Kolumne: Das The Last of Us Remake ist unnötig - Seite 2

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Kolumne: Das The Last of Us Remake ist unnötig - Seite 2
Quelle: Naughty Dog

Auf dem Summer Game Fest 2022 hat Entwickler Naughty Dog The Last of Us Part 1 angekündigt, ein Remake des 2013 erschienen Action-Adventures. Das präsentiert die preisgekrönte Geschichte rund um Joel und Ellie in überarbeiteter Grafik und mit verfeinertem Gameplay. Neben einer PS5-Version ist auch ein PC-Port des ehemaligen Exclusives geplant. Aber brauchen wir die Neuauflage überhaupt? "Nein!", sagt Redakteur David Benke in seiner Kolumne.

Wann lohnt sich eine Neuauflage

Ich bin schließlich gar nicht gegen Neuauflagen per se. Die können richtig gut und sinnvoll sein. Aber dafür müssen sie eben einige Punkte erfüllen. Sie müssen transformativ sein, also etwas Neues bieten, einen Mehrwert im Vergleich zur Ursprungsfassung. Das kann im Bereich Technik sein, wenn ein komplett veraltetes Spiel mit neuer Grafik veröffentlicht wird, wie im Falle der Mafia: Definitive Edition. Das kann eine verbesserte Zugänglichkeit sein, wenn man unhandliche Spielelemente wie eine Panzersteuerung rausschmeißt. So geschehen beim Remake von Resident Evil 2, das mit seiner Third-Person-Kamera für ein modernes Publikum hergerichtet wurde.

Das können spielerische Innovationen sein, siehe Final Fantasy 7 Remake. Hier gibt es neben Autosaves und Checkpoints ein komplett neues Kampfsystem: Actiongeladene Echtzeitgefechte statt taktischer rundenbasierter Scharmützel verpassen dem vertrauten Spielgefühl von damals einen frischen Twist. Das kann aber auch eine flächendeckendere Verfügbarkeit sein. Prominentes Beispiel: Metroid: Samus Returns, das die Geschichte von Metroid 2: Return of Samus vom ausrangierten Game Boy auf den Nintendo 3DS verfrachtete, der 2017 wohl doch deutlich einfacher zu bekommen war.

Und zu guter Letzt müssen Spiele eben auch irgendwie ein wenig alt sein, um ein Remake zu rechtfertigen. Ich für meinen Teil habe keine Nostalgie übrig für einen Titel, der gerade einmal acht Jahre und eine Konsolengeneration zurückliegt!
Die HBO-Serie zu The Last of Us könnte die Verkäufe des Remake nochmal ordentlich antreiben. Quelle: HBO Die HBO-Serie zu The Last of Us könnte die Verkäufe des Remake nochmal ordentlich antreiben.

Geld als größter Antrieb

Und einen bahnbrechenden Fortschritt sehe ich bei The Last of Us: Part 1 auch nicht. Zumindest keinen, der mit den technischen Unterschieden zwischen der PS1- und PS4-Version von Final Fantasy vergleichbar wäre. Nicht ohne Grund gilt das Naughty-Dog-Adventure als eines der schönsten Spiele seiner Zeit, das in der Remaster-Fassung locker mit extra für die Konsole entwickelten Titeln mithalten kann und konnte. Eine Neuauflage lässt sich für mich unter diesen Gesichtspunkten nur schwer rechtfertigen. Der Zyniker in mir will deshalb sagen, dass der einzige Grund für das Remake ist, Details am Ende des Erstlings anzupassen, damit bestimmte Szenen im zweiten Teil mehr Sinn ergeben. Ach ja, und Geld natürlich.

