The Long Journey Home: Test zur Roquelike-Space-Odyssee von Daedalic - Weltraumzuckerschlecken gibt's woanders
The Long Journey Home schickt euch auf die schicksalhafte Reise durch ein prozedural generiertes Universum mit unvorhersehbaren Gefahren und Ereignissen. Für wen sich der Roquelike-Erkundungs-Mix eignet, wie viel Spielspaß darin steckt und mit welchen Schwierigkeiten ihr rechnen müsst, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test.
Wenn der Enterprise in Star Trek mal wieder ein Warpkernbruch bevorsteht oder die Serenity in Firefly kurz vor dem Auseinanderfallen ist, kann man sich als TV-Zuschauer darauf verlassen, dass Mechaniker wie Scotty oder Kaylee zur Stelle sind, um die Situation zu meistern. Doch was wäre, wenn die sprichwörtliche Rettung in letzter Sekunde eben nicht gelänge, weil beispielsweise das passende Crewmitglied leider zuvor den Löffel abgeben musste oder die Reparaturmaterialen eben gerade nicht verfügbar sind? Die Antwort erfahren wir in zahlreichen, unvorhersehbaren Bildschirmtoden beim Test zum Space-Erkundungs-Survival-Roguelike-Mix von The Long Journey Home von Daedalic. Klingt abschreckend? Sollte es aber nicht, denn die prozedural generierte Sternenreise ins Ungewisse erschafft gerade daraus auch einen ganz eigenen Reiz für unerschrockene und ausdauernde Spielernaturen, die sich gerne an Herausforderungen versuchen.
In diesem Artikel
Quelle: PC Games
The Long Journey Home: 15 Alien-Völker sind im Spiel enthalten, pro Spieldurchgang lernt ihr aber jeweils nur einen Teil davon kennen. Das steigert den Wiederspielwert.
Klassische Vorbilder
Quelle: PC Games
The Long Journey Home: Planetenerkundungen bieten oft auch Wracks oder verlassene Anlagen, die ihr nach Items durchsuchen könnt. Aber Vorsicht, eine solche Expedition kann auch für Verletzungen oder Krankheiten sorgen.
Zum Vorbild für The Long Journey Home hat sich das elfköpfige Entwicklerteam Daedalic West aus Düsseldorf den Genreklassiker Star Control 2 von 1992 genommen, aber auch die Einflüsse von FTL: Faster Than Light oder dem Indie-Hit Out There sind deutlich. So stehen beispielsweise Crew- und Rohstoffmanagement auf der Tagesordnung. Aber auch der Kontakt und die Interaktion mit verschiedenen Alien-Völkern ist elementarer Bestandteil des Spiels. Ihr könnt mit den Außerirdischen handeln, kämpfen, diplomatische Beziehungen knüpfen und pflegen oder Quests für sie absolvieren. Zum Lohn gibt's Items und/oder Credits, die ihr für eure Reise und den darin zwangsweise anfallenden Reparaturen dringend benötigt. Obendrein gibt es auf den zahlreichen Planeten Geheimnisse zu entdecken, in Form von Ruinen, Wracks oder Biotopen. Um diese zu erkunden, setzt ihr eine Landefähre ein, die ihr ähnlich wie im Klassiker Lunar Lander steuert. Klingt nach reichlich Abwechslung und hoher Wiederspielbarkeit, denn eingebettet sind diese Features in einem prozedural generierten Spieluniversum, dessen Parameter durch eine von euch getätigte und bis zu zehnstellige Code-Eingabe zu Spielbeginn für immer neue Konstellationen und Kombinationen sorgen - dazu später mehr.
