Atomic Heart: Wie viel Bioshock steckt wirklich im Sowjet-Shooter?

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Atomic Heart: Wie viel Bioshock steckt wirklich im Sowjet-Shooter?
Quelle: Quelle: Mundfish/2K | Collage: PC Games

BioShock in Russland: Diesen Titel bekam Atomic Heart schon vor Release verliehen. Aber wird der Shooter ihm auch gerecht? Wir klären's im Vergleich!

Apropos Power: Da sind wir dann auch schon beim letzten Punkt angelangt: dem Gameplay. In seinen Baller-Einlagen setzt Atomic Heart ganz BioShock-like auf zwei zentrale Elemente. In der rechten Hand habt ihr eine Schusswaffe, mit der ihr Gegner aufs Korn nehmen könnt. Mit der linken schleudert ihr übernatürliche Attacken durch die Gegend. Die haben ihren Ursprung jetzt eben nicht mehr in Plasmiden oder Tonika, sondern eurem Handschuh. Von diesen Kräften gibt es insgesamt fünf Stück, das ist etwas weniger als in BioShock, das teilweise doppelt so viele Fähigkeiten auf Lager hat - und mit Killerkrähen oder wütenden Bienen auch ein wenig kreativer war.

Immerhin: Dafür stehen euch im Sowjet-Shooter alle Polymer-Kräfte direkt zu Beginn zur Verfügung. Schock, Eisstrahl, Telekinese und Co. lassen sich dann noch in einem separatem Skilltree verbessern. Viele Kombinationsmöglichkeiten habt ihr beim Einsatz der Polymer-Kräfte nur leider nicht. In BioShock Infinite gibt es explizite Vigor-Kombos: Wer etwa Sog und Ladung nacheinander einsetzt, kann Gegner in einer Wasserfessel einfangen und die dann unter Strom setzen.

Schockschwerenot!

Apropos Wasser: Auch die Umgebungsobjekte in Atomic Heart sind weitaus weniger interaktiv. In Rapture bekommt ihr schon relativ früh beigebracht, dass ihr einen Gegner umbringen könnt, indem ihr die Pfütze, in der er steht, elektroschockt. Das neue Rapture liegt in Russland: Wie viel BioShock steckt in Atomic Heart? (2) Quelle: Mundfish Das neue Rapture liegt in Russland: Wie viel BioShock steckt in Atomic Heart? (2)

Ihr könnt Geschütze hacken oder per Gedankenkontrolle Feinde manipulieren. So lassen sich schon vor Kampfbeginn ein paar Fallen legen, die euch das Aufeinandertreffen deutlich erleichtern. So einen planerischen Aspekt sucht man in Atomic Heart vergebens. In Forschungseinrichtung 3826 könnt ihr Blitze auf Roboter schleudern, die in einem Schwimmbad stehen, und es ist ihnen weitestgehend wurscht.

Im Gegenzug legt Atomic Heart einen größeren Fokus auf den Nahkampf. Ihr prügelt nicht mehr nur mit der Rohrzange auf Gegner ein, ihr habt gleich eine Reihe von verschiedenen Knüppeln im Repertoire, mit denen ihr den Metallschädeln einen neuen Scheitel ziehen könnt. Im Allgemeinen ist das Arsenal deutlich umfangreicher und kann dank Mods besser an eure Bedürfnisse angepasst werden.

Das neue Rapture liegt in Russland: Wie viel BioShock steckt in Atomic Heart? (3) Quelle: Mundfish Das neue Rapture liegt in Russland: Wie viel BioShock steckt in Atomic Heart? (3) Dazu kommen ein Ausweich-Move und ein rudimentäres Stealth-System. In die Hocke gehen, anschleichen und Feinde ungesehen ausschalten - das ist im großen Shooter-Vorbild nicht möglich. Und richtige Bossfights wie etwa gegen die durchgedrehte HOG-7-Robotereinheit gibt es da auch nicht. Wobei man darüber streiten kann, ob die riesige Metallkugel mit dem ikonischen Design eines Big Daddy mithalten kann.

