USK und Jugendschutz: Ist das schon Zensur?

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USK und Jugendschutz: Ist das schon Zensur?
Quelle: USK

Warum die USK nicht zensiert und man auch im Allgemeinen nicht wirklich von Zensur sprechen kann, klären wir in unserem Report zum Thema Jugendschutz.

Das Ding mit der Post-Mortem-Verstümmelung

Etwas verwunderlich kommt da die USK-Entscheidung zu Atomic Heart daher. Wir sind glücklich, dass der Titel nicht indiziert wurde, aber auch hier ist Post-Mortem-Verstümmelung möglich, und zwar an menschlichen Leichen und nicht an reglosen Zombies. Laut Bericht der USK gibt es herumliegende Tote nur an wenigen Stellen, und deren Zerstückelung durch Beschuss könnte sich nachteilig auf den Spielerfolg auswirken, da so Munition verbraucht wird. Das sah in unserem Test allerdings anders aus: Es gibt überall menschliche Leichen, die man auch mit der Axt zerkleinern kann, Munition ist für den gewünschten Dismembering-Effekte also gar nicht nötig.

Ein wenig klingt es in der Begründung der Behörde, als habe es an Zeit für die Sichtung gemangelt, das entsprechende Feature wurde also mehr oder weniger übersehen. Allerdings muss erwähnen, dass es eine begrenzte Anzahl von verstümmelbaren Leichen in Atomic Heart gibt, während die Zerstückelung in Dead Island oder Dying Light 2 bei jedem Gegner möglich ist, der zu Boden geht.

Dass es sich laut USK bei den humanoiden Robotern nicht um menschlich gestaltete Gegnerfiguren handelt, mag zwar Haarspalterei sein, aber die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle schrammt mit ihrem bürokratischen Vorgehen ja auch nur knapp am Status einer Behörde vorbei.

Internationale Unklarheit

Zuletzt kam es wegen ebendieser bürokratischen Vorgänge zur Verwirrung, als zunächst die Beta von Diablo 4 ab 18 Jahren und dann die Vollversion des Action RPGs mit einer USK-16-Einstufung erschien. Man könnte meinen, dass eine Beta, wenn überhaupt, eine niedrigere Altersgrenze als das Hauptspiel verpasst bekommt, da sie weniger Inhalt zu bieten hat als das gesamte Spiel.

Tatsächlich aber wurde die abgespeckte Vorabversion nie von der USK getestet. Beim Sichten wird nämlich zwischen Trägermedien und reinen Online-Inhalten unterschieden. Für rein digitale Angebote, wozu neben Betas auch Apps zählen, existiert ein internationales Angebot, das hilft, die schiere Menge an Inhalten abzudecken.

Lilith schaut herab. Quelle: PC Games Die Internationale Age Rating Coalition, kurz IARC, stellt einen Fragebogen, den Entwickler von digitalen Medien ausfüllen und als Resultat automatisierte Alterseinstufungen bekommen, die je nach Land oder Verbund unterschiedlich ausfallen können. So stuft die deutsche USK Gewalt etwa schlimmer ein als die europäische PEGI und im amerikanischen ESRB-System wird Nacktheit sehr viel strenger bewertet.

Gegenüber diesem System stellt die USK ihre Arbeit als besonders positiv heraus, denn durch das Testen der Spiele von einem Menschen können Nuancen viel besser eingeordnet werden und der Jugendschutz entwickelt sich dementsprechend weiter.

Stets ein Schritt nach vorn

Mit neuen Technologien entstehen auch neue Gefahren für Jugendliche - die Entwicklung von Heranwachsenden stören kann nicht nur die Verherrlichung von Gewalt oder Drogenkonsum. Seit Anfang 2023 hat die USK auch ein Augenmerk auf Mikrotransaktionen, Lootboxen und Ingame-Chats.

Laut Elisabeth Secker häuften sich im Zuge dieser Umstellung die Presseanfragen um FIFA und Bitten um Auskunft, mit welcher Alterskennzeichnung man für die Sport-Simulation rechnen kann. Die Existenz von Glücksspielmechaniken in Form von Ultimate Team macht es wahrscheinlich, dass es eine Altersbegrenzung erhalten wird.

Ein Schlupfloch gibt es aber für Hersteller entsprechender Spiele doch: Wenn die Entwickler Tools für die Eltern bereitstellen, mit denen es möglich ist, die Nutzung von Lootboxen, Mikrotransaktionen und Ingame-Chat zu beschränken, kann die Alterskennzeichnung gegebenenfalls beibehalten werden.

