Arbeitsspeicher für Gaming-PCs: Wissenstipps und Kaufberatung zu DDR4- und DDR5-RAM
Wir klären unter anderem über RAM-Arten und darüber auf, ob hohe Taktwerte wichtig sind. Außerdem verlinken wir 14 empfehlenswerte DDR4- und DDR5-RAM-Kits
In unserem Special geht es heute um RAM, genauer gesagt den Haupt-Arbeitsspeicher für euren Gaming-PC. Denn es gibt ja auch noch Video-RAM, kurz VRAM, für eure Grafikkarte. Wir erklären, wofür der Arbeitsspeicher genau da ist, welche Arten es dabei gibt und welche davon derzeit für Gaming-PCs relevant sind. Eine der Fragen ist dabei auch, ob es sich lohnt, besonders hoch getaktetes RAM zu kaufen - die Antwort haben wir natürlich parat, ebenso wie 14 RAM-Riegel als aktuelle Kaufempfehlungen.
In diesem Artikel
Was genau ist überhaupt der Arbeitsspeicher? Für einen schnellen Datenzugriff nutzt der PC den Arbeitsspeicher, in den die Daten von der Festplatte oder SSD geladen werden. Neue Daten können auch durch Rechenoperationen oder durch Onlinezugriff in den Arbeitsspeicher kommen. Noch schneller als über den normalen Arbeitsspeicher geht es mit dem CPU-Cachespeicher, wobei der wichtige Level 3-Cache bei modernen Mainstream-CPUs meist nur 20 bis 128 Megabyte groß ist. Da es bei den Cache-Daten vor allem um Befehle geht, reichen diese Größen aber aus. Größere Cache-Speichermengen für die CPU sind schwer und teuer umsetzbar.
Auch Grafikkarten haben eigenen Speicher, den VRAM. Hier sind 8 bis 16 Gigabyte üblich, für das letzte AMD-Flaggschiff Radeon RX 7900 XTX sind es 24 Gigabyte, bei der Nvidia GeForce RTX 5090 sogar 32 Gigabyte. VRAM ist wichtig, damit die GPU ohne Umwege direkt auf für die Grafikberechnung wichtige Daten wie zum Beispiel Texturen zugreifen kann. Redet man aber vom normalen Arbeitsspeicher für den PC, den ihr auf dem Mainboard in die dafür vorgesehenen meist zwei oder vier Slots steckt, spricht man in der Regel einfach nur von RAM. RAM bezeichnet eine ganze Gattung von Speicherchips und steht für Random Access Memory, frei übersetzt "Speicher mit zufälligem Zugriff". Denn im Gegensatz zu einer Festplatte oder SSD bekommen die Daten keinen festen Speicherplatz zugeordnet, sondern werden zufällig verteilt und liegen dort auch maximal so lange, bis der PC ausgeschaltet oder neu gestartet wird.
Quelle: PC Games Hardware
G.Skill Aegis DDR4-RAM
DDR-RAM: Das steckt hinter den Taktwerten
Alte Hasen kennen sicher noch SD-RAM, doch schon seit vielen Jahren ist DDR-RAM der Standard, das strenggenommen übrigens DDR-SD-RAM heißt. Denn prinzipiell funktioniert es wie SD-RAM, verdoppelt aber den so genannten I/O-Takt, indem pro Taktsignal zwei Datenpakete transportiert werden. Daher auch der Name DDR, der für Double Data Rate steht. Der I/O-Takt wiederum ist seit der DDR2-Technik ein Vielfaches das wahren Speichertaktes - die folgende Tabelle klärt auf, wie sich die wahren und effektiven Taktraten bei DDR- bis DDR5-RAM verhalten unter Annahme, dass der Basistakt des RAMs immer bei 200 MHz liegt:
| RAM-Art | Basistakt | Faktor für I/O | ergibt einen I/O-Takt von | Effektiver Takt |
|---|---|---|---|---|
| DDR | 200 MHz | mal 1 | 200 MHz | 400 MHz |
| DDR2 | 200 MHz | mal 2 | 400 MHz | 800 MHz |
| DDR3 | 200 MHz | mal 4 | 800 MHz | 1600 MHz |
| DDR4 | 200 MHz | mal 4 | 800 MHz | 1600 MHz |
| DDR5 | 200 MHz | mal 8 | 1600 MHz | 3200 MHz |
Die effektiven Werte in der Tabelle sind bei DDR4 und DDR5 nur Theorie. Im Handel gibt es kein DDR4-RAM mit 1600 MHz oder DDR5 mit 3200 MHz, sondern mindestens 4800 MHz (DDR5) respektive 2133 MHz (DDR4). Viele Tools oder auch BIOS-Einträge zeigen zwar den effektiven Takt an, verzeichnen aber auch den I/O-Takt. Dies hat vor allem früher zu Missverständnissen geführt: Für DDR4-RAM mit einem effektiven Takt von 3200 MHz, auch als DDR4-3200 vermarktet, war oft ein Takt von 1600 MHz in den Menüs zu finden. Dies ist kein Fehler, denn dies ist der I/O-Takt, und das Doppelte des I/O-Taktes ergibt ja den effektiven Wert von 3200. Mittlerweile verwenden die Hersteller die Bezeichnung MT/s, um die Daten besser von der Taktung abzugrenzen. MT/s steht für Megatransfers pro Sekunde, also quasi der Anzahl an Datenpaketen, die pro Sekunde transportiert werden können. Ihr findet den entsprechenden Wert, genau wie früher den Takt, im Namen des RAM-Riegels, also zum Beispiel DDR4-3600 oder DDR5-6000. Doch lohnt es sich, besonders schnellen Speicher zu kaufen? Dies klären wir auf der nächsten Seite.
