USK und Jugendschutz: Ist das schon Zensur?

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USK und Jugendschutz: Ist das schon Zensur?
Quelle: USK

Warum die USK nicht zensiert und man auch im Allgemeinen nicht wirklich von Zensur sprechen kann, klären wir in unserem Report zum Thema Jugendschutz.

Der naheliegende Gedanke, dass es nur genug Fälle geben muss, in denen eine bestimmte Art von Gewalt erlaubt ist, damit sie in anderen Spielen nicht mehr als Indizierungskriterium gilt, ist richtig. Wie man uns bei der USK schilderte, war die Nicht-Indizierung von Mortal Kombat X tatsächlich eine Überraschung für die Prüfstelle und man nahm die Entscheidung als Änderung der vorliegenden Spruchpraxis hin. Nach Einsicht des Entscheids zu Mortal Kombat X kam eine weitere interessante Begründung für den Verzicht auf eine Indizierung ans Licht: Aufgrund des inzwischen höheren Realismusgrads der Optik in Videospielen ist es Kindern und Jugendlichen leichter möglich, zwischen Fantasy-Settings und realen Rahmenhandlungen zu unterscheiden.

Dass Hogwarts Legacy ab 12 freigegeben ist, liegt daran, dass die Welt um Harry Potter vielen Kindern im mittleren Schulalter als fantastisch bekannt ist und sich die Kämpfe mit dem Zauberstab nicht mit ihrer Lebensrealität überschneiden. Da die Kämpfe neben Erkundung, Dialogen, Ressourcen-Management und Rätseln nicht das Hauptelement des Spiels darstellen, unterscheidet sich Hogwarts Legacy als Action-Adventure zudem grundlegend von reinen Kampfspielen oder Shootern.

Für die Indizierung ist bei Weitem nicht nur relevant, wie hoch der Gewaltgrad ist, sondern auch, wie häufig Spieler damit konfrontiert werden.

Weiterentwicklung der Kriterien

Dass sich Spruchpraxen weiterentwickeln und Indizierungskriterien ändern, hängt nicht davon ab, dass nachrückende Mitglieder der Gremien liberaler sind oder einen anderen Blick auf Spiele werfen.

Stattdessen entwickelt sich schlicht der Medienumgang von Jugendlichen. So sind Zombies in Medien heutzutage keine Besonderheit mehr. Jugendliche sind mit dem Konzept eines Untoten vertraut und können eine klare Abgrenzung zu lebenden Menschen ziehen.

In der Jugend-Medienwirkungsforschung versucht man indes herauszufinden, welche Faktoren für eine Jugendgefährdung sorgen. Dass gewalthaltige Spiele einen kurzfristigen Effekt auf die Nutzer haben, wurde schon nachgewiesen, wie eine Metastudie von Craig Anderson aus dem Jahr 2004 zeigt.

Festgestellt wurde nicht nur, dass gewalthaltige Titel kurzzeitig aggressive Gedanken fördern und sogar dementsprechende Gehirnareale aktiver sind, sondern auch, dass man vermehrt von feindlichen Absichten und eher von gewalttätigen Handlungen eines Gegenübers ausgeht.

Ein Mann, der auf der Wii spielt und ein blaues T-Shirt mit USK-Sigeln trägt. Quelle: USK Es existieren jedoch nicht genug Längsschnittstudien, mit denen man nachweisen könnte, dass der anhaltende Konsum brutaler Spiele langfristig die Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen und Kindern negativ beeinflusst. Auf der anderen Seite konnte dieser Effekt aber auch noch nicht ausgeschlossen werden. Daher geht man zum Schutz Minderjähriger in der Entscheidungsfindung von Indizierungskriterien eher übervorsichtig vor.

Die BZKJ sagt dazu: "Auch, wenn die Nutzung gewalthaltiger Medien keinesfalls zwangsläufig einen schädlichen Einfluss auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen hat, so haben die Entscheidungen der Bundesprüfstelle auch gefährdungsgeneigte Jugendliche mit zu berücksichtigen."

Damit schließt die Bundeszentrale nicht aus, dass Minderjährige mit entsprechendem Medienverständnis und gefestigter Persönlichkeit derartige Titel spielen können.

Denn wie bei der Alterseinstufung der USK oder FSK bei Filmen dürfen die Erziehungsberechtigten ihren Kindern indizierte Spiele zugänglich machen - vorausgesetzt, sie verletzen damit nicht grob ihre Erziehungspflicht. Das bedeutet: Sich gemeinsam mit dem Spiel auseinanderzusetzen ist okay, indizierte Titel einfach offen herumliegen zu lassen wiederum nicht.

