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    Need for Speed 2015 im Test für PC, PS4 und Xbox One mit Videos: Famos schönes Rennspektakel mit lachhafter KI

    Die PC-Version von Need for Speed ist da und PC Games hat sie getestet: Profitiert das NfS-Reboot von Bildraten jenseits der 60 FPs, 4K-Auflösungen und Lenkrad-Unterstützung? Test und Video-Review wagen den Vergleich mit Playstation 4 und Xbox One.

    Need for Speed haben wir bereits im November getestet. Vier Monate später gibt's das Serien-Reboot endlich auch für PC. Grund genug für ein Test-Update. Wie gut ist die PC-Grafik? Hat Entwickler Ghost Ghames seine Versprechen (kein Framelock, 4K-Auflösungen, Lenkrad-Unterstützung) eingehalten? Außerdem haben die Versionen für Playstation 4 und Xbox One seit dem Release mehrere Patches erhalten. Wirken die sich nachträglich auf die Wertung aus? Wer einfach nur wissen will, was Need for Speed in Sachen PC-Technik drauf hat, scrollt runter zum entsprechenden Abschnitt:

    Während des Need for Speed-Tests habe ich mich wie ein Kollegenschwein gefühlt. Da rufen mich ständig meine "Homies" an, um mich auf neue Story-Missionen aufmerksam zu machen oder mir einfach nur Respekt für meine starke Leistung im letzten Drift-Event zu zollen - und ich lege gleich wieder auf. Tut mir Leid, Robyn, Amy, Spike und wie ihr alle heißt, aber ich hab nunmal einfach keine Zeit für euch. Zum einen, weil ich es bevorzuge, mich in NfS beim Powersliden durch die Haarnadelkurve mit Tempo 180 auf die Straßenlage meines Honda Civics zu konzentrieren. Und zum anderen weil ihr einfach furchtbare Nervensägen seid und mir euer Schicksal am übermäßig breiten Heckspoiler vorbei geht. Warum das so ist, und was Need for Speed im Jahr 2015 zu bieten hat, erklären wir im Test.

    Hinweis: Videos mit der Lage geheimer Locations von Bauteilen, Donuts und Aussichtspunkten von Need for Speed findet ihr in unserer Tipps-Übersicht.

    Need for Speed getestet: Endlich Underground 3?

          

    Wer gerne an Aussehen und Performance des eigenen Wagens rumdoktort, wird viel Spaß an Need for Speed haben (PC). Wer gerne an Aussehen und Performance des eigenen Wagens rumdoktort, wird viel Spaß an Need for Speed haben (PC). Quelle: PC Games Eine Rückkehr zu alten Tugenden hat Entwickler Ghost Games für Need for Speed versprochen, einen Reboot der Serie und eine Besinnung auf alte Stärken der Underground/Most Wanted/Carbon-Ära. Und tatsächlich fühlt sich das neue Rennspiel unter der Ägide von Publisher Electronic Arts wie ein geistiger Nachfolger von Need for Speed: Underground 2 an. Wenn auch nicht unbedingt in Sachen Qualitätsstandards.

    Ihr seid im neuen NfS ausschließlich nachts in einer frei befahrenen Spielwelt namens Ventura Bay unterwegs und müsst an die Spitze der illegalen Raserszene fahren. Zusammengehalten wird dieses gut 15 Stunden lange Unterfangen durch eine Reihe von Zwischensequenzen mit echten Schauspielern. In diesem Zusammenhang von einer Geschichte oder gar einem Plot zu sprechen, wäre jedoch die reinste Übertreibung.

    Die Zwischensequenzen erzählen keine echte Geschichte, sie sind mehr unfreiwillig komisches Beiwerk (PC). Die Zwischensequenzen erzählen keine echte Geschichte, sie sind mehr unfreiwillig komisches Beiwerk (PC). Quelle: PC Games Wir spürten im Test keinerlei Dramatik in Need for Speed, keine Bösewichte oder überraschende Zuspitzungen. Nein, die aus der Ego-Perspektive eines stummen Helden gefilmten Videos sollen euch lediglich fünf wandelnde Klischees - Verzeihung, Figuren - näherbringen. Alle haben sie eine Obsession mit echten Ikonen des Rennsports wie Gymkhana-Spezi Ken Block oder Geschwindigkeits-Junkie und Porsche-Fan Magnus Walker. Diesen lebenden Legenden nachzueifern, ist das Spielziel von Need for Speed. Das und das Freischalten neuer Tuning-Teile.

