Immersion & Krieg in Games: Mythos und Kritik
Ist Immersion Pflicht? Und wie gehen Spiele mit dem Thema Krieg um? Kritik, Moral und Beispiele im Überblick.
In diesem Artikel
Natürlich gibt es noch viele weitere Spiele, die bei der Immersions-Thematik eine Erwähnung verdient hätten. The Witcher 3, Subnautica, Mass Effect, Baldurs Gate 3 ... Die Liste ist länger als dieser Artikel selbst.
Sollte nun Max Mustermann aus Musterstadt Hollow Knight nicht immersiv finden, sei erneut erwähnt: Wie viele dieser Punkte zutreffen müssen, um ein Spiel als immersiv bezeichnen zu können, hängt schlussendlich von der subjektiven Empfindung des Spielers ab. Fest steht aber, dass die Immersion mit jedem zutreffenden Punkt erhöht wird - denn Spiele, die mehr als einen der gerade erwähnten Punkte erfüllen, gibt es mehr, als man zählen kann.
Zuletzt seien noch einige Falschbehauptungen im Bereich der Immersion geklärt: Ein Spiel muss nämlich kein grafisches Meisterwerk sein oder einen neuen Standard in Sachen Realismus setzen, um immersiv zu sein. Es sind stattdessen die bereits erwähnte Glaubwürdigkeit und die Reizung der Sinne, die die Immersion mit sich bringen. Daher können sowohl Red Dead Redemption 2 als auch Journey oder sogar ein Spiel aus dem letzten Jahrtausend wie Half-Life immersiv sein.
Eine andere hinkende Schlussfolgerung ist, dass Immersion bei jedem Spiel ein Muss ist und es automatisch besser oder ansprechender macht. Sicher, eine überzeugende Geräuschkulisse oder eine packende Story schaden einem Spiel nicht. Es ist aber nicht das Ziel jedes Spiels, den Spieler komplett in seine Welt eintauchen zu lassen. Vor allem bei kompetitiven Spielen oder solchen mit tendenziell kürzeren Sitzungen lässt sich Immersion weniger beobachten, was nicht unbedingt etwas über die Qualität dieser Spiele aussagt. Mario Kart oder Among Us gehören wahrscheinlich nicht zu den ersten Titeln, die einem bei den oben erwähnten Punkten einfallen, und doch erfreuten sich beide an Erfolg und Viralität.
Genauso sei gesagt, dass ein Spiel nicht unbedingt in der First-Person-Perspektive gespielt werden muss, um immersiv zu sein. Natürlich kann es der Immersion helfen, wenn man das Spielgeschehen direkt aus den Augen des Protagonisten erlebt - was Spiele wie Resident Evil 7, Skyrim oder VR-Erlebnisse wie Half-Life: Alyx eindrucksvoll beweisen. Es kann aber auch ebenso immersiv sein, durch die Third-Person-Perspektive mehr von der Spielwelt wahrzunehmen und die Story mit einer ständig sichtbaren Spielfigur zu erleben. Man kann sich also sowohl von First-Person-Shootern wie Doom als auch von Third-Person-Action-Adventures wie Ghost of Tsushima oder von Platformern aus der Seitenperspektive wie Hollow Knight in den Bann gezogen fühlen.
Krieg in Videospielen: Ein moralisches Dilemma
Wir haben nun festgestellt, wie wichtig unter anderem ein sauber durchdachtes und glaubwürdiges Narrativ für die empfundene Immersion ist. In diesem Zusammenhang fällt ein Thema auf, welches sich eine Vielzahl an Spielen als Grundpfeiler für ihr Narrativ zunutze macht.
Krieg ist etwas, das die Menschheit seit Jahrtausenden begleitet und zum Leidwesen vieler auch immer noch brandaktuell ist. Daher ist es keine Überraschung, dass es im Zentrum vieler Filme, Bücher, Serien und eben auch Videospiele steht. In Letzterem ist es dem Konsumenten möglich, Krieg fast hautnah zu erleben und oft auch ein Teil davon zu sein - Stichwort Immersion. Was genau Krieg von einer billig wirkenden narrativen Abkürzung zu einem konkreten, packenden und immersiven Bestandteil der Spielwelt macht - und wo moralische Bedenken aufkommen - schauen wir uns jetzt an.
