Spielegeschichte: Von 1980 bis 1990 - jetzt ging es richtig los!

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Special Andreas Altenheimer - Autor Benedikt Plass-Fleßenkämper - Autor Lukas Schmid - Autor Sascha Lohmüller - Redaktionsleiter Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 17,55 €
Spielegeschichte: Von 1980 bis 1990 - jetzt ging es richtig los!
Quelle: Nintendo

In den 1980ern vollzog Gaming einen technischen Quantensprung nach dem anderen und überlebte gar einen Beinahe-Crash. Teil 2 unseres großen Rückblicks!

In letzterem Falle wurde Sega sogar Nintendo richtig gefährlich, weil die 16-Bit-Konsole zwei Jahre vor dem technisch ebenbürtigen Super Famicom erschien und somit einen nicht zu verachteten Zeitvorsprung hatte. Zwar sollten die kommerziell erfolgreichsten Kracher wie Sonic the Hedgehog (1991) oder Streets of Rage 2 (1992) erst im nächsten Jahrzehnt erscheinen, allerdings gab es mit The Revenge of Shinobi (1989) zumindest eine sogenannte Killer-Application, für die sich allein der Kauf der Konsole lohnte. Das Hack'n'-Slash-Spiel demonstrierte eindrucksvoll die enormen Grafik- und Soundmöglichkeiten der leistungsfähigen 16-Bit-Hardware. Mit diesem sogenannten "Konsolenkrieg" spannen wir eine Brücke zurück zu den Computern, deren Fans sich ebenfalls in mehrere Lager spalteten. Allen voran trat der C64 gegen den in England höchst erfolgreichen ZX Spectrum an, während die 16-Bit-Power des Commodore Amiga mit der des Atari ST zu kämpfen hatte.

All diese Rivalitäten waren durchaus anstrengend und sorgten unter Spiele-Fans für einige unsinnige Grabenkämpfe. Aber unterm Strich profitierten sowohl die Industrie als auch der Kunde davon, weil man sich gegenseitig zu immer neuen Höchstleistungen hochschaukelte.

Bei all den Errungenschaften im Heimcomputer- und Konsolen-Bereich stellt sich nun nur noch eine Frage: Was war eigentlich aus den klassischen Arcade-Automaten geworden? Grundlegend hatten sie am Ende des Jahrzehnts an Bedeutung verloren, schließlich war man zum Zocken nicht mehr auf sie angewiesen.

Als Ninja treten wir in The Revenge of Shinobi gegen einen Samurai an. Quelle: Sega Revenge of Shinobi Dennoch galten sie weiterhin als Vorreiter für den technologischen Fortschritt. Dies demonstrierte insbesondere Sega mehrfach: Der Hersteller entwarf mit Space Harrier (1985), Out Run (1986) und Thunder Blade (1987) drei audiovisuell starke Titel, die für ihre schnelle 3D-Grafik gefeiert wurden.

Fazit: Die rasante Entwicklung der 1980er-Jahre

Zusammengefasst halten wir fest: Selbst ein Laie sollte die massiven Unterschiede zwischen einem Spiel von 1980 und einem des Jahrgangs 1989 erkennen können. Dank höherer Auflösung, viel mehr Farben und schnellerem Prozessor sieht etwa ein kunterbuntes Shadow of the Beast für den Commodore Amiga dramatisch besser aus als ein Ultima für den Apple II.

Der Aufstieg der Computerspiele sorgte für eine enorme Flexibilität gegenüber den Konsolen, denn das Disketten-Medium ermöglichte viel umfangreichere Spiele. Zudem konnte man dank einer von Haus aus verfügbaren Tastatur deutlich komplexere Konzepte wie beispielsweise Flugsimulationen oder Text-Adventures umsetzen, was wiederum zu immer storylastigeren Spielen führte.

In Thunderblade steuern wir einen Helikopter durch eine Häuserschlucht. Quelle: Sega Thunderblade Als Ausgleich führten die Konsolen mit dem Gamepad eine einsteigerfreundliche Steuerung ein, weil das kleine Digikreuz viel schnellere Bewegungen zuließ als ein sperriger Joystick.

Der tragische Videogame-Crash von 1984 bewies, dass selbst der größte Marktführer sterblich war. Dennoch entstand aus den Trümmern eine Industrie, die bis heute ihre Spuren hinterlassen hat.

