Watch Dogs im Test: Nebenaufgaben
Was bleibt nach dem Hype? Im ausführlichen Test von Ubisofts Open-World-Hoffnung beantworten wir alle Fragen zu Story, Umfang, Grafik und Missionen. Zwei Redakteure haben sich zusammen weit über 80 Stunden lang durch die PC- und PS4-Versionen des Action-Adventures gekämpft und verraten euch, warum Watch Dogs zwar nicht das erhoffte Superspiel, aber dennoch einer der unterhaltsamsten Titel des jungen Spielejahres 2014 ist.
Quelle: PC Games
Das Smartphone erlaubt unter anderem Zugriff auf den simplen Alien-Shooter NVZN. (PS4)
Wer Watch Dogs mit einem zu 100% abgeschlossenen Spielstand beenden möchte, ist mindestens 40 bis 50 Stunden beschäftigt, eher länger. Dazu kommt der Mehrspielermodus: Andere Spieler schalten sich in unsere Partie ein, wenn wir das erlauben. Oder wir invasieren anderer Leute Partien wie in Dark Sous 2. In vier Modi wetteifern wir mit ihnen in Autorennen oder wehren ihre Hackingversuche ab. Alternativ können wir auch einen standardmäßig deaktivierten PvP-Modus freischalten, dann dürfen wir uns Schussgefechte mit der Konkurrenz liefern. Wem das alles zu viel ist, schaltet die Multiplayer-Option im Menü ab. Per Companion-App legen wir uns alternativ mit einem Tablet-Besitzer an, der die Polizei kontrolliert, während wir ein Checkpoint-Rennen absolvieren. Das konnten wir für den Test ein paar Mal ausprobieren und wirkte wie ein netter Zeitvertreib. Der Fokus liegt aber klar auf der Kampagne. Einen "echten" Mehrspielermodus für mehr als zwei Spieler gleichzeitig bietet Watch Dogs ohnehin nicht.
Quelle: PC Games
Zum Abschluss des dritten Akts kommt es zum großen Showdown auf einem Schrottplatz - mit tödlichen Fallen wie diesem Lichtblitz-Skorpion und knackiger Rockmusik. (PS4)
Im Einzelspielermodus gefällt uns neben allerlei Minispielen besonders die Möglichkeit, durch das Hacken von Smartphones der Zivilisten Informationen zu geplanten Straftaten zu erfahren, die es dann zu vereiteln gilt. Diese kleinen Missionen sind zwar recht simpel gehalten und verlangen nur, dass man den Tatort beschattet und zur rechten Zeit eingreift, dennoch tragen sie zur Atmosphäre bei und verleihen der Spielwelt zusätzliche Authentizität. Im markierten Areal aktivieren wir den Profiling-Modus von Aidens Handy und scannen die Passanten - zwei davon kommt die Opfer- und Täterrolle zu. Indem wir intervenieren, steigern wir unseren Ruf bei der Bevölkerung. Wenn wir danach Verbrechen begehen, rufen Augenzeugen nicht so schnell die Polizei. Mähen wir dagegen Zivilisten um, schadet das unserem Ruf und die Überlebenden verpfeifen uns schneller. Zum Ausgleich erhalten wir mächtige Zusatzskills. Insgesamt bleibt das Reputationssystem aber weit hinter seinen Möglichkeiten zurück.
Quelle: PC Games
Bei den Zufallsverbrechen geht es nur darum, im richtigen Moment einzugreifen. Simpel, aber cool! (PS4)
Wer es ganz verrückt mag, wird wahrscheinlich Unmengen Zeit mit den digitalen Trips verbringen. Dieser rein virtuelle Drogenrausch versetzt euch in vier absolut absurde Szenarien, in denen ihr brennende Zombies über den Haufen fahrt (Madness) oder in einem riesigen mechanischen Spinnen-Roboter die Stadt zerstört (Spider-Tank). Dazu gibt es ein Minispiel, indem ihr durch die Stadt fliegt und Blumen als Trampoline missbraucht (Psychedelic). Alone schließlich schickt euch in ein ausgestorbenes Chicago, in dem ihr wie bei Splinter Cell an Gegnern mit klar ersichtlichen Sichtkegeln vorbeischlecht - mit dem Unterschied, dass diese Wächter Roboter sind. Jede der vier Sinneserfahrungen besitzt eine eigene Online-Rangliste und sogar ein Skill-System - je höher euer Highscore innerhalb des Zeitlimits, umso mehr neue Fähigkeiten schaltet ihr frei. Natürlich beißen sich die abgefahrenen Spiele etwas mit dem realistischen und bierernst gehaltenen Ausgangsszenario und würden wohl besser in die Grand Theft Auto- oder Saints Row-Reihe passen. Spaß machen sie dennoch, zumal sie einen der wenigen Teile von Watch Dogs darstellen, in denen sich die Designer komplett austoben und mal was Anderes wagen.