Außerdem baut Entwickler Mundfish deutlich stärker auf knackige Rätseleinlagen. Egal, ob ihr strikt der Hauptstory folgt oder euch in einem der Nebenbunker verliert: Überall warten anspruchsvoll gestaltete Puzzles auf euch. Laserstrahlen umleiten, mit Magneten herumspielen, ein rhythmusbasiertes Schloss knacken - von Logik über Reflexe bis hin zu Physik-Kenntnissen wird einmal alles abgefragt.

Auch ein bisschen Geschick kann nicht schaden. Schließlich schalten einige der Kopfnüsse Kletterpassagen frei, an denen ihr euch dann langhangeln müsst.

Doch kein Sowjet-BioShock?

Also zurück zur Ausgangsfrage: Wie viel BioShock steckt denn jetzt in Atomic Heart? Na ja, schon ein bisschen. Das Gleiche gilt allerdings für viele andere Ego-Shooter der letzten Jahre auch. Metro, Stalker, Half-Life, sogar Far Cry - die Macher leihen sich überall vereinzelte Elemente, die dann wiederum mit eigenen Ideen vermischt werden.

Es ist also nicht ganz fair, den Titel auf seine Anleihen zu reduzieren. Atomic Heart ist viel mehr als die Summe seine Einzelteile. Ein simpler BioShock-Vergleich wird dem Spiel nicht gerecht. Oder wie es Robert Bagratuni, der Gründer von Entwicklerstudio Mundfish, schon vor dem Release ausdrückte: "Auch, wenn unser Spiel einige Parallelen zu so großartigen Titeln wie Doom, Wolfenstein und BioShock aufweist, wollten wir Atomic Heart so konstruieren, dass es sich einzigartig und frisch anfühlt."

Atomic Heart ist am 21. Februar 2023 via Steam und Epic Games Store für den PC erschienen. Dazu sind Versionen für PlayStation 4, PS5, Xbox One und Xbox Series S|X verfügbar. Der Preis liegt je nach Plattform zwischen 60 und 70 Euro. Weitere Informationen zu dem Ego-Shooter findet ihr auch in unserem umfangreichen Test.

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    • Kommentare (27)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Xello1984 Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von Bonkic
        wo bist du denn stehen geblieben? eigentlich wurde alles zu dem thema gesagt, denke ich.

        Furchtbar schlechte Antwort, setzen 6...
        Es gab gar kein Russland in der Sowjetunion, wie wäre es wenn du mal ein Buch ließt, statt den Schlaumeier raushängen zu lassen??
      • Von Xello1984 Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von Bonkic
        wo bist du denn stehen geblieben? eigentlich wurde alles zu dem thema gesagt, denke ich.

        Furchtbar schlechte Antwort, setzen 6...
        Es gab gar kein Russland in der Sowjetunion, wie wäre es wenn du mal ein Buch ließt, statt den Schlaumeier raushängen zu lassen??
      • Von Bonkic Mitglied
        Zitat von Xello1984
        Kannst du mich abholen? In wie fern nicht Teil Russlands?
        wo bist du denn stehen geblieben? eigentlich wurde alles zu dem thema gesagt, denke ich.

        Zitat

        Die meisten Eastereggs sollen doch entkräftet worden sein, wenn ich hier die Kommentare lese?
        bislang wurde da nix "entkräftet".
        ich würde durchaus zugestehen, dass die eine, nicht wegzudiskutierende "smoking gun" meines erachtens nach so nicht vorhanden ist / gefunden wurde (von dem zu urteilen, was ich gesehen hab). es macht die masse an merkwürdigkeiten, die mich nicht mehr so wirklich an zufall, gedankenlosigkeit oder was auch immer glauben lässt.
      • Von pineappletastic Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von Worrel
        Das Problem ist, daß das Spiel mit den ganzen genannten "Easter Eggs" im Prinzip russische Staatspropaganda ist.
        Das trifft bei den Wolfenstein Spielen, bei denen man gegen die Nazis kämpft, nicht zu.
        Wenn dem so wäre, dann müsste das Spiel die Sowjetunion und den Kommunismus verherrlichen und romantisieren. Das trifft definitiv nicht zu. Es wird genug Kritik geäußert, sowohl auf direkte wie auch indirekte Weise. Im Spiel gibt es das Kollektiv 2.0 und soll dafür sorgen, dass alle gleich sind. In diesem Kontext gibt es dann beispielsweise einen Dialog zwischen dem Spieler und Charles, der von Menschen handelt, die gleich sind, und von Menschen, die gleicher sind als andere. Die UdSSR kommt überhaupt nicht gut weg. Wenn das Spiel Propaganda sein soll, müsste man schon mit der Lupe danach suchen.

