Code Vein 2: Das Soulslike mit Fanservice

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Test Yannik Cunha - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Code Vein 2: Das Soulslike mit Fanservice
Quelle: PC Games

Die Technik von Code Vein 2 ist eine Katastrophe und wir erklären, warum der Gameplay-Loop nicht funktioniert.

Aber dann war es soweit. Nach irgendeinem, natürlich kopierten, Mini-Boss, wurde unsere Hauptquest abgehakt. Ein Boss von zwei. Super. Also noch mehr laufen. Ganz unten im Bergwerk sind übrigens noch ein paar Giftpfützen, die wirken aber so zufällig platziert, dass wir mit ihnen zum Glück nicht interagieren mussten. Wir waren hier das erste Mal froh, dass die Spielwelt wirklich alles andere als interaktiv und interessant aufgebaut ist. Immerhin kein Dark-Souls-1-Blighttown. Die Bergwerk-Mission endet übrigens in dem erwähnten Schloss, das aber auch nur ein grauer Kasten ist - innen, sowie außen.

Emo-Edgelord Lyle. Er mag niemanden. Außer uns - aber erst nach einem Massenmord an Monstern. Quelle: PC Games Emo-Edgelord Lyle. Er mag niemanden. Außer uns - aber erst nach einem Massenmord an Monstern. Unser Begleiter Lyle findet uns am Ende der Reise übrigens ganz toll und verrät uns auch aus dem Nichts heraus seine tiefsten Geheimnisse. Und um das noch einmal für euch aufzudröseln: Uns wurde der Typ vor unserer stundenlangen Odyssee fast schon nebenbei als wortkarger Edgelord vorgestellt, der niemanden mag. Nach ca. zehn Stunden Spielzeit, gefühlten tausenden getöteten Monstern und einer ganzen Konversation zwischen den beiden, ist Lyle plötzlich Fan von uns.

Äußerst überzeugend. Seine Geschichte wird dann übrigens auch mit 2-3 Zwischensequenzen abgefrühstückt und endet einfach. Offensichtlich lag der Fokus weder auf Lyle, noch auf den anderen männlichen Charakteren. Ihre Geschichten sind bis auf eine Ausnahme im Vergleich zu den Frauen sehr schlicht gehalten, bieten wenig Tiefe und sind dabei genauso langweilig präsentiert wie die der weiblichen Figuren.

Gameplay-Loop

Aber warum waren wir so versessen darauf, unsere Horrorgeschichte mit dem Bergwerk so genau zu erzählen? Weil im Grunde das komplette Spiel so funktioniert. Wir treffen einen Helden und nehmen ihn mit auf eine Reise durch die offene Spielwelt. Genau wie das Bergwerk ist die Welt aber recht leer, bis auf ein paar Points of Interest. Dort gibt es dann immer einen kleinen Dungeon mit einem normalen Gegner plus HP-Boost als Boss und mit Glück eine Belohnung, die uns interessiert.

Einer der Story-Bosse, die uns ohne wenn und aber überzeugen konnten. Das ist richtig gutes Boss-Design! Quelle: PC Games Einer der Story-Bosse, die uns ohne wenn und aber überzeugen konnten. Das ist richtig gutes Boss-Design! Dann kommen wir in storyintensivere Gefilde, schauen einige Zwischensequenzen, hauen einen Boss um und reisen zurück in die Gegenwart, um einen weiteren Boss umzuhauen. Diese letzten Bosse in dem Ablauf sind meistens die einzigen, die wirklich interessante Movesets haben und bei denen wir auch einmal nachdenken müssen. Aber wie schon gesagt: Ab der Mitte des Spiels ist der Powerlevel auf jeder Ebene einfach zu hoch. Wir haben einige dieser Bosse nur geschafft, weil wir selbst Skills haben, die so schlecht gebalanced sind, dass wir kaum mehr Schaden nehmen können. Spaß bereitet es aber auf keinen Fall, so eine Taktik zu wählen.

Die Sahne auf der Torte

Was ebenfalls noch keinen Spaß bereitet, ist die Framerate. Bei dem Logo der Unreal Engine 5 spannt sich ohnehin schon jeder Muskel unseres Körpers an. Und Code Vein 2 beweist auch, warum das so ist. Egal ob wir die offene Spielwelt erkunden, kämpfen oder Cutscenes schauen, es gibt immer, wirklich immer FPS-Einbrüche und nachladende Texturen - und das auf der PS5 Pro! Besonders in engen Dungeons, in denen viele Gegner geladen werden müssen, ruckelt das Ding wie verrückt.

Für diese Art von Einbrüchen sieht das Spiel auch einfach nicht gut genug aus. Klar, die Charaktere sind sehr hübsch ja auch ein Hauptfokus des Spiels, das macht aber die komplette Performance bei weitem nicht wett. Dazu bewegen sich die Anime-Figuren durch eine viel zu realistische Welt. Das wirkt als würden zwei komplett verschiedene Spielwelten zu einer fusionieren, die sich völlig hakelig dreht.

Ein Drittel

Code Vein 2 hat tatsächlich aber auch schöne Momente und interessante Bilder zu bieten, das geht zwischen den ewig langen Stunden an langweiliger Erkundung aber fast komplett verloren. Hätte man sich entschieden, der Spielwelt nur ein Drittel der Größe zu geben, die sie jetzt hat, hätte man sich auf sehr viel bessere Momente konzentrieren können.

