Content-Fatigue: Open Worlds, Filler & Ubisoft-Syndrom

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Special Manuel Zippl - Autor Tobias Meyer - Redaktionsleiter Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Assassin’s Creed Odyssey gilt als erschöpfender Zeitfresser, da einige Hauptquests an ein Mindestlevel gebunden sind, das man durch das Erledigen der vorherigen Hauptquests allein nicht erhält.
Quelle: Ubisoft

Open-World-Kritik im Fokus: Filler, Ubisoft-Syndrom, Backtracking. Beispiele wie Horizon, AC Valhalla, Far Cry, Starfield, Mafia III.

Nicht jedes Genre führt gleich häufig zur Content-Fatigue. Als besonders berüchtigt gelten in diesem Bereich Open-World-Spiele, die oftmals mit so vielen Nebenquests und Sammelobjekten vollgepackt sind, dass man sich schnell überfordert fühlt. Dazu kommt, dass viele Elemente aus diesen offenen Welten sich ständig wiederholen, sodass sich das Spielen mit der Zeit eher wie das Abarbeiten einer Checkliste anfühlt. Besonders im Bereich der Action-Adventures und RPGs gibt es einige Kandidaten, die hier häufig genannt werden.

Die zahlreichen Points of Interest in Horizon Forbidden West sind für einige Spieler überwältigend und überfordernd. Quelle: Sony Playstation Die zahlreichen Points of Interest in Horizon Forbidden West sind für einige Spieler überwältigend und überfordernd. Einer der größten Kritikpunkte an Horizon Forbidden West ist etwa, dass die Map mit so viel Filler vollgestopft ist, dass dem Spieler mit der Zeit die Lust vergeht, überhaupt vom Weg der Hauptquest abzustreifen. Dazu kommt noch, dass viele dieser Points of Interest dem Spieler verschlossen bleiben, bis er an einen gewissen Punkt der Story gekommen ist, was zu Backtracking führt. Diese "Krankheit" von Videospielen, bei der die Map mit Icons vollgestopft ist und Nebeninhalte weitgehend nach dem gleichen Schema präsentiert werden, wird in der Community oft scherzhaft als "Ubisoft-Syndrom" bezeichnet.

Das "Ubisoft-Syndrom"

Und das nicht ohne Grund: Spiele der Far-Cry-, Watch-Dogs- und Assassin's-Creed-Reihen sind bekannt dafür, den Spieler vor immer dieselben Aufgaben zu stellen und somit nicht selten als langweilig, monoton oder frustrierend empfunden zu werden. Dies trifft besonders auf Komplettisten zu, die in einem Spiel jede Quest abschließen, jedes Collectible sammeln und jedes Achievement freischalten wollen. Als eines der Negativbeispiele in diesem Bereich muss immer wieder Assassin's Creed Valhalla herhalten - der 2020 erschienene zwölfte Teil der Reihe.

Assassin's Creed Valhalla Quelle: Ubisoft Die Story von Assassin's Creed Valhalla wird auf 61 Stunden geschätzt - ohne Nebenaufgaben! Allein die Hauptstory wird hier von "HowLongToBeat" auf 61 Stunden geschätzt. Wer jedoch sämtliche Inhalte des Spiels erledigen will, kann sogar mit knapp 150 Spielstunden rechnen, wobei man sich hier nicht unbedingt auf ein abwechslungsreiches und vielfältiges Erlebnis einstellen sollte.

Far Cry 6 präsentiert dem Spieler mit geschätzten 24 Stunden eine wesentlich kürzere Hauptstory, ermutigt ihn aber gleichzeitig, sich mit dem Nebencontent zu beschäftigen, womit die Vervollständigung des Spiels auf 63 Stunden geschätzt wird. Wie man es sich schon denken kann, besteht auch dieser aus vielen sich ähnelnden Aufgaben und steht auch für wenig Abwechslung in der Kritik.

Leere Welten und Filter-Content

Um Ubisoft für einen Moment in Ruhe zu lassen: Auch Starfield hatte mit der Kritik der übermäßigen Filler zu kämpfen. Lange warb Bethesda mit den über 1000 einzigartigen Planeten, die man alle im Spiel erkunden konnte. Letztlich stellte sich heraus, dass die meisten dieser Planeten weitgehend leer waren und höchstens einige prozedural generierte Bauwerke beinhalteten. Die geschätzte Spielzeit für Komplettisten beläuft sich hier abermals auf knapp 150 Stunden. Zusätzlich steht in der Community häufig der Vorwurf im Raum, dass auch die auf 23 Stunden geschätzte Hauptquest den Spieler vor viele ähnlich wirkende Kämpfe und Aufgaben setzt. Streng genommen handelt es sich bei Starfield auch nicht um ein Open-World-Spiel, da man sich von Planet zu Planet per Schnellreise teleportieren muss. Doch davon abgesehen: Die Kritikpunkte ähneln denen der vorher genannten Spiele.

