Horrende RAM-Preise: So teuer ist RAM geworden

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Kolumne Antonio Funes - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Horrende RAM-Preise: So teuer ist RAM geworden
Quelle: Kingston

Die Preise für RAM-Riegel steigen ins Unermessliche und gefährden sogar das Weihnachtsgeschäft.

Arbeitsspeicherpreise verdreifachen sich seit September

Obwohl es auch andere Speicherarten als die DIMM-Bauweise gibt, die ihr für euren PC benötigt, wirkt sich die extrem hohe Nachfrage nach Speicher natürlich auch auf die Preise von RAM für die normalen Konsumenten-PCs aus. Denn im Kern sind Speicherchips nun mal Speicherchips, egal in welcher Bauform sie am Ende verwendet werden. Ich möchte an dieser Stelle keine Beispiele von RAM heraussuchen, das als Einzelfall besonders teuer ist - aber es gibt viele RAM-Produkte, die lange Zeit hervorragend verfügbar waren und zu den jeweils günstigsten RAM-Riegeln gehörten, die man mit der jeweiligen technischen Spezifikation erhalten konnte.

Ein Beispiel ist die AEGIS-Reihe von G.Skill, die wir auch für die PCs vorschlagen, wenn wir euch in Specials die Komponenten für verschiedene Gaming-PC-Zusammenstellungen empfehlen. Nehmen wir ein Set aus zwei Riegeln DDR4-RAM G.Skill AEGIS mit 3200 MHz Taktwert, zum einen mit 16GB, zum anderen mit 32GB Gesamtkapazität. RAM mit derartigen Werten ist Standard für die Ryzen 5000er-CPUS beim AMD-Sockel AM4 oder auch für die Intel Sockel 1700-CPUs, falls ihr ein DDR4-Mainboard verwendet. Bis etwa August/September gab es ein 16GB-Kit ab 25 Euro, eines mit 32GB für 50 Euro. Inzwischen sind die Preise für lieferbare Kits bei über 90 Euro für 16GB und 170 Euro für 32GB angekommen - dies ist mehr als eine Verdreifachung! Bei DDR5-RAM sind die reinen Aufpreise höher, da DDR5-RAM schon immer teurer als DDR4-RAM. In Relation gesehen ist es auch bei DDR5-RAM eine gute Verdreifachung.

G.Skill Aegis DDR4-RAM Quelle: PC Games Hardware G.Skill Aegis DDR4-RAM DDR5-RAM mit einem Takt ab 6000 MHz braucht ihr für die empfehlenswerten Sockel AMD AM5 und Intel 1851. 32GB-DDR5-RAM mit einem Takt von 6000 MHz kosteten im September etwa 100 Euro, inzwischen sind es ab 330 Euro. Eine Ausnahme sind einige Marketplace-Angebote, beispielweise via Amazon für eher 260 bis 280 Euro, bei denen aber unsicher ist, wie zuverlässig diese Anbieter liefern. Man kann aber von einem Plus von 230 Euro ausgehen. Bei einer RAM-Menge von 64GB, die man - wenn man ohnehin auf einen modernen Prozessor für den Sockel Intel 1851 oder AMD AM5 setzt - durchaus als Gamer ins Auge fassen könnte, kommt man inzwischen auf Preise ab etwa 460 Euro statt noch 180 Euro im Sommer, also plus 280 Euro!

Das Weihnachtsgeschäft ist in Gefahr

Diese Preissteigerung kann manch einem Gamer eine Aufrüstaktion oder den PC-Neukauf, vor allem jetzt in der Weihnachtsvorzeit vermiesen - zumindest dann, wenn man ein festes Budget hat. Ein PC mit einem Ryzen 7 9800X3D, 64GB RAM und einer AMD Radeon RX 9070 XT, 4000GB-SSD und ordentlichem Gehäuse sowie Netzteil kostete im September noch etwa 1900 Euro. Heute sind es wegen des RAMs beinahe 300 Euro mehr - sofern euer Budget bei 1900 Euro fix ist, müsst ihr zum Beispiel mit 32GB leben und nur einen Ryzen 7 7800X3D nehmen, was euch etwa 160 sowie 120 Euro, in der Summe 280 Euro spart.

