Die größten PC-Highlights aller Zeiten - 2000
Seien wir mal ehrlich: Es gibt einen großen Batzen guter Spiele, doch nur einige wenige faszinieren uns so nachhaltig, dass wir auch nach Jahren gerne über sie sprechen. PC Games blickt mit euch gemeinsam auf die größten Spieleperlen der goldenen Jahrgänge 1998 bis 2002 zurück.
Packshot zu Deus Ex
Eins der wichtigsten Spiele um die Jahrtausendwende herum ist Deus Ex. Das Meisterwerk von Warren Spector hat im Stillen das Medium revolutioniert. Kein Spiel zuvor glänzt mit einer derart ausgearbeiteten, tiefgängigen und komplexen Geschichte und berücksichtigt dabei auch noch die Entscheidungen des Spielers, die wiederum in bestimmte Konsequenzen münden. Deus Ex ist ein Spiel von Erwachsenen für Erwachsene, die Geschichte nimmt die Charaktere darin sehr ernst. Die düstere und wendungsreiche Verschwörungsstory rund um den Cyber-Agenten J.C. ist gespickt mit cleveren Dialogen und Anspielungen. Die erzählerischen Qualitäten stehen außer Frage, doch auch in spielerischer Hinsicht hat der Agenten-Thriller einiges auf dem Kasten.
Der Ego-Shooter bedient sich nämlich klassischer Rollenspielelemente. Protagonist J.C. Denton sammelt im Spielverlauf Erfahrung und kann seine Fähigkeiten in unterschiedlichen Stufen verbessern.
Quelle: Eidos
Töten muss nicht (immer) sein. In Deus Ex hat man die Qual der Wahl und kann Konflikten entweder aus dem Weg gehen oder aber mit Waffengewalt begegnen.
Außerdem kann er seinen Körper mit einer begrenzten Anzahl von Implantaten aufwerten. Jene stehen in zwei unterschiedlichen Fassungen zur Verfügung. Man steht beispielsweise vor der Wahl zwischen einem Beinimplantat, das Denton schneller und damit agiler macht, und einem anderen, das die Schritte des Agenten unterdrückt und ihn in einen lautlosen Meuchelmörder verwandelt. Wo wir schon bei Mord sind: Gewalt spielt in Deus Ex zwar eine grundlegende Rolle, es ist aber prinzipiell möglich das Spiel ohne Töten (mit nur einer Ausnahme) zu beenden. Die Entscheidung obliegt immer beim Spieler. Kein Wunder also, dass der Titel so hoch gelobt wird.
Packshot zu Diablo 2
"Ich bin dann mal für zwei Wochen im Urlaub." Diesen Satz hörte man im Jahr 2000 vermutlich öfter als sonst. Dabei war noch nicht einmal von Strandurlaub die Rede, sondern von Ferien im eigenen Zimmer. Wer nämlich einmal mit Diablo 2 in Berührung kommt, lässt jede Arbeit ruhen. Blizzard Entertainment läutete die zweite Runde der beliebten Monsterhatz ein. Es gab noch mehr Orte zu entdecken, noch mehr Bestien zu erschlagen und mehr Items zu finden. All das kombiniert mit dem fantastischen Mehrspieler-Part ergab in der Summe einen süchtigmachenden Meilenstein. Auch heute ist Diablo 2 die unangefochtene Referenz unter den Action-Rollenspielen. Und nicht nur das: Es revolutionierte das gesamte Genre.
Wo fängt man da am Besten an? Vielleicht bei den Skill-Trees. Die Idee dahinter ist
Quelle: mobygames.com
Jetzt wird es heiß: Die Zauberin röstet mit dem Inferno-Zauber zwei gefallene Jägerinnen.
simpel wie genial: Jeder der fünf spielbaren Charaktere (Barbar, Amazone, Paladin, Totenbeschwörer und Zauberin) greift auf drei individuelle Fähigkeitsbäume zurück. Die Zauberin konnte beispielsweise zwischen den drei Magiegattungen Blitz, Feuer und Eis wählen. Mit jedem Levelaufstieg verteilt man einen Punkt auf eine Fertigkeit innerhalb des Baums. Dabei war es durchaus ratsam zunächst eine Gattung zu perfektionieren. Im Falle der Zauberin heißt das beispielsweise die wichtigsten Skills aus dem Feuerzweig zu maximieren. Aus den drei Fähigkeitsbäumen ergeben sich viele Möglichkeiten, wie man seinen Charakter gestalten kann. Das System machte Schule und findet sich seit Diablo 2 in nahezu jedem Action-RPG oder auch Online-Rollenspiel.
