Auch in Singleplayer-Games wichtig: Mit diesen Features bekommt ihr Style UND Stats

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Special Annika Menzel - Redakteurin Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Auch in Singleplayer-Games wichtig: Mit diesen Features bekommt ihr Style UND Stats
Quelle: PC Games

Outfits sind in Spielen selbst dann wichtig, wenn niemand anderes sie sieht. Deshalb gibt es mittlerweile einige Werkzeuge, um den Konflikt zwischen coolem Look und guten Werten auszuhebeln.

Ein unterschätztes Publikum

Doch damit das zum Ausdruck kommen kann, braucht es eine wichtige Sache, und zwar ein Publikum. Mode kann als nonverbales Kommunikationsmittel dienen und so, wie wir schon erklärt haben, Dinge wie Geschmack, Status und Skill ausdrücken.

Das funktioniert natürlich am besten, wenn andere Spieler unseren Charakter und damit auch sein Outfit sehen können. Nehmen wir die Souls-Spiele als Beispiel: Die coolsten Rüstungen bekommen wir meistens als Belohnung für Quests oder Bosskämpfe.

Manche drücken allerdings auch Zugehörigkeit zu einer bestimmten Fraktion aus, zum Beispiel, wenn wir uns in Bloodborne wie ein Mitglied des Chors einkleiden oder die Puppe aus dem Traum des Jägers cosplayen. Und wenn wir keine Lust auf den ganzen Schnickschnack haben, können wir ihn auch einfach weglassen und ganz ohne Kleidung losziehen.

Moment mal, die kennen wir doch? Outfits, die einem anderen Charakter im Spiel nachempfunden sind, sind gerade in den Soulsborne-Spielen keine Seltenheit. Meistens sind das allerdings Bossbelohnungen. Quelle: PC Games Moment mal, die kennen wir doch? Outfits, die einem anderen Charakter im Spiel nachempfunden sind, sind gerade in den Soulsborne-Spielen keine Seltenheit. Meistens sind das allerdings Bossbelohnungen. Wenn ihr in Elden Ring oder einem anderen FromSoftware-Spiel schon mal von einem Spieler invadet wurdet, der überhaupt nichts oder lediglich einen Topf auf dem Kopf getragen hat, wusstet ihr wahrscheinlich sofort, dass gleich "Ihr seid gestorben" auf eurem Bildschirm prangen wird.

Eine Community, sei es direkt im Spiel oder drumherum, verstärkt das Phänomen von Fashion als Statement also. Aber sie ist tatsächlich keine Voraussetzung dafür. Denn Style bleibt auch ohne externe Zuschauer wichtig.

Jessica Kathmann-Rosenthal - Behind the Screens

Selbst in Singleplayer-Games gibt es immer eine Person, die unsere Spielfigur beobachtet: uns selbst.

Denn Kleidung verstärkt nicht nur die Immersion, sondern bietet laut Jessica Kathmann-Rosenthal eine Art "Experimentierraum mit unserer eigenen Identität". Schließlich verschwindet sie nicht einfach, nur weil wir offline spielen.

Wie das konkret aussehen kann, möchten wir euch anhand eines Beispiels aus der Redaktion erläutern: Für Resident Evil Requiem gibt es ein Deluxe Kit, das man sich für ein paar Euro im Shop kaufen kann. Dafür bekommt man dann ein paar Kostüme, Waffenskins und weitere Extras geboten - ein klassisches DLC-System also.

Und noch bevor Redakteurin Anni das Spiel überhaupt gestartet hat, hat sie sich die zusätzlichen Outfits geholt und direkt im Menü ausgetauscht. Einfach nur, weil der Look für sie so stimmiger war. Das mag im ersten Moment unsinnig klingen. Aber es verdeutlicht sehr gut, welchen Stellenwert selbst rein kosmetische Fashion-Optionen mittlerweile eingenommen haben.

Die Outfits bieten keine spielerischen Vorteile, niemand anderes sieht den Kleiderwechsel, vor Spielstart besteht noch keinerlei Verbindung zu den fiktiven Charakteren und es wurde sogar noch echtes Geld fällig. Letztendlich dienen sie nur dazu, die Spielerfahrung ein wenig mehr auf sich selbst zuzuschneiden.

Besonders deutlich wird das in Spielen mit Fotomodus, da er diese Form der Selbstbeobachtung noch verstärkt. Dieses unscheinbare kleine Feature sorgt nämlich nicht nur für schicke Screenshots, sondern bietet vor allem in First-Person-Spielen die Möglichkeit, seinen Charakter gezielt in den Fokus zu rücken - zumindest für einen kurzen Moment.

Auch der Verzicht auf Kleidung kann ein Statement sein. Wenn ihr so einem Kollegen in Elden Ring begegnet, ist eins klar: Euer letztes Stündlein hat geschlagen. Quelle: PC Games Auch der Verzicht auf Kleidung kann ein Statement sein. Wenn ihr so einem Kollegen in Elden Ring begegnet, ist eins klar: Euer letztes Stündlein hat geschlagen. Endlich sehen wir unsere Spielfigur und das sorgsam zusammengestellte Outfit mal von allen Seiten und nehmen Details wahr, die uns im Menü vielleicht noch entgangen sind. Der Modus wirkt also wie eine Art Spiegel mit uns selbst als Publikum. Wir können also festhalten: Fashion spielt sowohl bei Single- als auch bei Multiplayer-Spielen eine große Rolle.

