Grafik von Return to Monkey Island:Vergiftete Debatte - Seite 2

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Kolumne Antonia Dreßler - Autorin Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 24,50 €
Grafik von Return to Monkey Island:Vergiftete Debatte - Seite 2
Quelle: Terrible Toybox

In ihrer Kolumne redet Toni darüber, wie die Debatte um Return to Monkey Island eigentlich geführt werden sollte und warum Spiele nicht wie früher sind.

Am Ende entscheidet der Hersteller bzw. der Schöpfer, ob sein Werk als Serviceleistung gedacht ist, oder ob er auf andere Weise wertgeschätzt sehen will. Das alleine macht den Unterschied aus, inwiefern man als Endverbraucher ein Mitspracherecht eingeräumt bekommt. Kurzum: Wenn Gilbert ein Spiel nach seiner Vision entwirft, haben Fans seiner früheren Schaffenshöhe absolut kein Recht auf Mitsprache. Sicherlich, Kritik darf vorgebracht werden, aber sie muss konstruktiv sein. "Gefällt mir nicht, mach das anders, du Depp!" ist davon aber weit entfernt.

Dazu kommt, dass ein Spiel so viel mehr ist als bloß sein Grafikstil. Gerade die Monkey-Island-Titel leben von ihrem Witz und Charme. Einen Aspekt eines Spiels mit Hass niederzumachen, ohne es überhaupt gespielt zu haben, ist voreilig und schadet gerade im Bereich kleiner Spiele ungemein. Der Wunsch nach weniger Massenware ist im Gamingbereich ja durchaus präsent und gerade mit Blick auf die unzähligen Schema-F-Spiele von der stande sehnt man sich nach den Zeiten, als Entwickler ihre Persönlichkeiten und Visionen in Spielen umsetzen durften.

Kritische Auswirkungen

Das ist heute abseits von Indie-Spielen leider sehr selten geworden, umso niederschmetternder ist es, wenn Menschen wie Ron Gilbert sich solchen Widerständen ausgesetzt sehen müssen. Die Folge daraus ist im schlimmsten Falle, dass vielversprechende Projekte nie mehr kreative Risiken eingehen, weil man Angst vor negativem Feedback hat. Und dass Indie-Entwickler nicht mehr um ihre Visionen kämpfen, weil sie ihre Werke nicht mit Füßen getreten sehen wollen. Eine Meinung lässt sich natürlich nicht verbieten, ich meine nur: Bevor man mit einer geladenen Waffe schießt, sollte man vorher aufpassen, dass nicht das eigene Knie im Weg ist.

Fortnite verändert sich ständig und dabei wird das Feedback der Spieler immer einbezogen, als großes Studio versucht Epic Games aber auch weniger einen künstlerischen Mehrwert zu bieten, als vielmehr den Gewinn zu maximieren. Quelle: Epic Games Fortnite verändert sich ständig und dabei wird das Feedback der Spieler immer einbezogen, als großes Studio versucht Epic Games aber auch weniger einen künstlerischen Mehrwert zu bieten, als vielmehr den Gewinn zu maximieren. Aber es gibt auch ein Gegenargument, das auf einer Aussage fußt, die Gilbert bei der Enthüllung des neuen Monkey Island getätigt hat. Er sagte, er wollte den Stil provokativ, schockierend und unerwartet halten. Für manche wohl ein Argument oder vielmehr eine vermeintliche Einladung, provokant mitzudiskutieren.

Allerdings, dass Gilbert mit diesen Worten auch die Fans provozieren wollte, darf bezweifelt werden. Er erwähnte nämlich im gleichen Atemzug, dass sich die Reihe weiterentwickeln müsste und das nun mal hieße, mit Altem zu brechen.

Wie schlimm solche destruktiven Diskussionen sind, zeigt sich auch an vielen Reaktionen aus der Gamingbranche, die wir in unserem Video-Special zur Grafik-Kontroverse aufgezeigt haben. Hier melden sich Entwickler, stehen Gilbert bei und lassen dabei auch durchsickern, wie sehr sie selbst solch negatives Feedback regelmäßig belastet.

Schlussendlich ist die mentale Gesundheit der Entwickler wichtiger als die Befriedung des Hasses vermeintlicher Fans, dass Gilbert nun keine Lust mehr hat, sein Spiel zu zeigen, also sehr verständlich. Viel zu oft vergisst man, dass hinter medialen Produkten wie Büchern, Filmen und auch Videospielen echte Menschen stehen, die sich mit ihrer Leistung und ihren Werken identifizieren und sich durch diese ausdrücken.