Quelle: Blizzard
Am Ende von Diablo 2 darf man den Höllenfürsten persönlich herausfordern. Der Unhold ist natürlich wenig entzückt.
Auch in puncto Crafting nahm das Hack & Slay-Abenteuer eine Pionierstellung ein. Mit dem Horadrim-Würfel, den man nach dem Ende einer Quest erhält, kann der Spieler diverse Gegenstände erschaffen oder gewöhnliche Items mit magischen Eigenschaften aufpeppen. Einige missbrauchten den Würfel allerdings als zusätzlichen Stauraum, weil die Truhe (ebenfalls ein neues Feature) schon nach kurzer Zeit aus allen Nähten platzte. Schließlich warten über einhundert einzigartige Gegenstände für ihren neuen Besitzer, darunter die neuen Set-Items. Diablo 2 wird im Battle.net heute noch gespielt. Nur Zeit sollte man auf jeden Fall mitbringen. Also reicht schon mal den Urlaub ein, falls Ihr das Spiel noch nicht kennt.
Packshot zu Tony Hawks Pro Skater 2
Fußball, Eishockey, Basketball und American Football: Lange Zeit dominierten diese Massensportarten den PC-Markt. Bis Activision eine Nische entdeckte und es mal mit dem hierzulande kaum verbreiteten Skateboardsport probierte. Mit einer derart positiven Resonanz hatte der Publisher allerdings wohl kaum gerechnet. Tony Hawks Pro Skater schlug ein wie eine Bombe und entwickelte sich spätestens nach Veröffentlichung des zweiten Teils zu einer festen Säule des Unternehmens. Nicht die möglichst originalgetreue Simulation steht im Vordergrund, sondern der Spaß am "Asphaltsurfing" und die Jagd nach der größeren Highscore. Tony Hawks Pro Skater 2 schert sich nicht um die Gesetze der Physik, die lizensierten Profi-Skater können die performten Tricks in schier endloser Zahl aneinanderreihen.
Der abgedrehte Wahnsinn setzt sich auch bei dem Missionsdesign fort.
Mit gutem Timing lassen sich die Tricks zu Kombos aneineinader reihen. Nur wer das System beherrscht, kann in den Wettbewerben punkten und die größten Highscores knacken.
"Schnapp dir die Kassette" heißt es da oder "mache einen Ollie über die schlafenden Penner". Selbst die Parcours aus Tony Hawks Pro Skater 2 sind teilweise so absurd, dass man sie schon wieder lieben muss. Da laden Tony Hawk und Konsorten in einer Stierkampfarena zum Wettbewerb ein. Apropos Wettbewerbe: Für jede erfolgreich bestrittene Herausforderung winkt Kohle, die man in frische Ausrüstung, wie coole neue Boards, oder aber Tricks investiert. Außerdem erhält man Statuspunkte, mit denen sich einzelne Fähigkeiten (etwa das Grinden) noch weiter ausbauen lassen. Weitere Belohnungen, wie freischaltbare Charaktere (Spiderman!) und neue Parcours, animieren zum mehrmaligen Durchspielen. Und wer dann noch nicht genug bekommt, der bastelt sich mit dem Editor spielend einfach eigene Skateparks.
Packshot zu Baldurs Gate
Bei Fortsetzungen heißt es oft Masse statt Klasse. Im Jahr 2000 trat Bioware mit Baldurs Gate 2 den Gegenbeweis an. An diesem Meilenstein der Rollenspielgeschichte ist zwar praktisch alles gigantisch. Anfangen von der Spielzeit (über 200 Stunden inklusive aller Nebenaufträge), über die Anzahl magischer Sprüche (über 300 verschiedene Spells) bis hin zu den unterschiedlichen Monsterarten (über 130 Kreaturen). Doch die spielerische und erzählerische Güte leidet nicht im geringsten an dem Umfang. Im Gegenteil: Die Story von Baldurs Gate 2 kann selbst mit den besten Fantasy-Romanen konkurrieren. Und beim Gameplay punktet das Rollenspiel-Schwergewicht mit taktisch fordernden Kämpfen und abwechslungsreichen Quests.