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    • Kommentare (39)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Pizzakaese Spiele-Novize/Novizin
        Zitat von 1xok
        Überwachung ist aber ein ganz böses Wort.
        Ja Entschuldigung. Die Wortwahl des Wortes war schlecht. Aber ich denke das du weist was ich meine.
      • Von Pizzakaese Spiele-Novize/Novizin
        Zitat von 1xok
        Überwachung ist aber ein ganz böses Wort.
        Ja Entschuldigung. Die Wortwahl des Wortes war schlecht. Aber ich denke das du weist was ich meine.
      • Von 1xok Mitglied
        Zitat von Pizzakaese
        Ich denke mal für =>18 Titel muss eine ganz andere Überwachung/Lösung mal her.
        Überwachung ist aber ein ganz böses Wort.

        In Deutschland könnte man einfach die Giropay-ID verwenden, siehe:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Derzeit gibt es gar keine Kontrolle.
      • Von Pizzakaese Spiele-Novize/Novizin
        Zitat von 1xok
        Aber dadurch würde Valve trotzdem weniger verkaufen und dem Jugendschutz würde das wahrscheinlich nicht reichen, obwohl Jugendliche dadurch wesentlich besser geschützt wären als mit der jetzigen Lösung.
        Ich denke mal für =>18 Titel muss eine ganz andere Überwachung/Lösung mal her.
        Damals haben wir im Laden auch alles kaufen können, oder Mammi Pappi oder der ältere Freund/in usw.
        Das Thema ist doch schon älter als Steam&Co.
        Das wirkliche Problem, Kinder können nicht wählen, also interessiert es nicht wirklich die Politik. Hauptsache der Rubel rollt.
        Wobei, der Staat sollte sich das mit dem Rubeln mal überlegen, weil die Big Firmen haben ja alle Ihre Briefkasten Steueroasen.
      • Von 1xok Mitglied
        Zitat von Worrel
        Also bei Lidl gibt's die ab13:
        Danke für die Info, das wusste ich nicht.
        Zitat von Worrel
        Die Gesetzgebung bei physischen Spielepackungen lautet ja: ein u18 darf ab18 Titel nicht kaufen - aber wenn er das von seinen Eltern genehmigt bekommt, darf er das spielen.
        Ein kontinuierlicher Alterscheck bei jedem Spielstart ist auch völliger Overkill:
        Ja, klar. Nur Du weißt ja wie viele Jugendschützer und Politiker abgehen, wenn sie mal Blut geleckt haben. Valve und andere scheuen daher wirksame Altersverifikation wie der Teufel das Weihwasser. Ich würde mir eine einmalige optionale Altersverifikation wünschen. Danach ist der Account als "erwachsen" markiert und kann alles sehen und kaufen, was er will. Gleichzeitig könnte jeder Account jedes Spiel als Geschenk erhalten. Eltern könnten Spiele wie GTA V dann für ihre minderjährigen Kinder kaufen.

        Aber dadurch würde Valve trotzdem weniger verkaufen und dem Jugendschutz würde das wahrscheinlich nicht reichen, obwohl Jugendliche dadurch wesentlich besser geschützt wären als mit der jetzigen Lösung.

        Zitat von Worrel
        Nope, die wissen nur, was du ihnen als Daten gibst und was sie als Daten abgreifen können.
        Sicher ist das vieles, aber nicht alles.
        Sagen wir mal, es ist mehr als genug.
      • Von Worrel Mitglied
        Zitat von 1xok
        Bei Steam Karten ab 18, weil im Shop ohne Altersverifikation Spiele ab 18 angeboten werden. Das gleiche gilt auch für die Playstation und andere Shops ohne Alterskontrolle. Da funktioniert das System.
        Also bei Lidl gibt's die ab13:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Zitat von 1xok
        Mit einer wirksamen Alterskontrolle z.B. über Giropay würde ihm das gar nichts helfen. Er könnte dann die in seiner Bibliothek befindlichen Spiele eventuell nicht mal mehr starten.
        Die Gesetzgebung bei physischen Spielepackungen lautet ja: ein u18 darf ab18 Titel nicht kaufen - aber wenn er das von seinen Eltern genehmigt bekommt, darf er das spielen.
        Ein kontinuierlicher Alterscheck bei jedem Spielstart ist auch völliger Overkill: es reicht doch eigentlich konzeptionell völlig, einmal pro Account beim Überschreiten von relevanten Altersgrenzen seinen Perso vorzuzeigen (nicht: den Perso zu speichern!), so daß in der Datenbank abgehakt werden kann: "ist älter als X" und schon kann man den Wert jederzeit im Shop aus der DB abfragen und dementsprechend Titel im Shop ausblenden.
        Zitat von 1xok
        Doch wissen die. Alleine schon wg. PATRIOT Act. Sobald Du da mal via Karte oder Paypal bezahlt hast, wissen die alles über Dich.
        Nope, die wissen nur, was du ihnen als Daten gibst und was sie als Daten abgreifen können.
        Sicher ist das vieles, aber nicht alles.
      Direkt zum Diskussionsende
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