Code Vein 2: Das Soulslike mit Fanservice
Code Vein 2 hat wohl genauso viel Fanservice wie Rollenspiel-Aspekte, nur leider müssen wir mit denen nicht immer interagieren.
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Eine andere Heldin bespannen wir als allererstes, während sie badet. Bevor wir agieren können, überkommt uns aber ein Fluch und wir werden ohnmächtig. Wir wachen im Krankenhaus auf, wo sich auch genau diese Heldin aufhält. Um unseren Fluch zu heilen, muss sie sich den aber natürlich erst einmal in einer heißen Quelle anschauen. In die sie dann natürlich auch steigen muss. In drei verschiedenen Quellen. Quellen, in denen wir natürlich auch den Körper der Heldin jedes Mal in Zwischensequenzen aus anderen Blickwinkeln betrachten dürfen.
Ihr merkt schon, der Fan-Service-Level wurde ordentlich hochgeschraubt. Dabei befinden sich die Klamotten, die besonders die weiblichen Charaktere tragen, auf einer Skala von aufreizend bis sehr knapp.
Quelle: PC Games
Teilweise nimmt uns Holly mit in Quellen um uns zu heilen, aber auch an einem Date in den Quellen ist sie interessiert...
Trotzdem werden bei den Heldinnen interessante Geschichten erzählt. Sie haben alle persönliche Kämpfe zu bestreiten, bieten recht detailliert ausgebaute Hintergrundgeschichten und ihr Verhalten in den jeweiligen Storys wird ziemlich schlüssig erklärt.
Nur leider werden uns fast all diese Details lediglich erzählt. Und das meistens auch ungefragt oder in völlig unpassenden Momenten. Oft haben wir gerade einen Genozid an Monstern verursacht, dann setzen wir uns mit einem der Helden hin und völlig aus dem Nichts gibt's einen fetten Lore-Drop - weil uns die Person so vertraut.
Da gibt es auch keine spannenden Cutscenes oder Ähnliches, die Heldin redet - wir hören zu. Erneut: Unser Held bietet rein gar nichts, was Vertrauen ausstrahlt. Wir sind stumm. Im Endeffekt sind wir ein Killer, mehr können die Charaktere gar nicht über uns wissen. Und offen gesagt: Mehr gibt es auch gar nicht zu wissen.
Wir können das ganze Bindungen-Thema einfach zu keinem Zeitpunkt ernst nehmen und mussten eher kichern bei der Gefühlsduselei. Schade, weil man mit den Storys, die uns da erzählt werden, viel mehr hätte anfangen können. Anstatt uns nur von coolen Momenten und wichtigen Plot-Punkten zu erzählen, wäre es viel interessanter, direkt mit dabei zu sein oder mehr Einfluss auf die Storys zu haben. Durch die Zeit reisen können wir ja sogar schon.
Neben dem reinen Zuhören gibt es zwar noch Vergangenheitssequenzen, da haben wir aber auch immer nur ein paar bewegungsunfähige Charakter-Modelle, denen wir einfach nur zuhören. Das könnte einen coolen Effekt haben, wenn es pointiert benutzt wird wie bei einem Nier Automata, aber hier wirkt es einfach nur wie ein fauler Weg, ein wenig Abwechslung in das ewige Labern der Charaktere zu bringen.
Überraschend gutes Rollenspiel?
Quelle: PC Games
Die Magie sieht echt hübsch aus und kann uns auf DIstanz helfen!
Bevor wir uns erst so richtig aufregen, wollen wir kurz betonen, was Code Vein 2 richtig gut kann: nämlich ein Rollenspiel zu sein. Es gibt unglaublich viele verschiedene Arten, unseren Charakter beim Aufleveln zu bauen. Dabei legen wir uns nicht klassisch auf Werte fest, die wir bei einem Level-Up erhalten, die verteilen sich nämlich automatisch. Dafür können wir verschiedene Blutcodes von den wichtigen Charakteren verwenden.
Das sind sozusagen deren Builds, die wir uns ausleihen dürfen. Das führt dazu, dass wir jede Waffe, die wir finden, auch benutzen können. Einfach kurz den Blutcode austauschen und schon können wir von einem Hammer zu den Doppelklingen wechseln. Das ist sehr erfrischend und hat uns animiert, viel mehr verschiedene Waffen auszuprobieren als bei anderen Souls-Spielen.