        Das Spiel macht schon klar, warum Kommunismus auf dem Papier nett ist, aber in der Praxis versagt. Es gibt immer jemanden, der über allem stehen will, der mehr für sich beanspruchen will, mehr einfordert, weniger zum geben bereit ist. Das Spiel ist eine Parodie durch und durch. Wenn man das Spiel gespielt hätte, wüsste man das. Man sollte nicht einfach Dinge übernehmen, die man in Artikeln aufgeschnappt hat. Ich finde es dann doch irritierend, dass viel Kritik von denen geäußert wird, die das Spiel überhaupt nicht gespielt haben. Die Argumentation wird nicht besser, wenn auch noch der Spielkontext fehlt.

        Die Kritik an den den sog. antiukrainischen Easter Eggs kann man mit historischem Kontext problemlos entkräften. Zum Teil werden aus manchen Dingen hanebüchene Schlussfolgerungen gezogen, da kann man nur mit dem Kopf schütteln. Das ein ukrainischer Politiker das Spiel kritisiert, joa gut geschenkt. Der wird das sicherlich nicht objektiv betrachten. Ist dann auch viel Propaganda auf der ukrainischen Seite. Wenn man aber dann sagt "hey da sind diese Zwillinge mit dem albernen Namen "Links" und "Rechts" und schau dir mal diese Frisur an. Hier wird unsere geliebte Julija Tymoschenko sexualisert", dann ist das an den Haaren herbeigezogener Unfug. Mit ein bisschen Recherche kriegt man dann schon heraus, dass diese Frisur gar nicht mal so untypisch war in der Sowjetunion.
      • Von Xello1984 Gelegenheitsspieler/in
        Das ist erstmal ein Totschlagargument. Die meisten Eastereggs sollen doch entkräftet worden sein, wenn ich hier die Kommentare lese? Ich bin absolut dagegen, dass dieses Spiel die Ukraine in der jetzigen Situation irgendwie angreift. Aber man kann natürlich auch Dinge fehldeuten wenn man möchte. Der Donbass war im sowjetischen Reich. Genau wie ganz Russland und die Ukraine. Es gab keine Grenzen und das Land Russland oder Ukraine existierte einfach nicht. Diese existieren beide erst seit 1991. Ob da jetzt irgend eine Werbung steht bezüglich Urlaub im Donbass oder auf der Krim.. spricht doch nur für die Schönheit dieser Gegend damals. Soll das etwa eine Spitze Richtung der jetzigen Ukraine sein, dass diese Territorien zu Russland gehören (aus russischer Sicht)? Ich müsste mich genauer mit dem Thema befassen. Ich sehe das sehr eng, wenn jemand offensichtlich damit angegriffen wird, aber weiß auch, wie schnell das heute gehen kann, siehe Harry Potter oder sagen wir mal Jeremy Soule. Wenn das alles wahr ist, was er getan hat, dann war es richtig, sich von ihm zu trennen, aber das macht seine Werke nicht schlecht. Der Elder Scrolls Oblivion Soundtrack ist einer DER schönsten ever ever ever und deshlab werde ich doch nicht aufhören diesen zu hören.
      • Von Worrel Mitglied
        Zitat von Xello1984
        Du brauchst jetzt keine Haarspalterei zu betreiben. Mir geht's einfach nur um diese plumpe Vorstellung: Sind dort Nazis? Sowjets? Dann will ich nichts damit zu tun haben. Hat der Autor mal was gegen Transmenschen gesagt? Dann will ich mit seiner Musik, Buchkunst, Spielekunst was auch immer nichts zu tun haben
        Das Problem ist, daß das Spiel mit den ganzen genannten "Easter Eggs" im Prinzip russische Staatspropaganda ist.
        Das trifft bei den Wolfenstein Spielen, bei denen man gegen die Nazis kämpft, nicht zu.
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