    Need for Speed: Ein Paradies für Schrauber

          

    Dank mehrere Patches hat Need for Speed sowohl am PC wie auf der Konsole inzwischen 70 Reputationsränge zu bieten. Jeder Level-Aufstieg erlaubt Zugang zu besseren Bauteilen. Punkte verdient ihr durch das Bewältigen der knapp 80 Rennveranstaltungen (+15 per Update nachgeschobener Challenges) sowie spezieller Aktionen wie Driften oder das Entkommen nach ausgedehnten Verfolgungsjagden mit der Polizei. In der Garage wählt ihr aus über 50 Karren (Details gibt's auf der kompletten Auto-Liste von Need for Speed) euren präferierten Wagen aus - das kostet natürlich Knete, die ihr für die Teilnahme an Events erhaltet. Von denen gibt es einen schönen Mix mit Rundkurs-, Checkpoint-, Zeit- und Drift-Rennen.

    In der Garage ist gerade mal Platz für fünf Wagen gleichzeitig - zu wenig! (PS4) In der Garage ist gerade mal Platz für fünf Wagen gleichzeitig - zu wenig! (PS4) Quelle: PC Games Mit gerade mal fünf Parkplätzen ist eure Garage nicht eben üppig bestückt (das Update Hot Rods, das diese Zahl verdoppelt, erscheint für PC später). Die Idee dahinter: Statt wie bei Forza oder Gran Turismo wild von Auto zu Auto zu springen, sollt ihr euch bei Need for Speed auf eine Handvoll Lieblingsfahrzeuge konzentrieren und diese über viele Stunden hinweg immer besser ausrüsten. Dieses Unterfangen ist gelungen. Es machte uns im Test von Need for Speed einen Heidenspaß, den stetig wachsenden Werten bei PS-Zahl und Beschleunigung zuzugucken. Das gilt selbst für solche Spieler, die keine Ahnung von Autos haben. Zudem lassen sich einmal angeschaffte PS-Schleudern unproblematisch verkaufen, um das Geld in ein anderes vierrädriges Gefährt zu investieren. Dennoch vermissen wir nach dem Review ein wenig das tolle Gefühl, eine volle Garage mit lauter Luxusschlitten unser Eigen zu nennen.

    Need for Speed im PC-Testvideo

          
    08:20
    Need for Speed: Die PC-Version im Test
    Spielecover zu Need for Speed 2015
    Need for Speed 2015

    Während der Einbau der neuesten Tuning-Teile kaum Nachdenken erfordert (ihr wählt einfach die Parts mit den meisten grünen Pfeilen aus einer Liste aus), ist bei der Feinjustierung des Handlings schon etwas mehr Eigenarbeit gefragt. Das ist die Geheimwaffe von Need for Speed 2015. Der Punkt, der viele schraubbegeisterte Rennspiel-Fans anziehen dürfte. In der Garage dürft ihr für jedes Auto detaillierte Einstellungen an Reifendruck, Bremskraft oder Fahrwerkhöhe vornehmen. Das hat tatsächlich Auswirkungen aufs Fahrgefühl, so kann jeder Spieler sein perfektes Handling selbst definieren. Eine großartige Neuerung!

    Das Fahrzeug-Handling lässt sich in Need for Speed detailiert anpassen - oder aber man dreht nur am Hauptschalter und erspart sich die Einzelheiten (PC). Das Fahrzeug-Handling lässt sich in Need for Speed detailiert anpassen - oder aber man dreht nur am Hauptschalter und erspart sich die Einzelheiten (PC). Quelle: PC Games Hier schaltet ihr auch für jedes Fahrzeuge auf Wunsch die manuelle Schaltung ein, ein weiteres Feature, das es per Update in die Fassungen für Playstation 4 und Xbox One geschafft hat. Die PC-Version bietet diese Option natürlich auch. Wer mit dem Gamepad spielt, schaltet die Gänge mittels des rechten Sticks durch, das klappt gut und verbreitet bei Realismus-Fans ein Stück mehr Authenzität. Wer sich (abseits der fehlenden Cockpit-Kamera) aber so richtig in die Rolle eines virtuellen Autofahrers hineinversetzen will, sollte vom neuen Lenkrad-Support von Need for Speed Gebrauch machen. Am PC werden mehrere Lenkräder von Thrustmaster, Logitech und Fanatec unterstützt. Wir haben das Ganze ausprobiert und waren sehr angetan von den Force-Feedback-Effekten.