Mehr Feedback, weniger Mut

"Früher war alles besser" mag eine Plattitüde sein, aber viele Spieler reiten gerne auf ihr herum und das nicht ganz zu Unrecht. Denn früher war es viel eher möglich, eine außergewöhnliche Idee im Spielemarkt umzusetzen, ohne sich einem sprichwörtlichen Sturm aus Fäkalien entgegenzustellen. Larry Ahern, Produktleiter von Curse of Monkey Island, schreibt, dass er gelähmt gewesen wäre, wäre das Spiel heute erschienen, wo Leute ihr Gift ungefiltert auf den diversen Internet-Kanälen verbreiten.

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Das heißt nicht, dass man den gewählten Stil mögen können muss oder ihn gar toll zu finden hat. Das Problem liegt in der fehlenden Debattenkultur begründet - jeder besitzt im Internet ein Megafon, und zu viele Leute brüllen kreischend hinein, ohne vorher darüber nachzudenken, dass sie auch gehört werden und ihre Worte einen Effekt haben können; nur selten einen positiven.

Zu Anfang habe ich gesagt, über Geschmack lässt sich nicht streiten, aber das stimmt so nicht ganz. Über Geschmack sollte man nicht streiten, denn es gibt keine konstruktive Art, das zu tun. Und wie man so schön sagt: Wenn man nichts Konstruktives zu sagen hat, dann lässt man es vielleicht besser ganz.

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    • Kommentare (213)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Gast1705533002 Mitglied
        Ein toller Artikel, sehr schön geschrieben. Unterschreibe ich direkt so.
        Mir tun die Entwickler wirklich leid, ob es nun Gilbert ist oder neulich Daedalic angesichts von HdR: Gollum.

        Das Problem heutzutage ist, wie du ja auch angesprochen hast, dass jeder ungefiltert seine geistigen Ergüsse ins Internet pumpen kann und das Ganze befeuert durch den Deckmantel der Anonymität. Fies ausgedrückt kann jeder Dorftrottel seinen geistigen Dünnsch*ss verbreiten und das hat man vor dem Internet ja auch stets geflissentlich zu unterbinden gewusst oder zumindest versucht. Diese Problematik betrifft heute all unser Leben, nicht nur Gaming, sondern auch Politik, Corona, die Ukrainekrise und vieles mehr. Verschwörungstheorien hatten noch nie so einen fruchtbaren Nährboden wie heute "dank" des Internets.

        Abseits davon verstehe ich ehrlich gesagt nicht selbsternannte "Fans" aka Hardliner, welche sich scheinbar ein "Return to Monkey Island" in VGA oder besser noch EGA mit exakt denselben Assets wie damals wünschen. Solche Ewiggestrigen tendieren dann leider oftmals auch noch dazu, ihren Unmut auf unterstem Niveau kundzutun.

        Ich respektiere die Entscheidungen der Entwickler und Künstler, denn es ist ihr "Gemälde", ihr Spiel. Ich kann das mögen, muss es aber auch nicht. Deswegen wird sicher trotzdem ein großartiges Monkey Island dabei herauskommen und ich finde den neuen Grafikstil stark, mir gefällt er. Ist definitiv was neues!
      • Von Gast1705533002 Mitglied
        Ein toller Artikel, sehr schön geschrieben. Unterschreibe ich direkt so.
        Mir tun die Entwickler wirklich leid, ob es nun Gilbert ist oder neulich Daedalic angesichts von HdR: Gollum.

        Das Problem heutzutage ist, wie du ja auch angesprochen hast, dass jeder ungefiltert seine geistigen Ergüsse ins Internet pumpen kann und das Ganze befeuert durch den Deckmantel der Anonymität. Fies ausgedrückt kann jeder Dorftrottel seinen geistigen Dünnsch*ss verbreiten und das hat man vor dem Internet ja auch stets geflissentlich zu unterbinden gewusst oder zumindest versucht. Diese Problematik betrifft heute all unser Leben, nicht nur Gaming, sondern auch Politik, Corona, die Ukrainekrise und vieles mehr. Verschwörungstheorien hatten noch nie so einen fruchtbaren Nährboden wie heute "dank" des Internets.

        Abseits davon verstehe ich ehrlich gesagt nicht selbsternannte "Fans" aka Hardliner, welche sich scheinbar ein "Return to Monkey Island" in VGA oder besser noch EGA mit exakt denselben Assets wie damals wünschen. Solche Ewiggestrigen tendieren dann leider oftmals auch noch dazu, ihren Unmut auf unterstem Niveau kundzutun.

