Die Geschichte der Rollenspiele: Das 21. Jahrhundert

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Mehr als 25 Jahre hat das Genre der Computer-Rollenspiele schon auf dem Buckel. Wir beleuchten seine Meilensteine anhand wichtiger Spiele.

Neverwinter Nights, 2002 Quelle: PC Games Neverwinter Nights, 2002 Den nächsten Meilenstein in der Geschichte des Genres legte Bioware mit Neverwinter Nights (2002). Als erstes Computer-Rollenspiel seiner Art basierte Neverwinter Nights auf der dritten Edition des Dungeons & Dragons-Regelwerkes, war vollkommen dreidimensional dargestellt und gab dem Spieler die Möglichkeit, die Kamera in der isometrischen Perspektive frei zu justieren. Auf die Ego-Ansicht setzte derweil The Elder Scrolls 3: Morrowind von Bethesda Softworks, welches bis dato den Höhepunkt der Serie darstellte. Beide Spiele waren aufgrund moderner Technik und sehr gutem Gameplay von großem Erfolg geprägt.

Noch im selben Jahr versuchte sich Blizzard Entertainment mit Warcraft 3: Reign of Chaos an einem interessanten Genre-Mix und kombinierte Echtzeit-Strategie mit Rollenspiel. Das Spiel legte einen starken Fokus auf Helden, die rollenspiel-typisch mit verschiedenen Gegenständen ausgerüstet werden konnten, Erfahrungspunkte sammelten und diverse Spezialfähigkeiten erlernten. Die Mixtur ging auf: Warcraft 3 wurde sowohl von Spielern als auch der Fachpresse gleichermaßen positiv aufgenommen.

Mit Star Wars: Knights of the Old Republic (zum KotoR-Test) veröffentlichte Bioware 2003 das erste Rollenspiel, basierend auf dem D20-Spielsystem des Dungeons & Dragons-Universum (D20 wurde nach dem im Spiel zum Einsatz kommenden 20-seitigen Würfel benannt, Wizardy of the Coast publizierte das Regelwerk im Jahr 2000). Hinzu mixten die kanadischen Entwickler eine der populärsten Marken überhaupt, Star Wars, die zwar schon seit 1977 Bestand hatte, aber noch nie als Setting eines Rollenspiels diente.

The Fall, 2004 Quelle: PC Games The Fall, 2004 Mit The Fall erschien 2004 ein ungewöhnliches Computer-Rollenspiel. Ungewöhnlich deshalb, weil es sich zum einen dem postapokalyptischen Setting von Fallout annäherte, zum anderen, weil unzählige Eastereggs und Seitenhiebe im Spiel versteckt waren. Waterworld, Zurück in die Zukunft und viele andere Bücher und Filme ziehte das Spiel durch den Kakao. Ebenfalls äußerst ordinär war die quantitativ beeindruckende Sprachausgabe, die durch die nötige Kompression allerdings an Qualität einbüßte. Die Verkaufsversion von The Fall war von unzähligen Bugs heimgesucht, weshalb Entwickler Silver Style eine Extended-Version nachreichte.

2005 erschien der offizielle Nachfolger zu Star Wars: Knights of the Old Republic. KotOR 2 wurde allerdings nicht von Bioware, sondern auf deren Empfehlung von Obsidian Entertainment entwickelt. Die führenden Köpfe von Obsidian, Chris Avellone, Chris Jones, Chris Parker und Darren Monahan, waren alle frühere Mitarbeiter der Black Isle Studios und mitverantwortlich für Fallout und Planescape: Torment. Da verwundert es nicht, dass sich einige Features dieser Spiele auch in KotOR 2 - The Sith Lords wiederfinden. So beeinflusst zum Beispiel das Verhalten und die Dialogführen des Charakters die Gesinnung der Nichtspieler-Charaktere ihm gegenüber, ähnlich Fallout 2.

