommt, dass er überlebt hat.
Man hat keine Bezugspunkte zur Figur des Jason Todd, da er in allen anderen Arkham-Spielen mit keinem Wort erwähnt wird.
Und Fun Fact: Ich habe mir am Halloween-Abend hier im örtlichen Comicbuchladen eine Ausgabe von Long Halloween besorgt, damit ich das endlich mal nachholen kann. ^^
Den großen Plottwist rund um den Arkham Knight fand ich einfach soooo konstruiert. Wir führen in diesem Spiel einen Charakter ein, den wir vorher noch nie erwähnt haben, spendieren ihm ein paar Rückblenden inklusive tragischem Tod und ohhhhh... er steckt auch hinter dem Oberbösewicht des Spiels und der Reveal ist: Er lebt doch noch. Das ist imo richtig tölpelhaft zusammengeschustert.
Mir ist auch aufgefallen, dass viele User den Pattinson The Batman nicht gut finden, während ich die Anknüpfungspunkte an den Comic Klassiker "The Long Halloween" bei dem Film sehe und allein deshalb schon total feiere.
Grafik und Gameplay schon ziemlich gut. Aber die Story fand ich so viel schlechter, als die anderen und das Batmobil kotzt mich heute noch an. ^^
Exakt so isses. Warner Montreal hat auch Arkham Origins gemacht.
Echt fatal, dass sie unbedingt alles einreißen und neu machen mussten und nicht einfach auf dem Fundament der Arkham-Reihe aufgebaut haben.
Ach witzig. Ist jetzt das erste Mal, dass mir das aufgefallen ist. Hatte mir erst letztens RDR 1 und GTA 4 gekauft und das ging digital einwandfrei.