Baldur's Gate 3 im Test: Dieses Rollenspiel ist ein Kunst- und Meisterwerk
Wir haben Baldur's Gate 3 in mehr als 115 Stunden durchgespielt und erklären im Test, warum das Rollenspiel ein absolutes Meisterwerk geworden ist.
Die wichtigsten Charaktere auf unserer Reise sind natürlich unsere Gefährten. Die sind jedoch nicht einfach nur Kameraden im Kampf. Jeder von ihnen hat eine eigene, tiefgründige und fantastisch geschriebene Geschichte, die auf die eine oder andere Weise mit der übergreifenden Handlung verbunden ist. Beim Umgang mit den Begleitern ist es wichtig, sich nicht vom ersten Eindruck abschrecken zu lassen. Wie im echten Leben erhält man einen besseren Einblick in den Charakter erst, nachdem man die Person besser kennengelernt hat. Ausgezeichnet gefallen hat uns, dass unsere Handlungen nicht nur unser Ansehen bei den Gefährten bestimmen, sondern auch Einfluss auf deren Charakterentwicklung nehmen können.
Allerdings sind die Begleiter keine willenlosen Hüllen, die wir einfach nach unseren Vorstellungen formen. Sie haben starke Ansichten, die sie auch zu verteidigen wissen. Im Zweifel sogar mit harten Konsequenzen für uns und unser Abenteuer. So können Gefährten zu Gegnern werden oder uns schlicht verlassen. Zudem führen unsere Handlungen unter Umständen indirekt oder unbeabsichtigt zum Verlust eines Begleiters. Das mussten wir im zweiten Akt des Spiels am eigenen Leib erfahren: Einer unserer Gefährten segnete leider das Zeitliche, weil wir eine Entscheidung getroffen haben, die uns richtig erschien, für den betroffenen Charakter aber ungeahnte Folgen hatte. Außerdem hat uns ein Companion in Freundschaft verlassen, um ein Problem zu verfolgen, das wir nicht selbst zu lösen vermochten.
Quelle: PC Games
Mit dem richtigen Zauber können wir auch mit Tieren sprechen und zum Beispiel diesem vierbeinigen Freund helfen.
Hinter jeder Ecke eine Geschichte
Dass es ganz organisch zu den eben genannten Ereignissen kommt, liegt auch an der intelligent gestalteten Spielwelt, die man fast als einen eigenen Charakter ansehen kann. Entscheidungen treffen wir nämlich nicht nur durch Antwortmöglichkeiten in Dialogen. Auch unsere Interaktionen mit der Spielwelt können ungeahnte Auswirkungen haben. Welche Wege wir in welcher Reihenfolge erkunden, hat viel damit zu tun, ob und in welcher Reihenfolge bestimmte Ereignisse stattfinden. So kann es passieren, dass man ganze Handlungsbögen gar nicht zu Gesicht bekommt. Ob und wie wir mit NPCs interagieren, bestimmt ebenfalls, was wir in der Spielwelt erleben. Zu den NPCs gehören auch Tiere und sogar Leichen, denn mit den richtigen Zaubern können wir mit Vieh und Toten sprechen!
Wir hatten dabei nie das Gefühl, unsere Zeit zu verschwenden. Das ausführliche Erkunden jeder noch so versteckten Ecke wird vom Spiel stets belohnt. Zur Motivation trägt bei, dass wir nicht auf der Karte sehen, wo wir neue Quests abholen können. Wenn wir also nichts verpassen wollen, müssen wir ausziehen und die Welt erkunden, mit Leuten reden und subtil verstreute Hinweise ernst nehmen. Nichts in Baldur's Gate 3 wirkt zufällig oder nur platziert, um die Welt zu füllen. Alles hat einen Zweck.
Quelle: PC Games
Man trifft dunkle Gestalten, die mit der Hauptstory verbunden sind, an den ungewöhnlichsten Orten.
Außerdem ist in der Regel alles, was man erlebt, mehr oder weniger mit der übergeordneten Handlung verbunden. Eine klare Trennung zwischen Haupt- und Nebenquests gibt es nicht. Man weiß nie, wohin sich eine auf den ersten Blick nebensächliche Aufgabe im weiteren Verlauf entwickelt. Ein hervorragendes Beispiel dafür gibt es im zweiten Akt. Während der Erkundung eines Friedhofs stoßen wir auf den Eingang eines Mausoleums. Davor treffen wir einen Charakter wieder, den wir im ersten Akt kennengelernt haben. Er erzählt, dass im Mausoleum ein alter mächtiger Gegenspieler von ihm eingesperrt sei und warnt uns vor der Gefahr.
