Starcraft 2-Test: Das Missionsdesign, Zusatzmissionen und Präsentation
Starcraft 2 ist endlich erhältlich, nach rund sieben Jahren Entwicklungszeit, und wir haben Gewissheit: Es entpuppt sich als ein exzellent spielbares, dramatisch inszeniertes und im Mehrspielermodus wunderbar forderndes Spiel - nicht weniger als das, aber eben auch nicht mehr.
Quelle: PC Games
Eine der besten Heldenmissionen im Spiel: Raynor und seine drei Kumpels steigen in ein Zerg-Nest hinab. Hier ist taktisches Vorgehen gefragt, ähnlich Dawn of War 2!
Das Missionsdesign - Was uns gefällt
Die größte Stärke der Einzelspielerkampagne ist sicher ihre enorme Abwechslung. Denn anders als im Vorgängerspiel hat sich Blizzard hier für restlos jeden einzelnen der insgesamt 29 kurzweiligen Einsätze ein eigenes Konzept überlegt – keine Mission gleicht der anderen! Zu den Highlights der Kampagne zählt etwa ein Auftrag auf einem Planeten, der von einer naheliegenden Supernova verbrannt wird. So arbeitet sich eine riesige Flammenwalze langsam von links nach rechts über die Karte, der Spieler muss also zügig seine Basis versetzen und sparsam mit Rohstoffen umgehen, um das Missionsziel am rechten Kartenrand zu erreichen. In einem anderen Einsatz ist es die Aufgabe des Spielers, mehrere Züge zu überfallen, die in regelmäßigen Abständen über die Karte rollen. Und in einer anderen Mission gilt es, bei Nacht eine Zombieinvasion abzuwehren, während man sich bei Tage aus seiner Basis wagt, um die Brutstätten der Monster auszuräuchern. Diese Vielfalt garantiert, dass man sich in jeder Mission auf neue Umstände und Gegebenheiten einstellen muss, klassische Bau- und Vernichtungs-Aufträge sind daher eher selten.
Quelle: PC Games
Spannende Idee: Von links arbeitet sich langsam eine Flammenwalze über die Karte, der Spieler muss seine Basis daher regelmäßig weiter nach rechts verlegen.
Obwohl Starcraft 2 natürlich kein Warcraft 3 ist, darf man hin und wieder mit besonderen Einheiten oder gar Helden aus der Story hantieren. Egal ob man nun den Templer Zeratul oder die Ghost-Spezialistin Nova vorsichtig über die Karten lenkt, ein solcher Heldeneinsatz ist stets spannend aufgemacht. Am besten hat uns eine Mission gegen Spielende gefallen, in der man Raynor und drei seiner Kumpanen in ein unterirdisches Höhlensystem voller Zerg führt, inklusive Boss-Kampf und dramatischer Flucht vor ansteigender Lava – wenn der eine Held Feuerschutz gibt, während der andere einen Geschützturm aufrichtet oder Granaten wirft, so erinnert das Spiel hier positiv an das Relics Taktik-Hit Dawn of War 2. An drei Stellen im Spiel muss man sich zwischen jeweils zwei Missionen entscheiden und beeinflusst so etwa das Schicksal mancher Nebencharaktere oder den Ausgang einer darauf folgenden Schlacht. Diese spannenden Entscheidungsmomente sind moralisch wunderbar verzwickt, auch wenn sie auf die Haupthandlung keinerlei Einfluss haben. Wer mag, darf übrigens hinterher auch die jeweils andere Mission spielen – ihr Ausgang wird zwar nicht für den Kampagnenverlauf ausgewertet, doch immerhin hat der Spieler so nicht das Gefühl, einen Auftrag komplett verpasst oder eine falsche Entscheidung getroffen zu haben.
Quelle: PC Games
Selbst auf dem normalen Schwierigkeitsgrad ist Wings of Liberty etwas zu leicht, meist hat der Gegner keine Chance. Profi-Strategen spielen lieber gleich auf hart!
