Hilfe, Videospiele werden immer länger! ... Oder stimmt das gar nicht?

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Special Manuel Zippl - Autor Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Hilfe, Videospiele werden immer länger! ... Oder stimmt das gar nicht?
Quelle: Nintendo

Videospiele sind heutzutage viel zu lang, wird gerne behauptet. Aber stimmt das wirklich? Wir gehen auf Basis von Zahlen und Fakten auf Spurensuche.

Wie schon bei der Hauptstory allein ist, Resident Evil auch, was die 100 % betrifft, seit Resident Evil 6 kürzer geworden. Der besagte Titel sticht hier wieder als längstes Spiel der Reihe heraus. Die zwei Nachfolger Resident Evil 7 und Village nehmen für die Hauptstory, wie bereits erwähnt, ungefähr gleich viel Zeit in Anspruch, für die 100 % muss man beim aktuellsten Vertreter der Resident-Evil-Reihe, Village, allerdings mit zehn Stunden mehr rechnen.

Spielzeit 100 % Dragon Quest Quelle: PC Games Spielzeit 100 % Resident Evil Quelle: PC Games

Der Vergleich 4: Die knallharten Fakten

Ziehen wir also Bilanz: Von der Hauptstory her verlängerten sich acht, also gut die Hälfte, der Franchise aus diesem Vergleich, bei zwei davon hat sich der aktuellste Titel im Vergleich zu dem davor allerdings verkürzt. Vier Spielereihen haben sich auf eine bestimmte Länge eingependelt. Drei Franchise verkürzten sich sogar über die Jahre, bei zweien davon hat sich der aktuellste Titel im Vergleich zu dem davor wieder verlängert.

Bei den geschätzten Spielstunden für die 100 % sieht das Resultat folgendermaßen aus: hier verlängern sich ebenfalls acht Franchise, bei nur einem davon hat sich der aktuellste Titel im Vergleich zu dem davor verkürzt. Drei Spielereihen zeigen in ihren Spielstunden keine auffälligen Veränderungen. Vier Franchise verkürzen sich, bei zwei davon hat sich der aktuellste Titel im Vergleich zu dem davor wieder verlängert.

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Daten aus dieser Probe von Spielereihen - die wie bereits erwähnt zu den bestverkauften Franchise der Videospielgeschichte gehören - ergeben, dass Videospiele sich tatsächlich tendenziell verlängern - wenn auch nicht so extrem, wie man glauben mag.

Es sind nämlich vor allem die Open-World-Games, die gerade in den letzten Jahren enorm an Länge zunahmen. Nicht umsonst stehen Starfield oder die bereits erwähnten Assassin's-Creed-Spiele in der Kritik, Gamer für über 100 Stunden an Spielzeit zu beschäftigen, von denen ein großer Teil nur aus monotonen Quests oder sogar Grinden besteht.

Assassin's Creed Mirage Quelle: Ubisoft Doch nicht nur repetitive Quests und die Notwendigkeit von Grinden können ein Spiel unnötig in die Länge ziehen. Wie wir bereits gesehen haben, tragen auch überflüssig lange Tutorials, Achievements oder Backtracking zur derartigen Erhöhung der durchschnittlichen Spieldauer eines Games bei. Dasselbe gilt für eine übermäßig hohe Anzahl an Ladebildschirmen - Stichwort Starfield.

Jetzt, wo wir festgestellt haben, dass es hauptsächlich Open-World-Spiele sind, die immer mehr Zeit fordern, bleibt noch zu klären, weshalb das so ist.

Warum werden (Open-World-) Spiele immer länger?

Die Verlängerung der Open-World-Spiele kommt nicht von ungefähr. Wie Chris Plante, der Chefredakteur und Mitbegründer der Seite Polygon in einem Interview mit der Washington Post erklärt, gehe es den Entwicklern darum, zu kontrollieren, wie Konsumenten ihre Zeit verbringen.

Brendan Keogh von der Queensland University of Technology stellte fest, dass Entwickler es sich zum Ziel setzen, Spieler so lange wie möglich mit ein und demselben Game zu beschäftigen. Denn je mehr Zeit ein Konsument in einem Spiel verbringt, desto wahrscheinlicher wird es, dass er sich zusätzlichen Content für dieses Game kauft.

