Content-Fatigue verstehen & vermeiden: Ursachen & Lösungen

11
Special Manuel Zippl - Autor Tobias Meyer - Redaktionsleiter Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Assassin’s Creed Odyssey gilt als erschöpfender Zeitfresser, da einige Hauptquests an ein Mindestlevel gebunden sind, das man durch das Erledigen der vorherigen Hauptquests allein nicht erhält.
Quelle: Ubisoft

Fünf Kernursachen der Content-Fatigue, wirksame Gegenmittel von Studios & Spielern - plus Fazit mit Praxis-Tipps.

Nach der Aufzählung einiger - aber bei weitem nicht aller - Beispiele stellt sich nun die zentrale Frage, wie man also den Eindruck bekommt, dass ein Spiel die eigene Zeit nicht respektiert. Aus den bisherigen Beispielen lassen sich im Wesentlichen fünf Gründe herausfiltern.

Wenn man sich durch ein Spiel gelangweilt oder ausgelaugt fühlt, sollte man sich möglicherweise eine Pause gönnen. Quelle: Pexels Wenn man sich durch ein Spiel gelangweilt oder ausgelaugt fühlt, sollte man sich möglicherweise eine Pause gönnen.

Die fünf Hauptursachen

Wiederholungen und Monotonie: Der Mensch ist zwar ein Gewohnheitstier, doch jeder braucht mal Abwechslung. Stellt ein Spiel den Spieler vor die Aufgabe, immer und immer wieder dieselben Gegner zu töten, dieselben Minispiele zu spielen oder dieselben Strecken abzulaufen, kann die Motivation schnell sinken und man schaut sich nach anderen Spielen um.

Grind: Ein Punkt, der eng mit dem gerade genannten zusammenhängt, aber den Weg noch etwas weitergeht. Grind präsentiert dem Spieler nicht direkt immer wieder dieselben Sachen, sondern verlangt von ihm, immer wieder dieselben Sachen zu machen. Wenn man also in einem Spiel darauf angewiesen ist, dutzende Stunden dieselben Ressourcen zu farmen, nur um stark genug für einen Boss zu sein oder sich bessere Ausrüstung leisten zu können. Für viele Spieler verwandelt sich Spaß in Pflicht.

Pacing: Die Struktur eines Games spielt bei der Anfälligkeit für Content-Fatigue ebenfalls eine wichtige Rolle. Spielt man ein Spiel, in dem nach dem Intro für 30 Stunden nichts Story-relevantes passiert oder welches erst gegen Ende wieder Fahrt aufnimmt, steigen viele frühzeitig aus.

In RuneScape kann es teilweise über 100 Stunden dauern, einen einzigen Skill aufs Maximum zu bringen. Quelle: Jagex In RuneScape kann es teilweise über 100 Stunden dauern, einen einzigen Skill aufs Maximum zu bringen. Überlänge: Wie bereits erwähnt muss die Länge eines Spiels weder etwas über die Qualität noch über die Anfälligkeit für Content-Fatigue aussagen. Trotzdem gibt es Menschen, die allein wegen der Länge von Spielen - wie abwechslungsreich und spaßig sie auch sein mögen - irgendwann die Reißleine ziehen.

Eigene Psychologie: Die Content-Fatigue muss nicht immer vom Spiel kommen. Manchmal ist man selbst der Auslöser. Möglicherweise hat man sich falsche Erwartungen gesetzt oder zwingt sich selbst, ein Spiel zu vervollständigen, auf das man insgeheim eigentlich gar keine Lust mehr hat. Auch der eigene Mangel an Skill kann dazu führen, dass man sich für seine enormen Anstrengungen nicht entsprechend belohnt fühlt. Durch individuelle Ursachen kann man sich schnell überwältigt oder erschöpft fühlen.

11
  1. Seite 1 Seite 1: Einstieg & Begriffsklärung
  2. Seite 2 Seite 2: Wie kommt es zur Content-Fatigue
  3. Seite 3 Seite 3: Wenn Open Worlds gesund sind - Design, Freiheit, Flow
  4. Seite 4 Seite 4: Jenseits der Open Worlds - Genres, Grind & Wiederholung
  5. Seite 5 Seite 5: Ursachen, Gegenmittel & Fazit - Wege aus der Müdigkeit
  6. Seite 6 Seite 6: Die Zukunft der Freizeit - Wie gegen Content-Fatigue vorgegangen wird
  7. Seite 7 Seite 7: Die Lösung gegen Content-Fatigue
    • Kommentare (11)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Marcooh NPC
        Ach ich freu mich schon auf die ersten AI Games.
        Langweiliger generischer slop.
        Und sie kommen, bei Amazon, wohl nur mobil, EA,ubi, usw.
        Alle haben und werden gerade kreative entlassen. Gerade was ai so gar nicht kann.

        Hatte gerade Spaß mit Claude und der Ideensammlung für ein NEUES Würfel Spiel.
        Claude hat dabei immer und immer wieder als Idee ein Kniffel.

        Also zu viel Content ist das eine Problem, aber ein anderes ist slop Content. Und der wird kommen. Billig
      • Von Marcooh NPC
        Ach ich freu mich schon auf die ersten AI Games.
        Langweiliger generischer slop.
        Und sie kommen, bei Amazon, wohl nur mobil, EA,ubi, usw.
        Alle haben und werden gerade kreative entlassen. Gerade was ai so gar nicht kann.

