The Long Journey Home im Test: Flugsteuerung, Aliens, Quests, Fazit, Wertung
The Long Journey Home schickt euch auf die schicksalhafte Reise durch ein prozedural generiertes Universum mit unvorhersehbaren Gefahren und Ereignissen. Für wen sich der Roquelike-Erkundungs-Mix eignet, wie viel Spielspaß darin steckt und mit welchen Schwierigkeiten ihr rechnen müsst, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test.
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Winkel- und Schublehre gefragt
Eine kleine Herausforderung stellt die direkte Steuerung in The Long Journey Home dar, da die Entwickler beim Raumflug die Anziehungskräfte von Sonnen und Planeten mit ins Spielgeschehen einbeziehen. Ihr navigiert euer Schiff (als Pfeil-Icon dargestellt) auf der Sternenkarte umher, indem ihr Flugrichtung und Schub bestimmt. Daraus entsteht eine Flugbahn, auf der ihr dann entlanggleitet, um so Treibstoff zu sparen. Anhand der Krümmung der Flugbahn erkennt ihr, wie sich die Anziehungskräfte der Himmelskörper bemerkbar machen. Das gewünschte Ziel peilt ihr anhand der stets eingeblendeten Minikarte an und richtet eure Flugbahn in die entsprechende Richtung aus. Bei Planeten ist es zwingend erforderlich, mit der passenden Geschwindigkeit und dem passenden Winkel in den Orbit zu gelangen. Um abzubremsen, müsst ihr euer Gefährt um 180° drehen und Schub geben. Für schnelle Manöver steht ein Booster zur Verfügung, der allerdings viel Sprit kostet. Das Ganze lässt sich wahlweise mit Maus und Tastatur sowie per Controller steuern. Ein Wechseln des Eingabegeräts im laufenden Spiel ist jederzeit möglich. Die Controller-Steuerung ist aber definitiv die bessere Wahl. Ein wenig Einarbeitungszeit und Geduld solltet ihr auf jeden Fall einplanen und dazu vor allem das optional wählbare Tutorial spielen. Deutlich einfacher ist es, Raumstationen oder andere Spezial-Locations anzufliegen, da ihr dort kein Orbitmanöver absolvieren müsst.
Quelle: PC Games
The Long Journey Home: Der Flug in den Orbit fordert Fingerspitzengefühl und Geduld und ist stets eine kleine Herausforderung, da die Anziehungskräfte vorhandener Planeten im System mit simuliert werden und so Einfluss auf das Flugverhalten nehmen.
Kniffliger erweist sich der Umgang mit der Landefähre in The Long Journey Home. Ganz im Stile des Arcade-Klassikers Lunar Lander von Atari müsst ihr euch dabei in Sidescrolling-Szenarien behaupten, um die Fähre zu Rohstoffvorkommen, Wracks oder Ruinen zu navigieren. Das Ganze schwankt je nach vorherrschenden Planetenbedingungen zwischen spannender Herausforderung und Frust. Zu starke Gravitation lässt eure Fähre etwa wie einen nassen Sack runterplumpsen, da hilft dann auch der Gegenschub nicht. Ist die Gravitation zu leicht, reicht schon der leiseste Windhauch, um die Fähre wie ein Blatt Papier durch die Gegend zu pusten. Klar gibt es hilfreiche Module, um solche Bedingungen auszugleichen, doch die muss man erst mal haben. Richtig lange fällt so ein Ausflug mit der Fähre ohnehin nicht aus, das verhindert schon der enorme Treibstoffverbrauch des Gefährts. Auch der Abbau von Rohstoffen kostet euch Sprit, sodass man hier stets aufpassen muss, noch genug Reserven für den Rückflug zum Mutterschiff zu haben.
Geschichten für zwischendurch: Die Quests in The Long Journey Home
Quelle: PC Games
The Long Journey Home: Die Aliens sind eines der stärksten Features im Spiel. Sie sorgen für ein lebendig wirkendes Spieluniversum, sind schräg designt und haben so manche unterhaltsame Quest für uns parat.
Abseits der Weltraumerkundung und des Rückfluges ins Sol-System bieten die Alien-Quests viel Abwechslung. Im Verlauf eures Weltraumabenteuers stoßt ihr dabei unweigerlich auf unterschiedliche Völker. Insgesamt 15 davon gibt es, aber pro Spieldurchgang ist immer nur ein Teil davon ins Universum integriert. Alle haben so ihre Eigenheiten, die es herauszufinden gilt, indem ihr mit den Außerirdischen kommuniziert. Einige sind typische Händler, andere kriegerische Piraten oder naive Quasselstrippen. Wer auf einen Außerirdischen trifft, ist gut damit beraten, die Kommunikation zu suchen. Im Spiel geschieht das anhand vorgegebener Themen, durch die ihr euch klicken könnt. So erfahrt ihr beispielsweise Gerüchte, könnt nach Aufträgen fragen, gefundene Items zeigen, um Wissen darüber zu erlangen. Durch die Interaktion mit den Außerirdischen ergeben sich entsprechende Quests. Je nachdem wie ihr diese erfüllt, wirkt sich das auf die weitere Beziehung aus. Die Quests im Spiel lassen in der Regel verschiedene Entscheidungen zu.
