Portal 2 im Test: Die positiven Aspekte #1
Auf Portal 2 haben viele Spieler voller Sehnsucht gewartet: Valves Knobeltitel rund um Aperture Science, den verrückten Computer GlaDOS und Heldin Chell geht in die zweite Runde. Ob Portal 2 die Klasse des Vorgängers erreicht und wie sich die kreativen Neuerungen auf die Rätsel auswirken, verraten wir euch in unserem Test.
Quelle: Electronic Arts
Es ist immer wieder lustig, die eigene Spielfigur durch die verschiedenen Portale von hinten zu beobachten.
Liebevolle Charaktere
Eines der größten Loblieder wollen wir über die wundervollen Charaktere singen, die euch in Portal 2 begegnen. Wenn ihr aufmerksam die genialen Aperture-Science-Werbevideos verfolgt habt und schon mal das ein oder andere Gameplay-Material gesehen habt, dann kennt ihr Wheatley vielleicht. Dieser knuffige Computerkern begleitet euch nahezu durch das gesamte Abenteuer und sorgt dabei für konstante Lacher, so witzig und augenzwinkernd sind seine Auftritte. Der schusselige Kerl ist nicht gerade der hellste, denkt schon mal, dass ihn das Anschalten seiner Taschenlampe umbringen wird und sorgt mit seiner Tollpatschigkeit dafür, dass der im ersten Teil zerstörte Computer Glados wieder aufersteht. Die englische Synchronstimme kann man dabei nur als brillant bezeichnen, aber auch auf Deutsch macht Tobias Meister, Synchronsprecher von Brad Pitt und Sean Penn einen hervorragenden Job. Englisch ist in dem Fall aber unsere definitive Empfehlung!
Auch Glados bekommt ihre Glanzauftritte und begeistert wie schon im ersten Teil mit süffisanten Kommentaren oder bissigen Seitenhieben über das angebliche Übergewicht der Protagonistin, die euch die Lachtränen aus den Augen treiben werden. Dritter, wichtiger Charakter ist Aperture Science-Chef Cave Johnson, der ebenfalls mit genialen Sprüchen aufwartet. Auch hier müssen wir die englische Version vorziehen, J.K. Simmons (Der J. Jonah Jameson aus den Spiderman-Filmen) verleiht diesem Charakter eine gehörige Portion energische Autorität.
Besonders freut uns, dass es Valve gelingt, eigentlich leblosen Charakteren so viel Leben einzuhauchen, dass sich viele gestandene menschliche Videospielhelden vor Scham in der Ecke verkriechen sollten. Gerade die beiden Koop-Roboter P-Body und Atlas versprühen, obwohl sie eigentlich nur aus Blech und ein paar Drähten bestehen, pure Menschlichkeit.
Quelle: Valve
Portal 2 ist eine Mischung aus Denk- und Geschicklichkeitsspiel und begeistert vor allem mit seinen genialen Rätseln, dem tollen Humor und einer grandios in Szene gesetzten Geschichte.
Kreative Rätsel und geniale Lernkurve
Das Spielprinzip ist wie schon eingangs erwähnt, gegenüber dem Vorgänger nahezu gleich geblieben. Noch immer erschafft ihr mit Hilfe der Portalkanone jeweils einen Ein- und einen Ausgang, um so die Testräume zu meistern, die Computer Glados euch vorsetzt. Das klingt einfach, ist es zumindest zu Beginn auch. Wer den Vorgänger noch nie gespielt hat, wird also nicht überfordert. Valves Lernkurve ist beispiellos gelungen, führt euch sanft von kinderleichten Aufgaben zu wirklichen Kopfzerbrechern und überfordert dabei keine Sekunde. Trotzdem finden wir, dass der Schwierigkeitsgrad im Vergleich zum Vorgänger deutlich gestiegen ist. Einige Aufgaben verlangen minutenlanges Auskundschaften und Herum tüfteln. Wer einen knackschweren Raum nach vielen, vielen Fehlversuchen dann aber meistert, fühlt sich wie ein König.
Übrigens werdet ihr nicht acht Stunden (so lange dauert die Einzelspielerkampagne etwa) lang Testräume durchstöbern, das wäre dann doch zu langweilig. Stattdessen schickt euch das Spiel auch schon mal "hinter die Kulissen", also in andere Bereich der riesigen Testanlage. Ohne zu viel verraten zu wollen erwarten euch dort komplett andere Räume und Herausforderungen. Der Besuch der Fertigungsanlage für Selbstschussanlagen (diese herzerwärmend quasselnden Dinger) gehört dabei mit Sicherheit zu den Höhepunkten. Hier hätten wir stundenlang stehenbleiben und zuhören können!
Quelle: Electronic Arts
In den Tiefen der Aperture Science Corporation werden wir mit bunten Gel-Flüssigkeiten konfrontiert. Es macht einen Riesenspaß, das Zeug an Wänden zu verschmieren und dabei zuzusehen, wie es durch die Gegend wabbelt. Eine tolle Neuerung, Valve!
Wunderbare neue Einfälle
Portal 2 bietet im Vergleich zum Vorgänger einige Neuerungen, auf die ihr euch einstellen müsst. Allerdings werden diese Dinge nach und nach eingeführt und so spielerisch beigebracht. So trefft ihr zu Beginn nur auf altbekannte Schalterrätsel, wo ihr schlicht einen Würfel an die entsprechende Stelle bugsieren müsst, damit sich die richtige Tür öffnet. Kurz danach kommen Laserstrahlen zum Einsatz. Die müsst ihr mit Hilfe eines speziellen Kubus in eine Vorrichtung lenken, damit dadurch etwa Treppen hochfahren, Fahrstühle funktionieren oder Türen aufgehen. Später wird das durch den zwingenden Einsatz von Portalen richtig knifflig!
Richtig cool sind Sprungbretter, die euch hoch in die Luft katapultieren. Die benutzt ihr, um Würfel an ihren Platz zu schießen oder, um mit Hilfe von Portalen gewaltige Sprünge hinzulegen. Ebenfalls neu sind blau schimmernde Laufbänder, die ihr entweder als Gehwege benutzt oder, mit der senkrechten Variante, einen Schutzwall gegen Selbstschussanlagen errichtet. Unser größter Albtraum beim Test waren aber Transportstrahler, die euch, sobald ihr sie betretet, in eine bestimmte Richtung schweben lassen. Bestimmte Schalter wiederum drehen die Schweberichtung um. Mit diesen Dingern hat Valve einige extrem fiese Rätsel gebaut, die euer Hirn so richtig durchkneten werden. Grandios!
Unser Favorit sind eindeutig die Gel-Flüssigkeiten, die ihr etwa nach der Hälfte der Spielzeit zu Gesicht bekommt und die ihr mit Hilfe von Portalen an bestimmten Stellen verteilen müsst. Drei Stück gibt es: Orangefarbenes Gel dient der Beschleunigung, blau lässt euch wie ein Flummi hüpfen und weiß lässt euch Portale an ansonsten portalresistente Stellen pappen. Die Kombination aller drei Flüssigkeiten sorgt für tolle, kreative Rätsel, deren Lösung wirklich Spaß macht!

Man kauft das Spiel im Laden, muss es dann aber nocheinmal KOMPLETT runterladen
DVD einlegen, Setup.exe aufrufen (oder direkt im Autostartmenü auf installieren klicken, und das Spiel wird von der DVD installiert.
PS: allerdings hatte ich auch mal den guten Zufall das (ohne mein zutun) Episode 2 uncut war :D