        Hatte gerade Spaß mit Claude und der Ideensammlung für ein NEUES Würfel Spiel.
        Claude hat dabei immer und immer wieder als Idee ein Kniffel.

        Also zu viel Content ist das eine Problem, aber ein anderes ist slop Content. Und der wird kommen. Billig
      • Von Weedotastisch Hobby-Spieler/in
        Zitat von Daniel Link
        Ich muss bei dem Thema ja immer an Dragon Age: Inquisition und die Community denken, die jeden neuen Spieler förmlich anbettelt, so schnell wie möglich die Hinterlande zu verlassen, weil einem sonst brutal langweilig wird.
        Ich glaub das ist so ein WoW Trauma. Im Prinzip will jedes Studio so n Spiel wo die Leute ewig drinhängen und mit so Grind beschäftigt sind. Das ist ja auch mal lustig oder in einer Phase des Lebens, aber als "Massenmarktmusthave" schon etwas zuviel des Guten.

        Ich frag mich gerade was Ubisoft (hol gerade AC Odyssee nach) von mir will? Meinen die jetzt wirklich, daß ich um die letzten Aufrüststufen für mein Schiff zu kaufen in den Geldbeutel lange, nur weil das so ressourcenaufwendig ist? Oder mir Mittelalterklamotten für meinen Assassinen kaufe, weil das so immersiv ist. Und dann deinstalliere ich das und freue mich die nächsten paar Monate über die gute Anschaffung? Früher haben sich Studios Zusatzgeld mit Addons verdient, welche man ja dann immer wieder spielte, weil mehr Story etc.
      • Von Orkhammer Hobby-Spieler/in
        Es gibt inzwischen nur noch ganz wenige OW Titel, die mich noch interessieren.
        Ganz im Gegenteil, der Begriff Open World ist eher zu einem Warnhinweis geworden. Ich weiß nicht, woher irgendwann mal die Erkenntnis bei Entwicklern und Publishern gekommen ist, man müsse ein Spiel nur möglichst umfangreich machen, damit es Spaß macht. Es ist meistens nämlich genau das Gegenteil der Fall.
        Natürlich gibt es Spieler, die kaufen sich nur ein oder zwei Spiele pro Jahr, haben wenig Freizeit und arbeiten sich an diesen Spielen dann ein Jahr lang ab. Ist okay, nur reicht das, um ein Spiel auch erfolgreich zu machen? Hab da meine Zweifel. Das würde vielleicht besser funktionieren, wenn es nur eine Handvoll solcher Spiele gäbe.
        Ja, das Thema Zeit ist entscheidend.
        Egal wieviel Zeit jeder Einzelne zum spielen hat, der Tag insgesamt hat nun mal nur 24 Stunden und für mich stellt es sich sich so dar, dass nicht mein Geld, sondern meine Lebenszeit das Wertvollste ist, was ich zu vergeben habe und wenn ein Spiel das nicht mehr respektiert und mich mit - sorry - bescheuetem Kram zuballert, bis ich nicht mehr aus den Augen schauen kann, dann bin ich raus.
      • Von Daniel Link Redakteur
        Ich muss bei dem Thema ja immer an Dragon Age: Inquisition und die Community denken, die jeden neuen Spieler förmlich anbettelt, so schnell wie möglich die Hinterlande zu verlassen, weil einem sonst brutal langweilig wird.
      • Von sauerlandboy79 Mitglied
        Zitat von TobiasMeyer
        Genau diesen Moment habe ich auch ständig in Open-World-Games. Ich tobe mich in der Welt aus, freue mich über die Erkundungen und dann kommt irgendwann der Moment X: Ich sehe, dass ich kaum etwas geschafft habe in der Welt und dann verliere ich direkt die Lust. Das könnte man sicherlich lösen, indem man hier und da ein bisschen kürzt. Aber dann kann man nicht mehr angeben mit Dingen wie "Die größte Map aller Zeiten"
        Ich finde das Problem mit dem Content- Fatigue hat besonders ab Mitte / Ende der 2010er angefangen sich arg ins Negative zu steigern. Die modernen Open World-Spiele definieren sich nur noch durch Giganto-Größe und oftmals sinnfreiem Füllmaterial.

        Es mag stimmen dass vieles mit AC begann, aber wenn man mal ehrlich ist:
        Verglichen mit den heutigen Titeln Origins, Odyssee, Valhalla, Shadows sind gerade die älteren Spiele fast schon kompakt und grenzen - wenn überhaupt - maximal an der 50 Stunden-Grenze. Was für mich noch vollkommen in Ordnung ist... Aber auf 100+ Stunden hab ich einfach kein Bock, dann fokussier ich mich lieber auf die Main-Quest, nimm unterwegs vielleicht noch was mit und mach dann nen Schlussstrich.

        Heutige Open Worlds schrecken mich tatsächlich vermehrt ab. Ich hab die Angst zu viel anderes in der Games-Landschaft zu verpassen wenn ich Wochen/Monate nur an einem Titel für die 100%-Meisterung sitzen müsste.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 07/2026 PCGH Magazin 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk