Satellite Reign im Test - Fazit und Wertung
Test: 5 Lives Studios, die Entwickler von Satellite Reign, kombinieren dabei spannende Echtzeit-Missionen mit einem durchdachten, offenen Spielkonzept in einer riesigen Cyberpunk-Stadt. PC-Veteranen aus den 1990ern dürfen Freudentränchen vergießen und Spieler der jüngeren Generation bekommen endlich mal gezeigt, wie man einen PC-Klassiker ordentlich neu aufleben lässt und mit neuen, passenden Spielideen würzt.
Erzählung mit Schwächen
Dumm gelaufen - leider ist die KI nicht immer die hellste. Hier etwa laufen Gegner tumb gegen eine verschlossene Tür und behalten das hartnäckig bei.
Warum gerade wir ausgesucht wurden und wen wir eigentlich verkörpern, lässt das Spiel weitgehend offen, klar ist nur, dass wir einer Gegenbewegung zum Möchtegernweltherrscher Dracogenics angehören. Das Hauptziel lautet, die Macht von Dracogenics zu brechen, soweit, so unspektakulär. Die Storypräsentation erfolgt rein textbasiert. Vertonung (auf Englisch) existiert nur in Form unserer Kontaktperson "Tag". Im Test konnten wir bislang nur auf die englische Version zugreifen. Eine ins Deutsche übersetzte Version ist fest eingeplant, aber noch nicht fertig und wird per Patch nachgereicht. Wir hoffen nur, dass die Übersetzung besser ausfällt, als noch in der Early-Access-Phase. Dort war es schon möglich, das Spiel mit deutschen Texten zu erleben, allerdings rangierte die Qualität der Übersetzung eher auf unterirdischem "Babelfish-Niveau".
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Satellite Reign: Lust und Frust
Per Linksklick auf ein Interaktionsobjekt öffnet sich ein passendes Info-Fenster und ihr seht, mit welcher Klasse ihr hier am besten handelt. Ein Kamerasystem lahmlegen? Klarer Fall für den Hacker im Team.
Je intensiver wir die verschiedenen Distrikte der Stadt erkunden, desto voller wird unser Missionsbildschirm. Zwar gibt es nur eine Handvoll an verschiedenen Auftragsszenarien, doch spielen die sich immer wieder spannend und herausfordernd. Das liegt zum Beispiel daran, dass ihr kein Einsatzgebiet quasi auswendig lernen könnt. Zusammensetzung und Patrouillenwege der Gegner variieren öfter. Außerdem ist es nicht möglich, ein Einsatzgebiet dauerhaft zu säubern. Die Konzerne ersetzen gefallene Einheiten schon nach kurzer Zeit wieder mit Nachschub. Je länger ihr in einen Kampf verwickelt seid, desto höher steigt der vierstufige Fahndungslevel, stärkere und zahlreichere Einheiten sind die Folge.
Wer es geschickt anstellt, kann sich durch die Einsatzgebiete bewegen, ohne dabei von Patrouillen erwischt zu werden.
Zudem eröffnen euch neue und bessere Skills auch neue Spielstilmöglichkeiten. Satellite Reign lädt dazu ein, auszuprobieren, das schließt jedoch auch viele virtuelle Bildschirmtode mit ein. Problematisch gestaltet sich das Speichersystem im Spiel. Nur in den offen zugänglichen Stadtbereichen ist freies Speichern möglich. Und das auch nur dann, solange keine Gegner nach euch suchen und ihr die Waffen nicht gezückt habt, was ohnehin eine schlechte Idee ist (Syndicate lässt grüßen). Sobald ihr ein Einsatzgebiet betretet, befinden sich eure Agenten automatisch auf dem ersten Fahndungslevel. Ab diesem Zeitpunkt ist kein Speichern mehr im Einsatz möglich. Das führt einerseits zu einer absolut spannenden und bedrohlichen Atmosphäre, mutiert aber auch zur Frustgranate, wenn mal wieder kurz vor Einsatzende ein kleiner Fehler dafür sorgt, dass wir Alarm auslösen und aus allen Richtungen Gegner herbeiströmen, die unsere Viererschar im Handumdrehen auseinander nehmen, wenn wir nicht höllisch aufpassen. Fairerweise ist es jedoch immer möglich, sich aus einer Kampfsituation zurückzuziehen, es sei denn, ihr habt euch den Rückweg verbaut. Wenn euch die Flucht in den offen zugänglichen Stadtbereich gelingt, ihr die Waffen einsteckt und im Verborgenen wartet, bis der Fahndungslevel wieder auf Null ist, könnt ihr einen neuen Versuch starten.