Man kann nur hoffen, dass die Speicherchip-Hersteller möglichst bald ihre Produktionskapazitäten steigern oder aber dass die Nachfrage durch die KI-Anbieter etwas sinkt. Letzteres ist aber eher Wunschdenken, denn das Anbieten von KI-Dienstleistungen ist sehr lukrativ, und Speicherchips tragen wiederum nur einen geringen Kostenanteil bei der ganzen Sache. Die Aufpreise für die Speicherchips sind durch KI-Dienstleistungen respektive die monetären Vorteile bei Firmen, die eigene Hardware für ihre KI-Anwendungen nutzen, zügig wieder reingeholt. Und obwohl ich persönlich ein Versagen der Hardware-Firmen sehe, die die ganze Chose hätten vorausahnen können, hilft dies ja nichts. Für mich steht zunächst keine Aufrüstung an, zumal ich glücklicherweise noch im Oktober 64GB RAM für meinen Gaming-PC gekauft hatte - die damals 190 Euro sind aus heutiger Sicht ein wahres Schnäppchen, heute kostet das Kit 470 Euro. Bei dem Gedanken daran werde ich ganz ram(m)dösig.

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  1. Seite 1 Die aktuelle Lage und das Versagen des Hardwaremarktes
  2. Seite 2 So teuer ist RAM geworden
    • Kommentare (10)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von s1ro Anfänger/in
        Richtig. Alleine der Strom.
        Amerika wird laut Berechnungen 1/4 der gesamten Stromversorgung benötigen.
        Und das wird alles auf Pump gebaut
      • Von s1ro Anfänger/in
        Richtig. Alleine der Strom.
        Amerika wird laut Berechnungen 1/4 der gesamten Stromversorgung benötigen.
        Und das wird alles auf Pump gebaut
      • Von McTrevor Mitglied
        Der Artikel erscheint mir dann doch grob vereinfacht. Aus den Pioniertagen der Chipherstellung sind wir lange raus. Fehlende Kapazitäten kann man da nicht mal flugs in ein oder zwei Jahren aufbauen. Man sieht es ja auch an den NVIDIA Grafik-Chips die nur von TMSC in der gewünschten Qualität ohne horrende Ausschusszahlen hergestellt werden können. Hier reden wir davon, dass der Bau einer weiteren Fabrik zur Herstellung vergleichbarer Chips geschätzt mehrere Milliarden kosten und es eine Dekade dauern würde, bis da die ersten Chips vom Band rollen. Benötigte Technologie und Know How sind tatsächlich so extrem selten auf dem Niveau (gibt wohl nur eine holländische Firma, welche die Maschinen herstellen kann).

        Und lukrativ ist KI quasi noch nirgendwo. Im Gegenteil läuft das ganze derzeit noch brutalst auf Pump. Es ist mittlerweile sehr fraglich, ob die zig Milliarden für Hardware- und Stromkosten überhaupt mit irgendeinem Geschäftsmodell wieder rein geholt werden können. Bei vielen Laien scheint hier noch die (höchstwahrscheinlich absolut unbegründete) Hoffnung zu schlummern, dass wenn man nur genug Hardware auf die stochastischen Sprachmodelle wirft, da irgendwann dann eine echte allgemeine KI (AGI) hinten raus plumpst.

        Der Höhenflug an der Börse wird in erster Line dadurch getrieben, dass die Kohle da im Kreis von Chiphersteller zu KI-Firma wandert und besagte KI-Firma mit der Kohle dann die Chips desselben Chipherstellers abkauft. Von außen in Form von zahlenden Kunden fließt da derzeit noch quasi kein Geld rein. Deswegen haben alle so tierisch Schiss vor einer KI-Blase und einem Crash in den nächsten zwei Jahren.
      • Von Orkhammer Hobby-Spieler/in
        Zitat von fud1974
        Verschwinden wird KI nicht mehr, ist einfach zu praktisch, merke ich ja selbst auch so gut wie täglich..
        Nein, das wird nicht mehr verschwinden. Das steht auf jeden Fall fest.

