Das neue Rapture liegt in Russland: Wie viel Bioshock steckt in Atomic Heart?

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Das neue Rapture liegt in Russland: Wie viel Bioshock steckt in Atomic Heart?
Quelle: Quelle: Mundfish/2K | Collage: PC Games

BioShock in Russland: Diesen Titel bekam Atomic Heart schon weit vor seinem Release verliehen. Aber wird der Ego-Shooter ihm auch tatsächlich gerecht? Wir klären's im direkten Vergleich!

Schon seit seinem allerersten Trailer muss sich Atomic Heart die immer selben Vergleiche anhören: Sowjet-BioShock, BioShock in Russland, BioShock mit Kommunisten. Das ist zugegebenermaßen nicht vollkommen abwegig, schließlich teilen sich beide Ego-Shooter einige Gemeinsamkeiten beim Setting, beim Design und beim Gameplay - zumindest auf den allerersten Blick. Aber wie sieht es danach aus? Wir konnten Atomic Heart im Rahmen des Tests jetzt endlich komplett durchspielen und klären: Wie viel BioShock steckt denn jetzt wirklich drin? Dazu werfen wir zunächst mal einen Blick auf die Spielwelt. Hier bietet sich natürlich ein Vergleich aufgrund der sehr ähnlichen Settings an: Wie in BioShock habt ihr es auch in Atomic Heart (jetzt kaufen 28,55 € / 15,44 € ) mit einer alternativen Realität zu tun, in der die Menschheit einen rasanten technologischen Aufstieg hinter sich hat. In BioShock Infinite sind das beispielsweise bahnbrechende Entdeckungen auf dem Gebiet der Quantenphysik.

Durch das sogenannte Lutece Partikel schweben Gebäude plötzlich problemlos in der Luft. Hochmoderne Fabriken der Fink Industries pumpen mechanische Apparaturen wie Voxophone, Luftschiffe und Automaten wie den Handymen oder den Songbird aus. Hovercrafts und eine Skyline-Schienenbahn verbinden verschiedene Stadtteile miteinander.

Columbia vs. Mütterchen Russland

Gleichzeitig behält sich Columbia dabei zahlreiche gestalterische Elemente des frühen 20. Jahrhunderts bei. Ihr stoßt auf neoklassische Prachtbauten, die Bürger sind stilecht mit Anzug und Zylinder auf der Straße unterwegs. Das hat alles so einen retrofuturistischen Touch, die Welt wirkt neu und gleichzeitig doch alt. Ihr könnt etwa einem Barbershop-Quartett dabei zuhören, wie es Lieder der Beach Boys singt.

Lustigerweise gibt es in Atomic Heart fast eine 1-zu-1-Kopie davon: das Radio der Zukunft. Aber auch an anderen Stellen strotzt die Spielwelt vor technologischen Wundern, allen voran im Bereich der Robotik. Mechanische Helferlein sorgen dafür, dass quasi niemand mehr arbeiten muss und die Bürger, zumindest augenscheinlich, in entspanntem Luxus leben können

Zu verdanken ist das hier allerdings der Entdeckung des sogenannten Polymers: einer flüssigen, programmierbaren Nanosubstanz, die jetzt eben das Stadtbild einer russischen 50er-Jahre-Metropole prägt, inklusive einer ordentlichen Portion Sowjet-Protz.

Was beide Szenarien neben ihrem einzigartigen und brillant umgesetzten Stil auch eint: Nach dem schnellen Aufstieg folgt ein ähnlich rapider Niedergang. Die schöne Utopie, die euch beide Spiele zu Beginn mit eindrucksvollen Kamerafahrten vorgaukeln wollen, ist nicht mehr als Schall und Rauch. Der Traum von der perfekten Gesellschaft verwandelt sich schnell zum Albtraum, der Tausende Menschen das Leben kostet und die Welt in Scherben zurücklässt. Das neue Rapture liegt in Russland: Wie viel BioShock steckt in Atomic Heart? (1) Quelle: Mundfish Das neue Rapture liegt in Russland: Wie viel BioShock steckt in Atomic Heart? (1)

Sozialer Brennstoff

In Atomic Heart ist ein kritischer Systemfehler in einer der Forschungsanlagen schuld. Der lässt die einst so friedlichen Roboter außer Kontrolle geraten und für Chaos sorgen.