Das Missionsdesign - Was uns nicht gefällt
Die größte Stärke der Kampagne – ihre Abwechslung – ist auch eine ihrer Schwächen. Denn Blizzard hat dermaßen viele Ideen in die Missionen gepackt, dass der Eindruck entsteht, die Entwickler wollen den Spieler möglichst schnell zum nächsten Einsatz scheuchen. Daher fallen viele Missionen zu kurz aus, die meisten Karten schafft man locker in unter 30 Minuten. Gab es im ersten Starcraft noch ausgedehnte Eroberungsmissionen, sucht man diese hier vergebens. Auch kommt die gute Feind-KI, die wir in Skirmish-Partien beobachtet haben, während der Missionen praktisch nicht zum Einsatz – Blizzard vertraut vielmehr auf Unmengen an Skripts, um die Missionen genau durchzukomponieren. Zudem spielen fast jeder Einsatz auf einem neuen Planeten oder einer neuen Station, so dass man nie das Gefühl hat, einen richtigen Feldzug zu leiten.
Nur gegen Spielende muss man mehrere aufeinander folgende Missionen auf einem Planeten absolvieren – und prompt fühlt sich dieser Teil der Kampagne spannender an als der Großteil davor. Natürlich ist all das Kritik auf hohem Niveau, doch ein paar ausgedehntere Einsätze hätten es ruhig sein dürfen.Das Spiel bietet vier Schwierigkeitsgrade, der zweite davon trägt die Bezeichnung „Normal“. Dabei ist aber auch diese Stufe schlichtweg zu einfach, selbst Gelegenheitsspieler kommen hier problemlos durch. Das führt auch dazu, dass interessante Spielmechaniken wie das Söldner- oder Upgradesystem im normalen Modus kaum zum Tragen kommen. Erst ab der dritten Schwierigkeitsstufe sind diese ganzen coolen Ideen wirklich spielentscheidend.
Quelle: PC Games
Die Protossmissionen dürfen Sie während der eigentlichen Kampagne frei
anwählen. Sie lockern das Geschehene auf und sorgen für Abwechslung.
Die Protoss-Minikampagne
Trotz dem Fokus auf die Terraner umfasst Starcraft 2 auch vier Missionen, in denen Sie die Kontrolle über die Protoss übernehmen. Raynor findet im Laufe der Story nämlich einen Kristall, dank dem er die Erinnerungen von Zeratul nacherleben kann – in Form von Protoss-Missionen, die man spielen kann, wann man will.
Sind Sie in den ersten Missionen der Protoss-Minikampagne noch als einsamer Held Zeratul unterwegs, kommt es später zu einem riesigen Showdown mit den Zerg. Nachdem die erste Protoss-Mission noch mit einer bombastischen Rendersequenz eingeläutet wird, ernüchtert die etwas lieblose Präsentation der drei weiteren Einsätze aber. Die Missionen an sich sind zwar nicht perfekt, unterhalten aber gerade dadurch, dass sie die Handlung etwas auspolstern und Abwechslung vom Terraner-Alltag bringen.
Quelle: PC Games
Ganz rechts unten auf der Karte zerstören Sie dieses zivile Gebäude, um das Item darin zu finden.
Tipp: Die geheime Mission „Einblicke“
Typisch für Blizzard bietet auch Starcraft 2 ein cooles Extra: eine geheime Zusatz-Mission! Und so geht’s: In der Mission „Sondermeldungen“ müssen Sie nur die Karte rechts unten absuchen – dort finden Sie ein ziviles Gebäude (sie Bild links), das Sie zerstören, um die danach erscheinenden Dokumente einzusammeln. Das schaltet den Zusatzlevel „Einblicke“ frei.
Der Geheimauftrag ist eine toll gemachte Indoor-Mission: Raynor und sein Team erkunden eine Forschungsstation und stoßen auf spannende Erkenntnisse rund um die neue Alien-Bedrohung in Starcraft 2. Hier wagt sich Blizzard sogar an frische Spielideen: Sicherheitskameras, Zusatzwaffen und sogar eine Flucht vor einem unbesiegbaren Monster sorgen für Abwechslung Für ein Secret ist das eigentlich schon zu gut!
Quelle: PC Games
Das Grafikdesign ist rundum stimmig und wirkt wie aus einem Guß - es lässt schnell vergessen, dass einige Texturen zum Beispiel unscharf sind.
Die Präsentation: Grafik und Sound auf der Höhe der Zeit?