Das liegt auch daran, dass den Waffen verschiedene Skills zugehörig sind. Neben dem klassischen Dark-Souls-Kampf können wir nämlich auch pro Waffe vier Skills auswählen. Das können Buffs, Zauber oder physische Attacken sein, und es gibt unglaublich viele dieser Fertigkeiten. Je nach Werten der Waffe können wir verschiedene Skills draufpacken, wobei viele Waffen auch über einzigartige Fähigkeiten verfügen, für die sich ein Waffenwechsel lohnen kann.
You spin me right round
Wobei "lohnen" ein starkes Wort ist, denn Code Vein ist über weite Strecken viel zu einfach. Das Hauptproblem mit den Gegnern ist, dass sie einfach saudumm sind. Es ist keine Übertreibung, wenn wir sagen, dass 90 % der Gegner damit auszuschalten sind, einfach so lange um sie herumzulaufen, bis wir sie mit einem Backstab kurz bewegungsunfähig machen und sie dann niedermetzeln.
Das Tracking ihrer Attacken hört nämlich viel zu früh auf und ihre Animation am Ende einer Attacke ist fast immer viel zu langsam. Das macht Kämpfe gegen alles, was kein Boss ist, leider fast schon überflüssig und mindestens langweilig. Und das, obwohl viele Gegner sogar ausgeklügelte und interessante Movesets haben. Es gibt aber meistens einfach keinen Grund, mit denen zu interagieren.
Quelle: PC Games
Die Backstabs sehen sehr befriedigend aus, müssen sie aber auch, weil wir mit ihnen fast alle Kämpfe bestreiten.
Dazu kommt noch, dass unsere Partner dafür sorgen, dass wir bei einem leeren Lebensbalken nicht sterben. Sie opfern sich kurz auf, verschwinden in unserem Körper und retten uns so vor dem Tod. Nach ein paar Sekunden erscheinen sie wieder und können uns den gleichen Schutz noch einmal bieten. Das hat bei uns oft dafür gesorgt, dass jegliche Spannung aus den Kämpfen verschwindet und wir uns keine zu große Mühe mehr gegeben haben.
Wir können ja einfach warten, bis wir wieder einen Revive haben. Die einzigen Situationen, die wirklich brenzlig werden, sind die, wenn mal wieder vier oder mehr Gegner auf einmal auf uns zurennen. Das ist übrigens einer von zwei Wegen, wie Code Vein 2 manchmal noch verzweifelt versucht, Schwierigkeit ins Spiel zu bringen.

Der Test hat Spaß gemacht zu lesen und hat ehrlich pros und cons aufgetischt, danke dafür! Dachte mir schon dass CV2 da wieder in ne holprige Richtung geht, leider. Klar, die Zielgruppe ist eindeutig und verkaufen wird sichs auch ein bisschen, die meisten wird aber so Zeitreise-Umarmungen kalt lassen
Der Test hat Spaß gemacht zu lesen und hat ehrlich pros und cons aufgetischt, danke dafür! Dachte mir schon dass CV2 da wieder in ne holprige Richtung geht, leider. Klar, die Zielgruppe ist eindeutig und verkaufen wird sichs auch ein bisschen, die meisten wird aber so Zeitreise-Umarmungen kalt lassen
Doch das Fazit hier ist schon etwas anders, etwa 20 Punkte unter Metascore.
Ich mochte Teil 1 an sich. Nicht überragend, aber ganz nett.
Mal die ersten Letsplays auch noch abwarten.
Ach, ich könnte noch Tausende zeilen zu diesem Spiel schreiben, es könnte so viel besser sein, sogar mit gleichen Entwickler meiner Meinung nach. Nur die Entscheidungen die getroffen wurden, sind größtenteils, bestenfalls fraglich.
Doch das Fazit hier ist schon etwas anders, etwa 20 Punkte unter Metascore.
Ich mochte Teil 1 an sich. Nicht überragend, aber ganz nett.
Mal die ersten Letsplays auch noch abwarten.