Ein Jahr später stürmten zwei sehnlichst erwartete Nachfolger die Händlerregale: The Elder Scrolls 4: Oblivion und Neverwinter Nights 2. Während letzteres weiterhin auf der Dungeons & Dragons-Lizenz basierte, setzte Bethesda Softworks bei Oblivion abermals (kein TES-Spiel hatte einen Pen-& Paper-Hintergrund) auf kreative Eigenleistung. In technischer Hinsicht war das Rollenspiel ein Meilenstein: Wunderschöne Grafik, hohe Gegner-KI und die ausgereift Physik (dank Havok-Physik-Engine) legten neue Maßstäbe im Genre. Neverwinter Nights 2 lag derweil eine verbesserte Version der Aurora-Engine mit dem Namen Electron zu Grunde. Spielerisch orientierte sich NWN2 stark an Baldur's Gate 2 und KotOR 2, das ebenfalls von Obsidian entwickelt wurde: Zum einen führten die Begleiter der Hauptfigur selbstständig Dialoge, zum anderen reagierten Umwelt und Nichtspieler-Charaktere auf die Verhaltensweisen des Spielers.

Gothic 3, 2006 Quelle: PC Games Gothic 3, 2006 Nicht zu vergessen: Gothic 3 erschien ebenfalls im Jahr 2006. Entwickler Piranha Bytes blieb der Serie treu und integrierte alle bekannten Features der ersten beiden Teile (Gothic, 2001; Gothic 2, 2002) auch im dritten Ableger. Das Besondere der Serie war seit jeher der abrupte Einstieg, der rollenspiel-untypisch ohne die Erstellung eines Charakters (auch Avatar genannt) beginnt. Außerdem war auch die weitreichende Interaktion mit der Umgebung wieder Bestandteil des Spiels: Aktionen, wie zum Beispiel Grillspieße drehen, einen Schleifstein benutzen oder die Nichtspieler-Charaktere in Multiple-Choice-Dialogen manipulieren, etablierten sich fest im Gothic-Universum.

Mit The Witcher wagte sich der polnische Entwickler CD Project 2007 an sein erstes Computerspiel. Für die Bewegungsabläufe des Protagonisten und einiger Nichtspieler-Charaktere setzten die Entwickler auf das Motion-Capturing Verfahren, dass nur in sehr wenigen Rollenspielen zum Einsatz kam. Größte Neuerung des Spiels ist das innovative Kampfsystem: Wer sich in ein Scharmützel begibt, hat die Wahl zwischen drei Kampfstilen, dem starken, dem schnellen und dem Gruppenstil. Alle drei eignen sich unterschiedlich gut für die verschiedenen Gegnertypen des Spiels. Durch gut getimte Mausklicks veranlassen Sie außerdem kritische Kombo-Attacken. Das Setting von The Witcher ist ein düsteres, erwachsenes, von Gewalt und Sex geprägtes - kein Wunder, dass die USK dem Spiel die Jugendfreigabe verwehrte. In technischer Hinsicht ist folgendes zu Protokoll zu geben: CD Projekt entwickelte für The Witcher keinen eigenen Grafikmotor, sondern lizenzierte und modifizierte die Aurora-Engine von Bioware.

Meilensteine im 21. Jahrhundert im Überblick

- Komplette 3D-Darstellung und frei justierbare Kamera
- Verschmelzung verschiedener Genres
- Star Wars als Setting für Rollenspiele
- Easter Eggs und humoristische Anspielungen
- Integration von Havok-Physik-Engine
- Einsatz von Motion-Capturing

Bildergalerie: Das Genre der Rollenspiele im Wandel der Zeit

Bildergalerie

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  1. Seite 1 Die Geschichte der Rollenspiele: Die 1970er-Jahre
  2. Seite 2 Die Geschichte der Rollenspiele: Die 1980er-Jahre
  3. Seite 3 Die Geschichte der Rollenspiele: 1990 bis 1995
  4. Seite 4 Die Geschichte der Rollenspiele: 1996 bis 2000
  5. Seite 5 Die Geschichte der Rollenspiele: Das 21. Jahrhundert
    • Kommentare (12)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von MrBigX Spiele-Enthusiast/in
        AW:

