30 Jahre PC Games: Old-School-Cool oder ein Fall fürs Antiquariat? Das erste Heft aus der Sicht eines Redaktions-Kükens
Die erste Ausgabe der PC Games ist vor 30 Jahren erschienen - bevor einige der jüngsten Mitglieder unserer Redaktion geboren wurden. Grund genug, mal einem der Küken das erste Heft vorzusetzen! Volontär Stefan blättert sich durch das wilde Layout zu unzähligen Artikel über Spiele, von denen er noch nie etwas gehört hat, und redet sich dabei (wahrscheinlich) um Kopf und Kragen.
Die allererste Ausgabe der PC Games wurde vor ziemlich genau 30 Jahren am 22. September 1992 veröffentlicht. Das sind genau drei Jahre, sieben Monate und elf Tage, bevor ich ... ähm ... veröffentlicht wurde. Damit gehöre ich, neben unserer geschätzten Community-Managerin und Volontärin Toni, zu den jüngsten Mitgliedern der Redaktion, was auch der Anlass für diesen Artikel war. Frei nach dem Motto: "Wäre doch bestimmt witzig, eines unserer Küken mal vor dieses antike Heft zu setzen!"
Obwohl ich schon Spielezeitschriften gekauft und gelesen habe, als ich mein Alter noch mit einer Ziffer angeben konnte, ist 1992 nochmal eine andere Hausnummer. Was hat der durchschnittliche PC-Gamer damals gezockt? Ein Blick auf unseren ersten Jubiläums-Jahresrückblick verrät mir: Indiana Jones - The Fate of Atlantis, Alone in the Dark, Ultima Underworld, Dune 2 und Wolfenstein 3D. Mensch, die sagen mir ja tatsächlich was! Lange hält die Zuversicht, vielleicht doch bei den alten Hasen mitreden zu können, allerdings nicht an.
In diesem Artikel
Bomber, Golfer, Lockenwickler
Denn wenn ich das Cover der PC Games 10/92 - Verzeihung, der PC Games: Disc & Mag 10/92 - so betrachte, verstehe ich nur Bahnhof. B17 ist ein Bomber-Simulator und aus Laura Bow 2 stammt wohl das Artwork von der Frau mit dem Lockenwickler-Unfall. Links 386 ist nicht der Taktzähl-Versuch eines besoffenen Bundeswehr-Offiziers, sondern ein Golfspiel. Nun bin ich kein Experte im Printvertrieb, aber würde man heutzutage eine Golfsimulation zum Spiel des Monats küren und es prominent auf dem Cover bewerben, könnte man die Hefte vermutlich gleich mit Epoxidharz in die Zeitschriftenregale kleben. Waren wirklich andere Zeiten.
Quelle: PC Games
Dass der PC Games jeden Monat eine Diskette beilag, war ein echtes Alleinstellungsmerkmal.
Der nächste Stolperstein erwartet mich im Editorial auf Seite 3. Unser damaliger leitender Redakteur (und heutiger Geschäftsführer) Christian Müller blickt mich auf dem Foto an, als müsse er nur auf den Knopf an seinem Mahagoni-Schreibtisch drücken, und ich würde durch eine Falltür direkt ins Haifischbecken stürzen. Heute weiß ich, dass er kein James-Bond-Bösewicht ist - zumindest nicht tagsüber...
WhAtS uP?
Quelle: PC Games
Der leitende Redakteur Christian Müller eröffnete die erste PC Games mit einem analytischen Editorial und diesem grandiosen Foto.
Daneben findet sich das förmlich geschriebene Editorial samt Analyse des Personal-Computer-Marktes und der Notwendigkeit guter Berichterstattung (die der damalige Leser praktischerweise bereits in den Händen hielt). Ganz bieder waren wir aber doch nicht, wie der, nennen wir's mal, "freche" Riesen-Schriftzug "What's Up?" links unten verrät. Dieser Font wird mir im Heft noch häufiger begegnen und jedes Mal ins Auge stechen. Ziel erfüllt, würde ich sagen.