Die Jungs und Mädels von Sony sind ja nicht doof. Die wissen natürlich auch, dass es da draußen einen riesigen Markt für das Remake gibt. The Last of Us verkauft sich wie geschnitten Brot. Teil 1 ging insgesamt mehr als 17 Millionen Mal über die Ladentheke, sieben Millionen Exemplare für die PS3 und zehn Millionen für die PS4. Da kann man die Spieler gerne noch ein drittes Mal für den exakt selben Inhalt schröpfen! Und dafür auch noch unfassbare 80 Euro verlangen! Gerade im Kontext der bald erscheinenden HBO-Serie zu The Last of Us, die den Hype wahrscheinlich nochmal anheizen wird. Das konnte man ja schon bei The Witcher und dessen Netflix -Adaption sehen.

Tolles Spiel, unnötiges Remake

Das alles soll jetzt natürlich nicht bedeuten, dass ich das Remake schlecht finde - Gott bewahre! Ich will den zahllosen Fans da draußen auch nicht den Spaß verderben, die nur darauf warten, die Geschichte rund um Joel und Ellie noch einmal in bestmöglicher Qualität genießen zu können. Und deshalb den Bestand der limitierten Firefly Edition - inklusive einiger digitaler Bonusinhalte und anderem Nippes - bereits komplett aufgekauft haben.

Ich finde aber trotzdem, dass man The Last of Us Part 1 ein wenig kritisch betrachten sollte. Ganz einfach, weil es einen unschönen Trend befeuert. Einen Trend, lieber die einfache und offensichtlich lukrative Route zu nehmen, immer mehr "junge" Spiele neu aufzulegen. Einen Trend, durch den wir irgendwann an den lächerlichen Punkt kommen werden, dass uns Publisher ein Remake des God-of-War-Reboots oder The Witcher 3 vorsetzen. Und diese Bankrotterklärung kreativen Spieldesigns kann ja wohl keiner wollen.

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    • Kommentare (94)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Gast1710717003 Mitglied
        Naja in meinen Augen sind Remakes und Remastered Versionen dreiste Abzocke um nochmal schnelles Geld zu verdienen mit alten Games weil denen kaum noch was Neues einfällt außer sinnlosen MP Games. Dead Space Remake, Resident Evil 4 Remake, The Last of Us 1 Remake und wir haben gerade mal April 2023 ,drei alte Games neu aufgelegt in nichtmal 6 Monaten, dafür keine wirklichen neuen guten Games und nein Hogwarts Legacy sehe ich nicht als gutes Game an da es schnell öde wurde und die Story auch nur 0815 war. Kam ehrlich gesagt schon einige Jahre kein gutes Story Game mehr raus,leider :(
      • Von Gast1710717003 Mitglied
        Naja in meinen Augen sind Remakes und Remastered Versionen dreiste Abzocke um nochmal schnelles Geld zu verdienen mit alten Games weil denen kaum noch was Neues einfällt außer sinnlosen MP Games. Dead Space Remake, Resident Evil 4 Remake, The Last of Us 1 Remake und wir haben gerade mal April 2023 ,drei alte Games neu aufgelegt in nichtmal 6 Monaten, dafür keine wirklichen neuen guten Games und nein Hogwarts Legacy sehe ich nicht als gutes Game an da es schnell öde wurde und die Story auch nur 0815 war. Kam ehrlich gesagt schon einige Jahre kein gutes Story Game mehr raus,leider :(
      • Von DarkSamus666 Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von McTrevor
        Also ich hätte am zweiten Teil ganz andere Kritikpunkte, die ihn für mich deutlich schlechter als den ersten machen:

        Pacing der Story ist off
        Gewichtung von Story und Kampfgameplay liegt viel zu sehr beim Kampfgameplay. Dieses ist besser als beim ersten Teil, aber für mich ist es bei weitem nicht gut genug um das Spiel so zu tragen, wie es durch die Gewichtung erforderlich wird
        der zweite Punkt wiegt umso schwerer, da der Titel zu lang ist. Das Kampfgameplay wurde für mich nervig lange bevor ich durch das Spiel durch war

        Die drei Punkte alleine lassen mich den Titel deutlich schwächer einstufen als den Erstling. Nun kommt aber auch für mich etwas anderes hinzu, nämlich dass es für sich ein gutes Spiel ist, aber ein schlechtes Sequel zu TLoU. Das hat auch nichts damit zu tun, dass Joel abserviert wird (auch wenn das mit reinspielt), sondern damit, dass der Tonus insgesamt grundnegativ ist. Das ist per se nicht verwerflich, aber als ein Sequel zu einem eher positiven Spiel (mit bitteren Momenten) halt eher unpassend.
        Geschmäcker sind nun mal verschieden. Ich finde nur wenig Positives an der Welt von TLoU. Der Beginn von Teil 2 zeigt am Anfang eher, dass sich da was im positiven Sinne in der Siedlung von Tommy tut.