In den Welten von BioShock sind dagegen immer soziale Probleme das Pulverfass. Columbia zerbricht unter politischen Spannungen, ausgelöst durch ein ausbeuterisches, rassistisches Klassen-Konstrukt. In Rapture führt eine stetig wachsende Schere zwischen Arm und Reich dazu, dass die Bevölkerung gegen das System rebelliert und einen handfesten Bürgerkrieg vom Zaun bricht.

Das ist dann wohl auch einer der größten Unterschiede zwischen den beiden Franchises: In BioShock liegt immer ein zwischenmenschlicher Konflikt zugrunde. Entsprechend sparen die Spiele auch nicht an Gesellschaftskritik. Sie setzen sich mit Religion, Rassentrennung, Kapitalismus und vielen anderen Ideologien auseinander, ebenso wie mit ihren negativen Konsequenzen für die Menschheit.

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    • Kommentare (27)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Xello1984 Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von Bonkic
        wo bist du denn stehen geblieben? eigentlich wurde alles zu dem thema gesagt, denke ich.

        Furchtbar schlechte Antwort, setzen 6...
        Es gab gar kein Russland in der Sowjetunion, wie wäre es wenn du mal ein Buch ließt, statt den Schlaumeier raushängen zu lassen??
      • Von Xello1984 Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von Bonkic
        wo bist du denn stehen geblieben? eigentlich wurde alles zu dem thema gesagt, denke ich.

        Furchtbar schlechte Antwort, setzen 6...
        Es gab gar kein Russland in der Sowjetunion, wie wäre es wenn du mal ein Buch ließt, statt den Schlaumeier raushängen zu lassen??
      • Von Bonkic Mitglied
        Zitat von Xello1984
        Kannst du mich abholen? In wie fern nicht Teil Russlands?
        wo bist du denn stehen geblieben? eigentlich wurde alles zu dem thema gesagt, denke ich.

        Zitat

        Die meisten Eastereggs sollen doch entkräftet worden sein, wenn ich hier die Kommentare lese?
        bislang wurde da nix "entkräftet".
        ich würde durchaus zugestehen, dass die eine, nicht wegzudiskutierende "smoking gun" meines erachtens nach so nicht vorhanden ist / gefunden wurde (von dem zu urteilen, was ich gesehen hab). es macht die masse an merkwürdigkeiten, die mich nicht mehr so wirklich an zufall, gedankenlosigkeit oder was auch immer glauben lässt.
      • Von pineappletastic Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von Worrel
        Das Problem ist, daß das Spiel mit den ganzen genannten "Easter Eggs" im Prinzip russische Staatspropaganda ist.
        Das trifft bei den Wolfenstein Spielen, bei denen man gegen die Nazis kämpft, nicht zu.
        Wenn dem so wäre, dann müsste das Spiel die Sowjetunion und den Kommunismus verherrlichen und romantisieren. Das trifft definitiv nicht zu. Es wird genug Kritik geäußert, sowohl auf direkte wie auch indirekte Weise. Im Spiel gibt es das Kollektiv 2.0 und soll dafür sorgen, dass alle gleich sind. In diesem Kontext gibt es dann beispielsweise einen Dialog zwischen dem Spieler und Charles, der von Menschen handelt, die gleich sind, und von Menschen, die gleicher sind als andere. Die UdSSR kommt überhaupt nicht gut weg. Wenn das Spiel Propaganda sein soll, müsste man schon mit der Lupe danach suchen.