Black Flag Remake Quelle: Ubisoft Mit Assassin's Creed fing alles an. Ähnlich erging es auch Mafia III. Während der Story und den Charakteren einiges an Lob zugesprochen wird, lassen sich die repetitiven Elemente der Missionen, in denen man ständig Gebiete übernehmen und Gegnerwellen ausschalten muss, kaum leugnen. Dass sich Langeweile in Mafia III bei besonders vielen Spielern verbreitet hat, zeigt die magere 57 %-Bewertung der "Definitive Edition" auf Steam.

Wie alles anfing

Wie bereits angedeutet, kann es bei kürzeren Spielen genauso zur Content-Fatigue kommen. Leider muss Ubisoft ein weiteres Mal als Beispiel herhalten: Das erste Assassin's Creed, bei dem die Hauptstory geschätzte 15 Stunden und die komplette Vervollständigung etwa doppelt so lang dauert, wird nicht umsonst von Kritikern und Fans heutzutage als das wohl schwächste Spiel der Reihe angesehen. Im Grunde besteht das Spiel aus einem sich wiederholenden Kreislauf: Türme erklimmen, Fahnen sammeln, Parcours abschließen, Gegner niederstrecken. Hat man genügend dieser immer gleich ablaufenden Quests geschafft, kann man sich der eigentlichen Zielperson widmen. Dieser Prozess wiederholt sich fast über das gesamte Spiel. Die Open World ist, bis auf einige Fahnen oder Gegner, weitgehend leer. In aller Fairness: 2007 galt das erste Assassin's Creed bei vielen als Revolution und es hat den Grundstein für eine der erfolgreichsten Videospielreihen aller Zeiten gelegt. Trotzdem bleibt es aus heutiger Sicht ein anschauliches Beispiel für Content-Fatigue. Dadurch, dass Open-World-Spiele generell länger sind, hält sich die Liste der Beispiele hier kurz.

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  1. Seite 1 Seite 1: Einstieg & Begriffsklärung
  2. Seite 2 Seite 2: Wie kommt es zur Content-Fatigue
  3. Seite 3 Seite 3: Wenn Open Worlds gesund sind - Design, Freiheit, Flow
  4. Seite 4 Seite 4: Jenseits der Open Worlds - Genres, Grind & Wiederholung
  5. Seite 5 Seite 5: Ursachen, Gegenmittel & Fazit - Wege aus der Müdigkeit
  6. Seite 6 Seite 6: Die Zukunft der Freizeit - Wie gegen Content-Fatigue vorgegangen wird
  7. Seite 7 Seite 7: Die Lösung gegen Content-Fatigue
    • Kommentare (11)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Marcooh NPC
        Ach ich freu mich schon auf die ersten AI Games.
        Langweiliger generischer slop.
        Und sie kommen, bei Amazon, wohl nur mobil, EA,ubi, usw.
        Alle haben und werden gerade kreative entlassen. Gerade was ai so gar nicht kann.

        Hatte gerade Spaß mit Claude und der Ideensammlung für ein NEUES Würfel Spiel.
        Claude hat dabei immer und immer wieder als Idee ein Kniffel.

        Also zu viel Content ist das eine Problem, aber ein anderes ist slop Content. Und der wird kommen. Billig
      • Von Marcooh NPC
        Ach ich freu mich schon auf die ersten AI Games.
        Langweiliger generischer slop.
        Und sie kommen, bei Amazon, wohl nur mobil, EA,ubi, usw.
        Alle haben und werden gerade kreative entlassen. Gerade was ai so gar nicht kann.

        Hatte gerade Spaß mit Claude und der Ideensammlung für ein NEUES Würfel Spiel.
        Claude hat dabei immer und immer wieder als Idee ein Kniffel.

