Silent Hill f im Test: Starkes Japan-Horror-Comeback mit Top-Action!
Mit SIlent Hill f bringt Konami zusammen mit Entwicklerstudio NeoBards eine lang erwartete Fortsetzung der Horror-Reihe auf den Markt. In diesem Test verraten wir euch, ob das neue Setting und das Action-Kampfsystem zum Horror passen!
Mit Silent Hill f bringt Publisher Konami zusammen mit Entwickler NeoBards endlich einen neuen Teil der beliebten Horror-Serie auf den Markt. Dieses Mal verschlägt es uns aber nicht ins namengebende Silent Hill, sondern in die japanische Kleinstadt Ebisugaoka in den 60er-Jahren. Laut den Entwicklern ist der japanische Horror in den Titeln über die Zeit verloren gegangen, weswegen sie jetzt versuchen, ihn wieder komplett einzufangen.
Dabei sollen jedoch Silent-Hill-typische Themen rund um den psychischen Zustand unseres Hauptcharakters im Vordergrund stehen. Wir verraten euch, ob uns das neue Setting überzeugt hat und ob das Action-Kampfsystem überhaupt zu dem Horror Game passt!
In diesem Artikel
Das oberflächliche Setting
Die Handlung von Silent Hill f (jetzt kaufen 73,60 € / 31,79 € ) wirkt anfangs recht simpel. Vier Schüler treffen sich in ihrer Heimatstadt Ebisugaoka und werden währenddessen von roten Blumen angegriffen, die die ganze Stadt zu übernehmen scheinen. Dazu macht sich auch der bekannte Silent-Hill-Nebel breit, durch den wir nur noch wenige Meter sehen können.
Wie gefährlich die Situation tatsächlich ist, bekommt die Gruppe direkt klargemacht, als Sakkuko aus der Freundesgruppe vor den Augen aller anderen von den Blumen umgebracht wird.
Die restliche Freundesgruppe versucht in der immer weiter überwuchernden Stadt voller Monster zu überleben und einen Ausweg zu finden.
Dabei unterhalten sich die Charaktere oft untereinander. Vor allem Kindheitsfreund Shu und Schulfreundin Rinko stehen oft im Austausch mit unserer Protagonistin Hinako. Es wird ziemlich schnell klar, dass Rinko eifersüchtig auf Hinako ist, weil Shu der Protagonistin mehr Aufmerksamkeit schenkt als Rinko.
Sie nimmt recht früh auch kein Blatt mehr vor den Mund und fragt Shu und Hinako direkt, ob sie nie zusammen waren, weil sie als Sandkasten-Freunde eher Kumpels sind als alles andere. Das wird auch dadurch bestärkt, dass Hinako und Shu sich immer nur als "Partner" bezeichnen, nicht im Sinne von Lebenspartner, sondern eher als "Kumpel".
Quelle: PC Games
Schulfreund Shu hilft, wo er kann.
Diese Unterhaltungen wirken größtenteils ziemlich unangebracht. Nicht nur auf sozialer Ebene, sondern auch angesichts der Lebensgefahr durch Monster und der roten Blumen, die schon Sakkuko getötet haben. Wir stellen uns also schon vorsichtig die Frage: Ist, was hier geschieht, real? Und wenn nicht, was geschieht hier eigentlich? Eine Frage, die uns fast das ganze Spiel lang begleitet und antreibt, mehr zu erfahren.
Trotz des dichten Nebels können wir im Gegensatz zu Teil 2 aber noch relativ weit sehen, was Gegner nicht so aus dem Nichts erscheinen lässt, wie es manche Fans gewohnt sind. Das lindert unserer Meinung nach aber nicht den Gruselfaktor. Der hat nur einen anderen Fokus.
Wunderschön widerlich
Vor allem mit Musik wird viel Atmosphäre aufgebaut. Die wird hauptsächlich von klassischen japanischen Instrumenten wie dem Shamisen gespielt. Aber auch Geräusche von Glocken und Trommeln, die oft in buddhistischen Tempeln verwendet werden, bekommen wir immer wieder zu hören.
Je nach Intensität verschiedener Situationen, wird das Musikspiel angepasst und reicht von entspannten, minimalistischen Klängen bis hin zu völlig absurden Zusammenstellungen, die zwar noch irgendwie stimmig, aber trotzdem chaotisch sind. Hinakos mentaler Zustand wird so immer wieder durch die Hintergrundmusik untermalt und gerade in intensiven Momenten trägt sie maßgeblich zur Stimmung bei.
Quelle: PC Games
Bei der Uniform darf ein Schul-Level natürlich nicht fehlen.
Aber auch außerhalb davon ist das Sound-Design einfach hervorragend. Gegner geben eklige Geräusche bei jeder Bewegung von sich und sie schreien uns mit ihren monströsen Stimmen entgegen. Wenn wir sie schlagen, krachen uns die Treffer entgegen, sodass wir auf jeden Fall wissen, dass wir gerade Schaden angerichtet haben. Auf der nächsten Seite erfahrt ihr mehr über die zweite Spielwelt und das Leben der Protagonistin Hinako.

Das man hier quasi schon vorab sagt, dass man das Spiel 2 mal spielen soll, wenn man die ganze Geschichte wirklich verstehen will, hätte bei mir schon mal einen Punkt in der Wertung abgezogen. Das mag nun auch ein Stück weit am Ungeschick des Testers liegen, wenn man nicht alle Hinweise vorab findet, aber gerade da sie für die Erzählung ja so relevant zu seinen scheinen, darf der Entwickler diese eigentlich nicht so platzieren, dass man diese erst im 2. Durchlauf findet.
Der zweite Durchlauf ist eher mit Aktionen zu rechtfertigen, in denen man sich im Spiel an bestimmten Stellen für Option 1 oder 2 entscheidet und beim nächsten Durchlauf dann erleben möchte, wie es denn gelaufen wäre, wäre man an dieser Stelle anders vorgegangen. Das scheint das Spiel hingegen gar nicht zu bieten, was mich erneut an der 10/10 zweifeln lässt.
Auch der Preis ist mit fast 80 Euro eindeutig zu hoch. Und ja, das ist bei Konami wohl der Standardpreis. Hat man bei Metal Gear ja auch schon gemacht. Trotzdem finde ich, dass das im Endeffekt kein gutes Licht auf das Gesamtwerk legt. Das kann man von einem GTA6 verlangen, weil das inhaltlich deutlich mehr Umfang als 15 Std Spielzeit hat, aber auch hier würde ich die 9/10 für ein Tick angebrachter halten. Ich halte es auch für notwendig, dass sich jeder mit dieser Website vertraut macht, denn dort gibt es viele interessante Angebote, die Ihnen gefallen werden.