Review-Video
Unser Test-Video zu The Long Journey Home
Der Weg ist das Ziel
Als Story-Aufhänger in The Long Journey Home dient ein Testflug mit dem ersten sprungfähigen Raumschiff der Menschheit. Mit eurer vierköpfigen Crew sollt ihr euch auf den Weg zum Planeten Alpha Centauri und zurück machen. Doch die Sache geht schief und ihr landet am anderen Ende der Galaxis. Damit entsteht für den Spieler eine Ausgangssituation, wie man sie als Fan von Star Trek von der Voyager-Serie her kennt. Das Hauptziel besteht nun darin, es zurück zum Heimatsystem Sol zu schaffen. Mindestens ein Crew-Mitglied muss dafür noch am Leben sein. Doch das Ganze ist keine gemütliche Weltraumkreuzfahrt, sondern ein knallhartes Abenteuer, das euch jede Menge Entscheidungen in einem prozedural generierten Spieluniversum abverlangt.
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The Long Journey Home: Ein Kader von zehn Charakteren stehen für die Mission bereit, vier davon dürft ihr als Crew mitnehmen. Jede Figur bringt einen Spezialgegenstand mit an Bord. Welche Crew-Kombination sich als nützlich erweist, müsst ihr durch Ausprobieren herausfinden.
Das beginnt schon beim Spielstart, bei dem ihr als Erstes die vier Crewmitglieder auswählt. Der zur Verfügung stehende Kader umfasst zehn verschiedene Charaktere, jeder davon besitzt bestimmtes Wissen und bringt ein Spezial-Item mit an Bord. Professor Lebedev etwa verfügt über ein Mittel, um kleinere Kreaturen fernzuhalten, Kirsten Barrasso hat ein Reparatur-Kit für die Schiffshülle im Gepäck, Miriam Wagner einen Notrufsender, Simon Castillo eine Bergungsausrüstung für Wracks und Ruinen. Herauszubekommen, welche Figuren sich in welcher Kombination gut ergänzen, ist eine eurer Aufgaben. Tipps dazu liefern die Charakterbeschreibungen nicht. Auch was die Spezial-Items angeht, ist nicht bei allen sofort ersichtlich, wofür sie sich am besten eignen. Was macht man wohl mit einem Laptop im Weltraum? Und was zum Henker hat es mit dem Kristallschädel auf sich?
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The Long Journey Home: Crew-Verletzungen sind unausweichlich, die medizinische Versorgung aber knifflig. Hat man nicht die passenden Heilutensilien oder nicht genügend Credits zur Verfügung, ist es bald Essig mit der Heimreise zur Erde.
Das macht die Sache aber auch erst mal spannend, zumal die Crew im Spielverlauf eine wichtige Rolle bei den Quests einnimmt. Doch so richtig ans Herz wachsen uns die Figuren allerdings nicht. Zwar entwickeln sich kleinere Geschichten zwischen ihnen, doch bleibt das meist eher oberflächlich und wird außerdem nur in sich wiederholenden Textzeilen präsentiert. Da wir selber auch nur zuhören, uns aber nicht aktiv in Gespräche einbringen können, fehlt es auf Dauer etwas an Tiefgang. Jedes Crew-Mitglied lässt sich als Pilot eurer Landefähre einsetzen, gibt Tipps zu Items ab, die ihr im Verlauf der Reise finden könnt und ist anfällig gegen Verletzungen und Krankheiten, die es dann zu behandeln gilt.
The Long Journey Home ist ganz bewusst so designt, dass der Spieler vieles erst mal selbst herausfinden muss. Selbiges gilt für die Wahl des Raumschiffs und der dazugehörigen Landefähre. Je drei Modelle stehen zur Wahl - mit unterschiedlichen Werten für Hüllenstärke, Treibstoffvorrat, Sprungreichweite, Stauraum, Anbau-Slots etc. Eine Einsteiger-Empfehlung gibt es leider nicht - da hilft nur Ausprobieren.
Ernten, was man sät: Die Spielweltgenerierung
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The Long Journey Home: Die Code-Eingabe sorgt für eine einzigartig generierte Spielwelt. Wie leicht oder schwer diese ausfällt, ist für euch nicht vorhersehbar - eine spannende, aber mitunter auch frustrierende Reise kann euch da bevorstehen.