Quelle: mobygames
In diesem rundenbasierten Wegbereiter der Kriegsspiele befehligt der Spieler britische Kriegsschiffe gegen das Schlachtschiff Bismarck und andere deutsche Einheiten.
Blickt man auf die bisherige Videospielgeschichte zurück, lässt sich - wie in vielen Bereichen der Videospielentwicklung - eine Evolution in diesem Thema feststellen: Spiele über Krieg gab es im Grunde schon von Anfang an, was wohl daran liegt, dass Krieg für jeden ein nachvollziehbarer Anreiz ist, seine virtuellen Gegner ausschalten zu wollen. Bereits vor einem halben Jahrhundert bekriegte man seine Gegner in Spielen wie Star Trek (1971), Empire (1972) oder Computer Bismarck (1980). Auch in der Zeit, als es noch gar keine Videospiele gab, rechtfertigte man in Brettspielen Kriege als Grund, den Gegnern den Garaus machen zu müssen. Die nuancierte und komplexe Natur, die Krieg oft mit sich bringt, sucht man in diesen Beispielen natürlich vergeblich. Alles wurde heruntergebrochen auf den Kampf zwischen Gut und Böse, während das Böse in Games für gewöhnlich als gesichtslose NPCs dargestellt wurde. Diese simple Inszenierung lässt sich in Teilen bekannter Reihen wie Call of Duty bis heute in der Videospielindustrie beobachten.
Aufgrund dieser Eindimensionalität werden Videospiele - vor allem Shooter - bis heute dafür kritisiert, ein so sensibles Thema wie Krieg als bloßen narrativen Anreiz zu behandeln und Gewalt zu glorifizieren. Gegner dieser Meinung behaupten, der Spaß stehe im Vordergrund und man wolle sich beim Einschlafen nicht ums Töten virtueller Gegner den Kopf zerbrechen müssen - es sei also "nicht so deep". Andere sind wiederum der Ansicht, dass man wegen der emotionalen Komplexität und Vielschichtigkeit von Krieg die Moral nicht außen vor lassen solle und eine eventuelle Verharmlosung deshalb problematisch sei.
Quelle: mobygames
Auf dem Friedhof des Kriegssatirespiels Cannon Fodder werden gefallene Soldaten individuell beigesetzt.
Die Glorifizierung von Gewalt ist ein Kritikpunkt, der sich im Grunde auch auf die Filmindustrie, die Buchindustrie oder sogar die Musikindustrie ausweiten lässt. Fest steht allerdings, dass es einige Videospiele gibt, denen man diesen Vorwurf nicht machen kann und welche veranschaulichen, wie folgenreich Kriegsgeschehen in der realen Welt sein kann. Emotionen, Beweggründe, Auswirkungen sowie Konsequenzen in Kriegen können vom Spieler in Games bekanntlich nicht nur gesehen, sondern bis zu einem gewissen Grad auch erlebt werden.
Eines der ersten Spiele, die diese Verharmlosung satirisch ins Zentrum stellten, war das 1993 erschienene Cannon Fodder ("Kanonenfutter"), bei welchem der Spieler bewusst nicht unbedingt die Rolle des Guten einnimmt - sondern einfach die von Soldaten. Diese haben eigene Namen und sind beim Ableben auch endgültig tot, was auf einem Friedhof zwischen Missionen anschaulich dargestellt wird. Schon der Song des Titelbildschirms ("War has never been so much fun") nimmt die Glorifizierung von Krieg in Videospielen auf die Schippe.

Das tatsächlich erste oder das 2016er Doom?
Das zum Besipiel hat mich mit seinen Glory-Kills und dem ganzen Gedöns nicht abgeholt. Doom Eternal dann gleich gar nicht. War mir zu viel Herum-Gehopse und zu viele Arena-Fights. The Dark Ages hab ich ganz ausgelassen.
Aber ich bin auch jemand der sagt, das letzte gute Doom war Teil 3. Das sehen auch viele nicht so.