    Simulations-Fans sollten sich von Need for Speed aber nicht zu viel versprechen. Ja, die Auswirkungen sind spürbar, aber letztlich ist Need for Speed immer noch ein Arcade-Racer. Wer keine Lust auf Feinjustierungen hat, wählt einfach per allgemeiner Schalterleiste zwischen den Extremen "Drift" und "Grip" und fährt damit im wahrsten Sinne des Wortes bestens. Das Spielprinzip bietet einfach nicht so viel Tiefe wie ein Project Cars und das will es auch gar nicht. Bei Need for Speed geht es darum, eine schöne Zeit mit schnieken Karren und lässigen Drifts um enge Kurven zu verbringen, nicht mehr und nicht weniger.

    Da fehlt doch was!

          

    Die Felgen dürfen wir bei jedem Wagen anpassen, aber bei Motorhauben oder Rückspiegel mangelt es oft an Auswahl (PS4). Die Felgen dürfen wir bei jedem Wagen anpassen, aber bei Motorhauben oder Rückspiegel mangelt es oft an Auswahl (PS4). Quelle: PC Games Neben der Performance schraubt ihr auch am Aussehen eures Flitzers. Ihr bestimmt nicht nur die Lackierung, sondern dürft auch aus mehreren hundert Decals wählen, um ein individuelles Äußeres für eure Rennmaschine zu erstellen. Der entsprechende Editor bietet eine Menge Optionen - Customizing-Fans können Stunden mit dem Nachbau ihrer Lieblingsautos verbringen. Doch der Vielfalt in Sachen Sticker und Aufdrucke steht eine überraschend ärmliche Auswahl an optischen Tuning-Bauteilen gegenüber.

    Ernüchternde Test-Erkenntnis: Gerade bei höherwertigen Karossen ist ein großer Teil der "Andock-Punkte" am Auto gesperrt. Ihr dürft dann nur an den Felgen rumdoktern oder aus einer viel zu kleinen Auswahl an Heckspoilern wählen, aber alternative Motorhauben und Frontscheinwerfer fehlen bei vielen Fahrzeugen, die für die Underground-Serie typischen (kitschigen) Unterboden-Beleuchtungen in Neonfarben gibt's (fest montiert) sogar nur in einem einzigen Fahrzeug gar nicht.

    Das riecht nach einem Kompromiss bei der Entwicklung: Plant Ghost Games, weitere Inhalte per Patch nachzuliefern? Mikrotransaktionen für NfS, die neue Teile für echtes Geld anbieten, gibt es ja zum Glück keine. Und Pläne für die Veröffentlichung kostenpflichtiger Need for Speed-DLCs hat Ghost Games laut eigener Aussage auch nicht - in den vier Monaten seit dem Konsolen-Release gab es lediglich eine Reihe Gratis-Patches. Dennoch, auch mit Updates, ist der magere Umfang des Spiels - in dieser Hinsicht und anderswo - auffällig.

    Und irgendwann ist Schluss ...

          

    15 Stunden haben wir im Test für die Kampagne gebraucht, die alle 80 vorgefertigten Rennen des Spiels beinhaltet - dazu kommen noch einmal 15 optionale Challenges, die nachträglich eingefügt wurden. Danach hatten wir Stufe 60 erreicht und besaßen genug Geld, um uns den teuersten Wagen des Spiels zu leisten (einen Ferrari F40 für knapp 200.000 Dollar) und gleichzeitig noch einen voll ausgebauten Lamborghini Murciélago LP 670 mit über 1.000 PS sowie einen Porsche Cayman GT4 zu unterhalten. Ein Grund, Need for Speed weiter zu spielen, bestand danach kaum noch, alle Bauteile befanden sich in unserem Besitz und der halbgare Mehrspielermodus bot keinen großen Anreiz zum Weiterspielen.

    Need for Speed erfordert eine permanente Internetverbindung zum Spielen. Gerechtfertigt wird diese Always-online-Komponente zumindest theoretisch durch das Alldrive-Feature: In Ventura Bay sind ständig andere Spieler zusammen mit euch unterwegs. Das kann zu lustigen Situationen führen, etwa wenn zwei Rennverläufe sich kreuzen und man plötzlich menschlichen Mitspielern ausweichen muss. Die Hürde, um mit anderen im selben Event anzutreten, ist aber unnötig hoch.

    Zu Beginn eines Events könnt ihr andere Spieler auf dem Server oder eure Crew-Mitglieder einladen (PC). Zu Beginn eines Events könnt ihr andere Spieler auf dem Server oder eure Crew-Mitglieder einladen (PC). Quelle: PC Games

    Es gibt keine Multiplayer-Lobbys in Need for Speed. Wer einfach auf der Suche nach anderen Spielern ist, kann immerhin bei Event-Start alle Spieler auf dem gleichen Server einladen. Etwas einfacher haben es Spieler mit Freunden, denn die können sich in feste Crews für bis zu acht Teilnehmer organisieren und gemeinsam auf die Piste fahren. So lässt sich auch die Kampagne im Koop-Modus bewältigen.

    Tipp: Im Optionsmenü schlägt euch Need for Speed Spieler als Freunde vor, die gerade in derselben Instanz rumkurven. Vor Rennstart werden euch die Bestzeiten anderer Fahrer und eurer Freunde angezeigt und das Spiel macht euch darauf aufmerksam, wenn eine eurer Rekordmarken geknackt wurde. Am PC greift Need for Speed auf euren Origin-Account und die dort eingetragenen Freunde zurück. Ein Konto bei PS Plus beziehungsweise Xbox Live Gold wird für Need for Speed auf der Konsole übrigens nicht zwingend vorausgesetzt - ihr könnt nämlich auch alleine nur mit KI-Fahrern und ohne Alldrive-Feature spielen. Eine Internetverbindung ist aber trotzdem zwingend nötig.

    Schön: Wer beim Cruisen durch die (auf Dauer arg leblos und beliebig wirkende) Stadt auf andere Spieler trifft, kann diese per Knopfdruck zu einem spontanen Duell herausfordern. Dabei stehen unterschiedliche Kategorien zur Auswahl, etwa Drift, Sprint oder Outrun. Das Spiel legt dann automatisch und ohne Verzögerung eine Route fest, es gibt keine Ladezeit vor Rennbeginn.

    Need for Speed im Video: So albern sind die Zwischensequenzen

          
    03:38
    Need for Speed Zwischensequenzen: Video zeigt lustige Story-"Highlights"
    Spielecover zu Need for Speed 2015
    Need for Speed 2015

    Das alleine kann den Mehrspielermodus aber auch nicht retten, insgesamt wirkte Need for Speed im Review wie ein Einweg-Rennspiel. Wer einmal alle Renn-Events durch hat, kann dem Spiel getrost den Rücken kehren. Es fehlt einfach an spaßigen Aktivitäten abseits der Kampagne - eine Handvoll Sammelgegenstände wie kostenlose Upgrades bieten kaum Mehrwert. Immerhin: Ghost Games stellt Spieler jeden Tag vor drei neue Herausforderungen. Wer die erfüllt (etwa eine bestimmte Strecke driften oder der Polizei nach einer minutenlangen Verfolgungsjagd entkommen), steigt in einer monatlich aktualisierten Rangliste auf.

    Die Technik der PC-Version

          

    Für Need for Speed am PC hat sich Ghost Games vier Monate Zeit gelassen. Das kommt nicht von ungefähr, denn der Vorgänger Rivals enttäuschte PC-Spieler weltweit mit einem Framelock auf 30 Bilder pro Sekunde. Das neue Need for Speed hat keine solche Einschränkungen. Auf Basis der neuesten, schon bei Star Wars: Battlefront sehr genügsamen Frostbite-Engine schafft das Rennspiel auf unseren Testsystemen standardmäßig Frameraten zwischen 60 und 80 Fps bei einer Auflösung von 1080p. Das ist nach oben offen, so sieht Need for Speed auch auf 144-Hertz-Monitoren extrem flüssig aus. Genauere Benchmark-Ergebnisse und Tuning-Tipps findet ihr bei PC Games Hardware.

