Horrende RAM-Preise: Die aktuelle Lage und das Versagen des Hardwaremarktes
Ein neuer PC kostet euch aktuell 300 Euro mehr als im September, wenn ihr auf 64GB DDR5-RAM setzt. Für mich ist das ein Versagen des Hardware-Marktes.
Das Wort rammdösig bedeutet, dass man sich wie betäubt fühlt und keinen klaren Gedanken fassen kann. Derzeit scheint es in der Hardwarebranche aber eher RAM-dösig zuzugehen, und damit meine ich, dass es auch dabei schwer ist, noch klare Gedanken zu fassen. Denn die RAM-Preise, also Kosten für PC- und Laptops-Arbeitsspeicher, steuern darauf zu, jenseits von Gut und Böse zu sein.
Für PC-Nutzer, vor allem für Spieler, kann dies dazu führen, dass eine geplante Aufrüstung des PCs oder ein Neukauf, vor allem dann, wenn man nicht sowieso eher im High-End-Bereich zugreifen wollte, so teuer ausfällt, dass man das Ganze verschieben muss. Wer nämlich beispielsweise noch im September aufrüstete und einen Intel Core Ultra 245KF (200 Euro), ein passendes Mainboard für 80 Euro sowie 32GB RAM ins Auge fasste, kam in der Summe auf etwa 380 Euro, da 32GB DDR5-RAM mit 6000 MHz Takt um etwa 100 Euro kosteten. Stand heute, 1. Dezember um 12 Uhr mittags, kostet alleine das RAM nicht unter 330 Euro - Wer also das gleiche Aufrüstkit heute kaufen will, bezahlt satte 230 Euro mehr!
Künstliche Intelligenz und menschliche Dummheit
Der Grund für die steigenden Preise ist eine in den letzten Monaten deutlich angewachsene Nachfrage, die seit Wochen viel höher als das Angebot an RAM-Riegeln ist. Und wenn etwas knapp wird, steigen nun mal die Preise. Auch SSDs werden teurer, wenn auch nicht in einem so hohen Maße wie Arbeitsspeicher. Wir haben es dabei nicht einfach nur mit einer Nachfrage-Steigerung zu tun, die zustande kommt, weil viele Leute schon Weihnachtsgeschenke kaufen. Vielmehr hat sich vor allem die Nachfrage nach RAM so stark erhöht, da immer mehr Firmen bezüglich der Künstlichen Intelligenz entweder in Eigenregie ihre Computersysteme modernisieren und mit mehr Speicher versehen oder aber die KI-Power bei spezialisierten Firmen einkaufen, sodass auch die Anbieter von KI ihre Rechenzentren massiv aufrüsten.
Quelle: Crucial
Crucial Pro DDR5-RAM
Die Krise ist dabei hausgemacht, und insofern darf man den Produzenten von Speicherchips sowie auch den Anbietern von PCs und Laptops durchaus vorwerfen, im Tiefschlaf versunken gewesen zu sein. Denn spätestens seit Nvidia vor eineinhalb Jahren im Juni 2024 sogar in den Mainstream-Medien abseits der Tech- und Wirtschaftsmagazine ein großes Thema geworden ist, hätte man ahnen können, dass KI und die dafür nötige Hardware boomen werden. Nvidia war nämlich nicht wegen der Gaming-Grafikkarten, sondern durch seine Expertise rund um KI sowie dazu passende Produkte und Dienstleistungen im Juni 2024 erstmals das am Aktienwert gemessen wertvollste Unternehmen der Welt. Dies war freilich ein klares Indiz dafür, dass KI ein enorm wichtiger Wachstumsmarkt sein wird oder es bereits ist. Als normaler Konsument denkt man , dass sich Hersteller von Hardware darauf vorbereiten, die Produktionskapazitäten zu sichern, die für die anzunehmende höhere Nachfrage nach Produkten rund um KI-Rechenpower wichtig sind.