        Wie gesagt mag ich das Spiel auch aufgrund dessen, dass man eben nicht mit den Entscheidungen von Ellie einverstanden sein wird, man mit einer möglicherweise verhassten Figur und deren Motiven und Art konfrontiert wird.
        Ich finde das Spiel auch so gut, da es gerade für ein AAA-Studio viel Mut erfordert, sowas zu veröffentlichen, anstatt eine weitere Heldengeschichte im Schema F zu veröffentlichen.
        Ich hoffe nur, dass sie (bzw., da ist nämlich die Angst größer, der Publisher Sony) sich nicht beirren lassen und Pt3 nach ihren Vorstellungen veröffentlichen.
      • Von McTrevor Mitglied
        Zitat von DarkSamus666
        1. Warum hätten sie das tun sollen?
        2. Wie Mathias sagte: das hätte bei Ellie nie den Impact gehabt (ah ja, dann hätte man halt Joel gespielt, also ein komplett anderes Spiel mit komplett anderer Dynamik). Eventuell hätte er dann den Heldentod gefunden, um Ellie, nein, die ganze Welt vor der bösen Abby zu erlösen, die aus purer Boshaftigkeit den armen Tommy gekillt hat, weil Joel ihren Vater... Moment, da war doch was... Danach hätte sich herausgestellt, dass er doch noch lebt (wie die Braut in Uncharted 2) und er und Ellie wären in den Sonnenuntergang geritten. Klingt doch gut, oder?... ODER?!? ?
        3. Sprich bitte nicht für alle. Ich war mega zufrieden mit dem, was Naughty Dog da abgeliefert hat, gerade, weil es so fordernd und nicht das xte Heldenklischee verwurstet.
        Man darf unzufrieden mit der Entscheidung des Studios sein, hat diese aber zu akzeptieren.

        Ne, da gab es ganz unterschiedliche Anstöße, die so weit gingen, dass einige psychotische Wirrköpfe der Synchro-Sprecherin von Abby Morddrohungen schickten.
        Auch Teil 1 hatte kein alternatives Ende, da man schlicht die Geschichte von pt 2 schon im Auge hatte. Joel ist der Held und der Held stirbt nicht, wenn dann nur in einer aufgedonnerten, schwülstigen Szene voller Heldenmut und Aufopferung...
        Alles Andere wird verteufelt, da man ja aus Filmen weiß, dass die Guten nur so sterben dürfen, aber am besten, sie sterben dann doch nicht, wie in Matrix ?
        Also ich hätte am zweiten Teil ganz andere Kritikpunkte, die ihn für mich deutlich schlechter als den ersten machen:

        Pacing der Story ist off
        Gewichtung von Story und Kampfgameplay liegt viel zu sehr beim Kampfgameplay. Dieses ist besser als beim ersten Teil, aber für mich ist es bei weitem nicht gut genug um das Spiel so zu tragen, wie es durch die Gewichtung erforderlich wird
        der zweite Punkt wiegt umso schwerer, da der Titel zu lang ist. Das Kampfgameplay wurde für mich nervig lange bevor ich durch das Spiel durch war