        Zitat von fud1974
        Ich wollte ihn jetzt nicht deprimieren, aber klar, wer sollte bei uns sowas noch herstellen?
        Selbst wenn wir Leute haben die das noch THEORETISCH erklären können wie das funktioniert, ist
        das vom Know How einer Massenfertigung vermutllich weit entfernt... sprich die Ausbeute an funktionierenden Chip, sofern überhaupt eine Fertigung anlaufen würde, wäre so gering, die Dinger wären teurer als all das aus China inklusive 10fachen Preisaufschlag oder mehr...
        So siehts aus. Dem kann man wenig hinzufügen.
      • Von fud1974 Mitglied
        Zitat von Orkhammer
        Unter dem Vorbehalt, dass KI eventuell doch nur eine gigantische Blase ist, die zu platzen sie verdient hätte. ;)
        Na ja, es wird vermutlich eine Korrektur stattfinden, ist ja immer so dass die Erwartungen erstmal gnadenlos übersteigert sind.

        Verschwinden wird KI nicht mehr, ist einfach zu praktisch, merke ich ja selbst auch so gut wie täglich..

        Zitat von Orkhammer
        Weil wir es schlicht und ergreifend nicht mehr können.
        Der Zug ist abgefahren und zwar soweit, dass wir nicht mal mehr die Rücklichter sehen und der kommt auch nicht nochmal vorbei.
        Ich wollte ihn jetzt nicht deprimieren, aber klar, wer sollte bei uns sowas noch herstellen?
        Selbst wenn wir Leute haben die das noch THEORETISCH erklären können wie das funktioniert, ist
        das vom Know How einer Massenfertigung vermutllich weit entfernt... sprich die Ausbeute an funktionierenden Chip, sofern überhaupt eine Fertigung anlaufen würde, wäre so gering, die Dinger wären teurer als all das aus China inklusive 10fachen Preisaufschlag oder mehr...
      • Von Orkhammer Hobby-Spieler/in
        Zitat von Weedotastisch
        Fakt ist, wir brauchen Unabhängigkeit und Freiheit und Wohlstand. Und wenn Taiwan/Korea/Japan/China im Ozean versinkt, geht mir das voll am Arsch vorbei. Warum wird das was ich hier in Europa brauche nicht auch hier hergestellt?
        Weil wir es schlicht und ergreifend nicht mehr können.
        Der Zug ist abgefahren und zwar soweit, dass wir nicht mal mehr die Rücklichter sehen und der kommt auch nicht nochmal vorbei.
        Eine aktuelle Erhebung des DIHK unter mehr als 1000 Unternehmen hat Erschreckendes zu Tage gefördert. Veröffentlicht in einem Artikel der Wirtschaftswoche vor wenigen Tagen.
        Das Ergebnis lautete, dass etwa 93 Prozent der deutschen Firmen ohne dauerhaften Software-Nachschub aus den USA und Chips aus Fernost innerhalb von weniger als 12 Monaten nicht mehr handlungsfähig wären.
        Über Jahre hinweg hat man nur eine einzige Abhängigkeit öffentlich thematisiert, nämlich die von billigem Öl und Gas aus Russland, völlich zurecht auch. Aber das konnte halbwegs kompensiert werden.
        Die Abhängigkeit von Hard- und Software aus anderen Ländern ist wesentlich dramatischer, weil sie nicht kompensiert werden könnte. Hat leider in der Öffentlichkeit Null Aufmerksamkeit bekommen, obwohl viele Branchenverbände seit Jahren die Alarmglocken geläutet haben.
        Ungehört, nicht im öffentlichen Fokus…das holen wir im Leben nie wieder auf, völlig aussichtlos und die Firmen aus Silicon Valley werden alles, einfach alles dafür tun, dass das auch so bleibt.
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