        Also zu viel Content ist das eine Problem, aber ein anderes ist slop Content. Und der wird kommen. Billig
      • Von Weedotastisch Hobby-Spieler/in
        Zitat von Daniel Link
        Ich muss bei dem Thema ja immer an Dragon Age: Inquisition und die Community denken, die jeden neuen Spieler förmlich anbettelt, so schnell wie möglich die Hinterlande zu verlassen, weil einem sonst brutal langweilig wird.
        Ich glaub das ist so ein WoW Trauma. Im Prinzip will jedes Studio so n Spiel wo die Leute ewig drinhängen und mit so Grind beschäftigt sind. Das ist ja auch mal lustig oder in einer Phase des Lebens, aber als "Massenmarktmusthave" schon etwas zuviel des Guten.

        Ich frag mich gerade was Ubisoft (hol gerade AC Odyssee nach) von mir will? Meinen die jetzt wirklich, daß ich um die letzten Aufrüststufen für mein Schiff zu kaufen in den Geldbeutel lange, nur weil das so ressourcenaufwendig ist? Oder mir Mittelalterklamotten für meinen Assassinen kaufe, weil das so immersiv ist. Und dann deinstalliere ich das und freue mich die nächsten paar Monate über die gute Anschaffung? Früher haben sich Studios Zusatzgeld mit Addons verdient, welche man ja dann immer wieder spielte, weil mehr Story etc.
      • Von Orkhammer Hobby-Spieler/in
        Es gibt inzwischen nur noch ganz wenige OW Titel, die mich noch interessieren.
        Ganz im Gegenteil, der Begriff Open World ist eher zu einem Warnhinweis geworden. Ich weiß nicht, woher irgendwann mal die Erkenntnis bei Entwicklern und Publishern gekommen ist, man müsse ein Spiel nur möglichst umfangreich machen, damit es Spaß macht. Es ist meistens nämlich genau das Gegenteil der Fall.
        Natürlich gibt es Spieler, die kaufen sich nur ein oder zwei Spiele pro Jahr, haben wenig Freizeit und arbeiten sich an diesen Spielen dann ein Jahr lang ab. Ist okay, nur reicht das, um ein Spiel auch erfolgreich zu machen? Hab da meine Zweifel. Das würde vielleicht besser funktionieren, wenn es nur eine Handvoll solcher Spiele gäbe.
        Ja, das Thema Zeit ist entscheidend.
        Egal wieviel Zeit jeder Einzelne zum spielen hat, der Tag insgesamt hat nun mal nur 24 Stunden und für mich stellt es sich sich so dar, dass nicht mein Geld, sondern meine Lebenszeit das Wertvollste ist, was ich zu vergeben habe und wenn ein Spiel das nicht mehr respektiert und mich mit - sorry - bescheuetem Kram zuballert, bis ich nicht mehr aus den Augen schauen kann, dann bin ich raus.
      • Von Daniel Link Redakteur
        Ich muss bei dem Thema ja immer an Dragon Age: Inquisition und die Community denken, die jeden neuen Spieler förmlich anbettelt, so schnell wie möglich die Hinterlande zu verlassen, weil einem sonst brutal langweilig wird.
      • Von sauerlandboy79 Mitglied
        Zitat von TobiasMeyer
        Genau diesen Moment habe ich auch ständig in Open-World-Games. Ich tobe mich in der Welt aus, freue mich über die Erkundungen und dann kommt irgendwann der Moment X: Ich sehe, dass ich kaum etwas geschafft habe in der Welt und dann verliere ich direkt die Lust. Das könnte man sicherlich lösen, indem man hier und da ein bisschen kürzt. Aber dann kann man nicht mehr angeben mit Dingen wie "Die größte Map aller Zeiten"
        Ich finde das Problem mit dem Content- Fatigue hat besonders ab Mitte / Ende der 2010er angefangen sich arg ins Negative zu steigern. Die modernen Open World-Spiele definieren sich nur noch durch Giganto-Größe und oftmals sinnfreiem Füllmaterial.

        Es mag stimmen dass vieles mit AC begann, aber wenn man mal ehrlich ist:
        Verglichen mit den heutigen Titeln Origins, Odyssee, Valhalla, Shadows sind gerade die älteren Spiele fast schon kompakt und grenzen - wenn überhaupt - maximal an der 50 Stunden-Grenze. Was für mich noch vollkommen in Ordnung ist... Aber auf 100+ Stunden hab ich einfach kein Bock, dann fokussier ich mich lieber auf die Main-Quest, nimm unterwegs vielleicht noch was mit und mach dann nen Schlussstrich.

        Heutige Open Worlds schrecken mich tatsächlich vermehrt ab. Ich hab die Angst zu viel anderes in der Games-Landschaft zu verpassen wenn ich Wochen/Monate nur an einem Titel für die 100%-Meisterung sitzen müsste.
      Direkt zum Diskussionsende
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