    Grafikvergleich PS4 vs PC

    before
    after

    Die hohe Framerate kommt dem Spielerlebnis zugute. Wo auf Konsolen das Geschwindigkeitsgefühl teilweise unter den maximal 30 Bildern pro Sekunde litt, präsentiert sich die PC-Fassung des NfS-Reboots pfeilschnell. Allein deshalb raten wir Unentschlossenen zur PC-Fassung. Die sieht darüber hinaus auch noch um einiges schöner aus als auf PS4 und Xbox One. Besonders die Umgebungstexturen haben einen deutlichen Sprung gemacht, die in einem Affenzahn vorbeiziehenden Oberflächen von Asphalt und Beton sind zu jedem Zeitpunkt knackscharf. Im Test fielen uns am PC keine Pop-up-Effekte auf.

    03:07
    Need for Speed: PC Grafikvergleich - Minimum vs. Medium vs. Maximum
    Spielecover zu Need for Speed 2015
    Need for Speed 2015

    Das PC-Optionsmenü bietet darüber hinaus eine befriedigende Auswahl an Einstellungsmöglichkeiten, um die Grafikqualität an den eigenen Rechner anzupassen. Einzig der auf Bildern hässliche Grieselfilter, der Need for Speed eine filmische Qualität verleihen soll, lässt sich partout nicht abstellen. Bei der Steuerung hat Ghost Games den einfachsten Weg genommen; die Menüs wurden 1:1 aus den Konsolenversionen übernommen und bieten keine Mausunterstützung. Das ist besonders in der Garage ärgerlich, wo ihr umständlich mit Tasten oder Analogstick aus zahllosen Lackfarben wählen müsst, statt die gewünschte Schattierung einfach anklicken zu können.

    Handzahme KI in Need for Speed

          

    Seit Jahren ein leidiges Thema bei jedem Need for Speed: die Gummiband-KI. Auch im neuesten Serienteil zündeten überholte Computergegner den Raketenantrieb und machten plötzlich unfassbar große Rückstände wett - zumindest beim Konsolen-Release im November 2015. Seitdem hat Ghost Games das Verhalten der Computergegner mit Patches modifizert. Beim PC-Nachtest erwies sich das gleichermaßen als Segen wie als Fluch.
    Den Punktverlust im Drifttrain-Modus durch unverschuldete Kollisionen mit den KI-Fahrern hat Ghost rausgenommen (PC). Den Punktverlust im Drifttrain-Modus durch unverschuldete Kollisionen mit den KI-Fahrern hat Ghost rausgenommen (PC). Quelle: PC Games So sorgte die dynamisch angepasste Fahrleistung der Gegner im Spielmodus Drifttrain etwa regelmäßig für Nervenzusammenbrüche. Darin seid ihr in einer Gruppe unterwegs und müsst möglichst fehlerfrei um Kurven schlittern - und zwar im Pulk. Wer alleine unterwegs ist, kann noch so gut driften, er verdient keine Zähler. Die aggressive, rempelfreudige KI war dabei ursprünglich entweder viel zu langsam oder viel zu schnell, zudem sorgten Schubser mitten im Drift für Punktverluste. Ghost Games hat diese Bestrafung für Kollisionen jedoch einfach aus dem Spiel genommen; wer an der Karosserie eines Kollegen entlang schabt, bekommt trotzdem alle Drift-Punkte. Nur eine Begegnung mit der Leitplanke setzt den Driftzähler zurück.

    Durch diese Änderung und das fehlende Cheat-Element der KI-Widersacher ist Need for Speed nach den Konsolen-Patches und am PC aber tendenziell zu einfach. Im Test mussten wir noch sehr selten Events neustarten, selbst das berüchtigte "Einzelteile"-Rennen ist inzwischen ein Klacks. Durch überraschende Kollisionen gibt's zwar immer noch eine gewisse Herausforderung, doch wer fleißig sein Fahrzeug tunt, fährt den Gegnern meilenweit voraus. Extrem einfach sind zudem die Drift-Events, bei denen man die Zielvorgaben regelmäßig um viele tausend Punkte übertrifft, während die langsame KI nicht hinterher kommt.