Blizzard galt noch nie als eine Firma, die alle technischen Möglichkeiten moderner Grafikhardware ausreizt. Dieser Grundsatz trifft auch auf Starcraft 2 zu. Doch die durchschnittliche Technik fällt nach kurzer Spielzeit kaum noch auf, denn die Grafik glänzt stattdessen mit tollem Design und enormer Liebe zum Detail! Die Einheiten etwa gefallen mit geschmeidigen Animationen und vielen optischen Gimmicks. Bei den Raumjägern schießen kleine Flammen aus den Düsen und die WBFs werkeln mit drehenden Werkzeugarmen an ihren Kristallen. Auch die Explosions- und Partikeffekte sehen klasse aus!
So ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild, bei dem es kaum noch auffällt, dass hier und da mal eine Textur unscharf ist. Blizzard verzichtet hier bewusst auf moderne Technik-Spielereien, damit Starcraft 2 auch auf älteren Rechnern noch passabel läuft. Einzig in den neuen, echtzeitberechneten Zwischensequenzen beweisen die Grafiker, dass sie doch absolut auf der Höhe der Zeit sind: Die Videos mit ihren knackscharfen Texturen, aufwendigen Lichteffekten und feinen Gesichtsanimationen stehen einem vorberechneten Film in fast nichts nach! Da ist es zu verschmerzen, dass Starcraft 2 gerade mal vier grandios vorgerenderte Videos bietet – die vielen Echtzeit-Sequenzen wiegen das locker wieder auf.
Ähnlich gut schneidet auch der Sound ab. Einheiten melden sich mit witzigen Akzent zu Wort und die Missionen werden fast immer von stimmiger Musik untermalt, ohne sich zu sehr in den Vorderund zu drängen. In der Bar auf Raynors Schiff dröhnt etwa klasse gewählter üdstaatenrock à la Sweet Home Alabama aus der Jukebox. Auch die Stimmen der Charaktere sind gut getroffen, mit einer Ausnahme: Raynors deutsche Stimme (leider die selbe wie im ersten Starcraft!) ist völlig unpassend. Ein Glück ist es da, dass man sich auch die englische Version per Battle.net herunterladen kann – denn die ist insgesamt deutlich besser vertont.

Ich finde es witzig, dass, immer sobald ein Spiel von einigen Leuten geliebt wird, es automatisch sofort welche gibt, die es hassen. Das ist immer so. Aber wirklich immer.
Als würden einige Leute aus Prinzip gegen den Strom schwimmen müssen.
Und ich finde es witzig, dass, immer sobald ein
Spiel von einigen Leuten gehasst wird, es automatisch sofort welche
gibt, die es lieben. Das ist immer so. Aber wirklich immer.
Als würden einige Leute aus Prinzip mit dem Strom schwimmen müssen.
Erkennst
du, dass deine Argumentation 1:1 auch anders herum geschrieben werden könnte? Es soll ja
wirklich Menschen geben, die etwas mögen, was andere nicht mögen. Es
gibt sogar Menschen, die etwas nicht mögen, was andere mögen, und zwar
einfach darum, weil sie EINEN ANDEREN GESCHMACK haben.
Mit "kompromisslos einfach mal dagegen sein" hat das nicht im Entferntesten etwas zu tun. Einfach
nur Geschmack. Ein Punkt, über den man nicht streiten kann. Leider
klingst du so, als würdest du trotzdem streiten wollen.
Wenn
jeder den gleichen (deinen?) Geschmack haben würde, dann wäre das Leben
so dermaßen eintönig, langweilig, farblos, undifferenziert und
gleichbleibend, ich würde mir sofort die Kugel geben wollen...
Dein
Statement klingt wirklich so, als würdest du keine Toleranz gegenüber Leuten
haben, die die Meinung der Breiten Masse nicht teilen.
Ich mag
Starcraft 2 nicht so gern. Es ist mir nicht innovativ genug und die Grafik ist wahrhaft bescheiden. Sage ich das aus Prinzip, nur weil ich absichtlich einfach mal einen Gegenpol zu allen Befürwortern schaffen will? Nein, es ist einfach nicht
mein Geschmack. Jeder hat das Recht, etwas zu lieben und es auch so
auszusprechen und entsprechend zu argumentieren. Tun ja auch verdammt viele. Und die Hasser
dürfen das etwa nicht? Das wäre ja wohl kaum ein ausgeglichenes
Verhältnis...
