Resident Evil - Code: Veronica Retro: Die Entwicklung hin zum Klassiker
Zwischen Ports und Spin-offs: Code: Veronicas Kultstatus, Release- und Entwicklungsumstände und warum das Spiel nie eine Nummer trug.
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Ports, Hauptteile und Spin-offs
So, fassen wir mal kurz zusammen: Resident Evil - CODE: Veronica erschien 2000 und sahnte reihenweise 80er- und 90er-Wertungen ab. Die Technik hat beeindruckt, das Gameplay war traditionell und trotzdem weiterentwickelt, und die Figuren blieben bis heute im Gedächtnis - im Guten wie im Schlechten.
Außerdem hat der Teil die Geschichte von Claire und Chris weitererzählt, zum ersten Mal die Lore wirklich ausgebaut und mit Wesker den Hauptbösewicht für mehrere Jahre eingesetzt. Wir haben ihn für diesen Artikel extra noch mal gezockt und können sagen, dass er trotz ein paar Abstrichen nach wie vor einer der besten OG-Resident-Evils ist. Wie kommt es also, dass ihn so wenige Leute kennen und viele ihn sogar für "irgend so ein Spin-off" halten?
Quelle: Archipel
In einem Archipel-Interview erzählt Mikami, was er über CODE: Veronica und Nemesis denkt. Dass Ersteres ursprünglich mal Teil 3 werden sollte, stimmt allerdings nicht.
Um die Gründe dafür zu verstehen, müssen wir uns die Umstände anschauen, unter denen das Spiel entwickelt und veröffentlicht wurde. Angefangen hat das Ganze nämlich mit einem geplanten Resi-2-Port für den SEGA Saturn. Allerdings wurde bald klar, dass das wegen der schwachen Hardware nur mit enormen technischen Einbußen möglich wäre.
Da SEGA aber nicht leer ausgehen sollte, entstand als Ausgleich ein vollwertiges Resident Evil, damals noch exklusiv für den Dreamcast. Und zum Team hieß es laut Mikami von Capcom sinngemäß: "Wenn wir schon länger warten müssen, dann soll's aber auch richtig geil werden."
Warum denn nun keine "3"?
Bleibt noch die Frage nach dem Beinamen. Dazu kursieren alle möglichen Aussagen und Theorien. Aber sicher ist im Grunde nur eines: Yoshiki Okamoto, Projekt-Supervisor bei Capcom, hat in mehreren Interviews erklärt, dass man einfach den PlayStation-Ablegern Nummern und allen anderen Namen gab.
Eine Aussage darüber, ob ein Spiel zum Kanon gehört, wäre das also nicht. Und Mikamis oft zitierte Aussage, dass CODE: Veronica die "3" mehr verdient hätte als Nemesis, ist einfach sein Take zur Qualität der beiden Spiele.
Es gibt übrigens noch ein kleines Indiz für die Rolle des Dreamcast-Teils: Als Capcom die wichtigsten Serienteile später auf dem Nintendo GameCube gebündelt hat, gehörten dazu Resident Evil Zero bis 4 und eben auch CODE: Veronica. Aber dass es seine Nummer wegen irgendeinem Sony-Deal abgeben musste, dazu konnten wir zumindest nichts Offizielles finden. Es gibt allerdings einen spannenden Artikel, der genau dieses Thema etwas näher beleuchtet.
Viele Eisen im Feuer
Quelle: Capcom
In einer frühen Konzeptionsphase von Resi 3 sollte HUNK mit dem G-Virus fliehen und auf einem Kreuzfahrtschiff gegen Pflanzenmonster kämpfen.
Warum es trotz allem so viel Verwirrung um den Namen gibt, könnte unter anderem daran liegen, dass Capcom Ende der 90er noch drei weitere Serienableger in der Mache hatte: Zero, ein kleines Spin-off um ein paar Raccoon-City-Überlebende und ein Projekt unter Hideki Kamiya, das ursprünglich als nächster großer Hauptteil geplant war.
Bei dem wird's eigentlich erst richtig verrückt - Stichwort Pflanzenmonster. Weil das aber zu weit vom Thema wegführt, machen wir's noch mal kurz: Nach der PS2-Ankündigung musste Capcom umplanen und erweiterte das Spin-off zu Resident Evil 3: Nemesis beziehungsweise Last Escape in Japan.
Kamiyas Projekt wurde wiederum umorganisiert, hatte zwischendurch mal eine 4 im Namen, und endete später - wie einige von euch bei dem Namen vielleicht schon erraten haben - im ersten Devil May Cry.
Die Indizierungsironie
Und CODE: Veronica? Tja, das erschien im Februar 2000 in Japan und Ende Mai auch bei uns. Wie bereits erwähnt, erst mal nur auf dem Dreamcast. Der hatte in Deutschland aber sowieso schon nicht die größte Spielerschaft.
Und wenn der Titel dann noch plötzlich aus den Regalen verschwindet, könnte das - zumindest hierzulande - natürlich zusätzlich für einen gewissen Underdog-Status gesorgt haben.
