Spielegeschichte: Von 1980 bis 1990 - jetzt ging es richtig los!

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Special Andreas Altenheimer - Autor Benedikt Plass-Fleßenkämper - Autor Lukas Schmid - Autor Sascha Lohmüller - Redaktionsleiter Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 17,55 €
Spielegeschichte: Von 1980 bis 1990 - jetzt ging es richtig los!
Quelle: Nintendo

In den 1980ern vollzog Gaming einen technischen Quantensprung nach dem anderen und überlebte gar einen Beinahe-Crash. Teil 2 unseres großen Rückblicks!

Die gute Nachricht: E.T. verkaufte sich gar nicht mal so schlecht und landete immerhin auf dem achten Platz der meistverkauften VCS-Spiele. Die schlechte Nachricht: Bei ungefähr 2,7 Millionen Einheiten war dann doch Schluss, weshalb Atari auf knapp der Hälfte seiner im Vorfeld produzierten Menge sitzen blieb. Und wie man mittlerweile weiß, wurde ein Großteil davon auf einer Mülldeponie in Alamogordo im US-Bundesstaat New Mexico verbuddelt.

Der Siegeszug der Heimcomputer

Der letzte und vermutlich entscheidende Sargnagel für Ataris Erfolgsmärchen war der Aufstieg des Heimcomputers. Genau genommen war es der legendäre Commodore 64, der weltweit für Aufsehen sorgte und für einen erstaunlich fairen Preis von knapp 600 Dollar über die Ladentheke ging. Der graue Kasten sah auf den ersten Blick sehr schlicht aus, hatte dafür aber ein umso interessanteres Innenleben. Bereits beim Einschalten ploppte das einsteigerfreundliche Betriebssystem mitsamt Basic-Programmiersprache auf, mit dem man innerhalb von Sekunden kleine Programme oder gar Spiele schreiben konnte. Somit war der C64 nicht nur zum Spielen, sondern auch für seriöse Anwendungen geeignet - für viele Konsumenten ein ausschlaggebendes Kaufkriterium.

Hinzu kam die bemerkenswerte Hardware des "Brotkastens", die sich erst über die Jahre hinweg Stück für Stück komplett entfaltete. Schaut man sich beispielsweise VCS-2600-Spiele von 1978 und von 1984 an, dann wird man kaum die älteren Werke von den neueren unterscheiden können.

Ausnahmen wie die gut animierte Zehnkampf-Olympiade The Activision Decathlon (1983), das flotte Rennspiel Enduro (1983) oder das erfreulich umfangreiche Pitfall 2 (1984) bestätigen die Regel.

Die Unterschiede zwischen einem C64-Spiel der frühen 80er- und der frühen 90er-Jahre waren hingegen so gewaltig, dass ein Laie kaum dieselbe Hardware dahinter vermuten würde.

1983 zählte beispielsweise Forbidden Forrest zu den audiovisuell besten Spielen seiner Generation, was man heutzutage aufgrund der arg klobigen Grafik und der schrillen Instrumentation kaum nachvollziehen kann. Kurz darauf folgten bereits die legendären Olympiade-Spiele von Epyx wie Summer Games (1984), Winter Games (1985) oder World Games (1986), die aufgrund ihrer liebevollen Details und zahlreichen grafischen Gags zu den besten Sportspielen aller Zeiten zählen.

The Last Ninja stellte 1987 mit seiner verboten schönen Hintergrundkulisse alle anderen isometrischen Action-Adventures in den Schatten, während Sensible Softwares Wizball mit plastischen Farbspielereien sowie pixelfeinen Animationen protzte und nebenbei mit seiner spacigen Soundkulisse jedem Arcade-Automaten Konkurrenz machte.

Ein Screenshot aus dem Spiel Zaxxon. Quelle: Sega Zaxxon Wenn wir einen kurzen Blick jenseits der 1980er wagen, dann entdecken wir mit Mayhem in Monsterland (1993) ein technisch unfassbar starkes C64-Jump'n'Run, das durch geschickt gewählte Schattierungen deutlich mehr Farben suggerierte, als der Commodore-Computer überhaupt darstellen konnte!

Der wahre Star des C64 war allerdings der sogenannten SID-Chip: Er brachte aufgrund seiner eigenwilligen Architektur wahrhaft einmalige Töne zustande, die bis heute überlebt und das Genre der sogenannten Chiptune-Musik entscheidend beeinflusst haben. Ähnlich wie bei der Grafik dauerte es eine Weile, bis das komplette Potenzial zum Vorschein kam.

In den ersten Jahren konnten die meisten Spieleprogrammierer dem SID-Chip nur die stereotypischen Piepstöne entlocken, die sich ein Laie unter einem Computer- oder Videospiel vorstellte. Doch ab 1985 entdeckten Künstler wie Rob Hubbard, Martin Galway oder Chris Hülsbeck ungewöhnlich klare Laute, mit denen sie den Flair realer Instrumente imitieren und ihnen im wahrsten Sinne des Wortes eine eigene Note verleihen konnten.

