Trials Frontier für iOS im Test: Fingerspitzengefühl nötig - und ein gut gefüllter Geldbeutel
Die Trials-Spiele haben schon so manchem Gamepad das Leben gekostet, wenn frustrierte Spieler es gegen die Wand pfefferten Alarmstufe Rot also beim Test der iOS-Version von Trials Fusion auf dem iPhone! Loch in der Wand? iPhone kaputt? Oder Spielspaß gerettet? Unser Trials Fusion Test verrät es.
Die Handlung von Trials Fusion ist schnell erzählt: Motorrad-Künstler, Felsbrocken, Totalschaden, Neubeginn. Wie jetzt, eine Handlung? Braucht keiner, gibt es aber. Lässt sich zum Glück ignorieren und verlangsamt die Demonstration der eigenen Fahrkünste nur etwas, da man zwischen den Etappen das Gesülze durch Antippen des Touchscreens überspringen muss. Lästig, aber verschmerzbar, auch wenn es unnötig wie ein Plattfuß ist.
Zum Glück ist der Kern von Trials Fusion der gleiche wie in Trials, Trials HD und den anderen Ablegern: Ein Mann und sein Motorrad balancieren sich über fiese Strecken, die gespickt sind mit Hindernissen, Fallen, Ablenkungen und so weiter. Dabei haben die Trials-Titel immer durch ihre Mischung aus Frust- und Erfolgserlebnissen begeistert – denn das Streckendesign war nie unfair, sondern immer nur niederträchtig, fies und brutal anspruchsvoll (in den höheren Levels). Mit viel, viel, viel Fingerspitzengefühl an den Triggern des Gamepads und dem Steuerstick waren aber alle Strecken schaffbar. Die erste Frage beim Test von Trials Frontier für iOS war also: Wie zur Hölle soll man diese Strecken ohne Gamepad schaffen?
Rennspiele für den Touchscreen finde ich persönlich überwiegend schlecht umgesetzt. Mir fehlt das schon erwähnte Fingerspitzengefühl, obwohl man eigentlich mit den Fingerspitzen spielen sollte. Es mag Gewohnheitssache sein, aber Maus, Tastatur und Gamepads haben ihre Vorteile bei vielen Spielen. Touchscreens sind dann überlegen, wenn sich die Spiele dafür eignen – lässt sich Trials Frontier also vergleichbar gut steuern?
Ja. Trials Frontier fühlt sich sofort an wie ein Trials, auch wenn man nur mit vier Pfeilen arbeiten kann. Mit den beiden Pfeilen rechts gibt man Gas oder bremst, mit den beiden Pfeilen links steuert man die Körperhaltung. Dank der nachvollziehbaren Physik im Spiel und der gut balancieren Steuerung ist die Eingewöhnungsphase tatsächlich sehr kurz. Zwar fühlt sich alles etwas träger an als auf der Konsole (auf der ich die anderen Teile exzessiv gespielt habe), aber es passt zur Spielgeschwindigkeit. Im direkten Vergleich würde ich zwar immer zu einem Trials-Spiel auf PC oder Konsole mit gutem Gamepad raten, aber für unterwegs auf dem iPhone ist Trials Frontier erfreulich unterhaltsam.
Quelle: PC Games
30 Minuten Warzezeit fürs Bike-Upgrade - Trials Frontier bietet an, per Ingame-Währung zu verkürzen. Die kann man für echte Euros kaufen.
Rund um die Bike-Akrobatik hat Red Lynx die erwähnte Handlung samt Missionen und Motorrad-Tuning gestrickt. Das ändert den Spielablauf nicht grundlegend und ist eigentlich auch überflüssig. Ähnliches gilt für das Tuning samt Glücksrad. Anstatt neue Motorräder mit mehr Leistung freizuschalten, muss man in Trials Frontier Upgrade-Teile einbauen, die es als Belohnungen oder via Glücksrad gibt (das man stilecht selber drehen darf). Die Dauer des Einbaus lässt sich mit Diamanten verkürzen – die es zu kaufen gibt. Auch fehlende Teile kann man sich per Diamanten kaufen, die echtes Gold kosten. Die Ingame-Währung kann man sich auch erspielen, dafür braucht man aber viel Zeit und Geduld. Das günstigste Päckchen Diamanten kostet stolze 4,99 Euro.
Trials Frontier ist also ein weiteres Free2Play-Spiel, das es kostenlos gibt und dann mit zunehmend länger werdenden Wartezeiten die Spieler zum Kauf der Beschleunigerwährung nötigt. Schade, denn als Spiel für 2,49 Euro ohne Ingame-Währung wäre Trials Frontier eine klare Empfehlung an alle iOS-User. Mit dem aktuellen Geschäftsmodell sollte nur geduldige Spieler oder solche mit prall gefülltem Geldbeutel zugreifen.
Meinung
Hinweis: Bei Tests von Mobile Games werten wir mit einem 10er-System.