Split Fiction im Test: Das Koop-Meisterwerk ist das Spiel des Jahres - ihr müsst es spielen!
Es gibt Spiele, da gehen einem die Superlative aus. Split Fiction ist eines davon! In unserem Test stellt sich heraus, dass das Koop-Abenteuer komplett abliefert.
Sci-Fi oder Fantasy? Diese Frage stellt sich in der Geschichte der Menschheit schon länger. Nach langer Zeit habe ich jetzt endlich die eine, richtige Antwort darauf: Beides! Mit Split Fiction schlagen Hazelight Studios und ihr charismatischer Chef Josef Fares ein neues Kapitel auf und das ist ein Meilenstein der Videospielegeschichte.
Einziger Nachteil: Um es spielen zu können, braucht ihr einen Freund oder eine Freundin, einen Bruder oder eine Schwester, Mama oder Papa, Oma oder Opa oder ... ihr sucht euch jemanden von der Straße. Das Koop-Abenteuer ist schließlich nur zu zweit spielbar. Mithilfe des Freunde-Pass reicht es aber, wenn nur eine Person das Spiel besitzt und das ist nicht das letzte Positive am Spiel. Die Entwickler schaffen es nämlich, den Vorgänger It Takes Two in allen Bereichen zu übertrumpfen.
Geklaute Ideen
Für meinen Test habe ich mir Kollege Matthias geschnappt und gemeinsam sind wir in der Koop-Perle durch absolut verrückte und abwechslungsreiche Welten geschlittert. Aber nicht nur das: Selbst die Story kann mich von der ersten Sekunde an fesseln.
Wahlweise schlüpfe ich in die Haut von Mio oder Zoe. Die beiden arbeiten als Autorinnen und könnten unterschiedlicher nicht sein: Während Zoe sofort wild drauflosplaudert und ruhige Momente mit ihr eher selten sind, ist Mio der introvertierte Part des Duos.
Da die Zwei auf eine Veröffentlichung ihrer Werke hoffen, gehen sie auf ein Angebot einer Tech-Firma ein, die sich genau dieser Sache annimmt - allerdings ein wenig experimenteller. Bei diesem Experiment gehen ein paar Dinge schief und plötzlich landen die Schriftstellerinnen gemeinsam in ihren Storys.
Quelle: Hazelight Studios
Wie das bei kreativen Köpfen häufiger der Fall ist, verarbeiten die beiden in ihren Geschichten persönliche Traumata und da geht's schon einmal rund in den Gedanken. Über die Handlung des Spiels möchte ich aber gar nicht mehr verraten, da es eh viel besser ist, wenn ihr die Story selbst erlebt. Beim Gameplay sieht das ein wenig anders aus. Split Fiction (jetzt kaufen 32,49 € ) ist nämlich so abwechslungsreich, da müsste mein Test vermutlich fünfmal so lang sein, um alles abzudecken.
Genau das richtige Pacing
Da habe ich eher Schwierigkeiten, dass ich gar nicht weiß, wo ich überhaupt anfangen soll. Vielleicht mit einem Vergleich zu It Takes Two. Der direkte Vorgänger bot auch schon viel Abwechslung, aber Split Fiction legt da tatsächlich noch eine Schippe obendrauf.
Keine Minute fühlt sich gleich an, kein Level spielt sich wie das vorherige, - trotzdem bin ich ständig mittendrin und fühle ich mich nie überfordert. Obwohl die Action klar im Mittelpunkt steht, gibt's zwischendurch auch immer wieder Rätselabschnitte, Kletterpassagen oder simple Verschnaufpausen.
Quelle: Hazelight Studios
Da kann ich auf Bänken Platz nehmen und einfach mal die Aussicht genießen. Mio und Zoe führen dabei noch passende, kurze Dialoge. Manchmal finde ich außerdem versteckte Minispiele, Easter Eggs und andere Kuriositäten. Mir wird ständig etwas Neues geboten und das ist absolut grandios!
Während eines Kapitels lasse ich mich beispielsweise auf Wasserskiern von einem futuristischen Zug durch ein Areal mit Schanzen ziehen. Dabei weiche ich Drohnenbeschuss, Minen und anderen Gefahren aus. Urplötzlich wechselt das Geschehen dann in die 2D-Ansicht und ich kämpfe mit meinem Mitspieler in Space-Invaders-Manier gegen den Levelboss. Ich kann euch gar nicht richtig beschreiben, wie genial die Erfahrungen in Split Fiction umgesetzt sind.

Das mit der Hand hinter dem Rücken zielte übrigens auf eine alte Geste ab, bei der man mit der einen Hand ein positives Signal ausgibt, während man es mit der anderen Hand durch ein anderes Signal (gekreuzte Finger) wieder widerruft.
Dass das Spiel 10/10 erhält, obwohl man es gar nicht alleine Spielen kann, wundert mich. Das wird auch für mich so ein Grundproblem sein. Einen zweiten Spieler aus meinen Freundeskreis finde ich bei sowas, wenn ich wirklich gute Argumente dafür habe. Wie viel RPG steckt im Spiel? Mit wie viel Spielzeit muss man rechnen? Wie hoch die Wiederspielbarkeit? Sind die beiden Damen mehr als einfach nur introvertiert vs. extrovertriert oder haben die auch echte Charaktereigenschaften, bei denen man als Spieler das Gefühl bekommt, dass einen der Charakter, den man gerade spielt nicht weitesgehend egal ist? Bei solchen Abschnitten wie diesen hier, würde ich sagen, ich gehöre dann wohl nicht zum Zielpublikum, denn das wäre mir zu albern, für ein Spiel das mir nicht wie eine Komödie vorkommt.
Dass man hier gar nichts aus der Geschichte verrät außer, dass die Autorinnen in ihren Büchern irgendwelche Traumata verarbeiten, lässt mich dann aber doch etwas skeptisch zurück. Vergleiche zu "it takes two" ziehen bei mir gar nicht, da ich es nicht gespielt hab und auch nicht sonderlich spannend fand.
Damit ist es für mich auch raus, ich mag Koop überhaupt nicht und fand auch „It takes Two“ schon nicht sonderlich gut. Hat mir (uns) überhaupt keinen Spaß gemacht.