Aber offenbar wurde dies nicht getan oder nur in einem Maße durchgeführt, das die Nachfrage weit unterschätzte. Auch Laptop- und PC-Hersteller sind dabei mit im Boot, denn auch diese hätten ahnen können, dass durch das Erweitern und Aufrüsten von Rechenzentren und auch den Neubau solcher Anlagen nicht nur die speziellen KI-Chips, sondern auch RAM- und Festspeicher-Produkte viel mehr nachgefragt werden würden. Der Laptop- und PC-Hersteller Lenovo hamstert inzwischen unter anderem RAM, um nicht noch höhere Preise bezahlen zu müssen, wenn das Bedienen der Nachfrage weiterhin so schlecht bleibt wie aktuell. Den Speicherchip-Herstellern selbst kann man dabei vielleicht noch am wenigsten etwas vorwerfen, da sie ja nicht schon vor dem Ansteigen der Nachfrage einfach auf Verdacht neue Werke bauen und Mitarbeiter einstellen und ausbilden können. Doch was bedeutet die Krise für normale PC-Nutzer wie euch? Dies zeige ich euch auf der nächsten Seite auf.

Amerika wird laut Berechnungen 1/4 der gesamten Stromversorgung benötigen.
Und das wird alles auf Pump gebaut
Und lukrativ ist KI quasi noch nirgendwo. Im Gegenteil läuft das ganze derzeit noch brutalst auf Pump. Es ist mittlerweile sehr fraglich, ob die zig Milliarden für Hardware- und Stromkosten überhaupt mit irgendeinem Geschäftsmodell wieder rein geholt werden können. Bei vielen Laien scheint hier noch die (höchstwahrscheinlich absolut unbegründete) Hoffnung zu schlummern, dass wenn man nur genug Hardware auf die stochastischen Sprachmodelle wirft, da irgendwann dann eine echte allgemeine KI (AGI) hinten raus plumpst.
Der Höhenflug an der Börse wird in erster Line dadurch getrieben, dass die Kohle da im Kreis von Chiphersteller zu KI-Firma wandert und besagte KI-Firma mit der Kohle dann die Chips desselben Chipherstellers abkauft. Von außen in Form von zahlenden Kunden fließt da derzeit noch quasi kein Geld rein. Deswegen haben alle so tierisch Schiss vor einer KI-Blase und einem Crash in den nächsten zwei Jahren.
Selbst wenn wir Leute haben die das noch THEORETISCH erklären können wie das funktioniert, ist
das vom Know How einer Massenfertigung vermutllich weit entfernt... sprich die Ausbeute an funktionierenden Chip, sofern überhaupt eine Fertigung anlaufen würde, wäre so gering, die Dinger wären teurer als all das aus China inklusive 10fachen Preisaufschlag oder mehr...
Verschwinden wird KI nicht mehr, ist einfach zu praktisch, merke ich ja selbst auch so gut wie täglich..
Der Zug ist abgefahren und zwar soweit, dass wir nicht mal mehr die Rücklichter sehen und der kommt auch nicht nochmal vorbei.
Selbst wenn wir Leute haben die das noch THEORETISCH erklären können wie das funktioniert, ist
das vom Know How einer Massenfertigung vermutllich weit entfernt... sprich die Ausbeute an funktionierenden Chip, sofern überhaupt eine Fertigung anlaufen würde, wäre so gering, die Dinger wären teurer als all das aus China inklusive 10fachen Preisaufschlag oder mehr...
Der Zug ist abgefahren und zwar soweit, dass wir nicht mal mehr die Rücklichter sehen und der kommt auch nicht nochmal vorbei.
Eine aktuelle Erhebung des DIHK unter mehr als 1000 Unternehmen hat Erschreckendes zu Tage gefördert. Veröffentlicht in einem Artikel der Wirtschaftswoche vor wenigen Tagen.
Das Ergebnis lautete, dass etwa 93 Prozent der deutschen Firmen ohne dauerhaften Software-Nachschub aus den USA und Chips aus Fernost innerhalb von weniger als 12 Monaten nicht mehr handlungsfähig wären.
Über Jahre hinweg hat man nur eine einzige Abhängigkeit öffentlich thematisiert, nämlich die von billigem Öl und Gas aus Russland, völlich zurecht auch. Aber das konnte halbwegs kompensiert werden.
Die Abhängigkeit von Hard- und Software aus anderen Ländern ist wesentlich dramatischer, weil sie nicht kompensiert werden könnte. Hat leider in der Öffentlichkeit Null Aufmerksamkeit bekommen, obwohl viele Branchenverbände seit Jahren die Alarmglocken geläutet haben.
Ungehört, nicht im öffentlichen Fokus…das holen wir im Leben nie wieder auf, völlig aussichtlos und die Firmen aus Silicon Valley werden alles, einfach alles dafür tun, dass das auch so bleibt.