Insbesondere die Japaner lernten aus Ataris Fehlern, weshalb eine Firma wie Nintendo über all die Jahre bis heute enorm erfolgreich sein kann. Und auch wenn es heutzutage keine klassischen Heimcomputer mehr gibt, so hat die leichte Handhabung des C64 den ersten Grundbaustein für Hobby-Programmierer und die Indie-Szene gesetzt.

Die meisten Probleme, wie der zunehmende Markt an Raubkopierern auf der einen Seite oder das Geheimhalten der Entwicklernamen auf der anderen Seite, waren langfristig schädlich für die Industrie, allerdings nicht für den Spieler spürbar.

Wohl deshalb sind die 1980er-Jahre für viele in wohliger Erinnerung geblieben: Man durfte jedes Jahr mit neuen Errungenschaften und noch besseren Spielen rechnen, sodass man sowohl die Gegenwart genießen als auch freudig in die Zukunft blicken konnte. Eine solche Phase dürfte sich im Bereich der Computer- und Videospiele vermutlich nie mehr wiederholen, jedenfalls nicht in dieser Intensität. Die 1980er werden auf ewig etwas Einmaliges bleiben.

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    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Spezies_8472 Mitglied
        Zitat von G-Kar
        Man, das bringt Erinnerungen hoch.

        Als kleiner Bub mit einem "aufgemotzten" Amiga 500. Der hatte das RAM Upgrade auf 1,5 MB!
        Sowas gab es, auf 1,5? Wußte ich gar nicht.
        Hatte die normale auf 1 MB und dann irgendwann mal das Erweiterungsmodul links am Port dran. Das kam mit 2 weiteren MB und da hing dann die Festplatte und ein Action Replay MK3 dran. Viel mehr ging glaube ich nicht. ;)
      • Von Spezies_8472 Mitglied
        Zitat von G-Kar
        Man, das bringt Erinnerungen hoch.

        Als kleiner Bub mit einem "aufgemotzten" Amiga 500. Der hatte das RAM Upgrade auf 1,5 MB!
        Sowas gab es, auf 1,5? Wußte ich gar nicht.
        Hatte die normale auf 1 MB und dann irgendwann mal das Erweiterungsmodul links am Port dran. Das kam mit 2 weiteren MB und da hing dann die Festplatte und ein Action Replay MK3 dran. Viel mehr ging glaube ich nicht. ;)
      • Von G-Kar Hobby-Spieler/in
        Man, das bringt Erinnerungen hoch.

        Als kleiner Bub mit einem "aufgemotzten" Amiga 500. Der hatte das RAM Upgrade auf 1,5 MB!
      • Von Spezies_8472 Mitglied
        Wahnsinn, wie die Zeit vergangen ist.
        Völlig ahnungslos mit C64 und später Amiga “groß“ geworden. Das war eine Zeit voller Wunder, im wahrsten Sonne des Wortes, denn es gab bei so vielen Sachen keine „Zeit davor“, nein, das meiste war wirklich neu und niemand hatte es bis dahin gesehen oder erlebt. Es war eine Zeit mit Postern von Miami Vice aus der Bravo an der Wand, stundenlangem warten auf den richtigen Song im Radio zum aufnehmen auf Kassette, Videotheken, in denen ich Filme geliehen habe, weil das Cover cool aussah, nicht etwa, weil der Film was taugte, und ohne Internet. Vielleicht einer der größten Pluspunkte, wenn man sieht, zu was es mutiert ist, bei aller Nutzung auch meinerseits natürlich.
        Es war irgendwie entspannter damals.
        Könnte ich nochmal tauschen und zurück in diese Zeit, ich würde es tun.
      • Von BikeRider Anwärter/in
        War schon eine (sehr) schöne Zeit
        Ich hatte: VCS2600, Atari 800XL, C64, C64C und Amiga500
        Für mich war zu dieser Zeit vieles (sehr) viel besser.
      • Von 80sGamer Mitglied
        Wer diese Zeit nicht durchgemacht hat, ist heute nur ein halber Gamer. Ich bin so dankbar, die 80er erlebt zu haben. Ich würde mit keinem Nachwachsendem aus der neuen Generation tauschen wollen.
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