Code Vein 2: Das Anime-Soulslike mit Fanservice im Test
Mittlerweile gibt es viele Soulslikes und jedes davon kommt mit einer frischen Idee. Code Vein 2 hat als frische Idee hübsche Anime-Girls, die uns lieben, und eine Menge Fanservice. Wir schauen uns im Test an, ob auch der Kampf überzeugt.
Mit Code Vein 2 kommt eines der ersten Soulslikes zurück.
Das Anime-Actiongame war damals eines der ersten Spiele, die die Souls-Formel kopiert haben und damit relativ erfolgreich werden konnten. Mittlerweile ist der Soulslike-Markt aber breitflächig abgedeckt und es braucht schon ganz besondere Ideen, um aus der Masse herauszustechen. Ob Code Vein 2 (jetzt kaufen / 59,49 € ) mit solchen um die Ecke kommt und uns der zweite Teil überzeugen kann, schauen wir uns in diesem Test an.
In diesem Artikel
Die Legende
Die Geschichte fängt an mit der Legende der Wiederkehr. Das ist so etwas wie eine Macht, die alles verdirbt, was sie berührt. Durch diese Wiederkehr haben sich fast alle Menschen und Tiere in sogenannte Schrecken verwandelt: willenlose Biester, die alles angreifen, was ihnen in die Quere kommt. Das Unheil führte später zu einem Ereignis namens "der Umsturz": Die stärksten Wiedergänger, also Vampire, haben sich zusammengetan, um gegen die Wiederkehr zu kämpfen und sie im Himmel zu versiegeln. Dabei mussten sich die Kämpfer aber opfern, in einen ewigen Schlaf fallen und werden seitdem als Helden gefeiert.
Als Nächstes kreieren wir in dem ausgiebigen Charakter-Editor unseren ganz eigenen Anime-Helden und es fängt an. Also, nicht das Spiel fängt wirklich an, sondern der Fanservice. Das Erste, was wir sehen, wenn unser Charakter seine Augen öffnet, ist ein schlafendes Mädchen aus der Ego-Perspektive.
Nachdem sie aufwacht, stellt sie sich uns als Lou vor und erklärt uns, dass wir gestorben sind, sie uns mit einem Ritual aber wiederbelebt hat. Dafür hat das Mädchen sogar ihr halbes Herz geopfert. Wieso? Tja, wüssten wir auch gerne. Weil unser Protagonist aber stumm ist, werden keine Fragen gestellt. Wir akzeptieren unser Schicksal und folgen Lou. Anscheinend will uns nämlich noch jemand sehen.
Nach einer kurzen Lauf-Session treffen wir dann auch auf diesen Jemanden: Lavina, eine ca. drei Meter große Frau. Und so sind direkt zwei Anime-Klischees erfüllt: Lou, die den kleinen Schwester-Charakter darstellt, den es in jedem Anime geben muss - natürlich trägt sie trotzdem ein kurzes Kleidchen. Und mit Lavina haben wir die riesige, kurvige Frau, natürlich mit Ausschnitt um Bauchnabel und Dekolleté, die auf uns herabschaut und uns herumkommandiert.
Sie erklärt uns, dass die Siegel der Wiedergänger schwächeln, weswegen wir die schlafenden Helden in ihren Kokons finden und ausschalten müssen, weil die Welt sonst untergehen wird.
Das Ganze wird in ziemlich kurzer Zeit erzählt und uns waren die Erklärungen auch nicht ganz schlüssig. Wieso soll es jetzt helfen, die Helden aus den Kokons zu holen und sie zu töten? Inwiefern hilft das Brechen des Siegels, die Wiederkehr einzuschränken? Sollte die Wiederkehr nicht wieder frei sein, wenn wir das Siegel dafür brechen, und was ist überhaupt der Plan danach?
Quelle: PC Games
Die riesige Goth-Mommy erklärt uns viel über Zeitreisen, ist bei ihren Konsequenzen aber ironischerweise sehr inkonsequent.
Verwirrend. Und um noch eine Schippe draufzulegen: Lou hat die Fähigkeit, durch die Zeit zu reisen. Also reisen wir mit ihr in die Vergangenheit, um die Helden zu treffen, bevor sie zu Helden wurden, um einen Weg zu finden, ihre Kokons zu öffnen, damit wir sie dann in der Gegenwart umbringen können. Alles klar. Aber wir machen uns darüber nicht zu viele Gedanken, lassen uns von Lou in den Arm nehmen und reisen mit ihr in die Vergangenheit - denn natürlich muss sie uns umarmen, um durch die Zeit reisen zu können.
Waifu-Simulator
Bei den Zeitreisen wird klar, was die Entwickler eigentlich wollten: Einzelne Geschichten um die verschiedenen Helden herum schreiben. Die sind an sich auch richtig spannend, aber trotzdem können wir sie nie wirklich ernst nehmen. Das hat mehrere Gründe. Zum einen, weil unser Protagonist still ist. Das Spiel möchte uns immer wieder verkaufen, dass wir mega-tiefe Bindungen zu Charakteren aufbauen können.
Das ist so etwas wie unsere spezielle Fähigkeit und erinnert stark an Sora aus Kingdom Hearts. Nur können wir es bei Sora nachvollziehen, weil er eine Persönlichkeit hat. Er ist nett, witzig, empathisch und hat das Herz am rechten Fleck - einfach ein angenehmer Geselle. Unser Held in Code Vein 2 bietet aber nichts, nichts außer purer Gewalt und immer mal wieder ein kleines Nicken oder Lächeln. Trotzdem schließen uns alle Charaktere immer sofort ins Herz.
Quelle: PC Games
Vor jedem Zeitsprung gibt es eine warme Umarmung von Lou.
Vor allem die Heldinnen. Die verlieben sich eigentlich von Anfang an in uns und geben uns auch direkt Kosenamen wie "Liebster". Mit einer der Heldinnen werden wir sogar direkt am Anfang ihrer Story schon verlobt, sie sagt zwar, das war nur für die Außenwirkung, aber trotzdem verhält sie sich permanent so, als wäre sie unsere Liebespartnerin.

Der Test hat Spaß gemacht zu lesen und hat ehrlich pros und cons aufgetischt, danke dafür! Dachte mir schon dass CV2 da wieder in ne holprige Richtung geht, leider. Klar, die Zielgruppe ist eindeutig und verkaufen wird sichs auch ein bisschen, die meisten wird aber so Zeitreise-Umarmungen kalt lassen
Der Test hat Spaß gemacht zu lesen und hat ehrlich pros und cons aufgetischt, danke dafür! Dachte mir schon dass CV2 da wieder in ne holprige Richtung geht, leider. Klar, die Zielgruppe ist eindeutig und verkaufen wird sichs auch ein bisschen, die meisten wird aber so Zeitreise-Umarmungen kalt lassen
Doch das Fazit hier ist schon etwas anders, etwa 20 Punkte unter Metascore.
Ich mochte Teil 1 an sich. Nicht überragend, aber ganz nett.
Mal die ersten Letsplays auch noch abwarten.
Ach, ich könnte noch Tausende zeilen zu diesem Spiel schreiben, es könnte so viel besser sein, sogar mit gleichen Entwickler meiner Meinung nach. Nur die Entscheidungen die getroffen wurden, sind größtenteils, bestenfalls fraglich.
Doch das Fazit hier ist schon etwas anders, etwa 20 Punkte unter Metascore.
Ich mochte Teil 1 an sich. Nicht überragend, aber ganz nett.
Mal die ersten Letsplays auch noch abwarten.