Ein Beispiel: In unserem aktuellen Spieldurchgang sollen wir für einen Raxact ein Cheat-Modul in einem Kasino der Ilitza benutzen. Unsere Crew-Mitglieder kommentieren solche Aktionen in der Regel. Ob wir das Gerät nun benutzen oder es lieber verkaufen, liegt bei uns. Wir setzen es im Kasino ein, fliegen damit aber auf, was den Ilitza so gar nicht schmeckt und unseren Ruf ruiniert. Eine andere Quest führt uns in ein Alien-Bordell, wo wir eines unserer Crew-Mitglieder ... nein das verraten wir nicht. Oder soll es lieber ein Kopfgeldauftrag sein oder die Suche nach einem verschollenen Alien? Solcherlei Aufgaben sind reichlich vorhanden und auch dabei steht ihr immer vor der Entscheidung, ob sich der eventuelle Umweg lohnt, der zusätzlichen Treibstoff verbraucht und möglicherweise zusätzliche Schäden am Schiff verursacht! Aus der Kombination der Alien-Völker und deren Quests pro Spieldurchgang ergeben sich spannende Geschichten, die für einen hohen Wiederspielwert sorgen - definitiv eines der stärksten Features in The Long Journey Home.
Quelle: PC Games
The Long Journey Home: Solltet ihr eure Landefähre verlieren, bieten euch die freundlichen Roboter-Aliens der Entrope Ersatz.
Am Ende eine Frage des Geschmacks
The Long Journey Home ist sicher kein Spiel, dass es einem leicht macht, sich sofort darin zu verlieben. Keine Sprachausgabe, mitunter knifflige Steuerung - das schmeckt nicht jedem, verwöhnten Spieler heutzutage. Grafisch in charmanter Comic-Atmosphäre präsentiert, ist die Reise durchs Universum ein eher anspruchsvolles Unterfangen, indem ihr nur durch fleißiges Ausprobieren herausfindet, wie man beispielsweise am besten mit den verschiedenen Alien-Völkern umgeht, welches Metall, Mineral und Gas sich am ehesten abzubauen lohnt und welche Items man besser verkauft oder behält. Mit dem so wachsenden Wissen bei jedem Spieldurchgang wächst auch die Neugier, Dinge auszuprobieren, um weiter voranzukommen. Durch die immer neuen Spielwelt-Kombinationen, die sich durch die Seed-Generierung ergeben, erfährt man als Spieler mit jedem Durchgang neue Feinheiten, die zum Weiterspielen motivieren können. Wenn man es dann aber endlich mal bis ins Sol-System geschafft und den Trip überlebt hat, ist die Befriedigung darüber groß. Bislang ist uns das aber noch nicht gelungen.
Quelle: PC Games
The Long Journey Home: Achievements sollen für Motivation zum wiederholten Durchspielen sorgen. Uns wären handfeste Belohnungen, die wir in Folge-Runs benutzen können, lieber gewesen.
Die Idee der "großen Freiheit" im spielbaren Prozedural-Universum von The Long Journey Home ist wirklich fesselnd und sorgt immer wieder für coole Momente. Bloß sorgt der Zufallsfaktor auch immer wieder für Knüppelschläge, die einen unnötig ins Gamepad beißen lassen. Eine solche Roguelike-Erfahrung muss man mögen und sich in The Long Journey Home auch definitiv darauf einstellen. Das Testvideo zum Spiel befindet sich noch in der Bearbeitung, wir liefern es schnellstmöglich per Update nach. Wenn ihr euch selber auf die Reise durchs Universum machen wollt, habt ihr die Wahl zwischen der digitalen und physischen PC-Version. Letztere gibt es in Form der Captain's Edition mit zusätzlichem Handbuch, Missions-Briefings, Alien-Beschreibungen und Soundtrack für € 49,99. Die digitale Version kostet auf Steam und GOG € 39,99. Der exakte Termin für den Release der PS4- und Xbox-One-Version steht derzeit noch aus.
Metacritic bewertet das Spiel mit The Long Journey Home.

Und das Test-Video ist auch gleich online :-)
Anyway, jetzt isses verfügbar: https://www.youtube.com/w...
Und das Test-Video ist auch gleich online :-)
Viele Grüße, Stefan
Aktuell hat man halt nur die Auswahl zwischen den Schwierigkeitsgraden "extrem" und "unmöglich". :-B