Command & Conquer 3 Tiberium Wars

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Command & Conquer 3 Tiberium Wars Die Filmsequenzen der Command & Conquer-Serie waren seit jeher legendär. Sie brachten die Story voran und zeigten für ihre Zeit atemberaubende Kampfszenen. Auch diesmal geht Electronic Arts wieder den Leinwand-Weg und lässt namhafte Serien-Schauspieler auf GDI- und Nod-Seite agieren. Allerdings: Obwohl die Akteure sicher nicht eben aus der Portokasse bezahlt wurden, hätte es preisbewusster auch eine Anfrage beim örtlichen Theater getan. Was Regisseur Richard Taylor mit den Akteuren zusammengedreht hat, verleitet wahlweise zu einer gehörigen Portion Fremdscham oder zu einem latenten Anflug von Langeweile.

Die Sequenzen sind über weite Teile nicht spannend, sondern viel zu dialog-lastig und unglaubwürdig. Natürlich mag der geneigte Leser jetzt einwerfen, dass immerhin kaum ein anderes Spiel derartig viel Möchtegern-Cineastik unterbringt. Richtig - nur leider ändert das nichts daran, dass die anfängliche Freude über neue Sequenzen schnell einer Ernüchterung weicht.

Mehr Inhalt, weniger Kunst!
Die Unterschiede der verschiedenen Superwaffen sind hauptsächlich optisch. Hier sehen Sie die Kluft der Scrin.
Quelle: PCGames Die Unterschiede der verschiedenen Superwaffen sind hauptsächlich optisch. Hier sehen Sie die Kluft der Scrin. Den hier verlorenen Boden macht Command & Conquer 3 zum Teil durch die wirklich spaßigen Einheiten gut. Die Kombinationsmöglichkeiten der Scrin-Rasierklingenschwärme oder die weibliche Elite-Einheit der Bruderschaft von Nod bereiten beim Spielen jedem Strategen enorme Freude. Auch die durch den Gebäudebau freigeschalteten Spezial-Aktionen - vom Säen weiteren Tiberiums über den Anflug eines Orca-Geschwaders bis zur Herbeirufung des Mutterschiffes - und die verschiedenen Panzerungszonen der Fahrzeuge würzen den Spielablauf.

Doch sonst hat Electronic Arts zugunsten eines möglichst klassischen Gameplays viele gute Elemente anderer wie eigener Echtzeit-Strategiespiele nicht übernommen. Die Zoom-Funktion, Bauschleifen und das Wegpunkte-Management von Supreme Commander fallen als Erstes auf - trotz der acht per Tastenkürzel zu erreichenden Bildschirmausschnitte fehlt dadurch etwas die Übersicht.

Helden gibt es im Spiel nicht. Zwar verfügen alle drei Fraktionen über eine solo agierende Elite-Infanterie-Einheit. Diese bringt Ihnen das Spiel aber an keiner Stelle als Charakter näher, wie es beim hauseigenen Alarmstufe Rot 2 noch ganz selbstverständlich war. Somit wachsen die eigenen Einheiten kaum ans Strategenherz.
Je mehr gegnerische Vehikel Ihre Einheiten dematerialisiert haben, desto höher steigen sie im Rang. Es lohnt sich aber nicht, missionsübergreifend einen besonderen Blick für die lieb gewonnenen Veteranen zu bewahren, denn im Gegensatz zu Die Schlacht um Mittelerde übernehmen Sie keine Soldaten und Fahrzeuge in die folgenden Szenerien.

All das sind Punkte, die den Fan nicht stören werden, weil sie nun einmal zu C&C gehören wie Kanes "Kuckuck, da bin ich wieder", die aber beim Wegfall des Tiberium-Bonus negativ zu Buche schlagen. In die sterilen Gefilde eines Supreme Commander driftet Tiberium Wars dennoch nicht ab. Denn Einheiten und Landschaften sind wirklich deutlich lebendiger, die Kampagne ist viel abwechslungsreicher und die Geschichte - wiewohl in sich etwas wenig geschlossen - verdient zumindest den Namen. Große Überraschungsmomente allerdings bleiben aus.

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