        Ich respektiere die Entscheidungen der Entwickler und Künstler, denn es ist ihr "Gemälde", ihr Spiel. Ich kann das mögen, muss es aber auch nicht. Deswegen wird sicher trotzdem ein großartiges Monkey Island dabei herauskommen und ich finde den neuen Grafikstil stark, mir gefällt er. Ist definitiv was neues!
      • Von golani79 Mitglied
        Meanwhile on Melee Island .. :B

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Und davor gab's auch schon nen Tweet .. wäre also nicht so, als dass gar nix mehr kommen würde.
      • Von Gast1730761802 Mitglied
        Zitat von LesterPG
        ... was ich schon wieder nicht so alles gepostet habe wovon ich nichts weiss ??
        Mein Fehler. Da ist beim editieren was schief gelaufen. Sollte natürlich den harden Eber gehen. Hab's berichtigt.
      • Von Gast1661893802 Mitglied
        ... was ich schon wieder nicht so alles gepostet habe wovon ich nichts weiss ??
      • Von Gast1730761802 Mitglied
        Zitat von LesterPG
        Den zusammenhängend unterstrichenen Teil hat er definitiv vollständig erfüllt. ?
        Inwiefern hat Gilbert Regeln und Normen verletzt?

        Zitat von Eberhard
        Äh ... wie wird man denn tatsächlich provoziert?
        Eine Provokation ist immer tatsächlich.
        Und der Provozierte hat immer die Möglichkeit, die Provokation zu ignorieren. Es dürfte ihm nur unterschiedlich schwer fallen.
        Du fühltest dich ja offensichtlich auch dazu provoziert, auf meine "Haarspaltereien" einzugehen. Du hast dich ja sogar einmal drüber aufgeregt. Dahin gehend provoziert hab ich dich jedoch nicht. Wir haben lediglich diskutiert. Denn Hintergrund meiner Aussagen ist nicht die Provokation gewesen, sondern die Aufklärung hinsichtlich der Unterschiede diverser Begriffe und Sachverhalte. ;)

        Zu deiner Reaktion provoziert hätte ich dich, wenn ich dir z.B. folgenden Emoji dazu geschickt hätte:



        Zitat von Eberhard
        Ja.
        Aber hilft uns das hier in irgendeiner Weise weiter?
        Tatsächlich ja. Denn die Schuldfrage, über die hier nun mal auch diskutiert wurde, kann in diesem Fall nur damit beantwortet werden: Schuld sind die, die ausfallend werden und zu solchen Maßnahmen greifen.

        Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Gilbert keinesfalls irgendwas aushalten muss oder gar verantwortlich für solche Reaktion ist. Dass reagiert wird, ist klar. Aber WIE reagiert wird, liegt einzig und allein bei deim Rezipienten.

        Zitat von Eberhard
        Hilft es Gilbert, davon auszugehen, dass jene Leute gewaltige Probleme haben?
        Wie es aussieht, nicht.
        Ob es ihm hilft, will ich auch bezweifeln. Aber es hilft ihm, sich nun komplett wegen solcher Trottel raus zu nehmen.

        Zitat von Eberhard
        Leute aufzuscheuchen, die gewaltige Probleme haben, ist ein Risiko, dass immer besteht, wenn man irgendwo etwas in die Öffentlichkeit gibt. Und ja, damit muss man rechnen.
        Das ist richtig. Aber man muss es nicht aushalten. Man kann darauf individuell reagieren, solange man selbst auch vernünftig dabei bleibt. Man kann und sollte sowas kritisieren. Immer.

        Zitat von Eberhard
        Man kann nicht davon ausgehen, dass alle "da draußen" friedlich und zivilisiert mit einem umgehen.
        Man sollte das aber erwarten können. Denn das Internet ist kein rechtsfreier Raum und es gibt grundlegende Regeln der sozialen Interaktion, wie etwa Anstand und Höflichkeit, an die sich jeder zu halten hat. Und wie ich bereits sagte, sind viele solcher Äußerungen durchaus strafrechtlich relevant.

        Niemals sollte man die Erwartung an grundlegende(!) und einfachste Anstandsregeln runterschrauben.

        Zitat von Eberhard
        Man kann dann daraufhin entscheiden, dass man lieber gar nichts mehr an die Öffentlichkeit gibt, aber dann ist man halt in den Augen etlicher, völlig höflicher Fans ein Ar**ch.
        Wer das Mindset vertritt, dass Gilbert deswegen nun ein Arsch wäre, kann im Grunde kein besonders höflicher und anständiger Mensch sein. Es gibt aber auch noch die - und ich möchte mal behaupten, dass diese noch die Mehrheit darstellen (ja, das ist naiv, ich weiß) - die Verständnis für seine Reaktion aufbringen oder denen es einfach egal ist.

        Zitat von Eberhard
        Und das ist mein letztes Wort in dieser Sache.
        Wetten nicht?
      Direkt zum Diskussionsende
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