        Zitat von Enisra
        Ich mein Viele RTS haben ja jetzt einen Helden, der an Erfahrung gewinnt und den man mit Ausrüstung bedenken kann und wenn WC3 das erste war, dann muss WC3 eben auch in die Liste
        Viele? Ich kenn ... 3? WC3, Spellforce und Spellforce 2. Was gibts da sonst noch?
      • Von MrBigX Spiele-Enthusiast/in
        AW:

        Zitat von Enisra
        Ich mein Viele RTS haben ja jetzt einen Helden, der an Erfahrung gewinnt und den man mit Ausrüstung bedenken kann und wenn WC3 das erste war, dann muss WC3 eben auch in die Liste
        Viele? Ich kenn ... 3? WC3, Spellforce und Spellforce 2. Was gibts da sonst noch?
      • Von nikiburstr8x Mitglied
        Zitat von Ketchup33
        Hmmm, darüber denke ich anders. Im Vergleich zu BG/BG2 spielte sich PS:T durch die imensen Textmengen wesentlich lahmer. Meine Meinung!
        Natürlich sind die Textmengen enorm, wenn du aber die Kämpfe gesondert betrachtest, liefen die recht flott ab. So war das gemeint. :)

        Zitat von Ketchup33
        IWD/IWD2 waren da schon wesentlich mehr Richtung Action-Rollenspiel ausgelegt.

        Das "Hack 'n Slay" der Infinity-Engine-Games. 
      • Von Ketchup33 Hobby-Spieler/in
        Zitat von nikiburstr8x
        Zitat von "Ketchup33, post: 8467233, member: 837225"
        Zitat:" ............. 1999/2000, erschien mit Planescape: Torment ebenfalls
        ein Action-Rollenspiel .................
        Vergleich zu anderen Genre-Vertretern setzt Planescape: Torment mehr
        auf Handlung und Dialoge als auf Kämpfe
        . ....."


        LOL! Ich denke, wir sollten erstmal über grundsätzliche Definitionen reden, bevor wir die Meilensteine der Rollenspiele ausgraben.
        Also ne richtige Taktik um die Gegner zu plätten hat's imho nicht gebraucht. Das war schon ziemlich actionorientiert. Im Vergleich zur Baldur's Gate-Reihe spielte sich PS:T flotter, wie ich denke. :]

        Hmmm, darüber denke ich anders. Im Vergleich zu BG/BG2 spielte sich PS:T durch die imensen Textmengen wesentlich lahmer. Meine Meinung! IWD/IWD2 waren da schon wesentlich mehr Richtung Action-Rollenspiel ausgelegt.
      • Von nikiburstr8x Mitglied
        Zitat von Ketchup33
        Zitat:" ............. 1999/2000, erschien mit Planescape: Torment ebenfalls
        ein Action-Rollenspiel .................
        Vergleich zu anderen Genre-Vertretern setzt Planescape: Torment mehr
        auf Handlung und Dialoge als auf Kämpfe
        . ....."


        LOL! Ich denke, wir sollten erstmal über grundsätzliche Definitionen reden, bevor wir die Meilensteine der Rollenspiele ausgraben.
        Also ne richtige Taktik um die Gegner zu plätten hat's imho nicht gebraucht. Das war schon ziemlich actionorientiert. Im Vergleich zur Baldur's Gate-Reihe spielte sich PS:T flotter, wie ich denke. :]
      • Von Enisra Mitglied
        AW:

        Zitat von Goldbaersche
        Zitat von "DrHasenbein, post: 8467278, member: 834582"
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        hm ja
        die Übliche WoW-Paranoidität
        und naja
        WC3 ist zwar ein Strategiespiel, aber das hat wirklich seine Berechtigung deswegen, weil es eben nicht nur ein RTS sondern viel mehr schon ein Anfang eines Crossovers
        Und wenn nicht WC3 dann hätte auf jedenfall dann Spellforce rein gemusst

        Ich mein Viele RTS haben ja jetzt einen Helden, der an Erfahrung gewinnt und den man mit Ausrüstung bedenken kann und wenn WC3 das erste war, dann muss WC3 eben auch in die Liste
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