Robust, aber nicht glaubwürdig: Darum ist Kleidung in Spielen wichtig für die Immersion

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Special Annika Menzel - Redakteurin Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Robust, aber nicht glaubwürdig: Darum ist Kleidung in Spielen wichtig für die Immersion
Quelle: PC Games

Die Ausrüstung wirkt sich nicht nur auf die Werte aus. Wir verraten euch, wieso ein stimmiges Outfit zur Immersion beitragen kann und wieso der Protagonist bestimmt, wie stark ihr euch selbst entfalten könnt.

Guter Stil ist kein Zufall

Ein schickes Outfit ist also weit mehr als nur ein paar Fetzen Stoff, die irgendwie optisch zusammenpassen. Ob die Kleidung oder Rüstung historisch akkurat ist oder vielleicht sogar popkulturelle Einflüsse hat, ist dafür erst mal egal.

Viel wichtiger als Akkuratesse ist Glaubwürdigkeit: Passt die Kleidung, die wir unserem Charakter angezogen haben, wirklich zu der Persönlichkeit, die wir ihm andichten? Eine Jägerin aus Bloodborne würde sich wohl kaum einen albernen Hut aufsetzen, nur weil der ein paar mehr Blutspritzer abfängt.

Outfits müssen eben zu ihren Trägern passen, und genau deshalb spielt die mittlerweile etablierte Entscheidungsfreiheit so eine große Rolle. Wir bekommen den Freiraum, uns selbst und damit auch die Spielfigur auszudrücken, samt aller Konsequenzen, die das mit sich bringt.

Sein treues Ross erkennt Heinrich in Kingdom Come: Deliverance 2 sicher unter Tausenden. Der Helm macht es ihm allerdings nicht unbedingt leichter. Hilft ja nichts, so ist es schließlich immersiver! Quelle: PC Games Sein treues Ross erkennt Heinrich in Kingdom Come: Deliverance 2 sicher unter Tausenden. Der Helm macht es ihm allerdings nicht unbedingt leichter. Hilft ja nichts, so ist es schließlich immersiver! Bei Kingdom Come: Deliverance 2 sehen wir Protagonist Heinrich zum Beispiel nur in Dialogen und Zwischensequenzen richtig, aber so ein stattlicher junger Mann soll für seine Abenteuer natürlich bestens gerüstet sein. Und wenn wir durch Trosky streichen, fühlt es sich auch einfach stimmig an, das Metall unserer Rüstung klirren zu hören.

Das ist nicht nur immersiv, sondern sorgt auch dafür, dass wir uns stärker fühlen als mit einer schlichten Tunika aus klanglosem Stoff. Wollen wir dann noch den passenden Helm aufsetzen, müssen wir allerdings ein eingeschränktes Sichtfeld in Kauf nehmen. Wer schön sein will, muss leiden!

Fashion kann also nicht nur die Ausrüstungswerte verändern, sondern auch die eigene Wahrnehmung, und bringt dadurch echte spielerische Konsequenzen mit sich. Aber wenn wir mit weniger Sicht auf Böhmen auskommen müssen, damit Heinrich als Ritter in schillernder Rüstung daherkommen kann, nehmen wir das natürlich gerne in Kauf.

Es gibt aber auch noch andere Folgen unserer Kleiderwahl, die manchmal ganz unerwartet daherkommen. Zum Beispiel, wenn unsere wallende Mähne durch die Rüstung clippt und wir uns überhaupt nicht mehr auf das große Monster vor uns konzentrieren können, weil uns das größte Problem gerade wortwörtlich im Nacken sitzt.

Die Mähne, der Köcher, der Plüschanhänger: Alles clippt durch die Rüstung, und schon können wir uns gar nicht mehr richtig konzentrieren. Da binden wir uns doch lieber die Haare zusammen und ziehen einen anderen Umhang an. Quelle: PC Games Die Mähne, der Köcher, der Plüschanhänger: Alles clippt durch die Rüstung, und schon können wir uns gar nicht mehr richtig konzentrieren. Da binden wir uns doch lieber die Haare zusammen und ziehen einen anderen Umhang an. Oder wenn unser Lieblingsmantel bei jedem Schritt theatralisch im Wind weht, obwohl nicht mal eine sanfte Brise herrscht. Solche vermeintlich kleinen Fehler können der Immersion schneller einen Dämpfer verpassen, als irgendwelche abstrakten Zahlen im Menü je der Spielerfahrung schaden könnten.