Für Ubisoft schien dieser Plan aufzugehen: tatsächlich wurde Assassin's Creed Valhalla, das drei große DLCs bekam, mit über einer Milliarde Dollar Profit zum zweit profitabelsten Game der Ubisoft-Geschichte. Auch Phantom Liberty, der DLC des ohnehin schon umfangreichen Spiels Cyberpunk 2077, verkauft sich sehr gut, und die DLCs vom ebenfalls zeitaufwendigen Destiny 2 sorgen regelmäßig für neue Spielerzahlenrekorde auf Steam.

Neben DLCs und sonstigen In-Game-Käufen ist es natürlich auch die Technologie, die Entwickler immer wieder vorantreibt, ihre Spieler länger und länger zu gestalten. Die neueste Technik erlaubt es Herstellern nicht nur, ihre Titel mit kontinuierlich mehr Content zu füllen, sondern macht es ihnen auch möglich, auf bereits existierenden Features aufzubauen.

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    • Kommentare (6)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Case39 Spiele-Novize/Novizin
        Zitat von AustroNuub
        Ein wirklich gutes spiel kann nie zu lang sein.

        Bei manchen artikeln allerdings kann es passieren, daß sie viel zu lang sind um gelesen zu werden :)
        Der war gut und dabei sind sie dann deutlich inhaltsleerer😉
        Ja, was soll ich sagen. Selber habbich Vollzeitjob und Familie. Es ist echt schwer für Open World Titel die gebührende Zeit aufzuwenden, deswegen sind es auch nur 2-3 Titel im Jahr oder mehrere "kleinere" Games.
      • Von Case39 Spiele-Novize/Novizin
        Zitat von AustroNuub
        Ein wirklich gutes spiel kann nie zu lang sein.

        Bei manchen artikeln allerdings kann es passieren, daß sie viel zu lang sind um gelesen zu werden :)
        Der war gut und dabei sind sie dann deutlich inhaltsleerer😉
        Ja, was soll ich sagen. Selber habbich Vollzeitjob und Familie. Es ist echt schwer für Open World Titel die gebührende Zeit aufzuwenden, deswegen sind es auch nur 2-3 Titel im Jahr oder mehrere "kleinere" Games.
      • Von Neawoulf Mitglied
        Früher hab ich echt gerne große Open World Titel (vor allem The Elder Scrolls) gespielt, aber ich muss zugeben: Inzwischen greife ich auch ganz bewusst eher zu kurzen Spielen. 10 bis 20 Stunden sind für mich mehr als genug und wenn es weniger ist, stört mich das auch nicht. Meistens sind das Indiespiele, die ich inzwischen ohnehin lieber mag, als überinszenierte Triple-A Geschichten.

        Vermutlich wiederhole ich mich mal wieder, aber die Ubisoft-Formel mit ihren Mechaniken und Designelementen ist für mich nach wie vor ein Fluch für (nicht nur) Open World Spiele aller Art. Leider schauen sich sehr viele Entwickler diese Elemente für ihre Open World Spiele ab.

        Dabei kann man doch auch sehr schöne "kleine" Open World Spiele mit individuellen Spielmechaniken und Details machen, wie z. B. Gothic 1 und 2, Risen 1, Eastshade etc. Wenn sich da nur wieder jemand drantrauen würde. Aber nein, es müssen ja immer wieder gigantische Spielwelten sein, die so groß sind, dass man keine Lust mehr hat sie ohne Schnellreisefunktionen zu erkunden.

        Nicht mein Ding.
      • Von AustroNuub Anwärter/in
        Ein wirklich gutes spiel kann nie zu lang sein.

        Bei manchen artikeln allerdings kann es passieren, daß sie viel zu lang sind um gelesen zu werden :)
      • Von Dodo1995 Gelegenheitsspieler/in
        Wirklich kurzen Spiele existieren halt gar nicht mehr Arcade Highscore Jagd Spiele gibt es nur noch als Indies, genauso wie Shoot em Ups oder Brawler. Single Player Shooter sind auch selten geworden.

        Open World Spiele sind halt mega beliebt: TOTK, CP77, Elden Ring und Hogwarts Legacy haben sich alle mehr als 20mio mal verkauft
      • Von Schalkmund Nerd
        Zitat von SethWinterstein
        Wow noch ein KI-Bild. Gibt es mittlerweile keine Leute mehr die Bilder machen können oder Stockart Fotos?
        Ist vielleicht doch noch ein Vorteil für richtige Künstler, dass sich die Leute bald an dem schnell dahin geschissenen AI-Zeugs satt gesehen haben. Diese AI-Kunstkacke ist fast schon ein Grund gar nicht auf einen Artikel zu klicken, dann doch lieber ein guter Ingame-Screenshot als Aufmacher.
      Direkt zum Diskussionsende
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