In guter Erinnerung haben wir die Gespräche zwischen den einzelnen Partymitgliedern behalten. Die
Die Provinz Amn, Schauplatz von Baldurs Gate 2, hält genügend Quests für Abenteuerer bereit. Für die Lösung aller Missionen muss man zwischen 200 und 300 Stunden einplanen.
kleinen Zänkereien zwischen verhassten Charakteren brachten uns immer wieder zum Schmunzeln. Leider hatte Baldurs Gate 2 auf so manchen Neuling eine eher abschreckende Wirkung. Allein das 200-seitige Handbuch, in dem das ausgeklügelte Regelwerk des Pen & Paper-Rollenspielsystems AD&D in aller Breite erläutert wird, hinterließ einen beängstigenden Eindruck. Dabei ist das Vorwissen gar nicht nötig, um hinter die Spielmechanik von Baldurs Gate 2 zublicken. Selbst die Kämpfe lassen sich dem eigenen Können anpassen - den fünf Schwierigkeitsgraden sei Dank. All jene, die sich gerade ansprochen fühlen, sollten dieser Perle undbedingt eine zweite Chance geben.
Packshot zu Sims
Es heißt, dass das Leben die schönsten Geschichten schreibt. Warum also keine entsprechende Alltagssimulation entwerfen? So oder zumindest so ähnlich dürfte Will Wright gedacht haben, als er an der Konzeption von "Die Sims" saß. Fest steht, dass sich an dem Spiel die Geister scheiden. Bekennende Sims-Gegner sehen keinen Sinn in dieser Art von Spiel, schließlich gäbe es doch schönere Dinge, als sich um den virtuellen Abwasch zu kümmern oder die künstlichen Blumen zu gießen. In den Augen der Befürworter ist Die Sims hingegen ein Spiel, bei dem man sich kreativ ausleben und in andere Rollen schlüpfen kann. Welcher Partei man letzten Endes auch angehören mag, die enorme Popularität kann man der Lebenssimulation nicht absprechen. Über 100 Millionen Exemplare (Stand: 2008) hatte Electronic Arts nach eigenen Angaben bereits verkauft.
Größer als jede IKEA-Filiale: Die Auswahl an Einrichtungsgegenständen umfasst mehrere hundert Objekte. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Grund genug, sich mit den Argumenten der Pro-Sims-Fraktion auseinanderzusetzen. Soweit hergeholt sind sie schließlich nun auch wieder nicht. Sich kreativ ausleben kann man in dem Spiel tatsächtlich sehr gut, denn Will Wrights Meisterwerk verfügt über leistungsfähige Editoren. Zu Beginn erstellt man seine eigene Wunschfamilie und zieht anschließend ein passendes Häuschen. Da anfänglich nur wenig Startkapital zur Verfügung steht, haben viele Fans auf den Geld-Cheats zurückgegriffen. Mit dem finanziellen Polster im Rücken kommt man auch bei den Sims dem Traum von einer eigenen Villa näher - inklusive Pool, prallgefüllten Kühlschränken, Flachbildschirmen und mehr. Diese ruhige Bauphase besitzt wahrlich den größten Charme, insbesondere weil man mit Einrichtungsgegenständen geradezu überflutet wird. Nachschub liefern offizielle Addons und Fan-Erweiterungen aus dem Internet. Langeweile kommt da jedenfalls nicht so schnell auf.
Der Tratsch mit Nachbarn und Freunden stärkt soziale Bindungen.
Punkt Nummer 2: In andere Rollen schlüpfen. Auch dieser Aspekt macht einen Reiz an dem Spiel aus. Man wollte schon immer mal angesehener Arzt sein, der in seiner Freizeit Romane am Computer tippt, bei vielen Frauen beliebt ist und abends wilde Partys schmeißt? Kein Problem. Der eigenen Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Auch Chaos-Famlien mit allerlei schlechten Eigenschaften und Angewohnheiten lassen sich mit nur wenigen Klicks in die virtuelle Welt setzen. Wer braucht schon Doku-Soaps, wenn doch einem die Sims soviele Möglichkeiten eröffnen?