    Gewöhnliche Straßensperren lassen sich durchbrechen - brenzlig wird es erst, wenn die Cops Straßen mittels massiver Betonstopper blockieren (PC). Gewöhnliche Straßensperren lassen sich durchbrechen - brenzlig wird es erst, wenn die Cops Straßen mittels massiver Betonstopper blockieren (PC). Quelle: PC Games Auch die Polizei von Ventura Bay verhält sich regelrecht rücksichtsvoll. Anders als im Vorgänger Need for Speed: Rivals werden die Cops nur noch von der KI gesteuert, sind dabei aber so zaghaft wie ein scheues Reh. Sie in der offenen Welt überhaupt aufzuspüren und in eine Verfolgungsjagd zu verwickeln, ist eine Leistung für sich. Und selbst wenn man die Polizei am Heck kleben hat, lassen sich die Gesetzeshüter auch auf dem höchsten Wanted-Level viel zu leicht abhängen.

    Drei Verfolger sind schon das höchste der Gefühle. Mit ihren untermotorisierten Gefährten haben sie keine Chance gegen die stärksten Autos in eurem Arsenal. Straßensperren und Nagelbrettern weicht man vergleichsweise einfach aus, härtere Maßnahmen wie Helikopter fehlen komplett. Da sind wir aus vergangenen Need for Speed-Teilen Besseres gewohnt!
    Die Stoßstangen- oder Motorhauben-Perspektive ermöglicht das intensivste Rennerlebnis - Need for Speed hat keine Cockpit-Kamera (PC). Die Stoßstangen- oder Motorhauben-Perspektive ermöglicht das intensivste Rennerlebnis - Need for Speed hat keine Cockpit-Kamera (PC). Quelle: PC Games

    Verschwendetes Potenzial

          

    Im Decal-Editor wählt ihr aus einer Vielzahl von Folien, um eurem Wagen ein individuelles Aussehen zu verpassen (PS4). Im Decal-Editor wählt ihr aus einer Vielzahl von Folien, um eurem Wagen ein individuelles Aussehen zu verpassen (PS4). Quelle: PC Games Es ist ein Gefühl, das sich durch den gesamten Test von Need for Speed zieht: Da wäre mehr gegangen! Die Anlagen für ein großes Rennvergnügen sind da: Die Optik ist schick (bis auf den körnigen Filter, der über allem liegt), die Karren sind edel, die Rennmodi abwechslungsreich und das Geschwindigkeitsgefühl stimmt spätestens ab Tempo 250 in der Stoßstangen- oder Motorhauben-Perspektive. Aber zu viel fehlt. Eine Cockpit-Kamera etwa. Eine Option, um die jederzeit eingeblendete Ideallinie mit GPS-Markierung zu deaktivieren. Ein Mehrspielermodus, der mehr hergibt als eine fadenscheinige Begründung für den permanenten Online-Zwang. Wer auf die Feature-Liste von Need for Speed schaut, der verliert schnell den Mut.

    Dabei hatten wir auf der Strecke tatsächlich eine Menge Spaß - sobald wir uns an die ganzen Kompromisse des Rennspiels von Ghost Games und Electronic Arts gewöhnt hatten. Der Soundtrack erfüllt seinen Zweck und pumpt das Adrenalin beim Steuern eines vor Power strotzenden Supersportwagens unmittelbar ins Blut. Die Bedienung mit dem Gamepad geht gut von der Hand. Ja selbst die oftmals ungewollt komischen Zwischensequenzen erzeugen mit der Zeit einen gewissen Charme. Aber um dafür 60 Euro auszugeben, nur um das Spiel nach 15 Stunden erstmal wieder in die Ecke zu legen, muss man schon ein begeisterter Auto-Narr sein.

    Need for Speed für PC lässt sich nur über EAs Online-Service Origin spielen; auch die Disc-Version nutzt das Tool als Kopierschutz. Zum Spielen wird eine permanente Internetverbindung benötigt, es gibt keinen Offline-Modus. Der Preis beträgt rund 57 Euro.

    Weitere NfS-Artikel auf PCGames.de

          

    Update: Nach dem Need for Speed-Release am 5. November 2015 haben wir fleißig weitere Artikel zum Thema geschrieben, die euch interessieren könnten. So ist mittlerweile der erste Patch für NfS angekündigt. Außerdem nehmen wir den Always-online-Zwang separat unter die Lupe, widmen uns den fehlenden Features wie der Cockpit-Perspektive in einer Kolumne und sprechen über die negativen Folgen des Levelsystems aufs Fahrgefühl. Viele weitere Meldungen zum Spiel findet ihr auf unserer Need for Speed-Themenseite.