Freie Entfaltung oder authentischer Charakter

Gut aussehen allein reicht eben nicht aus, unser Outfit muss auch im Gesamtkontext funktionieren - technisch und narrativ.

Kleidung erzählt nämlich immer auch eine Geschichte. Doch wessen Geschichte eigentlich? Wie stark wir den Charakter, den wir über den Bildschirm bewegen, prägen können, hängt davon ab, wie ausgefeilt er uns vorgegeben wird. Und genau da kommt wieder Fashion ins Spiel.

Aloy aus der Horizon -Reihe wird zum Beispiel immer Aloy bleiben, egal ob wir ihr ein Outfit vom Nora-Stamm oder eins von den Oserams anziehen. Das spiegelt sich auch in den Designs wider: Obwohl sich die Klamotten voneinander unterscheiden, weisen sie alle gestalterische Elemente auf, die ganz typisch für die Protagonistin sind.

Aloy kann in unterschiedlichste Outfits schlüpfen, doch alle ähneln sich in ihrer grundlegenden Gestaltung. Einige Elemente sind immer wieder zu sehen, und das absichtlich. Sie repräsentieren nämlich ihren ausgeprägten Charakter. Quelle: PC Games Aloy kann in unterschiedlichste Outfits schlüpfen, doch alle ähneln sich in ihrer grundlegenden Gestaltung. Einige Elemente sind immer wieder zu sehen, und das absichtlich. Sie repräsentieren nämlich ihren ausgeprägten Charakter. Aloys Persönlichkeit und ihre Hintergrundgeschichte haben sie zu genau der Person gemacht, mit der wir heute gegen die Maschinen antreten. Ist der Charakter allerdings nicht so klar definiert wie sie, können wir mithilfe von Kleidung alternative Versionen von ihm erschaffen.

Welchen Look wir uns dann aussuchen, ist nicht nur Geschmackssache. Es sagt auch viel darüber aus, wie wir seine Persönlichkeit und seine Hintergrundgeschichte in unserer Fantasie weiterspinnen.

Manchmal wird so ein Spielercharakter auch weniger über sein Wesen als durch seinen Platz in der fiktiven Welt definiert. In Dragon's Dogma 2 sind wir zwar die oder der Erweckte und erfüllen damit eine klare Rolle, doch die Persönlichkeit bleibt bewusst offen. Unsere Kleidung drückt dann zwar eine gewisse Zugehörigkeit aus, bietet neben der Funktionalität aber noch genug gestalterische Freiheiten, die mehr Individualität zulassen.

Wenn die Persönlichkeit unserer Figur weniger stark vorgegeben ist, können wir sie durch die entsprechende Kleidung stärker prägen und das auch nach außen transportieren. Quelle: PC Games Wenn die Persönlichkeit unserer Figur weniger stark vorgegeben ist, können wir sie durch die entsprechende Kleidung stärker prägen und das auch nach außen transportieren. Je mehr die Persönlichkeit in den Hintergrund rückt, desto mehr übernimmt Fashion das Ruder. Unsere Jägerin aus Monster Hunter Wilds ist da das perfekte Beispiel. Sie ist wie ein unbeschriebenes Blatt, wodurch unsere Rüstungsentscheidungen optisch zum Ausdruck bringen, wer sie eigentlich ist.

Und sobald der Kleidungsstil zu einem Teil der fiktiven Identität wird, wird er gleichzeitig auch zum Statement. Auf der nächsten Seite erfahrt ihr mehr darüber, wieso es auch in Singleplayer-Spielen ein Publikum gibt und welche Werkzeuge es gibt, um den Konflikt zwischen Style und Stats abzumildern.

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  1. Seite 1 Kleidung als Ausdruck der Identität
  2. Seite 2 Persönliches Spielerlebnis & Statussymbole
  3. Seite 3 Immersion, Glaubwürdigkeit & Entfaltung
  4. Seite 4 Publikum & Werkzeuge für Stats mit Style
  5. Seite 5 Schattenseiten & ein menschliches Bedürfnis
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