Auf den ersten Blick also eine recht unwichtige Nebenaufgabe, einen Feind als Gefallen für einen NPC auszuschalten. Als wir das Mausoleum betreten, stellt sich jedoch schnell heraus, dass das hier mehr ist als nur das Grab eines alten Übels. Wir finden einen gewaltigen Tempel der Göttin Shar. Dadurch wird der Ausflug plötzlich zu einer Angelegenheit, die unsere Begleiterin Shadowheart direkt betrifft. Noch tiefer in der Anlage begegnen wir dem Handlanger eines der drei großen Gegenspieler. Am Ende unseres mehrstündigen Mausoleum-Abenteuers stehen wir dann Ereignissen gegenüber, die weitreichende Auswirkungen auf den gesamten Story-Verlauf und unsere Kampagne haben. Faszinierend, wie aus einer zunächst trivial erscheinenden Aufgabe Konsequenzen von globaler Tragweite wachsen. Solche Momente hält das Spiel immer wieder bereit.

Nur lässt sich daraus keine Schlussfolgerung auf die Allgemeinheit ableiten.
Dass nicht nur Kritiker, sondern auch die Spieler das Spiel in höchsten Tönen loben, zeigen ja die 9,2 Userwertung bei Metacritic oder die 96% positiven Reviews auf Steam.
Es haben übrigens laut Steam-Statistiken 22,7% aller Besitzer das Spiel durchgespielt. Das ist ein vergleichsweise recht hoher Wert. Vor einigen Jahren gab es eine Studie, bei der ermittelt wurde, dass im Schnitt nur 10% der Leute, die ein Spiel kaufen, dieses auch durchspielen. Alles, was sich zwischen 10 und 20% bewegt, ist der Normalzustand.
Noch kurz was zu den Würfeln. In jedem (Rollen)Spiel, in dem Charakterwerte gegen Werte eines Gegners gestellt werden, kommt es zum Würfeln. Es passiert halt meist im Hintergrund, vom Spieler unbemerkt. Aber so funktionieren Zahlen nun einmal. Wenn mein Charakter eine Trefferchance von x% hat, dann bestimmt letztlich auch eine Würfelmechanik, ob ich nun treffe oder nicht.
Dem liegt die Wahrscheinlichkeitsrechnung zugrunde, genau wie dem Wurf eines Würfels. Und ja, auch dreimal die gleiche Zahl bei einem zwanzigseitigen Würfel ist nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit kein Ding der Unmöglichkeit.
Natürlich sollte man sich vorher informieren, was man kauft. Aber das gilt für jedes Spiel. Wer sich z. B. Assetto Corsa oder Gran Turismo kauft, sollte eben auch kein Forza Horizon oder Need for Speed erwarten und umgekehrt. Gibt eben verschiedene Subgenres für verschiedene Geschmäcker.
Nur lässt sich daraus keine Schlussfolgerung auf die Allgemeinheit ableiten.
Dass nicht nur Kritiker, sondern auch die Spieler das Spiel in höchsten Tönen loben, zeigen ja die 9,2 Userwertung bei Metacritic oder die 96% positiven Reviews auf Steam.
Es haben übrigens laut Steam-Statistiken 22,7% aller Besitzer das Spiel durchgespielt. Das ist ein vergleichsweise recht hoher Wert. Vor einigen Jahren gab es eine Studie, bei der ermittelt wurde, dass im Schnitt nur 10% der Leute, die ein Spiel kaufen, dieses auch durchspielen. Alles, was sich zwischen 10 und 20% bewegt, ist der Normalzustand.
Noch kurz was zu den Würfeln. In jedem (Rollen)Spiel, in dem Charakterwerte gegen Werte eines Gegners gestellt werden, kommt es zum Würfeln. Es passiert halt meist im Hintergrund, vom Spieler unbemerkt. Aber so funktionieren Zahlen nun einmal. Wenn mein Charakter eine Trefferchance von x% hat, dann bestimmt letztlich auch eine Würfelmechanik, ob ich nun treffe oder nicht.
Dem liegt die Wahrscheinlichkeitsrechnung zugrunde, genau wie dem Wurf eines Würfels. Und ja, auch dreimal die gleiche Zahl bei einem zwanzigseitigen Würfel ist nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit kein Ding der Unmöglichkeit.