Vom hässlichen Strichmännchen zum prächtigen Pixelmonster

Allgemein sollten die 1980er-Jahre zum Sinnbild der rasanten Entwicklung von Computer- und Videospielen werden. Besonders krass konnte man dies an Spieleserien sehen, wozu auch der Rollenspielklassiker Ultima gehörte: Der erste Teil von 1980 beschränkte sich auf eine schlichte Schwarzweißgrafik, deren Figuren und Landschaften an hastig hingekritzelte Strichzeichnungen erinnerten. Darauf aufbauend programmierte Ultima-Erfinder Richard Garriott im Laufe des Jahrzehnts vier Fortsetzungen, mit denen er sich immer weiter steigern konnte.

Eine Spielfigur beim Stabhochsprung in Decathlon. Quelle: Activision Decathlon

So wurde die offen zugängliche Spielwelt immer größer und immer komplexer. Mit Ultima 3: Exodus (1983) kamen einige leicht verdauliche Musikstücke von Kenneth W. Arnold hinzu, während Garriott extra für Ultima 5: Warriors of Destiny (1988) einen technisch beeindruckenden Tag-/Nachtrhythmus konzipierte.

Die Genre-Konkurrenz startete ebenfalls zunächst mit grafisch schlichten Werken wie Sir-Techs Wizardry (1981), worin der Spieler durch einen Kerker voller Monster stapfte. Auch wenn man das Abenteuer aus der Ego-Perspektive erlebte, beschränkte sich die Darstellung auf weiße Wandkanten und mickrige Gegnergrafiken.

Interplays The Bard's Tale (1985) setzte hingegen auf ein kleineres Sichtfenster und gefiel dafür mit einer richtig bunten Umgebungsgrafik sowie animierten Monsterbildern. Und Dungeon Master (1987) von FTL lief dank Atari-ST-Power gar komplett in Echtzeit ab, weshalb sich all die angriffslustigen Gegner von allein durch den Höhlenkomplex bewegten und obendrein herrlich plastisch anzusehen waren.

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    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Spezies_8472 Mitglied
        Zitat von G-Kar
        Man, das bringt Erinnerungen hoch.

        Als kleiner Bub mit einem "aufgemotzten" Amiga 500. Der hatte das RAM Upgrade auf 1,5 MB!
        Sowas gab es, auf 1,5? Wußte ich gar nicht.
        Hatte die normale auf 1 MB und dann irgendwann mal das Erweiterungsmodul links am Port dran. Das kam mit 2 weiteren MB und da hing dann die Festplatte und ein Action Replay MK3 dran. Viel mehr ging glaube ich nicht. ;)
      • Von Spezies_8472 Mitglied
        Zitat von G-Kar
        Man, das bringt Erinnerungen hoch.

        Als kleiner Bub mit einem "aufgemotzten" Amiga 500. Der hatte das RAM Upgrade auf 1,5 MB!
        Sowas gab es, auf 1,5? Wußte ich gar nicht.
        Hatte die normale auf 1 MB und dann irgendwann mal das Erweiterungsmodul links am Port dran. Das kam mit 2 weiteren MB und da hing dann die Festplatte und ein Action Replay MK3 dran. Viel mehr ging glaube ich nicht. ;)
      • Von G-Kar Hobby-Spieler/in
        Man, das bringt Erinnerungen hoch.

        Als kleiner Bub mit einem "aufgemotzten" Amiga 500. Der hatte das RAM Upgrade auf 1,5 MB!
      • Von Spezies_8472 Mitglied
        Wahnsinn, wie die Zeit vergangen ist.
        Völlig ahnungslos mit C64 und später Amiga “groß“ geworden. Das war eine Zeit voller Wunder, im wahrsten Sonne des Wortes, denn es gab bei so vielen Sachen keine „Zeit davor“, nein, das meiste war wirklich neu und niemand hatte es bis dahin gesehen oder erlebt. Es war eine Zeit mit Postern von Miami Vice aus der Bravo an der Wand, stundenlangem warten auf den richtigen Song im Radio zum aufnehmen auf Kassette, Videotheken, in denen ich Filme geliehen habe, weil das Cover cool aussah, nicht etwa, weil der Film was taugte, und ohne Internet. Vielleicht einer der größten Pluspunkte, wenn man sieht, zu was es mutiert ist, bei aller Nutzung auch meinerseits natürlich.
        Es war irgendwie entspannter damals.
        Könnte ich nochmal tauschen und zurück in diese Zeit, ich würde es tun.
      • Von BikeRider Anwärter/in
        War schon eine (sehr) schöne Zeit
        Ich hatte: VCS2600, Atari 800XL, C64, C64C und Amiga500
        Für mich war zu dieser Zeit vieles (sehr) viel besser.
      • Von 80sGamer Mitglied
        Wer diese Zeit nicht durchgemacht hat, ist heute nur ein halber Gamer. Ich bin so dankbar, die 80er erlebt zu haben. Ich würde mit keinem Nachwachsendem aus der neuen Generation tauschen wollen.
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