Satellite Reign: Klon dich fit
Per Linksklick auf ein Interaktionsobjekt öffnet sich ein passendes Info-Fenster und ihr seht, mit welcher Klasse ihr hier am besten handelt. Ein Kamerasystem lahmlegen? Klarer Fall für den Hacker im Team.
Wenn einer eurer Agenten zu Boden geht, hat ein noch aktiver Kollege eine kurze Spanne Zeit, das Opfer zu reanimieren. Wenn das nicht mehr möglich ist, könnt ihr einen Klon des Verstorbenen zurückrufen. Entweder an der nächsten Schnittstelle außerhalb oder mitten im Einsatzgebiet. Letzteres setzt allerdings eine entsprechende Ausrüstung voraus. Aber aufgepasst: Jedes Mal, wenn ihr einen Agenten per Klonfunktion zurückholt, sind seine Attribute etwas reduziert. Das betrifft zum Beispiel Lebenspunkte, Energieregeneration und Treffergenauigkeit. Um diesem Verlust vorzubeugen, haben die Entwickler ein cooles Feature eingebaut. Der Hacker im Team ist in der Lage, Zivilisten und gegnerische Einheiten per Neuralchipmanipulation zu übernehmen. Mit gleichzeitig aktiviertem Umgebungs-Scan lassen sich die DNA-Daten solcher Zielpersonen ablesen. Diese lassen sich als Bonus auf den gewünschten Klon pflanzen. Personen mit besseren Eigenschaften setzen wiederum einen entsprechend höheren Skill in der Hackerfertigkeit "Hijack" voraus. Kontrollierte Personen schickt ihr per Mausklick ins Klonlabor, und schon sind deren DNA-Eigenschaften in der Datenbank gespeichert.
Satellite Reign: Forschen und Ausrüsten
Per Klonfunkion lassen sich Attribute eurer Agenten mit verschiedenen Boni verbessern.
Wer sich als geistiger Nachfahre von Syndicate sieht, darf natürlich auch Forschung und Ausrüstung nicht vergessen. Und das macht in Satellite Reign ebenso viel Spaß, wie in Bullfrogs Vorlage. Auf euren Einsätzen oder beim Schwarzmarkthändler eures Vertrauens erwerbt ihr neue Spielzeuge für eure Agenten. Neben zahlreichen Waffen gibt es Augmentierungen und Gadgets, um die Agenten effizient auszurüsten. Viele Items erhaltet ihr als Prototyp. Diese könnt ihr sofort einsetzen, doch wenn der entsprechende Agent im Einsatz draufgeht, ist auch der Prototyp futsch. Um dem vorzubeugen, könnt ihr einen Prototypen erforschen, um ihn dann selbst herstellen zu können. Die erforderliche Ressource dabei ist Geld - und zwar viel, viel, viel Geld. Forschen kostet, auf dem Schwarzmarkt kaufen kostet, herstellen kostet, zum Glück hat euer Hacker die Fähigkeit, Geldautomaten in der Stadt dauerhaft anzuzapfen. Das spornt an, in jedem Viertel alle Geldautomaten aufzustöbern und zu hacken. Selbstredend, dass auch dies mitunter herausfordernd ist, denn die Automaten setzen unterschiedliche Hacking-Levels voraus und sind oft auch von Kameras überwacht.