Anfangs lobten die Magazine das neue Resi noch. Anders als Nemesis mit seinem grauen "Blut" und verschwindenden Leichen war CODE: Veronica nämlich völlig ungeschnitten. Klar, der Gore-Faktor war auch nicht so groß wie in den Vorgängern. Köpfe abschießen ging zum Beispiel nicht mehr. Aber die Diskussion, warum Gewalt gegen diese Pixel-Fratzen damals als zu realistisch galt, wollen wir jetzt gar nicht aufmachen.
Bildergalerie
2001 kam dann die leicht angepasste Version mit dem simplen Namenszusatz "X". Hier bekam Wesker etwas mehr Screentime und Steve eine neue Frisur, was zu allen möglichen Theorien führte, für die es allerdings keinerlei Beweise gibt. Die vermutlich wichtigste Neuerung war aber, dass man das Spiel jetzt endlich auch auf der PlayStation 2 zocken konnte.
Nach der anfänglichen Freude über die Unbeschnittenheit, schlug im März 2003 leider schließlich doch die Indizierungskeule zu. Ein Jahr später kam zwar noch die GameCube-Version und 2014 flog es sogar wieder vom Index. Der Popularität haben diese Beschränkungen aber vermutlich nicht geholfen.
Quelle: PC Games
Nach Spielende bekommt man eine Wertung und Zugang zum Battle Modus. Für lang anhaltenden Spielspaß war damit gesorgt.
Damals wie heute ein verdammt gutes Resident Evil
Dabei hat CODE: Veronica definitiv mehr verdient, als unter der metaphorischen Ladentheke zu vergammeln. Immerhin ist es quasi eine Art Missing Link zwischen der Zeit der fixen Kamera und der Over-Shoulder-Ära. Natürlich sind ein paar Aspekte etwas in die Jahre gekommen: Backtracking, unpraktische Gameplay-Sackgassen und, na ja, Steve. Aber wer das Spiel heute noch mal rauskramt, wird trotzdem merken, was für eine beeindruckende technische und erzählerische Weiterentwicklung der gesamten Reihe das war.
Ein mögliches Remake ergibt daher zwar absolut Sinn. Aber nicht, um einen veralteten Teil wieder spielbar zu machen, sondern weil es nach wie vor mit seinem Setting, Grusel, den Figuren und jeder Menge Charme glänzt. Weil es eben nicht "irgend so ein Spin-off" ist, sondern der Reihe mit Wesker einen neuen roten Faden gegeben hat. Und weil es einfach heute noch genauso viel Spaß macht, wie schon 2000. Wenn es das nicht zu einem Klassiker macht, dann wissen wir auch nicht weiter.

Es erschien nur ein paar Monate vor Resident Evil Nemesis, aka RE3, welches ja nur wegen eines Sony Deals eine 3 im Namen tragen musste oder besser gesagt, warum CV eine Zahl verwert blieb, obwohl es der offizielle Nachfolger von Teil 2 war.
Resi 3 Nemesis wirkte dann auch, nach dem ich Code Veronica gespielt hatte, irgendwie "alt", auch wenn's trotzdem ein spaßiges "Spin-Off" war bzw. mit dem Remake ist, aber mehr war es auch nie.
Das RE CV nie so viel Aufmerksamkeit bekam, lag meiner Meinung nach aber auch am Sega exklusiv Deal und weil sich der Dreamcast, leider, nicht gut verkauft hat.
Die PS2 Version erschien auch erst deutlich später und ich weiß auch bis heute nicht, ob ich die Idee das Ende (teilweise) für die PS2 Version abzuändern wirklich jemals gut fand...?
Ein Remake hätte der Teil also definitiv verdient, vor allem da die Zeit damals noch eine andere war und ein RE CV , gerade bei den doch vielen Dialogen im Spiel, heute unbeholfener wirken als zur damaligen Zeit eigentlich Standard gewesen ist.
Gerade Steve mit seiner "kreischigen" Stimme nervt heute deutlich mehr, als damals, wo man als Gamer ja ohnehin größtenteils noch trashige, weniger professionell klingende, Vertonungen in Videospielen bekam.
Ein Remake, mit heutigen, deutlich professioneller Sprechern, im grafisch Stile der anderen Remakes, wäre daher absolut willkommen und könnte dem Teil vermutlich auch einen zweiten Frühling bescheren und es endlich dahin stellen wo es meiner Meinung nach hingehört, zu den besten Teilen der Reihe überhaupt.
Gerade zugeschaut, wie Simon, Gregor und Fabian (das ist echt ein kraßer Unterschied, wenn da Leuten auf dem Sofa zuschaust und die Unterhalten sich, anstatt einem allein vor der Kamera, da sind entertainmentmäßig Welten dazwischen) von RBTV das, vor 10 Jahren oder so, durchgezockt haben. Das Fazit war aber glaub ich, daß das nicht der beste Teil der Serie war, aber auch nicht auch nicht der schlechteste.