Nach der Trennung vom Gothic-Erfinder plant Jowood den vierten Teil in Eigenregie - doch welchem Studio ist das Mammutprojekt überhaupt zuzutrauen?

Zwar bleibt im Dunkeln, welche und wie viele Studios sich um den Auftrag bemühen, doch Jowood ließ alsbald wissen, dass man sich in Gesprächen mit potenziellen Entwicklern für Gothic 4 befinde. Dabei werde besonders "auf sehr hohen Qualitätsstandard sowie eine abschließend fehlerfreie Programmierung des Spiels fokussiert", heißt es in einer Erklärung. Während letztere Bemerkung den Grund für das Zerwürfnis zumindest aus Sicht von Jowood erklärt, bleibt der Vergabestatus für das Projekt derzeit nebulös.

Noch gut vier Wochen vor Ende der bis 22. Juni laufenden Ausschreibung schien sich die Wahl des Entwicklungsstudios nämlich bereits überraschenderweise auf einen bestimmten Kandidaten eingeengt zu haben, folgt man den Ausführungen von Jowood-Vorstandschef Dr. Albert Seidl. "Wir stehen in engem Kontakt mit einem guten und qualifizierten Entwicklungsstudio", verkündete Seidl in einem Interview mit Börse-Express. "Unser Ziel ist es, vertraglich rasch alles unter Dach und Fach zu bringen und die Entwicklung der Gothic-Fortsetzung mit neuem Code zügig voranzutreiben."

Für zusätzliche Verwirrung sorgten in der Zwischenzeit gegensätzliche Verlautbarungen der einstigen Partner darüber, wer überhaupt die Markenrechte an Gothic hält und Spiele unter diesem Titel entwickeln und veröffentlichen darf. Dabei ist die vollständige oder teilweise Übertragung von Markenrechten im Rahmen von Publishingverträgen zwischen Entwickler und Vertriebsfirma eigentlich nichts Ungewöhnliches. Den ersten spektakulären Abschluss dieser Art tätigte das finnische Studio Remedy Entertainment, das im Mai 2002 zum Start der Entwicklung von Max Payne 2: The Fall of Max Payne sämtliche Markenrechte und auch die Eigentümerschaft an bestimmten Technologien wie der legendären Bullet Time an den US-Publisher Take 2 veräußerte. Damit hatte Remedy praktisch nur noch den Status eines Studios, das eine Auftragsarbeit abwickelte.

Trotzdem lieferten die Skandinavier ein erstklassiges Spiel für Take 2, kassierten jedoch alleine für die Marken- und Technologierechte ein fürstliches Entgelt von 10 Millionen US-Dollar in bar, 969.932 Stammaktien von Take 2 und obendrein eine Vereinbarung über verkaufsabhängige Tantiemen. Seit der Fertigstellung von Max Payne 2 finanziert Remedy Entertainment mit dem Erlös aus dem Markenverkauf die unabhängige Entwicklung von Alan Wake, ohne sich der Einmischung von Publishingpartnern aussetzen zu müssen. Oftmals geht es für den Publisher ohnehin weniger darum, bestimmte Engine-Technologien zu besitzen. Gibt es doch hochwertige, lizenzierbare Entwicklungssysteme inzwischen in respektabler Zahl auf dem Markt.

Vielmehr ist es aufgrund der enormen Marketingkosten immer riskanter, im Spielegeschäft neue Helden und Welten zu etablieren - man setzt lieber auf altbewährte Spielethemen. "Eine wichtige Komponente in der Firmenstrategie von Take 2 ist es, das geistige Eigentum an unseren wichtigen Marken zu kontrollieren und so den Wert für unser Unternehmen zu maximieren", sagte Take-2-Chef Kelly Sumner damals und kündigte vollmundig Fortsetzungen und die Übertragung des Themas in andere Unterhaltungsbereiche wie etwa als Kinofilm an. Die Fans schauen dagegen bis heute in die Röhre: Das Thema Max Payne 2 scheint beim amerikanischen Publisher brachzuliegen, obwohl Take 2 für seine wirksame Geheimhaltungspolitik ebenso wie für die überraschend kurzfristige Ankündigung neuer Spiele bekannt ist.

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    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Petrov NPC
        Super Artikel :-)

        Ich warte lieber auf das Spiel von Pb's!
        JoWood scheinen mit irgendwie zu geldgeil -.- und alleine der gedanke an ein Gothic Strategie-, Handy- oder Nitendo Ds Spiel...ne danke!
      • Von Petrov NPC
        Super Artikel :-)

        Ich warte lieber auf das Spiel von Pb's!
        JoWood scheinen mit irgendwie zu geldgeil -.- und alleine der gedanke an ein Gothic Strategie-, Handy- oder Nitendo Ds Spiel...ne danke!
      • Von Sir-B Mitglied
        Zitat von kobold-dwb am 18.07.2007 08:08
        Zitat
        Derzeit arbeitet man am Grunddesign eines neuen Projekts; in dieser frühen Phase bisher freilich noch ohne Publi­shervertrag
        haben die pb`s nicht schon Koch Media (Deep Silver) als Publisher? Ich glaub das steht steht da in den news ^^

        edit:
        das steht da in den news:
        http://worldofpiranha.de/
        Das hat doch gar niemand bestritten. Natürlich hat PB Deep Silver als Publisher.
      • Von kobold-dwb NPC
        Zitat
        Derzeit arbeitet man am Grunddesign eines neuen Projekts; in dieser frühen Phase bisher freilich noch ohne Publi­shervertrag
        haben die pb`s nicht schon Koch Media (Deep Silver) als Publisher? Ich glaub das steht steht da in den news ^^

        edit:
        das steht da in den news:
        http://worldofpiranha.de/
      • Von ChaosOrc Anfänger/in
        guter artikel, hab ihn grad nur überflogen aber wie ich finde sehr unglücklicher zeilenumbruch :o
      • Von gerron Mitglied
        Sehr schöner Beitrag, Danke!

        Dieser Satz gefiel mir persönlich sehr gut als alter Gothic Fan ^^

        Zitat
        Ganz abgeschlossen hat das Team mit Gothic jedoch noch nicht, obwohl Hoge einräumt, dass zur Zeit einige ­Nutzungsrechte an der Marke Gothic noch beim ehemaligen Publisher lägen.
        "Exakte Details aus dem Vertrag können wir leider nicht nennen - wir können aber sagen, dass diese Nutzungsrechte nur für einen begrenzten Zeitraum bei ­Jowood liegen", sagt Michael Hoge. "Danach könnten wir uns vorstellen, wieder etwas mit der Marke Gothic zu machen.
        Grüße

        p.s. Jowood macht mal endlich dicht ^^
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