Für einen Spieldurchgang, um ins Heimatsystem zu gelangen, rechnen die Entwickler mit ca. sechs Stunden. Doch wie sich der Trip gestaltet, hängt vom jeweils generierten Universum ab. Im sogenannten "Seed" bestimmt eine frei wählbare Kombination von Buchstaben und/oder Zahlen, wie sich die Spielwelt zusammensetzt. Dazu zählen Parameter wie etwa die Größe des Universums, die Verteilung von Planeten, Rohstoffen, Städten, Raumbasen, Quests, welche Alien-Rassen auftreten und wie die Witterungsbedingungen auf den Planeten sind. An und für sich funktioniert dieses System prima. So haben wir inzwischen mindestens 15 verschiedene Seeds generiert, ausprobiert und dabei jedes Mal ein anderes Spielerlebnis gehabt. Der Clou dieses Generatorsystems ist, dass jeder eingegebene Seed für eine einzigartige Galaxiezusammenstellung sorgt. Die dazugehörigen Seed-Codes können Spieler untereinander austauschen, um so quasi die Universen ihrer Freunde auf eigene Faust zu erkunden und dabei vielleicht ganz andere Geschichten und Ereignisse erleben. Die Idee ist nett, schwächelt aber leider daran, dass es pro Spieldurchgang immer nur einen Spielstand gibt, der automatisch überschrieben wird. Sprich, wenn ihr noch mit einem Spieldurchgang beschäftigt seid, könnt ihr keinen weiteren Seed parallel dazu einfach mal zwischendurch ausprobieren, sondern müsst dazu ein neues Spiel starten, was euren bisherigen Seed dann überschreibt.
So schön die Abwechslung ist, die sich durch die prozedurale Generierung ergibt, stellten wir im Test allerdings auch einen großen Haken fest, der sich ergeben kann - aber nicht muss. Die Faktoren Zufall und Pech können in The Long Journey Home für ziemlich unfaire Rahmenbedingungen und Frustsituationen sorgen, was auch wir beim Test verschiedener Seeds erfahren haben. Als Spieler muss man sich darüber im Klaren sein, dass The Long Journey Home ganz gezielt und bewusst kein leichtes Spiel sein will. Vielmehr ist es ein ständiger Wettlauf gegen den unaufhaltsamen Verschleiß von Mensch und Material. Denn bei jedem Raumsprung besteht die Gefahr, dass ein Schiffsmodul zerstört wird, Gleiches gilt bei der Landung der Fähre. Für die Crew-Mitglieder besteht jederzeit Verletzungsgefahr, sei es durch zu hohe Strahlung oder durch Unfälle beim Schürfen von Rohstoffen. Knochenbrüche, Schnittwunden, Gehirnerschütterungen, Infektionen ... Robert Picardo alias "Der Doktor" auf der Voyager hätte mit seinem "Bitte nennen Sie die Art des medizinischen Notfalls" sicher alle Hände voll zu tun. Im Spiel könnt ihr medizinische Ausrüstung auf Raumstationen gegen Bares kaufen beziehungsweise bei Quests als Lohn erhalten oder ihr habt Glück und findet heilende Alien-Gegenstände auf Planeten.
Quelle: PC Games
The Long Journey Home: Frustmomente müsst ihr immer wieder einkalkulieren. Hier etwa sitzt unser Lander in einer Senke fest. Bedingt durch die hohe Gravitation schaffen es die Düsen nicht, die Fähre zu befreien - Sackgasse!

Und das Test-Video ist auch gleich online :-)
Anyway, jetzt isses verfügbar: https://www.youtube.com/w...
Und das Test-Video ist auch gleich online :-)
Viele Grüße, Stefan
Aktuell hat man halt nur die Auswahl zwischen den Schwierigkeitsgraden "extrem" und "unmöglich". :-B