Quelle: PC Games
Im digitalen Trip Spider-Tank kämpft ihr nicht nur gegen die Polizei, sondern auch gegen die Zeit, um den Highscore zu knacken. (PS4)
Nach der Kampagne dürft ihr nach Belieben durch Chicago gondeln und liegen gebliebene Aufgaben abschließen. Neben zahlreichen Sammelaufträgen und mehreren, allesamt soliden Minispielen (Schach, Poker, Hütchenspiel und Wetttrinken) gibt es auch handfeste Mini-Missionen. Die jederzeit aufrufbare Stadtkarte zeigt alle wichtigen Orte an, ein Wegpunkt zur gewünschten Stelle ist im Nu gesetzt. Neben den weiter oben aufgezählten Jobs gibt es auch noch weitere Nebenbeschäftigungen wie Fluchtfahrermissionen und VR-Spiele, bei denen ihr in die Spielwelt projizierte Münzen sammelt oder Aliens abknallt. Zudem fahren Wagenkolonnen mit Gangstern auf einer festen Route durch die Stadt - wir halten sie mit Gewalt auf. Als Belohnung gibt es wie für nahezu alle Nebenaufgaben Erfahrungspunkte und Geld. Aufgrund der zahlenmäßigen Überlegenheit der KI-Gegner ist ein sorgfältig geplantes Vorgehen von Vorteil. Als besonders effektiv hat sich hierbei die Verwendung ferngezündeter Haftbomben erwiesen. Gang-Verstecke gibt es auch noch. In denen müssen wir den Anführer der Gruppe im Nahkampf ausknocken, dafür gibt es einen extra Skillpunkt. Das ist unterhaltsam, aber nichts, was man nicht schon aus den Story-Missionen kennt.
Watch Dogs Grafikvergleich: PC vs. PS4
Quelle: PC Games
In Eskortmissionen gebt ihr NPCs per Kamera Bewegungsbefehle. Das ist mal was Anderes! (PS4)
Verteilerkästen an Hauswänden erlauben Zugriff auf eine Reihe von Kameras in Wohnungen. Hier lauschen wir hübschen, traurigen, lustigen oder schockierenden Geschichten aus dem Leben der gewöhnlichen Menschen - und räumen anschließend deren Bankkonto leer oder lassen es, weil wir dem Krebskranken oder der alleinerziehenden Mutter nicht noch den letzten Penny abknöpfen wollen. Gut: Nicht alle dieser Eingriffe in die Privatsphäre erfordern die Absolvierung eines doofen, Pipe Mania-artigen Minispiels - bei manchen Verteilerkästen folgen wir stattdessen den schwach leuchtenden Leitungen zu einem Aktivierungsschalter, oft unter Zuhilfenahme naher Kameras. Schlecht: Echte Entscheidungsmöglichkeiten bieten sich uns hier nicht, wir können etwa der alleinerziehenden Mutter keine Finanzspritze verpassen, sondern ihr das Geld lediglich stehlen.
Aiden verdingt sich auch als Hobby-Detektiv. Indem wir Hinweise wie die Leichen verschwundener Frauen, von einer Hackergruppe hinterlassene QR-Codes, versteckte Waffenkisten oder Aktenkoffer zwielichtiger Geschäftsleute scannen, finden wir einen Serienkiller, machen ein Verbrechersyndikat unschädlich oder sprengen einen Menschenhändlerring. Das passt gut zum Selbstjustiz-Thema des Spiels, aber die vier Bonusmissionen am Ende der Spurensuche unterscheiden sich kaum von den Story-Aufträgen. Es fehlenaußergewöhnliche Ideen - ein Problem, das sich abseits des frischen Szenarios durch das gesamte Spiel zieht.

Wer lust hat, kann ja mal reinschaun.
https://www.youtube.com/watch?v=oC2EsMXt6is
Ich finde das wird hier viel zu wenig berücksichtigt, was für ein enormer Aufwand das ist..
Klar, es gibt Dinge, die waren selbst in GTA 3 besser gelöst.. z.B. brennt ein Auto, kommt die Feuerwehr, oder wird jemand erschossen, kommt der Krankenwagen... solche Kleinigkeiten auf die Rockstar immer viel Wert gelegt hat, gibt's bei Watch_Dogs eben nicht, schade eigentlich..
Dafür haben die Passanten soviel zu erzählen, das ist einfach nur krass...vor allem dass das Spiel in zig Sprachen (deutsch, englisch, französisch, spanisch usw.) übersetzt wird, ein Aufwand den sich R* erspart, indem sie ihre Spiel nur auf Englisch mit entsprechendem Untertitel rausbringen..
Den einzigen richtig heftigen Kritikpunkt muss ich eigentlich mehr Ubisoft als dem Spiel selbst ankreiden : Das Marketing
So dreist zu lügen, ohne rot zu werden, nicht schlecht
Erstmal die E³-Grafik-Lüge, dann noch das Produkt mit Feautures bewerben, die erst 3 Monate nach Release mit 'nem Patch nachgeliefert werden (Freunde hacken !)
Ob ich mir da überhaupt noch "The Division" antun soll,keine Ahnung , denn ; wer weiß bei Ubisoft schon wie das finale Spiel ausschaut ?
Und ich halte die Ctos Türme für sehr gelungen. Weil nicht identisch zu lösen. Die Funktürme in FC 3 waren vom Prinzip ihrer Wirkung her (Sichtfeld erweitern, Freischalten von interessanten Missionen und Objekten) durchaus ähnlich, auch das Klettern auf die Aussichtstürme in AC, aber trotzdem immer irgendwie anders. Und dann auch die Dinge wie die QR-Codes sind ziemlich knackig. Ebenso wie die Privatsphäre knacken und die Gangverstecke.
Und das nächste ist: Man ist (bis auf die Ctos Türme und -zentralen) nicht gezwungen, diese zu machen. Alles optionales Beiwerk. Aber ich mache das gern. :D Daher bin ich nach ca. 20 h erst bei rund 18% Spieldauer. :D Dafür hab ich momentan 17 oder 18 Skillpunkte die ich noch nicht vergeben kann, weil ich Willkommen in der neuen Welt noch nicht gemacht habe (vermutlich irgend eine Hauptmission, davon hab ich erst 2 Stück gemacht). Ich verliere mich momentan in den Nebenmissionen. Mir fehlen nur noch 3 Ctos Türme und 1 Zentrale (die im Nordwesten) :D
Generell merkt man schon, dass Passanten seltener die Polizei rufen.
Ansonsten ist es ein nettes Gimmick, nehm ich an.