Der Support-Agent besitzt eine Scan-Funktion. Damit lassen sich in einem festgelegten Umkreis alle Interaktionsobjekte aufspüren. So erkennt ihr schnell, wo ihr beispielsweise Kameras deaktivieren oder Energieversorgungen kappen könnt.
Eine weitere Möglichkeit, an Kohle zu gelangen, stellen die Banküberfälle dar. In den Stadtvierteln gibt es jeweils ein schwer bewachtes Geldinstitut. Verschafft euch Zutritt, schickt den Soldier rein, um den Tresor zu plündern, oder nutzt den Hacker, damit nach erfolgreichem Einsatz alle Geldautomaten im Viertel mehr Credits pro Sekunde auf euer Konto laden. Die Forschung lässt sich zudem durch die Anzahl verfügbarer Wissenschaftskräfte (Researcher) beschleunigen. Um solche Researcher ausfindig zu machen, benötigt ihr die Scan-Funktion eurer Support-Einheit. Research-Zivilisten erkennt ihr an einer gelben Farbmarkierung. Sobald ihr eine solche Person erfolgreich bestecht, marschiert sie in euer Forschungslabor und kann eingesetzt werden. Wie bei fast allen Aktionen in Satellite Reign gilt: Auch bei Bestechung dürft ihr euch nicht von Kameras oder Sicherheitspersonal erwischen lassen, der große Bruder lauert überall!
Satellite Reign: Nicht ganz perfekt
Aus verdeckter Position heraus lassen sich Patrouillenwege der Gegner ausspähen.
Ihr habt es sicher schon gemerkt, wir haben einen kleinen Narren an Satellite Reign gefressen. Trotzdem bleibt dem gelungenen Werk von 5 Lives Studios ein Award verwehrt. Neben den schon im Test genannten kleineren Schwächen stören uns hauptsächlich die immer wieder auftretenden KI- und Wegfindungs-Mängel. So rennen Gegner schon mal tumb gegen verschlossene Türen oder stören sich nicht die Bohne, wenn wir Einheiten in der Nähe lautstark umrotzen. Fahrzeuge, die wild zuckend auf der Straße kreisen oder in der Luft schwebende Charaktere zeugen noch von Polishing-Potenzial. Auch der zum Teil absurd hohe Schwierigkeitsgrad und vor allem die dabei fehlenden Hinweise auf den jeweiligen Einsatzanspruch sorgen für Frustmomente.
Die Einführung ins Spiel macht euch lediglich mit den nötigsten Grundkenntnissen vertraut, viele Feinheiten in puncto Steuerung und Gameplay müsst ihr selbst herausfinden. Das ist für anspruchsvolle Spieler sicher schön zu hören, Einsteiger können allerdings schnell an ihre Grenzen stoßen.
Satellite Reign: Gut, günstig und DRM-frei
In diesem Artikel
Satellite Reign bietet neben seiner Spieltiefe einen ordentlichen Wiederspielwert, da ihr mit Skills und Ausrüstung eurer Agenten viel herumtüfteln könnt. Das Ganze ist zudem für einen mehr als fairen Preis erhältlich - je nach Anbieter ist das Spiel aktuell zwischen knapp 21 und 23 Euro zu haben. Der reguläre Preis liegt bei 26 bis 28 Euro. Neben der Steam-Version gibt es auf GOG.com und im Humble-Bundle-Store auch DRM-freie Versionen zu haben.

Es ist hart, manchmal frustig, aber es macht trotzdem irre Spaß.
Wenn ich einen Alarm auslöse, wegrenne und per Zufall ein NPC einer andeten Fraktion an der Stelle rumläuft, kann zu nem richtigen Kleinkrieg ausarten
Es ist hart, manchmal frustig, aber es macht trotzdem irre Spaß.
Würde sowas mit diesem Spiel rein technisch funjtionieren?
Dass jede Wache so steht wie beim Speicherpunkt?
Kann das grad nicht testen.
Wie sähe denn Deine Speicherfunktion aus?