Meine Reihenfolge aufsteigend: 1, dann 2 und mit ziemlichem Abstand dann der 3. Teil.
Das tatsächlich erste oder das 2016er Doom?
Das zum Besipiel hat mich mit seinen Glory-Kills und dem ganzen Gedöns nicht abgeholt. Doom Eternal dann gleich gar nicht. War mir zu viel Herum-Gehopse und zu viele Arena-Fights. The Dark Ages hab ich ganz ausgelassen.
Aber ich bin auch jemand der sagt, das letzte gute Doom war Teil 3. Das sehen auch viele nicht so.
Anders sieht es bei nem Shooter, Adventure, Action Adventure oder sowas aus. Grafik, eine glaubwürdige lebendige Spielwelt, passende Soundkulisse und viele Interaktionsmöglichkeiten und Arten, wie die Spielwelt auf einen reagiert können solche Spiele sehr immersiv machen, auch unabhängig vom Realismus.
Umgekehrt ist z. B. Workers & Resources: Soviet Republic eine sehr detaillierte und realistische Stadtbausimulation. Aber Immersion ist da nicht wirklich ein Thema.
Im Endeffekt geht es meiner Meinung nach bei Immersion einfach darum, dass einen etwas so sehr "umschließt" beim Spielen, Lesen, Anschauen etc., dass man für die Dauer des Konsums Zeit und Raum um sich herum vergisst. Das ist eine sehr subjektive Sache und kann bei jedem anders aussehen.
Realismus dagegen ist objektiv beweisbar. Da müssen Zahlen und andere Daten stimmen.
Immersion = Emotion, subjektiv
Realismus = Mathematik, objektiv
Ich finde, das hat miteinander überhaupt nichts zu tun.
Dann müsste ja ein Witcher 2 weniger immersiv sein als ein Witcher 1 und ein Witcher 3 deutlich weniger immersiv als die Teile 2 und 1 oder ein KCD 2 ebenso gegenüber dem ersten Teil.
Es mag durchaus Spiele geben, da trifft das zu, dass ein Nachfolger oder allgemein neue Spiele mit hübscherer Optik weniger immersiv sind oder einem so erscheinen als Vorgänger oder ältere Vertreter des gleichen Genres, aber das liegt dann bestimmt nicht an der Grafik, sondern an vielen anderen Dingen, die in den älteren Spielen besser gemacht wurden.
Kopfkino ist da glaub ich entscheidend. Wenn das Spiel und die Atmo stimmt zieht das einen mehr rein als gute Grafik. Es geht aber auch beides, schau Dir Cyberpunk 2077 oder ein Kongdome Come an.
Die Geschichte, welche sich die Spieler selber dazu machen ist wohl "immersionsentscheidend". Bei nem Doom oder nem Fifa brauch ich jetzt keine tolle Story für die "Immersion", da ist es eher wieder die Grafik. Anderseits wollte ich das neue Doom nachholen, das Mittelalterzeug ist ne geile Idee, ich zock aber grad das erste auf der Swich2, weil es mich voll abholt.
Das mit der Grafik ist die Idee von Realität in der Digitalität und daß das irgendwann mal verschmilzt. Nun wird erschreckt festgestellt, daß egal was man tut, die Fiktionalität in ihrer (versuchten) Perfektion niemals das Begehren nach der unperfekten Realität verdrängen kann. Ist wohl wie mit Frauen. :D :D :D
Ich finde, das hat miteinander überhaupt nichts zu tun.
Dann müsste ja ein Witcher 2 weniger immersiv sein als ein Witcher 1 und ein Witcher 3 deutlich weniger immersiv als die Teile 2 und 1 oder ein KCD 2 ebenso gegenüber dem ersten Teil.
Es mag durchaus Spiele geben, da trifft das zu, dass ein Nachfolger oder allgemein neue Spiele mit hübscherer Optik weniger immersiv sind oder einem so erscheinen als Vorgänger oder ältere Vertreter des gleichen Genres, aber das liegt dann bestimmt nicht an der Grafik, sondern an vielen anderen Dingen, die in den älteren Spielen besser gemacht wurden.