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    • Kommentare (39)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Pizzakaese Spiele-Novize/Novizin
        Zitat von 1xok
        Überwachung ist aber ein ganz böses Wort.
        Ja Entschuldigung. Die Wortwahl des Wortes war schlecht. Aber ich denke das du weist was ich meine.
      • Von Pizzakaese Spiele-Novize/Novizin
        Zitat von 1xok
        Überwachung ist aber ein ganz böses Wort.
        Ja Entschuldigung. Die Wortwahl des Wortes war schlecht. Aber ich denke das du weist was ich meine.
      • Von 1xok Mitglied
        Zitat von Pizzakaese
        Ich denke mal für =>18 Titel muss eine ganz andere Überwachung/Lösung mal her.
        Überwachung ist aber ein ganz böses Wort.

        In Deutschland könnte man einfach die Giropay-ID verwenden, siehe:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Derzeit gibt es gar keine Kontrolle.
      • Von Pizzakaese Spiele-Novize/Novizin
        Zitat von 1xok
        Aber dadurch würde Valve trotzdem weniger verkaufen und dem Jugendschutz würde das wahrscheinlich nicht reichen, obwohl Jugendliche dadurch wesentlich besser geschützt wären als mit der jetzigen Lösung.
        Ich denke mal für =>18 Titel muss eine ganz andere Überwachung/Lösung mal her.
        Damals haben wir im Laden auch alles kaufen können, oder Mammi Pappi oder der ältere Freund/in usw.
        Das Thema ist doch schon älter als Steam&Co.
        Das wirkliche Problem, Kinder können nicht wählen, also interessiert es nicht wirklich die Politik. Hauptsache der Rubel rollt.
        Wobei, der Staat sollte sich das mit dem Rubeln mal überlegen, weil die Big Firmen haben ja alle Ihre Briefkasten Steueroasen.
      • Von 1xok Mitglied
        Zitat von Worrel
        Also bei Lidl gibt's die ab13:
        Danke für die Info, das wusste ich nicht.
        Zitat von Worrel
        Die Gesetzgebung bei physischen Spielepackungen lautet ja: ein u18 darf ab18 Titel nicht kaufen - aber wenn er das von seinen Eltern genehmigt bekommt, darf er das spielen.
        Ein kontinuierlicher Alterscheck bei jedem Spielstart ist auch völliger Overkill:
        Ja, klar. Nur Du weißt ja wie viele Jugendschützer und Politiker abgehen, wenn sie mal Blut geleckt haben. Valve und andere scheuen daher wirksame Altersverifikation wie der Teufel das Weihwasser. Ich würde mir eine einmalige optionale Altersverifikation wünschen. Danach ist der Account als "erwachsen" markiert und kann alles sehen und kaufen, was er will. Gleichzeitig könnte jeder Account jedes Spiel als Geschenk erhalten. Eltern könnten Spiele wie GTA V dann für ihre minderjährigen Kinder kaufen.

        Aber dadurch würde Valve trotzdem weniger verkaufen und dem Jugendschutz würde das wahrscheinlich nicht reichen, obwohl Jugendliche dadurch wesentlich besser geschützt wären als mit der jetzigen Lösung.

        Zitat von Worrel
        Nope, die wissen nur, was du ihnen als Daten gibst und was sie als Daten abgreifen können.
        Sicher ist das vieles, aber nicht alles.
        Sagen wir mal, es ist mehr als genug.
      • Von Worrel Mitglied
        Zitat von 1xok
        Bei Steam Karten ab 18, weil im Shop ohne Altersverifikation Spiele ab 18 angeboten werden. Das gleiche gilt auch für die Playstation und andere Shops ohne Alterskontrolle. Da funktioniert das System.
        Also bei Lidl gibt's die ab13:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Zitat von 1xok
        Mit einer wirksamen Alterskontrolle z.B. über Giropay würde ihm das gar nichts helfen. Er könnte dann die in seiner Bibliothek befindlichen Spiele eventuell nicht mal mehr starten.
        Die Gesetzgebung bei physischen Spielepackungen lautet ja: ein u18 darf ab18 Titel nicht kaufen - aber wenn er das von seinen Eltern genehmigt bekommt, darf er das spielen.
        Ein kontinuierlicher Alterscheck bei jedem Spielstart ist auch völliger Overkill: es reicht doch eigentlich konzeptionell völlig, einmal pro Account beim Überschreiten von relevanten Altersgrenzen seinen Perso vorzuzeigen (nicht: den Perso zu speichern!), so daß in der Datenbank abgehakt werden kann: "ist älter als X" und schon kann man den Wert jederzeit im Shop aus der DB abfragen und dementsprechend Titel im Shop ausblenden.
        Zitat von 1xok
        Doch wissen die. Alleine schon wg. PATRIOT Act. Sobald Du da mal via Karte oder Paypal bezahlt hast, wissen die alles über Dich.
        Nope, die wissen nur, was du ihnen als Daten gibst und was sie als Daten abgreifen können.
        Sicher ist das vieles, aber nicht alles.
      Direkt zum Diskussionsende
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