Packshot zu No One Lives Forever
Die 60eJahre waren schon eine turbulente Zeit, allein schon wegen der Kuba-Krise, die um ein Haar in einer atomaren Apokalypse geendet wäre. In diesem Jahrzehnt waren Agenten-Thriller, die den Konflikt zwischen Sowjets und US-Amerikanern thematisierten, der absolute Renner. James Bond und Konsorten eroberten die Leinwände. No One Lives Forever ist eine liebevolle Hommage an die Ära der Superschnüffler und zugleich ein spielerisch gehaltvoller Ego-Shooter mit schrägen Ideen und einer toll aufgelegten Protagonistin. Die Rahmenhandlung lässt sich folgendermaßen skizzieren: Der KGB-Mann Dimitri Volko zeichnet sich für zahlreiche brutale Morde an westlichen Agenten verantwortlich. Mit der Mission Volko auszuknipsen, schickt der Geheimdienst Unity Cate Archer auf eine gefährliche Reise rund um den Globus.
Zu spät: Scheinwerfer haben Cate Archer ausgemacht, die Feinde sind bereits auf dem Weg. Gleich muss die Agentin das Feuer eröffnen.
Wie eingangs erwähnt, ist Entwickler Monolith ein herausragendes Spiel gelungen. Das liegt zum einen daran, dass euch No One Lives Forever coole Gadgets in die Hand drückt. Der Lippenstift wird mit einem Handgriff zur tödlichen Granate, das Parfümflakon zum betäubenden KO-Spray und die fesche Sonnenbrille zum Binokular mit praktischer Zoom-Funktion. Wer mag, kann auf diese Spielzeuge verzichten und die Gegner stattdessen einfach mit Blei vollpumpen. Womit wir gleichzeitig beim nächsten Pluspunkt wären: No One Lives Forever fördert lautlose Vorgehensweisen und besteht nicht nur aus reinen Feuergefechten. In einigen Missionen ermittelt Cate komplett undercover und muss sich den Blicken der Feinde entziehen, indem sie von Schatten zu Schatten huscht und Kameras ausschaltet. Aufgrund der gerissenen K.I. eine echte Herausforderung. Herrlich ist auch der typisch britische Humor, der sich durch das ganze Abenteuer zieht und No One Lives Forever von dem üblichen Shooter-Einheitsbrei abhebt.
Packshot zu Counter-Strike
Von einer ambitionierten Modifikation für Half-Life hin zum wohl bekanntesten Mehrspieler-Shooter aller Zeiten. Das muss man erst einmal schaffen. Counter-Strike blickt auf diesen unglaublichen Werdegang zurück. Die Erfolgsstory beginnt im November 2000, als die beiden Hobby-Programmierer "Gooseman" und "Cliffe" in Zusammenarbeit mit Valve die erste Verkaufsversion von Counter-Strike offiziell veröffentlichen. Von da an erfreut sich der Taktik-Shooter einer schier unfassbaren Popularität. Counter-Strike wird zum beliebten Thema. Ob auf dem Schulhof, dem Arbeitsplatz oder in der eSports-Szene: Der Rummel um das Spiel will über Jahre einfach nicht abreißen. Unglücklicherweise auch, weil die tradionellen Medien Counter-Strike als Sinnbild für gewaltverherrlichende "Killerspiele" missbrauchen.
Für viele Gamer ist und bleibt Counter-Strike der beste Taktik-Shooter aller Zeiten.
Der ungeheure Erfolg von Counter-Strike beruht in erster Linie auf dem Teamplay. Um um die Partien für sich zu entscheiden, muss man als Team zusammenarbeiten und seine Aktionen gezielt koordinieren. Das schweißt natürlich zusammen und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich aus Zweckbündnissen mit Clan-Mitgliedern durchaus echte Freundschaften entwickelten. Außerdem ist das Balancing schlichtweg hervorragend. Alle Karten lassen unterschiedliche Strategien zu und jede Schusswaffe ist zumindest in den Händen von Profis ein tödliches Werkzeug. Einzig bei der Grafik zieht Counter-Strike im Vergleich zur Konkurrenz den Kürzeren. Die verwendete Engine hatte schon seinerzeit ihren Zenit überschritten.

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Es fehlen aus meiner Sicht aber auf jeden Fall Freespace 1 und 2 sowie XWing Alliance. Quasi die letzten nennenswerten Weltraumsimulationen. Starlancer, Freelancer und eingeschränkt auch Darstar One waren gut gemachte Actionspiele aber eben keine Sims mehr.