    Fazit und Wertung

          


    Need for Speed 2015 (PC)

    Spielspaß
    75 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    Need for Speed 2015 (XBO)

    Spielspaß
    74 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    Need for Speed 2015 (PS4)

    Spielspaß
    74 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Feine, detailreiche Grafik
    Sehr lässige Drift-Steuerung
    Zugängliches Fahrmodell, dass sich an die eigenen Bedürfnisse anpassen lässt
    Extrem viele Tuning-Optionen
    Spaßige Event-Zusammenstellung mit viel Abwechslung
    Prima Geschwindigkeitsgefühl ab 200 km/h aufwärts
    Gut gemischte Fahrzeugliste mit tollen Edelkarren
    Überzeugende Motorengeräusche
    Merkliche Unterschiede bei Grip/Drift-Einstellungen
    Etliche Sticker/Decals zum Verzieren
    Motivierendes Aufleveln von Auto und Rang
    Spontan-Duelle mit anderen Spielern möglich
    Temporeicher Soundtrack
    Technisch einwandfreie PC-Umsetzung
    Intensive Motorhauben- und Stoßstangen-Perspektive
    Lenkrad-Unterstützung (PC)
    Manuelles Schalten als Option
    Eintönige Spielwelt
    Nach der Kampagne gibt's nix mehr zu tun
    Halbgare Mehrspieler-Optionen
    Zwischensequenzen ohne echte Story
    Klischee-Charaktere und Dialoge zum Fremdschämen
    KI-Fahrer sind gegen Ende viel zu langsam
    Polizei stellt so gut wie nie ein Hindernis dar
    Optisches Tuning fällt bei einigen Autos sehr mager aus
    Einige übertriebene Grafikeffekte (Polizei, Grieselfilter)
    Zu kleine Garage (maximal fünf Autos)
    Keine Cockpit-Perspektive
    Kein Offline-Modus
    Keine Mausunterstützung in Menüs (PC)

    Need for Speed: Die ersten 30 Minuten im Video

          
    30:32
    Need for Speed: Die ersten 30 Minuten im Gameplay-Video
    Spielecover zu Need for Speed 2015
    Need for Speed 2015
    • Es gibt 57 Kommentare zum Artikel

      • Von Herbboy Community Officer
        Jetzt hat man endlich mal auch wieder potentiellen Spaß mit dem "Pimpen" der Karren - und dann ist die KI so schlecht? ^^ Schade drum... lieber eine Gummi-KI als eine schlechte "realistische" KI. Die Gummi-KI hat grad bei Arcade ja auch was für sich, weil sie ja in beide Richtungen funktioniert, also auch…
      • Von MichaelG Erfahrener Benutzer
        Naja das Schadensmodell war für NFS top (weil in anderen Teilen nicht vorhanden). Gut damals ging es auch noch nicht so detailliert. Das erste detailliertere Schadenmodell kam dann afaik erst bei einem DTM Race Driver 1 auf. Wo die Schäden auch Auswirkungen auf Leistung und Fahrverhalten hatten.

        Aber NFS Porsche ist auch definitiv mein Lieblingsteil.
      • Von Batze Erfahrener Benutzer
        Zitat von MichaelG
        Eben. NFS war wenig arcadig, machte Spaß, es gab ein rudimentäres Schadensmodell. Es gab 2 Modi (Werksfahrer und Historie). Das war wirklich top!
        Nein, für die damalige Zeit, und auch heute noch war es Einmalig. Für mich war kein Spiel aus der NFS Serie so…
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Need for Speed 2015 im Test für PC, PS4 und Xbox One mit Videos: Famos schönes Rennspektakel mit lachhafter KI
Die PC-Version von Need for Speed ist da und PC Games hat sie getestet: Profitiert das NfS-Reboot von Bildraten jenseits der 60 FPs, 4K-Auflösungen und Lenkrad-Unterstützung? Test und Video-Review wagen den Vergleich mit Playstation 4 und Xbox One.
http://www.pcgames.de/Need-for-Speed-2015-Spiel-55563/Tests/im-Review-EA-laesst-eine-grosse-Chance-ungenutzt-1176509/
09.03.2016
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2016/03/Need-for-Speed_Test_Review_PC_06-pc-games_b2teaser_169.jpg
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