Auch interessant: Der PC Games Podcast ist endlich wieder da - Lest hier, was euch in der ersten Folge erwartet und hört gleich rein!
Quelle: PC Games
Layout-technisch wirkt das Heft aus heutiger Sicht manchmal etwas holprig.
Statt von Publishern war in der damaligen Presse noch von "Softwarehäusern" oder "-verlagen" die Rede, wenn es um Firmen wie Electronic Arts, Sierra oder U.S. Gold ging. Der Blick auf Seite 14, wo sich die (deutschen) Köpfe vieler solcher Softwarehäuser zur Gründung der PC Games äußern, verrät mir, dass es die meisten davon heute nicht mehr gibt. Asc(ar)on und Blue Byte kenne ich, vom Rest habe ich noch nie gehört.
Die Geschäftsführer-Fotos sind schwarz-weiß, die Unternehmenslogos farbig. Umgekehrt wäre vielleicht besser gewesen, denn so versprühen die Bilder diesen gewissen Hauch Todesanzeige. Sich von Publishern, über deren Produkte man ein paar Seiten später kritisch distanziert berichtet, vorher mehr oder weniger beweihräuchern zu lassen, würde man sich heutzutage vermutlich auch zweimal überlegen. Schnell weiterblättern!
Weiter geht's auf Seite 2!

Aber ich weiss was du meinst. Die Systemwahl war damals wichtiger als das finden einer Partner*in, immerhin ging man davon aus das man sein komplettes Leben mit den Systemem verbringt. Von einer Partner*in kann man sich im Notfall ja trennen. Die Wahl des Systems war quasi für jeden "Bis das der Tot und scheidet"
Fast jede Spielesammlung fußt auf die erste Systemwahl.
Und natürlich habe ich von Computec die Amiga Games gelesen. PC? Nee.
Edit: ach vergessen, schöner Artikel!
Irgendwo hab ich mal von damaligen Entwicklern aufgeschnappt das sich das Entwickeln für den Amiga schon um 1989 kaum mehr lohnte, nur noch die richtig großen verkauften überhaupt genug. Die PC Fassungen zahlten quasi die Amigafassungen mit
Daher wurden ja Anfang der 90er die meisten Amiga Spiele auch auf den PC gebracht, und irgendwann um 1992 begann es das PC Spiele erst später auf den Amiga umgesetzt wurden.
Und natürlich habe ich von Computec die Amiga Games gelesen. PC? Nee.
Edit: ach vergessen, schöner Artikel!
1/93 gabs in der PCGames einen Artikel dazu das der PC natürlich auf dem aufsteigenden Ast war und der Amiga die reise des C64 antreten sollte. Der PC hatte halt auch lange den Vorteil das er deutlich erweiterbarer war als der Amiga.
Die meisten "Amiga"Leute hatten ja einen A500. Da war nur der RAM zu erweitern, ein Amiga1000, 2000 konnte sich keiner leisten, da waren PCs schon günstiger. Commodore war da auch schon im PCMarkt wollte dem Amiga aber keine "Inhouse" konkurenz machen. Daher waren das reine Büromaschinen
Zudem waren ja die "PC Käufer" auch die Zahlungskräftigeren Kunden, die kaufen ihre Spiele tatsächlich, während auf dem Amiga... ich kannte nicht einen einzigen der Amiga Spiele gekauft hat, warum auch, die konnte man ja einfach eben Kopieren. Selbst die Disketten der AmigaFun+AmigaGames Kombi wurden ja einfach kopiert...
PC Spieler waren im durchschnitt auch deutlich älter als die Amigauser. Von den älteren hat man gelernt das man nicht 100 DM ausgibt und das dann munter überall hin kopiert, während viele Amigauser in meiner Altersgruppe nicht mal wussten das es originale überhaupt gibt (!)
PC Spieler waren in der Schule zwar deutlich in der Unterzahl, da wurden aber Spiele tatsächlich auch gekauft.
Er meint vermutlich aber die Playtime. Die gabs in der tat vorher.