Yakuza Kiwami 3 & Dark Ties im Test: Remake zwischen Unterwelt, Waisenhaus und Wahnsinn
Kontroversen, Shitstorms und Boykottaufrufe im Vorfeld gehören bei vielen Spiele-Releases inzwischen dazu. Der Test klärt, worum es bei der Aufregung ging, ob Befürchtungen wahr wurden und natürlich die Frage: Ist es auch ein gutes Spiel?
In diesem Artikel
Yakuza Kiwami 3 & Dark Ties entführt euch in das Zwielicht der japanischen Unterwelt, voller schräger Gestalten, pathetischer Melodramatik, Gewalt und Humor, so wild gemixt, dass ihr beim Spielen beinahe ein Schleudertrauma entwickelt. Yakuza ist schamlos albern und nimmt sich dabei extrem ernst, kein Protagonist ist so weise und zugleich naiv wie Kiryu. Die vermeintlichen Widersprüche sind Essenz der markanten Würzmischung, die viele nach dem ersten Häppchen immer wieder kosten möchten. Ja, es stimmt, die Unterschiede von Gang zu Gang sind überschaubar. Aber im Stammrestaurant bestellen auch manche Besucher immer das gleiche Gericht und sind damit höchst zufrieden ...
Yakuza Kiwami 3 & Dark Ties (jetzt kaufen 44,60 € / 53,99 € ) ist ein Remake von Yakuza 3 und folgt Segas bewährtem Rezept für die Reihe: neue Engine, neue Sprecher, neue Charaktermodelle, neue Inhalte und ganz viele Quality-of-Life-Verbesserungen bei (zum Großteil) gleicher Handlung wie im Original von 2009.
Amuse-Gueule
Zum Einstieg in die (Neuauflagen-)Reihe ist Yakuza Zero als Startpunkt am besten geeignet. Solltet ihr das Verlangen verspüren, mit Kiwami 3 anfangen zu wollen, ist das aber theoretisch auch möglich. Gleich zu Beginn des Abenteuers bietet der Friedhof Gelegenheit, sich an vergangene Ereignisse und Begleiter zu erinnern. Und dann knüpft die Geschichte schon bei Kiwami 2 an: Protagonist und Yakuza Kiryu verlässt Kamurocho, den Rotlichtbezirk von Tokio, um auf Okinawa gemeinsam mit Ziehtochter Haruka ein Waisenhaus zu führen. Doch der lange Arm der Tokio-Clans reicht bis zu Kiryus Häuschen am Strand, und bald sieht er sich nicht nur in eine Reihe rätselhafter Mordversuche an Patriarchen verstrickt, sondern droht auch noch, das Waisenhaus-Grundstück zu verlieren.
Quelle: Sega
In der zweiten Kampagne Dark Ties spielt ihr zum ersten Mal Mine, der sich mithilfe des ordinären Kanda bei den Yakuza nach oben arbeitet
Reden mit vollem Mund
Die Handlung in zwölf Kapiteln springt zwischen den Schauplätzen Kamurocho, wie man es aus den Vorgängern kennt, und dem Waisenhaus am Strand sowie der Innenstadt Ryukyu (deren Vorlage ein echter Stadtteil von Naha ist). Wie im Original wird euch allein die Hauptstory etwa 18 Stunden beschäftigen. Inszenatorisch gibt es dabei gewohnheitsmäßig ein paar unnötige Längen mit statischen Gesprächen, die wiederkäuen, was man bereits weiß.
Wer darauf keine Lust hat, kann solche Zwischensequenzen mit einem Knopfdruck überspringen. Eine deutsche Sprachausgabe gibt es im Übrigen nicht, die Stimmen erklingen auf Englisch oder Japanisch. Bei den deutschen Untertiteln wurde nicht immer sauber gearbeitet, ihr stolpert bisweilen über Tippfehler, Begriffe, die sich von Kapitel zu Kapitel ändern, aber das Gleiche meinen, oder merkwürdige Übersetzungen von Sprichwörtern.
Bildergalerie
Änderungen an der Handlung sind einer der Gründe für die Fan-Kritik im Vorfeld. Wir verraten natürlich keine Details, aber das Schicksal mancher Charaktere verläuft am Ende anders als im Original, und das wird mit großer Sicherheit auch Auswirkungen auf die Story des sehr wahrscheinlich kommenden Kiwami 4 haben.

Was ich dann schon zuviel fand, waren die Videos, da wurde einem ständig noch einer erzählt und gegen Ende hin war es halt echt zu viel. Hat regelrecht den Spielfluß und die Handlung gestört (willst ja wissen wie es weitergeht). Im Openworld rumlaufen und ein Haufen Sachen machen ist echt voll geil, aber irgendwie fehlt der Effekt, der Mehrwert, dadurch. Das "Immersive" dabei. Irgendwie wie ein GTA3 das halt nicht so geil ist wie ein GTA Vice City. :D
Mir hat es trotzdem gefallen, in das Remake von Teil 1&2 schau ich auch mal rein. Und wenn das Remake von Teil 3 kein Reinfall ist (wie hier im Test zu sehen), da auch noch.
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