Man kann es nie allen recht machen, jedoch steckt da kein "prinzipiell einfach mal was anderes sagen" dahinter, sondern einfach nur........
Geschmack...
Ich habe zwar die Starcraft 2 Kampanie noch nicht durch, doch das Spiel gefällt mir sehr. Schön finde ich die Interaktionsmöglichkeiten zwischen den Missionen. Dadurch aber, dass die Missionen an sich nicht linear sind, fehlt so bisschen der Bezug zur Story. Des Weiteren sind viele Missionen zeitlich begrenzt (sei es durch richtige Zeit oder durch das zerstören bestimmter Anzahl an objekten), finde ich schade denn ich hätte gerne weiter gespielt obwohl ich eigentlich die Mission abgeschlossen habe, denn oft sind noch bestimmte Items zu holen um die Erfolge einzusacken.
Auch ein paar Standard Missionen (Basisaufbauen -> gegner überrennen) würden gut kommen, aber dafür habe ich red alert 3 oder c&c 3. Das waren aber auch schon die einzigen Kritikpunkte. Alles andere (Atmosphäre, Story, Grafik, Sound) ist Top.
Starcraft 2 ist grafisch passend - aber kein optischer Quantensprung.
Die Kampfhandlungen/Effekte, und Anzahl der unterschiedlichen Bewegungsabläufe sind gerade so viele, dass dem Spieler ein dynamisches,mitreissendes Bewegungs/Kampfgeschehen vorgegaukelt werden soll...
- spätestens seit Dawn of War hätten die Blizzard-Verantwortlichen deutlich erkennen können, das ein Starcraft 2 bei weiten seinen hochgelobten Ansprüchen-zumindest in diesem Teilbereich des spiels nicht gerecht wird.
GESAMT: ein nettes Spiel - aber nicht viel mehr, welches keine Emotionen, und wenig Motivation bei mir auslöst.
Der Spielunfang ist OK, auch dank des umfangreichen,einfachen Missions/Kartenbausatzes.
Trotzdem hatte ich ehrlich gesagt-schon allein wegen des Namens "Blizzard" und "Starcraft" viel höhere Erwartungen an das Spiel!
...vielleicht werd ich auch zu alt zum spielen...bin ja mal auf Diablo 3 gespannt...!
Ein Hype kann die Wahrnehmung verzerren. Spiele, von denen ich noch nie was gehört habe und die auf meinem Zockertisch landen, begeistern mich mehr, weil ich keine großen Erwartungen im Vorfeld hegte - wenn du dir also Diablo 3 nicht "versauen" willst, solltest du dir die Berichterstattung im Vorfeld, also bevor das Spiel herauskommt, differenzierter betrachten. :)
Es wird soviel berichtet über diese Blockbuster, sodass die Erwartungshaltung ins Utopische abdriften kann ...
Starcraft 2 ist grafisch passend - aber kein optischer Quantensprung.
Die Kampfhandlungen/Effekte, und Anzahl der unterschiedlichen Bewegungsabläufe sind gerade so viele, dass dem Spieler ein dynamisches,mitreissendes Bewegungs/Kampfgeschehen vorgegaukelt werden soll...
- spätestens seit Dawn of War hätten die Blizzard-Verantwortlichen deutlich erkennen können, das ein Starcraft 2 bei weiten seinen hochgelobten Ansprüchen-zumindest in diesem Teilbereich des spiels nicht gerecht wird.
GESAMT: ein nettes Spiel - aber nicht viel mehr, welches keine Emotionen, und wenig Motivation bei mir auslöst.
Der Spielunfang ist OK, auch dank des umfangreichen,einfachen Missions/Kartenbausatzes.
Trotzdem hatte ich ehrlich gesagt-schon allein wegen des Namens "Blizzard" und "Starcraft" viel höhere Erwartungen an das Spiel!
...vielleicht werd ich auch zu alt zum spielen...bin ja mal auf Diablo 3 gespannt...!