Code Vein 2: Das Soulslike mit Fanservice
Die Technik von Code Vein 2 ist eine Katastrophe und wir erklären, warum der Gameplay-Loop nicht funktioniert.
Auf dieser Seite
Aber dann war es soweit. Nach irgendeinem, natürlich kopierten, Mini-Boss, wurde unsere Hauptquest abgehakt. Ein Boss von zwei. Super. Also noch mehr laufen. Ganz unten im Bergwerk sind übrigens noch ein paar Giftpfützen, die wirken aber so zufällig platziert, dass wir mit ihnen zum Glück nicht interagieren mussten. Wir waren hier das erste Mal froh, dass die Spielwelt wirklich alles andere als interaktiv und interessant aufgebaut ist. Immerhin kein Dark-Souls-1-Blighttown. Die Bergwerk-Mission endet übrigens in dem erwähnten Schloss, das aber auch nur ein grauer Kasten ist - innen, sowie außen.
Quelle: PC Games
Emo-Edgelord Lyle. Er mag niemanden. Außer uns - aber erst nach einem Massenmord an Monstern.
Unser Begleiter Lyle findet uns am Ende der Reise übrigens ganz toll und verrät uns auch aus dem Nichts heraus seine tiefsten Geheimnisse. Und um das noch einmal für euch aufzudröseln: Uns wurde der Typ vor unserer stundenlangen Odyssee fast schon nebenbei als wortkarger Edgelord vorgestellt, der niemanden mag. Nach ca. zehn Stunden Spielzeit, gefühlten tausenden getöteten Monstern und einer ganzen Konversation zwischen den beiden, ist Lyle plötzlich Fan von uns.
Äußerst überzeugend. Seine Geschichte wird dann übrigens auch mit 2-3 Zwischensequenzen abgefrühstückt und endet einfach. Offensichtlich lag der Fokus weder auf Lyle, noch auf den anderen männlichen Charakteren. Ihre Geschichten sind bis auf eine Ausnahme im Vergleich zu den Frauen sehr schlicht gehalten, bieten wenig Tiefe und sind dabei genauso langweilig präsentiert wie die der weiblichen Figuren.
Gameplay-Loop
Aber warum waren wir so versessen darauf, unsere Horrorgeschichte mit dem Bergwerk so genau zu erzählen? Weil im Grunde das komplette Spiel so funktioniert. Wir treffen einen Helden und nehmen ihn mit auf eine Reise durch die offene Spielwelt. Genau wie das Bergwerk ist die Welt aber recht leer, bis auf ein paar Points of Interest. Dort gibt es dann immer einen kleinen Dungeon mit einem normalen Gegner plus HP-Boost als Boss und mit Glück eine Belohnung, die uns interessiert.
Quelle: PC Games
Einer der Story-Bosse, die uns ohne wenn und aber überzeugen konnten. Das ist richtig gutes Boss-Design!
Dann kommen wir in storyintensivere Gefilde, schauen einige Zwischensequenzen, hauen einen Boss um und reisen zurück in die Gegenwart, um einen weiteren Boss umzuhauen. Diese letzten Bosse in dem Ablauf sind meistens die einzigen, die wirklich interessante Movesets haben und bei denen wir auch einmal nachdenken müssen. Aber wie schon gesagt: Ab der Mitte des Spiels ist der Powerlevel auf jeder Ebene einfach zu hoch. Wir haben einige dieser Bosse nur geschafft, weil wir selbst Skills haben, die so schlecht gebalanced sind, dass wir kaum mehr Schaden nehmen können. Spaß bereitet es aber auf keinen Fall, so eine Taktik zu wählen.
Die Sahne auf der Torte
Was ebenfalls noch keinen Spaß bereitet, ist die Framerate. Bei dem Logo der Unreal Engine 5 spannt sich ohnehin schon jeder Muskel unseres Körpers an. Und Code Vein 2 beweist auch, warum das so ist. Egal ob wir die offene Spielwelt erkunden, kämpfen oder Cutscenes schauen, es gibt immer, wirklich immer FPS-Einbrüche und nachladende Texturen - und das auf der PS5 Pro! Besonders in engen Dungeons, in denen viele Gegner geladen werden müssen, ruckelt das Ding wie verrückt.
Für diese Art von Einbrüchen sieht das Spiel auch einfach nicht gut genug aus. Klar, die Charaktere sind sehr hübsch ja auch ein Hauptfokus des Spiels, das macht aber die komplette Performance bei weitem nicht wett. Dazu bewegen sich die Anime-Figuren durch eine viel zu realistische Welt. Das wirkt als würden zwei komplett verschiedene Spielwelten zu einer fusionieren, die sich völlig hakelig dreht.
Ein Drittel
Code Vein 2 hat tatsächlich aber auch schöne Momente und interessante Bilder zu bieten, das geht zwischen den ewig langen Stunden an langweiliger Erkundung aber fast komplett verloren. Hätte man sich entschieden, der Spielwelt nur ein Drittel der Größe zu geben, die sie jetzt hat, hätte man sich auf sehr viel bessere Momente konzentrieren können.
Auf bessere Kämpfe, nuancierter verpackte Geschichten, schönere Bilder und weniger langweilige Exploration. Denn grundlegend haben die Entwickler es drauf, coole Bosse mit interessanten Movesets zu bauen, und auch ein paar Story-Momente sind ziemlich interessant. Aber in der Masse dieses ca. 50 Stunden langen Spiels geraten die wenigen guten Momente in Vergessenheit und was bleibt, ist die Erinnerung an Stahlgänge und Berge.
Meinung
Code Vein 2 erscheint am 30. Januar 2026 für alle gängigen Plattformen, außer Switch 2. Vorbesteller der Deluxe-Version können den Nachfolger des Anime-Soulslikes schon am 27. Januar 2026 spielen. Transparenzhinweis: Für die Erstellung dieses Beitrags wurde uns von Bandai Namco eine fertige Version des Spiels zur Verfügung gestellt.

Der Test hat Spaß gemacht zu lesen und hat ehrlich pros und cons aufgetischt, danke dafür! Dachte mir schon dass CV2 da wieder in ne holprige Richtung geht, leider. Klar, die Zielgruppe ist eindeutig und verkaufen wird sichs auch ein bisschen, die meisten wird aber so Zeitreise-Umarmungen kalt lassen
Der Test hat Spaß gemacht zu lesen und hat ehrlich pros und cons aufgetischt, danke dafür! Dachte mir schon dass CV2 da wieder in ne holprige Richtung geht, leider. Klar, die Zielgruppe ist eindeutig und verkaufen wird sichs auch ein bisschen, die meisten wird aber so Zeitreise-Umarmungen kalt lassen
Doch das Fazit hier ist schon etwas anders, etwa 20 Punkte unter Metascore.
Ich mochte Teil 1 an sich. Nicht überragend, aber ganz nett.
Mal die ersten Letsplays auch noch abwarten.
Ach, ich könnte noch Tausende zeilen zu diesem Spiel schreiben, es könnte so viel besser sein, sogar mit gleichen Entwickler meiner Meinung nach. Nur die Entscheidungen die getroffen wurden, sind größtenteils, bestenfalls fraglich.
Doch das Fazit hier ist schon etwas anders, etwa 20 Punkte unter Metascore.
Ich mochte Teil 1 an sich. Nicht überragend, aber ganz nett.
Mal die ersten Letsplays auch noch abwarten.