        Die drei Punkte alleine lassen mich den Titel deutlich schwächer einstufen als den Erstling. Nun kommt aber auch für mich etwas anderes hinzu, nämlich dass es für sich ein gutes Spiel ist, aber ein schlechtes Sequel zu TLoU. Das hat auch nichts damit zu tun, dass Joel abserviert wird (auch wenn das mit reinspielt), sondern damit, dass der Tonus insgesamt grundnegativ ist. Das ist per se nicht verwerflich, aber als ein Sequel zu einem eher positiven Spiel (mit bitteren Momenten) halt eher unpassend.
      • Von DarkSamus666 Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von Phone
        Man hätte aber auch Tommy opfern können und ALLE wären zufrieden!
        1. Warum hätten sie das tun sollen?
        2. Wie Mathias sagte: das hätte bei Ellie nie den Impact gehabt (ah ja, dann hätte man halt Joel gespielt, also ein komplett anderes Spiel mit komplett anderer Dynamik). Eventuell hätte er dann den Heldentod gefunden, um Ellie, nein, die ganze Welt vor der bösen Abby zu erlösen, die aus purer Boshaftigkeit den armen Tommy gekillt hat, weil Joel ihren Vater... Moment, da war doch was... Danach hätte sich herausgestellt, dass er doch noch lebt (wie die Braut in Uncharted 2) und er und Ellie wären in den Sonnenuntergang geritten. Klingt doch gut, oder?... ODER?!? ?
        3. Sprich bitte nicht für alle. Ich war mega zufrieden mit dem, was Naughty Dog da abgeliefert hat, gerade, weil es so fordernd und nicht das xte Heldenklischee verwurstet.
        Man darf unzufrieden mit der Entscheidung des Studios sein, hat diese aber zu akzeptieren.
        Zitat von Xello1984
        Der zweite Teil war eines DER Meilensteine der Videospielgeschichte. Dass er so viele Hater hatte, hatte andere Gründe. Sie ritten und reiten darauf rum, dass man ihre Lieblings Charaktere aus Teil 1 unwürdig behandelt hat. Das ist alles.. Und dass man kein alternatives Ende spielen konnte. Hier wollte aber ND aber ihre eigene Geschichte erzählen. Ein alternatives Ende ist da nicht vorgesehen, zu mal wenn da noch Part 3 evtl käme
        Ne, da gab es ganz unterschiedliche Anstöße, die so weit gingen, dass einige psychotische Wirrköpfe der Synchro-Sprecherin von Abby Morddrohungen schickten.
        Auch Teil 1 hatte kein alternatives Ende, da man schlicht die Geschichte von pt 2 schon im Auge hatte. Joel ist der Held und der Held stirbt nicht, wenn dann nur in einer aufgedonnerten, schwülstigen Szene voller Heldenmut und Aufopferung...
        Alles Andere wird verteufelt, da man ja aus Filmen weiß, dass die Guten nur so sterben dürfen, aber am besten, sie sterben dann doch nicht, wie in Matrix ?
      • Von MichaelG Mitglied
        Der Flughafen ist deutlich verändert/erweitert. Das Rennen ist komplett anders und läßt sich von der Schwierigkeit her different zum Spielschwierigkeitsgrad einstellen, die Stadt wirkt größer und detaillierter, die Steuerung ist gefühlt ergonomischer und smoother (weiß nicht wie ich das sonst beschreiben soll). Die Teamkollegen reagieren nicht so überstürzt wie in Mafia 1 Original. Z.B. wenn wir den Bürgermeistersohn "jagen" (von dem wir noch nicht wissen, daß er das ist) rennt Pauli wenn wir in den Innenhof gehen z.B. nicht so sinnfrei vorn weg wie beim Original und kann nichts einstecken. Wo es bei Mafia 1 teils Trial und Error ist und man offensiver vorgehen mußte als man eigentlich wollte weil die KI am Rad gedreht hatte. Da mußte man um die Teamkameraden zu schützen offensiver sein als man häufig wollte sonst war Game Over weil einer von denen ins Gras gebissen hatte. Auch im Kampf (Schußwechsel) im "Parkhaus" reagieren die Teamkollegen gefühlt besser.

        Es sind hier und da einzeln betrachtet nur Kleinigkeiten die sich aber am Ende schon irgendwo summieren.
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