        Das Spiel macht schon klar, warum Kommunismus auf dem Papier nett ist, aber in der Praxis versagt. Es gibt immer jemanden, der über allem stehen will, der mehr für sich beanspruchen will, mehr einfordert, weniger zum geben bereit ist. Das Spiel ist eine Parodie durch und durch. Wenn man das Spiel gespielt hätte, wüsste man das. Man sollte nicht einfach Dinge übernehmen, die man in Artikeln aufgeschnappt hat. Ich finde es dann doch irritierend, dass viel Kritik von denen geäußert wird, die das Spiel überhaupt nicht gespielt haben. Die Argumentation wird nicht besser, wenn auch noch der Spielkontext fehlt.

        Die Kritik an den den sog. antiukrainischen Easter Eggs kann man mit historischem Kontext problemlos entkräften. Zum Teil werden aus manchen Dingen hanebüchene Schlussfolgerungen gezogen, da kann man nur mit dem Kopf schütteln. Das ein ukrainischer Politiker das Spiel kritisiert, joa gut geschenkt. Der wird das sicherlich nicht objektiv betrachten. Ist dann auch viel Propaganda auf der ukrainischen Seite. Wenn man aber dann sagt "hey da sind diese Zwillinge mit dem albernen Namen "Links" und "Rechts" und schau dir mal diese Frisur an. Hier wird unsere geliebte Julija Tymoschenko sexualisert", dann ist das an den Haaren herbeigezogener Unfug. Mit ein bisschen Recherche kriegt man dann schon heraus, dass diese Frisur gar nicht mal so untypisch war in der Sowjetunion.
      • Von Xello1984 Gelegenheitsspieler/in
        Das ist erstmal ein Totschlagargument. Die meisten Eastereggs sollen doch entkräftet worden sein, wenn ich hier die Kommentare lese? Ich bin absolut dagegen, dass dieses Spiel die Ukraine in der jetzigen Situation irgendwie angreift. Aber man kann natürlich auch Dinge fehldeuten wenn man möchte. Der Donbass war im sowjetischen Reich. Genau wie ganz Russland und die Ukraine. Es gab keine Grenzen und das Land Russland oder Ukraine existierte einfach nicht. Diese existieren beide erst seit 1991. Ob da jetzt irgend eine Werbung steht bezüglich Urlaub im Donbass oder auf der Krim.. spricht doch nur für die Schönheit dieser Gegend damals. Soll das etwa eine Spitze Richtung der jetzigen Ukraine sein, dass diese Territorien zu Russland gehören (aus russischer Sicht)? Ich müsste mich genauer mit dem Thema befassen. Ich sehe das sehr eng, wenn jemand offensichtlich damit angegriffen wird, aber weiß auch, wie schnell das heute gehen kann, siehe Harry Potter oder sagen wir mal Jeremy Soule. Wenn das alles wahr ist, was er getan hat, dann war es richtig, sich von ihm zu trennen, aber das macht seine Werke nicht schlecht. Der Elder Scrolls Oblivion Soundtrack ist einer DER schönsten ever ever ever und deshlab werde ich doch nicht aufhören diesen zu hören.
      • Von Worrel Mitglied
        Zitat von Xello1984
        Du brauchst jetzt keine Haarspalterei zu betreiben. Mir geht's einfach nur um diese plumpe Vorstellung: Sind dort Nazis? Sowjets? Dann will ich nichts damit zu tun haben. Hat der Autor mal was gegen Transmenschen gesagt? Dann will ich mit seiner Musik, Buchkunst, Spielekunst was auch immer nichts zu tun haben
        Das Problem ist, daß das Spiel mit den ganzen genannten "Easter Eggs" im Prinzip russische Staatspropaganda ist.
        Das trifft bei den Wolfenstein Spielen, bei denen man gegen die Nazis kämpft, nicht zu.
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