Auf bessere Kämpfe, nuancierter verpackte Geschichten, schönere Bilder und weniger langweilige Exploration. Denn grundlegend haben die Entwickler es drauf, coole Bosse mit interessanten Movesets zu bauen, und auch ein paar Story-Momente sind ziemlich interessant. Aber in der Masse dieses ca. 50 Stunden langen Spiels geraten die wenigen guten Momente in Vergessenheit und was bleibt, ist die Erinnerung an Stahlgänge und Berge.

Meinung

Wertung zu Code Vein 2 (PS5)

Wertung:

5.5 /10
Fazit

Code Vein hat sich leider kaum weiterentwickelt. Trotz Zeitreisen wurde hier nicht mit der Zeit gegangen, Systeme sind veraltet oder nicht zu Ende gedacht. Die Spielwelt ist gähnend leer, sodass auch ein cooles Steampunk-Motorrad das Ganze nicht mehr rettet. Der Rollenspiel-Aspekt funktioniert super, bis die Bosse viel zu abgedreht werden. Technisch ist das Spiel eine Vollkatastrophe. Ich würde lieber noch einmal Dark Souls 1 oder sogar Code Vein 1 spielen, als noch einmal Code Vein 2 einzulegen.

Code Vein 2 erscheint am 30. Januar 2026 für alle gängigen Plattformen, außer Switch 2. Vorbesteller der Deluxe-Version können den Nachfolger des Anime-Soulslikes schon am 27. Januar 2026 spielen. Transparenzhinweis: Für die Erstellung dieses Beitrags wurde uns von Bandai Namco eine fertige Version des Spiels zur Verfügung gestellt.

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  1. Seite 1 Die verwirrende Story und ein Harem
  2. Seite 2 Fanservice Deluxe und warum der Kampf nicht funktioniert
  3. Seite 3 Der schlimmste Level jemals und schlechte Balance
  4. Seite 4 Technik, Männer und warum der Gameplay-Loop nicht überzeugt
    • Kommentare (4)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von JakaelReisser Volontär
        Zitat von Ikarooz
        Wow, du würdest dir das weiße Kathedralengebiet aus Teil 1 NOCHMAL antun? :D
        Der Test hat Spaß gemacht zu lesen und hat ehrlich pros und cons aufgetischt, danke dafür! Dachte mir schon dass CV2 da wieder in ne holprige Richtung geht, leider. Klar, die Zielgruppe ist eindeutig und verkaufen wird sichs auch ein bisschen, die meisten wird aber so Zeitreise-Umarmungen kalt lassen
        Ich habe lange überlegt, das Bergwerk mit der Kathedrale zu vergleichen hahahahaha
      • Von JakaelReisser Volontär
        Zitat von Ikarooz
        Wow, du würdest dir das weiße Kathedralengebiet aus Teil 1 NOCHMAL antun? :D
        Der Test hat Spaß gemacht zu lesen und hat ehrlich pros und cons aufgetischt, danke dafür! Dachte mir schon dass CV2 da wieder in ne holprige Richtung geht, leider. Klar, die Zielgruppe ist eindeutig und verkaufen wird sichs auch ein bisschen, die meisten wird aber so Zeitreise-Umarmungen kalt lassen
        Ich habe lange überlegt, das Bergwerk mit der Kathedrale zu vergleichen hahahahaha
      • Von Ikarooz Stille/r Leser/in
        Wow, du würdest dir das weiße Kathedralengebiet aus Teil 1 NOCHMAL antun? :D
        Der Test hat Spaß gemacht zu lesen und hat ehrlich pros und cons aufgetischt, danke dafür! Dachte mir schon dass CV2 da wieder in ne holprige Richtung geht, leider. Klar, die Zielgruppe ist eindeutig und verkaufen wird sichs auch ein bisschen, die meisten wird aber so Zeitreise-Umarmungen kalt lassen
      • Von JakaelReisser Volontär
        Zitat von Orkhammer
        Uiii, ich hatte es eigentlich auf meiner erweiterten Wunschliste.
        Doch das Fazit hier ist schon etwas anders, etwa 20 Punkte unter Metascore.
        Ich mochte Teil 1 an sich. Nicht überragend, aber ganz nett.
        Mal die ersten Letsplays auch noch abwarten.
        Ich fand Teil 1 sogar besser, ich weiß nicht ob es am damaligen Skill-Level und Zeitgeist liegt, aber nach meiner Erinnerung konnte ich da nicht jeden Gegner per Backstab ausschalten. Das Leveldesign von damals hat mir auch besser gefallen, nur die Geschichte ist hier besser. Also an sich, nicht wie sie erzählt wird, das ist pointiert klasse, aber meistens leider nicht.
        Ach, ich könnte noch Tausende zeilen zu diesem Spiel schreiben, es könnte so viel besser sein, sogar mit gleichen Entwickler meiner Meinung nach. Nur die Entscheidungen die getroffen wurden, sind größtenteils, bestenfalls fraglich.
      • Von Orkhammer Hobby-Spieler/in
        Uiii, ich hatte es eigentlich auf meiner erweiterten Wunschliste.
        Doch das Fazit hier ist schon etwas anders, etwa 20 Punkte unter Metascore.
        Ich mochte Teil 1 an sich. Nicht überragend, aber ganz nett.
        Mal die ersten Letsplays auch noch abwarten.
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