Werkzeuge gegen den Konflikt zwischen Style und Stats

Die zunehmende Begeisterung für Fashion ist auch für die Entwicklerstudios kein Geheimnis mehr. Sie reagieren darauf, allerdings auf ganz unterschiedliche Arten.

Manche machen das mit Tools und Werkzeugen, die einem mehr Möglichkeiten eröffnen, andere dagegen mit Strategien, die die Leidenschaft finanziell ausnutzen. Was es bei der Entwicklung zu beachten gibt, hat uns Dr. Greta Hoffmann, Professorin für Game Design beim Cologne Game Lab, erklärt.

Dr. Greta Hoffmann - Cologne Game Lab

SpielerInnen, die Wert auf die Ästhetik legen, suchen in der Regel anderes in ihrer Freizeiterfahrung als diejenigen, die Wert-Maxxing betreiben und denen optimiertes Spiel und erhöhte Gewinnchancen wichtig sind. Indem man für beide Parteien Charaktere zur Verfügung stellt und die Schnittmenge klein hält, kann man so strategisch beide Seiten glücklich machen und Charakter-Diversität bei der Teamzusammenstellung erhalten.

Der Konflikt zwischen gutem Stil und effizienter Ausrüstung bleibt also bewusst als Mittelweg weiterhin bestehen. Jedoch gibt es inzwischen immer mehr Optionen, um ihn als Spieler selbst abzumildern.

Dr. Greta Hoffmann - Cologne Game Lab

Wenn es für die zentrale Spielgruppe wichtig ist, Status durch 'realen' Nachweis zu zeigen, dann sind unveränderbare visuelle Kleidungsmarker (also z.B. spezifische Rüstungen oder Waffen, die man nur für bestimmte Erfolge erhält und nur gegen hohe Summen erwerben kann) wichtig. Wenn das Spiel aber stärker auf die Erfahrung des Individuums fokussiert, dann wird Transmog gerne explizit zur Verfügung gestellt, um durch die Individualisierung eine stärkere Bindung zu erzeugen.

Das Transmog-Feature stammt ursprünglich aus dem MMO-Bereich und wurde vor allem dank World of Warcraft populär. Mittlerweile findet man es aber auch in ganz unterschiedlichen Genres wieder. Und vor allem erfreut es sich überall großer Beliebtheit bei den Fashion-Fans.

Transmog verfolgt nämlich eine sehr clevere Idee: Die Werte der gewählten Ausrüstungsteile bleiben bestehen, aber ihr könnt das Aussehen von beliebigen anderen Kleidungsstücken einfach drüberlegen. Die altbackene Schlafmütze und den zerrupften Umhang würde unter dem schicken Outfit nie jemand vermuten. So profitiert ihr von den Werten, ohne euch einen Fashion-Fauxpas zu leisten.

Aber selbst, wenn ein Spiel nicht diese Extrameile geht, gibt es noch unaufwändigere Alternativen. Insbesondere ein anderes Feature hat sich mittlerweile stark durchgesetzt, das ebenfalls die Anerkennung der Fashion-Begeisterung beweist: das Ausblenden von Helmen.

Kleinigkeiten können Wunder wirken. Viele Spiele bieten die Option, die Kopfbedeckung auszublenden. So müsst ihr nicht auf die zusätzlichen Werte verzichten, behaltet aber freie Sicht auf euren Charakter. Quelle: PC Games Kleinigkeiten können Wunder wirken. Viele Spiele bieten die Option, die Kopfbedeckung auszublenden. So müsst ihr nicht auf die zusätzlichen Werte verzichten, behaltet aber freie Sicht auf euren Charakter. Klingt banal? Ist es nicht: Gerade selbsterstellte Charaktere wollen wir natürlich auch sehen, da wären ein Helm oder eine andere Kopfbedeckung nur im Weg. Deshalb ermöglichen viele Spiele inzwischen, so etwas ganz unauffällig verschwinden zu lassen. Natürlich könnten wir den Helm auch weglassen, aber dann verzichten wir im Zweifelsfall auch auf wichtige zusätzliche Werte ... und na gut, wir geben es zu: Gemacht haben wir das trotzdem schon.

Dank solcher Features können wir also zunehmend einfach auf negative Konsequenzen unserer Kleiderwahl verzichten und unsere Charaktere stattdessen genauso anziehen, wie wir wollen. Auf der nächsten Seite lest ihr mehr darüber, wie manche Publisher den Wunsch nach coolen Outfits ausnutzen. Außerdem ziehen wir unser Fazit zu der Frage, warum wir für den richtigen Look Nachteile in Kauf nehmen.

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  1. Seite 1 Kleidung als Ausdruck der Identität
  2. Seite 2 Persönliches Spielerlebnis & Statussymbole
  3. Seite 3 Immersion, Glaubwürdigkeit & Entfaltung
  4. Seite 4 Publikum & Werkzeuge für Stats mit Style
  5. Seite 5 Schattenseiten & ein menschliches Bedürfnis
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