Split Fiction im Test: Das Koop-Meisterwerk ist das Spiel des Jahres - ihr müsst es spielen!
Es gibt Spiele, da gehen einem die Superlative aus. Split Fiction ist eines davon! In unserem Test stellt sich heraus, dass das Koop-Abenteuer komplett abliefert.
Auch Easter Eggs rund um andere Spiele von Hazelight und das Entwicklerteam selbst sind in den Welten verstreut. Ich habe in einem Level unter anderem eine Audiospur von Josef Fares gefunden, in der er nochmal wiederholt, was er von den Oscars hält.
Sammelkram gibt's dafür aber nicht in den Kapiteln und das geht für mich klar. Ich spare mir dadurch unnötiges Suchen in den hintersten Ecken der Gebiete und habe immer eine flüssige Spielerfahrung. In den ersten Spielstunden war ich mir noch nicht sicher, was ich davon halten sollte, aber recht schnell habe ich gemerkt, dass es absolut sinnvoll ist.
Beinahe problemlos
Als Tester muss ich aber natürlich auch das Haar in der Suppe suchen, denn das perfekte Spiel existiert nicht. Mir fällt es aber schwer, echte Schwächen ausfindig zu machen. Manchmal wird das Geschehen durch Ladesequenzen unterbrochen. Der kurze Blackscreen reißt mich jedoch nicht komplett aus der Atmosphäre, schließlich ist er nach zwei bis drei Sekunden schon wieder Geschichte.
Das Spiel setzt zwar häufige Speicherpunkte, - mehr als eine Minute nachholen muss ich nie, - die Respawns werfen mich teilweise aber so spontan in die Action, dass ich kaum Zeit zu reagieren habe. Da folgen dann schon mal zwei, drei schnelle Tode kurz hintereinander.
Sobald zudem beide Spieler im selben Moment den Löffel abgeben, geht's zurück zum letzten Kontrollpunkt. Darauf musste ich auch zurückgreifen, als meine Figur einmal in der Spielwelt festgesteckt war. Das ist es auch schon mit den Mängeln gewesen - recht überschaubar das Ganze.
Ein Muss für Gamer
Dass Split Fiction als Indie-Titel keine neuen Maßstäbe in Sachen Grafik setzt, kann ich dem Spiel schlecht vorwerfen. Vor allem schaut's dennoch einwandfrei aus. Im Vergleich zu It Takes Two macht das Koop-Abenteuer optisch einen gewaltigen Sprung nach vorne. Mimik und Gestik der Charaktere sind top getroffen und auch die verschiedenen Kapitel müssen sich vor Blockbustern nicht verstecken.
Und wieder muss ich die Liebe zum Detail erwähnen: Es hätten vermutlich nur die wenigsten gemerkt, wenn sich zum Beispiel die beiden Drachen im Drachenlevel ähnlich sehen würden, Hazelight hätte es sich dabei einfach machen können. Aber sehen sich die Drachen ähnlich? Nein, absolut nicht, die beiden könnten unterschiedlicher kaum sein und unter anderem solche Kleinigkeiten sorgen am Ende dafür, dass Split Fiction ein grandioses Spiel geworden ist.
Bildergalerie
Da passt auch das Audiodesign dazu. Jede Sequenz wird mit unterschiedlichen Songs und Melodien untermalt. Die sind mal dramatisch, mal witzig und mal actiongeladen - und vor allem am Ende immer passend. Auch die Dialoge unter den Charakteren sind äußerst stimmig und nachvollziehbar. Selbst die deutschen Synchronsprecherinnen machen einen fantastischen Job.
Split Fiction schafft das schwer Schaffbare und hebt das Niveau im Vergleich zu It Takes Two nochmal auf eine neue Ebene. Für mich ist das Koop-Abenteuer jetzt schon das Spiel des Jahres und meine erste 10er-Wertung bei PC Games. Es trifft immer den richtigen Ton und ich bin mir sehr sicher, dass das Gesamtpaket jeden überzeugen wird, der Videospiele liebt.
Am 6. März erscheint Split Fiction auf PC, PS5 und Xbox Series X/S. Für knapp 50 Euro gibt's das abwechslungsreichste Koop-Abenteuer aller Zeiten und via Freunde-Pass können Mitspieler kostenlos mitzocken. Transparenzhinweis: Für die Erstellung dieses Beitrags wurde die Release-Fassung von Split Fiction von Electronic Arts gestellt.

Das mit der Hand hinter dem Rücken zielte übrigens auf eine alte Geste ab, bei der man mit der einen Hand ein positives Signal ausgibt, während man es mit der anderen Hand durch ein anderes Signal (gekreuzte Finger) wieder widerruft.
Dass das Spiel 10/10 erhält, obwohl man es gar nicht alleine Spielen kann, wundert mich. Das wird auch für mich so ein Grundproblem sein. Einen zweiten Spieler aus meinen Freundeskreis finde ich bei sowas, wenn ich wirklich gute Argumente dafür habe. Wie viel RPG steckt im Spiel? Mit wie viel Spielzeit muss man rechnen? Wie hoch die Wiederspielbarkeit? Sind die beiden Damen mehr als einfach nur introvertiert vs. extrovertriert oder haben die auch echte Charaktereigenschaften, bei denen man als Spieler das Gefühl bekommt, dass einen der Charakter, den man gerade spielt nicht weitesgehend egal ist? Bei solchen Abschnitten wie diesen hier, würde ich sagen, ich gehöre dann wohl nicht zum Zielpublikum, denn das wäre mir zu albern, für ein Spiel das mir nicht wie eine Komödie vorkommt.
Dass man hier gar nichts aus der Geschichte verrät außer, dass die Autorinnen in ihren Büchern irgendwelche Traumata verarbeiten, lässt mich dann aber doch etwas skeptisch zurück. Vergleiche zu "it takes two" ziehen bei mir gar nicht, da ich es nicht gespielt hab und auch nicht sonderlich spannend fand.
Damit ist es für mich auch raus, ich mag Koop überhaupt nicht und fand auch „It takes Two“ schon nicht sonderlich gut. Hat mir (uns) überhaupt keinen Spaß gemacht.